Smart Home wichtige Informationen zum Thema Datenschutz und Datensicherheit

Smart Home und Datenschutz: ein Widerspruch?

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Per Smartphone die Temperatur der Wohnung regeln, die Außenbeleuchtung ein- oder ausschalten das Garagentor öffnen oder bequem vom Bett aus nachschauen, wer am Sonntagmorgen vor der Haustür steht – alles möglich mit einem vernetzten Zuhause. Was ihr in puncto Sicherheit beachten solltet, hat unser Autor Gunnar unter die Lupe genommen.

Datenschutz noch in den Kinderschuhen

Angesichts ständig sinkender Preise für die digitalen Sprachassistenten der großen kalifornischen Konzerne ist ihr Erfolg keine wirklich überraschende Entwicklung. Doch die neue, digitale Welt kann schnell Risse bekommen – und im Zweifel ungebetene Gäste in das neue, digitale Heim einladen. Ist also das Thema Datenschutz im vernetzten Zuhause die entscheidende Hürde für eine rasantere Verbreitung? Und was könnt ihr eigentlich tun, um euch und eure Daten angemessen vor Missbrauch durch den großen Bruder zu schützen?

Nicht unbedingt smart: fehlende Sicherheitsstandards bei Smart Homes

Aus seiner gemütlichen Nische ist das Segment schon lange heraus und doch hat sich das volle Leistungsvermögen der verschiedenen Smart Home Segmente noch lange nicht entfaltet. Wurden im vergangenen Jahr rund 3 Milliarden Euro mit den smarten Helferlein umgesetzt, sollen sich die Umsätze bis 2023 nochmals verdoppeln. Und für 2020 wird ein Umsatzwachstum von mehr als 17 Prozent erwartet. Kein Wunder. Die versprochenen Möglichkeiten erscheinen ebenso facettenreich wie verlockend zu sein. Aber sind sie auch sicher?

Das grundsätzliche Problem: Es besteht derzeit kein verbindlicher Sicherheitsstandard für das Smart Home, wie ihn selbst simple Devices wie ein PC mit Firewall und Virenschutz haben. Das gilt für fast alle Bestandteile der smarten, digitalen Technologie. Heizungsthermostate, Rauchmelder und Steckdosen sind zwar schnell angebracht und im Netzwerk implementiert, so dass man sie über entsprechende Apps bequem steuern kann. Häufig dann aber eben auch unzureichend geschützt.

Komfort vs. Datensicherheit: Die Kunden sind gespalten

Smart Home Produkte aus den unterschiedlichsten Bereichen versprechen den Käufern vor allem einen komfortablen und effizienten Alltag. Und das fast ausnahmslos über alle relevanten Bereiche des menschlichen Lebens: Telekommunikation, Energie, Sicherheit, Gesundheit oder Pflege. Schöne neue Welt! Es ist ja kaum vorstellbar, dass die menschliche Zivilisation seit Beginn der Elektrifizierung vor 140 Jahren tatsächlich auf manuelle Lichtschalter angewiesen war. Wie ist es aber dann zu erklären, dass laut einer aktuellen Studie nur rund 5 Prozent der Nutzer diese Potenziale vollumfänglich ausschöpfen und das gesamte Haus durchdigitalisieren?

Wurden in der Vergangenheit immer wieder die hohen Anschaffungskosten als größte Hürde genannt, so rückt mittlerweile der Aspekt der Datensicherheit ins Zentrum des Interesses – da sind sich alle Stakeholder weitestgehend einig: Nutzer, Architekten, Bauherren. Und das kommt nicht von ungefähr. Laut Smart Home Monitor 2019, einer aktuellen, repräsentativen Studie, nutzen zwar bereits mehr als ein Viertel der Bundesbürger mindestens eines der die digitalen Minions von Google, Amazon und Konsorten. Mehr als jeden vierten Befragten hält der mögliche Missbrauch seiner persönlichen Daten allerdings von der konsequenten Nutzung der modernen Technologien ab.

Fehlende Datensicherheit bestimmt die Schlagzeilen beim Thema Smart Home

Man muss nicht Quantenphysik studiert haben, um zu erkennen, dass smarte Systeme ohne einen laufend stattfindenden Datenaustausch eines auf jeden Fall nicht wären: smart. Und immer, wenn es um den Austausch von Daten geht, ist der Schutz ebenjener Daten ein zentrales Thema. Nach zahlreichen Berichten über Smart Speaker, die als eine Art Wanze laufend Daten über die Nutzer sammeln und an die Konzerne weiterleiten, wurde jüngst bekannt, dass wohl auch Sicherheitskameras und sogar Außenlampen illegal angezapft werden können. Selbst wenn der Zugriff auf die Daten nicht unmittelbar erfolgt, lassen sich anhand der benutzten Devices genaue Profile der jeweiligen Nutzer erstellen. Vermeintliche Einbrecher können sich dann anhand der Überwachung von beispielsweise den Ein- und Ausschaltpunkten bei der Beleuchtung Informationen generieren, die Erkenntnisse darüber liefern, wann die Bewohner zu Hause sind. Aber aus Angst vor Datenmissbrauch gleich gänzlich auf die digitalen Vorzüge verzichten? Muss nicht sein, wenn man sich an einige Tipps hält. Was also solltet ihr tun, um unbeschwert den Mehrwert der digitalen Revolution in den eigenen vier Wänden zu genießen?

Tipps für ein sicheres, smartes Zuhause

Sicherheitsmerkmale erfragen

Vor der Kaufentscheidung unbedingt informieren, ob mit dem jeweiligen Gerät entsprechende Sicherheitsmerkmale wie eine verschlüsselte Kommunikation gewährleistet ist. Werden die Security Updates auch in Zukunft für das Gerät bereitgestellt?

Übergreifendes Sicherheitskonzept aufsetzen

Singuläre Sicherheitsmaßnahmen an einzelnen Geräten reichen heute schon lange nicht mehr aus. Daher ist ein übergreifendes Gesamtkonzept von Nöten, das alle zusammenwirkenden Devices berücksichtigt und gleichermaßen schützt.

Fachmännische Unterstützung einholen

Auch wenn sich die Herren der Schöpfung häufig – und insbesondere bei Technik – für unfehlbar halten, empfiehlt es sich in aller Demut, einen Fachmann mit der Installation zu beauftragen.

Firewalls & VPNs nutzen

Egal ob eigenes Netzwerk oder WLAN: Firewalls, die Implementierung eines Virtual Private Networks oder der Verschlüsselungsstandard WPA2 bei Funknetzwerken sorgen dafür, dass unautorisierte Personen oder Unternehmen keinen Zugriff auf sensible Daten bekommen. 

Sichere Passwörter wählen

Nichts geht ohne starke Passwörter und regelmäßige Updates. Nach der Erstinstallation unbedingt sämtliche Passwörter ändern und die entsprechenden Software-Updates installieren. Die Passwörter sollten länger als 8 Zeichen sein und Sonderzeichen enthalten. WPA und WPA2-Passwörter sollten mindestens 20 Zeichen lang sein. Um den Überblick zu behalten, helfen sogenannte Passwort-Manager.


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