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Wie viel Hauskredit bekomme ich für mein Gehalt?

Ein eigenes Häuschen im Grünen ist wohl der Traum vieler. Doch ab welchem Gehalt kann man eigentlich einen Hauskredit bekommen? Berechnen Sie Ihren Hauskredit und erhalten Sie alle Informationen für Ihr Vorhaben in diesem Artikel.

  • Inhaltsverzeichnis
    • Was ist ein Hauskredit?

      Der Begriff Hauskredit ist eigentlich nur ein anderes Wort für eine Baufinanzierung. Es ist also ein Kredit, den Sie speziell dafür aufnehmen, sich eine eigene Immobilie zu kaufen. Nicht nur Häuser, sondern auch Eigentumswohnungen können durch einen Hauskredit finanziert werden.

      Da mit der Immobilie eine materielle Sicherheit hinter dem Hauskredit steht, bekommt man in der Regel weitaus günstigere Zinsen als bei einem normalen Ratenkredit. Den Zinssatz sichern Sie sich über die so genannte Sollzinsbindung über einen bestimmten Zeitraum von wahlweise 5 bis 30 Jahren. Die Raten für den Hauskredit sind über die vereinbarte Sollzinsbindung üblicherweise gleich hoch, diese Art der Ratenzahlung nennt man Annuitätendarlehen.

      Am Ende der Sollzinsbindung bleibt beim Hauskredit meistens eine Restschuld übrig, die Sie dann ebenfalls mit einer Anschlussfinanzierung in Raten zahlen können. Es gibt auch Hauskredite ohne Restschuld. Diese nennt man Volltilgerdarlehen. Volltilgerdarlehen eignen sich vor allem für Menschen mit besonders hohem und sicherem Gehalt.

      Wie viel Hauskredit bekomme ich mit meinem Gehalt?

      Neben Ihrem Gehalt hat beispielsweise auch die Höhe Ihres Eigenkapitals, also Ihrer Ersparnisse, Einfluss auf Ihren Hauskredit. Prinzipiell lässt sich sagen: Je mehr Gehalt und je mehr Eigenkapital Sie haben, desto mehr Hauskredit bekommen Sie. In der nachstehenden Tabelle zeigen wir Ihnen einmal auf, wie viel Hauskredit Sie bei welchem Gehalt bekommen könnten. Dabei lassen wir das Thema Eigenkapital erst einmal aus.

      Gehalt (netto)Maximaler HauskreditPotenzielle Monatsrate
      1.000 €76.292 €300 €
      1.500 €114.437 €450 €
      2.000 €146.226 €600 €
      2.500 €190.729 €750 €
      3.000 €228.875 €900 €
      3.500 €267.021 €1.050 €
      4.000 €305.166 €1.200 €
      4.500 €343.312 €1.350 €
      5.000 €381.458 €1.500 €
      Tabelle: Maximaler Kaufpreis einer Immobilie in Nordrhein-Westfalen anhand Nettohaushaltseinkommen, Berechnungsgrundlage: 0 € Eigenkapital, 2 % Notar, 6,5 % Grunderwerbsteuer, 3,57 % Maklerkosten, 5 % Puffer, 0 € Modernisierungskosten

      Wie kann ich meinen Hauskredit berechnen?

      Um Ihren Hauskredit berechnen zu können, spielen also viele Faktoren wie die Höhe Ihres Gehalts, Ihre Ersparnisse, der Kaufpreis der Immobilie und die anfallenden Nebenkosten elementare Rollen. Die leichteste Art, um einen Hauskredit zu berechnen, ist die Verwendung von Immobilienrechnern.

      Diese sind häufig vollkommen kostenfrei im Internet zu finden. Beachten Sie dabei immer, dass die Ergebnisse dieser Hauskredit Rechner unverbindlich sind und somit nicht die realen Konditionen zeigen, die Sie später bei einer Finanzierung erhalten. Sie geben aber einen guten ersten Überblick. Unser Budgetrechner beispielsweise zeigt Ihnen, wie teuer Ihre Immobilie bei Ihrem Gehalt und Ihren Ersparnissen sein darf.

      Ein valides und damit verlässlicheres Ergebnis kann Ihnen ein Spezialist für Baufinanzierung liefern.

      Ab welchem Gehalt kann ich ein Haus kaufen?

      Es gibt kein bestimmtes oder sogar festgelegtes Mindestgehalt für einen Hauskauf oder Hauskredit. Die Hauptsache ist, dass Sie sich die monatlichen Raten für Ihr Haus leisten können, ohne dass Sie deshalb am Hungertuch nagen müssen. Das Verhältnis zwischen der Höhe Ihres Gehalts und Ihrer Ersparnisse sowie das Verhältnis der Höhe des aufgenommenen Hauskredits und damit auch der Ratenhöhe sollten realistisch sein.

      Ihre Finanzen entscheiden, was Sie sich leisten können

      Wie die obenstehende Tabelle schon zeigt, hat Ihr Gehalt einen großen Einfluss darauf, wie teuer Ihre Immobilie sein darf, damit Ihr Hauskredit auf einem genauso soliden Fundament steht wie Ihr Traumhaus. Das bedeutet jedoch für Sie, dass nicht nur die Höhe des Hauskredits, sondern auch der Kaufpreis der Immobilie an sich Ihrem Gehalt und Ersparnissen entsprechen sollte.

      Behalten Sie das schon bei der Suche nach einem geeigneten Haus im Hinterkopf, um nicht enttäuscht zu sein, wenn Banken der Finanzierung gegebenenfalls nicht zustimmen. Seien Sie realistisch und berechnen Sie ganz genau, wie viel Gehalt Sie für Ihr Haus monatlich ausgeben können.

      Als Faustregel gilt: Verwenden Sie maximal rund 35 Prozent Ihres Nettoeinkommens für die Monatsraten Ihres Hauskredits.

      Nebenkosten im Blick behalten

      Beim Hauskauf oder Hausbau fallen neben dem eigentlichen Kaufpreis auch noch Kaufnebenkosten für die Grunderwerbsteuer, den Notar, der Sie als Eigentümer ins Grundbuch eintragen lassen muss, und gegebenenfalls Kosten für einen Makler an. All diese Kosten machen noch einmal zehn bis 15 Prozent zusätzlich zum Kaufpreis aus. Grundsätzlich sollten Sie zumindest diese Kosten aus eigenen Mitteln finanzieren können.

      Bedenken Sie bei Ihrer Haushaltsrechnung auch, dass Sie neben den monatlichen Ratenzahlungen für den Hauskredit auch weitere Kosten für Nahrungsmittel, Freizeitgestaltung, Kleidung, Strom, Heizung, Wasserver- und -Entsorgung, Telekommunikation, Steuern und Versicherungen tagen müssen.

      Welche Voraussetzungen muss ich für einen Hauskredit erfüllen?

      Ob Sie einen Hauskredit bekommen hängt nicht nur von der Höhe Ihres Gehalts ab. Banken brauchen weitere so genannte Sicherheiten, um sprichwörtlich sicher zu gehen, dass Sie sich Ihren Hauskredit und damit auch die Höhe der Monatsraten wirklich leisten können. Zusätzlich zu einem ausreichend hohen Gehalt und dem bereits erwähnten Eigenkapital beziehen Banken folgende Kriterien in die Berechnung Ihrer Kreditwürdigkeit bei der Baufinanzierung mit ein:

      • Beschäftigungsverhältnis (Angestellter, Selbstständiger)
      • Vermögenswerte (Wertpapiere, Ersparnisse, vorhandene Immobilien)
      • Alter
      • Familienstand (Gibt es einen zweiten Kreditnehmer?)
      • Ihre Immobilie (Ist das Objekt werthaltig? Wie ist die Lage?)
      • SCHUFA-Auskunft

      Je besser Ihre Kreditwürdigkeit eingeschätzt wird, desto besser sind die Konditionen – also zum Beispiel der Zinssatz –, die Sie für Ihren Hauskredit bekommen.

      Die wichtigsten Begriffe rund um Ihren Hauskredit

      Damit Sie gut vorbereitet in die Gespräche rund um Ihren zukünftigen Hauskredit gehen können, möchten wir Ihnen gern die geläufigsten und vielleicht auch wichtigsten Begriffe rund um die Baufinanzierung einmal erläutern.

      Das Eigenkapital

      Den Begriff Eigenkapital haben Sie bis hier hin schon ein paar Mal gelesen. Eigenkapital ist nämlich sehr wichtig bei einem Hauskredit. Zum einen müssen Sie weniger Hauskredit aufnehmen, wenn Sie ordentlich Eigenkapital auf der hohen Kante haben. Zum anderen ist Eigenkapital eine Stellschraube, um von der Bank günstigere Zinsen zu erhalten. Denn je mehr Eigenkapital Sie vorweisen können, desto besser bewertet das die Bank. Mindestens die Kaufnebenkosten in Höhe von zehn bis 15 Prozent des Kaufpreises sollten Sie aus Eigenkapital bezahlen können.

      Zum Eigenkapital gehören neben den klassischen Ersparnissen auf dem Konto auch Wertpapiere und Aktien oder bereits vorhandene Immobilien und auch Eigenleistung – also, wenn Sie selbst beim Hausbau oder beim Modernisieren Hand anlegen. Vielleicht sind Sie ja handwerklich sehr begabt oder sogar vom Fach und können so auch eine günstigere Immobilie mit Eigenleistung in Ihr Traumhaus verwandeln?

      Der Sollzins- und Effektivzinssatz

      Zinsen sind die Gegenleistung dafür, dass eine Bank Ihnen Geld für einen Hauskredit leiht. Zinsen sind quasi eine Art Leihgebühr. Je höher der Zinssatz ausfällt, desto mehr Zinsen zahlen Sie an die Bank und desto teurer ist also Ihr Hauskredit im Gesamten. Ziel der meisten Bauherren ist also, einen möglichst niedrigen Zinssatz zu ergattern.

      Es werden beim Hauskredit sowohl ein Sollzinssatz als auch ein Effektivzinssatz ausgewiesen. Der Sollzinssatz ist sozusagen der Grundzinssatz, den Sie der Bank zahlen. Der Effektivzinssatz beinhaltet neben dem Sollzinssatz auch Kosten für Sonderleistungen, Provisionskosten, die Höhe der Tilgungsraten und weiteres. Damit zeigt der Effektivzinssatz die gesamten Kosten Ihres Hauskredits deutlicher als der Sollzinssatz. Wir raten Ihnen daher, vor allem den Effektivzinssatz beim Hauskredit im Blick zu halten und zu vergleichen.

      Die Sollzinsbindung

      Die Sollzinsbindung beschreibt beim Hauskredit die Zeitspanne, für die Sie sich die aktuellen Bauzinsen sichern. Also die Zeit, über die Sie Ihren Kredit zu einem festgelegten Zinssatz abzahlen. Je länger die Sollzinsbindung, desto besser planbar ist Ihr Hauskredit.

      Allerdings steigt auch der Zinssatz, wenn die Sollzinsbindung sehr lang ist. Denn die Bank muss sich gegen das Risiko einer Zinsänderung irgendwie absichern und das tut sie, indem sie bei einer langen Sollzinsbindung den Zinssatz gleich etwas höher ansetzt.

      Ist aktuell eine lange oder eine kurze Sollzinsbindung die richtige Wahl beim Hauskredit?

      In der aktuellen Niedrigzinsphase empfiehlt es sich, die derzeit günstigen Zinskonditionen für eine lange Laufzeit festzuschreiben. So minimieren Sie das Zinsänderungsrisiko und profitieren am Ende der Sollzinsbindung zudem von einer geringeren Restschuld. Der leicht höhere Sollzins, den Sie für diese Zinssicherung zahlen, amortisiert sich schnell, wenn die Bauzinsen für Immobiliendarlehen wieder ansteigen.

      In Zeiten niedriger Zinsen raten wir Ihnen, eine möglichst lange Zinsbindung von mindestens 15 oder 20 Jahren zu wählen. So schützen Sie sich vor steigenden Zinsen.

      Die Tilgung

      Die Rate Ihres Hauskredits besteht immer aus einem Teil Zinsen und einem Teil Tilgung. Die Tilgung ist der Teil der Rate, mit dem Sie den eigentlichen Hauskredit zurückzahlen. Der Zinsteil entlohnt die Bank hingegen dafür, dass sie Ihnen Geld leiht. Je höher Sie die anfängliche Tilgung ansetzen, desto mehr zahlen Sie also vom eigentlichen Kredit zurück.

      Das sorgt zum einen dafür, dass Sie den Hauskredit schnell abzahlen und schnell wieder schuldenfrei sind. Es sorgt aber auch dafür, dass Ihre Monatsrate mit der Höhe der Tilgung steigt. Eine niedrige Tilgung sorgt im Umkehrschluss also dafür, dass Sie zwar eine kleine Monatsrate haben, aber Ihren Hauskredit sehr lange zurückzahlen.

      Beim aktuellen niedrigen Zinsniveau raten wir Ihnen, eine möglichst hohe Tilgung von mindestens zwei oder drei Prozent zu wählen.

      Die Restschuld

      Die Restschuld ist der Betrag, der am Ende der Sollzinsbindung noch von Ihrem Hauskredit übrigbleibt. Eine Restschuld am Ende der Zinsbindung ist ganz normal und die Regel beim Hauskredit. Dieser Betrag kann im Rahmen einer so genannte Anschlussfinanzierung weiter in Raten abgezahlt werden. Je niedriger die Restschuld ist, desto schneller sind Sie mit der gesamten Hauskredit Rückzahlung fertig.

      Der Beleihungswert

      Sobald Sie sich mit einem Hauskredit beschäftigten, werden Sie mit dem Begriff Beleihungswert in Kontakt kommen. Der Beleihungswert ist der Wert, den eine Bank bekommen würde, wenn eine Immobilie zwangsversteigert werden würde. Der Beleihungswert ist aber auch die Grundlage für die Maximalhöhe des Hauskredits, den die Bank bereit ist, Ihnen zu geben. Häufig entspricht der Beleihungswert nicht dem Kaufpreis, denn die Banken ziehen oft einen Sicherheitspuffer ab. Daher ist er meistens niedriger als der Kaufpreis. Die Differenz zwischen Beleihungswert und Kaufpreis müssen Sie aus eigenen Mitteln finanzieren.

      Die Sondertilgung

      Unter Sondertilgung versteht man beim Hauskredit einen außerordentlichen Betrag, den man in bestimmten Abständen zusätzlich zur normalen Monatsrate in die Finanzierung einbringen kann. Sondertilgungen sind sozusagen Extrazahlungen, die eine schnellere Gesamttilgung des Hauskredits bewirken sollen. Sie müssen Bestandteil des Finanzierungsvertrages sein. Häufig ist die Höhe der beispielsweise jährlichen Sondertilgungen auf einen bestimmten prozentualen Anteil der Restschuld begrenzt. Wenn Sie zum Beispiel regelmäßig Weihnachts- oder Urlaubsgeld bekommen, können Sie dies als Sondertilgung in die Finanzierung einspeisen. Auch das Baukindergeld eignet sich als Sondertilgung.

      Banken bieten sie häufig kostenlos als Zusatzleistung zum Hauskredit an. Wenn eine Sondertilgung nur mit einem höheren Zinssatz eingerichtet werden kann, dann sollten Sie sie auch wirklich regelmäßig voll ausschöpfen. Denn ansonsten lohnt sich der höhere Zinssatz als Gegenleistung für Sondertilgungen womöglich nicht.

      Fazit: Es kommt auf die individuellen Verhältnisse an

      Einen Hauskredit können Sie schon mit einem kleineren Gehalt bekommen. Allerdings sollte Ihre Kreditwürdigkeit hierfür ausgezeichnet sein und Sie müssen sich natürlich die Kreditraten leisten können. Dazu ist eine unbefristete Anstellung, eine gute Portion Eigenkapital und bestenfalls ein zweiter Kreditnehmer überaus vorteilhaft.

      Je höher Ihr Gehalt ist, desto höher fällt auch Ihr maximaler Hauskredit aus. Hauskredite sind immer sehr individuelle Finanzprodukte. Daher bedarf es gerade bei einem geringeren Einkommen einer ausführlichen Beratung.

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