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Welche Tilgung passt zu mir?

Mit einem Tilgungsplan gut vorbereitet durch die Baufinanzierung

Schneller schuldenfrei mit der passenden Tilgung

Schnell schuldenfrei im eigenen Haus – für viele Bauherren die Idealvorstellung von einer Baufinanzierung. Doch wie funktioniert das? Was viele angehende Bauherren nicht wissen: Mit der Wahl der richtigen Tilgung können Sie Ihr Darlehen zügiger zurückzahlen und so nicht nur viel Geld einsparen, sondern auch die Laufzeit Ihrer Baufinanzierung erheblich verkürzen. Das klingt gut, fehlt nur noch der passende Tilgungsplan. Doch was hat es damit auf sich? Und was bedeuten eigentlich Tilgungssatz und Tilgungsrate?

In diesem Artikel erfahren Sie, wie sich die Tilgung auf Ihre Immobilienfinanzierung auswirkt und wie Sie schon mit kleinen Änderungen die Rückzahlung Ihres Darlehens beschleunigen können. Wir zeigen Ihnen außerdem, wie Ihnen ein passender Tilgungsplan dabei hilft, Ihre Immobilie abzuzahlen. So finden Sie ganz einfach heraus, welche Tilgungsstrategie sich wann eignet und ob eventuell die Leistung einer Sondertilgung sinnvoller ist als eine hohe Tilgungsrate.

Was ist eigentlich Tilgung?

Die meisten Bauherren entscheiden sich für ein Annuitätendarlehen, um ihren Hauskauf zu finanzieren. Dabei zahlen Sie Ihre Baufinanzierung in gleichbleibenden Monatsraten zurück. Diese monatliche Rate setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: dem Zins und der Tilgung. Der Zinsanteil stellt die fixen Kosten dar, die Ihre Bank für den Kredit erhebt. Mit dem Tilgungsanteil begleichen Sie Ihr Baudarlehen. Diesen können Sie selbst festlegen und somit die Höhe Ihrer monatlichen Rate bestimmen. Je höher Sie dabei den Tilgungsanteil vereinbaren, desto schneller können Sie Ihr Darlehen zurückzahlen.

Je länger Ihr Darlehen läuft, desto geringer wird der Zinsanteil und desto mehr steigt Ihr Tilgungsanteil. Der Grund: Die Zinsen werden auf die verbliebene Restschuld gezahlt. Diese wird mit jedem Monat geringer - so sinkt auch der Zinsanteil. Im Gegenzug erhöht sich die Tilgung, so dass Sie Ihre Baufinanzierung bei gleichbleibender Monatsrate immer mehr tilgen und somit schneller zurückzahlen können. Gleichzeitig steigt auch der anfängliche Tilgungssatz, mit dem Sie zu Beginn Ihrer Baufinanzierung gestartet sind.

So können Sie die Tilgung berechnen

Wie finden Sie nun die passende Tilgung zu Ihrem Kredit? Wer die anfängliche Tilgung selber berechnen möchte, braucht dazu den vollständigen Darlehensbetrag, den Zinssatz und die monatliche Rate. Nehmen wir beispielsweise an, Sie möchten ein Darlehen in Höhe von 100.000 Euro zu einem Sollzinssatz von 3 Prozent aufnehmen. Die Monatsrate soll 700 Euro betragen, die Zinsbindung beläuft sich auf 15 Jahre. Daraus  ergeben sich ein anfänglicher Tilgungssatz von 5,4 Prozent sowie ein jährlicher Zinsbetrag von 3.000 Euro.

Um den monatlichen Zinsanteil zu erhalten, müssen Sie nun diese Summe durch 12 teilen. Sie erhalten dann einen monatlichen Zinsanteil von 250 Euro. Diesen Betrag ziehen Sie von der Monatsrate ab, Sie zahlen also im ersten Monat einen Tilgungsanteil von 450 Euro. Für jeden weiteren Monat müssten Sie nun die Tilgung neu berechnen, da sich zum einem der anfängliche Tilgungssatz mit jeder Ratenzahlung verändert und damit zum anderen die Restschuld und somit auch der Zinsanteil mit jeder Monatsrate sinkt.

Schneller und einfacher finden Sie Zins und Tilgung mit unserem Bauzinsrechner heraus. Er berechnet Ihnen aus der gewünschten monatlichen Rate Ihre anfängliche Tilgung und umgekehrt. Geben Sie dazu einfach Ihren gewünschten Darlehensbetrag, die Länge der Sollzinsbindung und den Objektwert in den Rechner ein und wählen Sie Ihre monatliche Rate. Alternativ können Sie auch den anfänglichen Tilgungssatz eingeben, dann wird Ihnen Ihre monatliche Rate errechnet. Der Tilgungssatz ist auch unter dem Begriff Tilgungsrate bekannt und zeigt an, wieviel Prozent des Darlehens Sie innerhalb eines Jahres zurückzahlen werden. Aus dem gewählten Tilgungssatz und den zu zahlenden Zinsen errechnet sich dann die monatliche Rate.

Mit dem Tilgungsplan die monatliche Belastung erkennen

Haben Sie eine Baufinanzierung abgeschlossen, erhalten Sie von Ihrer Bank einen Tilgungsplan für das Annuitätendarlehen. Dieser zeigt Ihnen, wann welche Kosten auf Sie zukommen und wie sich die Restschuld über die Jahre entwickelt. Das wird besonders wichtig, wenn Sie einmal eine Anschlussfinanzierung abschließen möchten, denn Sie wissen somit genau, wie hoch Ihre Restschuld nach Ablauf der Zinsbindung ist. Unser Tipp deshalb: Heben Sie Ihren Tilgungsplan gut auf.

Neben den monatlichen Raten, der Restschuld und dem Zins werden im Tilgungsplan auch das jeweilige Zahlungsdatum und eventuell vereinbarte Sondertilgungen vermerkt. Sie erhalten so einen Überblick über die zu leistenden Zahlungen bis zur vollständigen Tilgung – das sorgt für Planungssicherheit.

Auch unser Bauzinsenrechner stellt Ihnen einen Tilgungsplan zur Verfügung. Sie erhalten so nicht nur eine Übersicht über die mutmaßlichen Kosten, sondern können auch gleich sehen, wie sich Ihre Restschuld und die Rate sowie der Zins und die Tilgung über die Dauer Ihrer Baufinanzierung entwickeln. Den Tilgungsplan für Ihr Annuitätendarlehen können Sie sich nach der Berechnung gern noch einmal herunterladen und in Ruhe durchgehen. Ihr tatsächlicher Tilgungsplan wird Ihnen nach Abschluss des Immobilienkreditvertrages ausgestellt und beinhaltet dann Ihre konkreten Daten.

Zins berechnen


 
 
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Hoher oder niedriger Tilgungssatz?

Mit welcher Tilgung Sie Ihre Baufinanzierung abzahlen möchten, können Sie selbst bestimmen. Legen Sie dabei Ihre aktuelle Lebenssituation zugrunde und überlegen Sie, wie hoch Ihre monatliche Belastung sein darf und bis zu welchem Zeitpunkt Sie den Immobilienkredit zurückzahlen möchten. Grundsätzlich gilt: Je höher die anfängliche Tilgung, desto kürzer ist die Laufzeit und desto schneller sind Sie schuldenfrei.

Das heißt aber auch: Wählen Sie die niedrigste anfängliche Tilgungsrate von 1 Prozent, dauert es entsprechend länger, bis Ihre Baufinanzierung abbezahlt ist. Unsere Beispielrechnung zeigt Ihnen, wie sich die verschiedenen anfänglichen Tilgungsraten auf die Laufzeit Ihrer Baufinanzierung auswirken:
 

Anfängliche Tilgung

monatliche Rate

Restschuld nach 15 Jahren

Laufzeit bis vollständiger Abzahlung

1 Prozent

338,33 EUR

115.724,61 EUR

56 Jahre 1 Monat

2 Prozent

455,00 EUR

91.447,62 EUR

35 Jahre 3 Monate

3 Prozent

571,67 EUR

67.170,74 EUR

25 Jahre 1 Monat

Annahmen: Objektwert 180.000 EUR, Darlehensbetrag 140.000 EUR, Zinsbindung 15 Jahre, fester Sollzins 1,9%

An diesem Beispiel können Sie sehen, dass Sie mit einer nur 2 Prozentpunkte höheren anfänglichen Tilgung Ihre Baufinanzierung mehr als doppelt so schnell abbezahlen können. Zudem ist die Restschuld nach Ende der Laufzeit geringer, so dass Sie eine niedrigere Anschlussfinanzierung aufnehmen können.

Die Vorteile einer höheren anfänglichen Tilgung

Sind die Zinsen für ein Immobiliendarlehen günstig, lohnt sich die Entscheidung für einen höheren anfänglichen Tilgungssatz: Sie zahlen so bei einer konstanten Monatsrate Ihren Kredit schneller ab. Denn eine hohe Tilgungsrate lässt den Zinsanteil am Restbetrag rascher sinken; Ihr Tilgungsanteil dagegen steigt und Ihre Restschuld reduziert sich zügiger. Wählen Sie dagegen eine niedrige Tilgungsrate, sinkt nicht nur der Zinsanteil Ihrer Rate langsamer, auch der Tilgungsanteil steigt nur zögernd. Sie brauchen daher mehr Zeit, Ihr Darlehen abzubezahlen.

Wie eine höhere Tilgung Ihre Finanzierung stärken kann, sehen Sie hier noch einmal im Überblick:

  • Schnellere Darlehensrückzahlung
    Entscheiden Sie sich für einen höheren Tilgungssatz, können Sie Ihr Darlehen schneller zurückzahlen. Aufgrund der kürzeren Laufzeit des Kredites zahlen Sie zudem deutlich weniger Zinsen, weil auch diese nur über den verkürzten Zeitraum geleistet werden. Die Zinsersparnis dadurch ist in der Regel enorm: Wie in unserem Beispiel zu sehen ist, lassen sich die Darlehenslaufzeit - und somit auch die Zinskosten - bei einem Tilgungssatz von 3 Prozent gegenüber einem Tilgungssatz von 1 Prozent um circa die Hälfte reduzieren.
     
  • Bessere Baufinanzierungskonditionen
    Einige Kreditinstitute belohnen Kreditnehmer, die einen hohen Tilgungssatz wählen und ihren Kredit auf diese Weise schnell zurückzahlen: Sie erhalten einen Zinsrabatt auf ihren Immobilienkredit. Der Grund: Banken können sich Geld für kurzfristige Geschäfte zu einem günstigeren Zinssatz leihen, einige von ihnen geben diesen Vorteil als günstigere Konditionen an ihre Kunden weiter. Dieser Zinsrabatt wiederum wirkt sich positiv auf Ihre zu zahlende Zinsleistung aus und kann Ihr Darlehen so noch einmal um einige Tausend Euro günstiger machen.
     
  • Günstigere Zinsen bei der Anschlussfinanzierung
    Durch eine hohe anfängliche Tilgung lässt sich die Restschuld, für die Sie eine Anschlussfinanzierung benötigen, deutlich senken. So reduziert sich die Restsumme bei einem Darlehen von 140.000 Euro mit einer Zinsbindung über 15 Jahre und einer Tilgung von 3 Prozent gegenüber einer Tilgung von 2 Prozent um rund 25.000 Euro, im Vergleich zu einer Tilgung mit 1 Prozent sogar um rund 49.000 Euro.

Zins und Tilgung: Die richtige Strategie bei niedrigen Bauzinsen

Auch wenn bei den Zinssätzen für Baufinanzierungen zuletzt wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen war, befinden sie sich weiter in einem historischen Tief. Wer sich also derzeit für einen Immobilienkredit entscheidet, sollte auf jeden Fall eine höhere Tilgung von mindestens 2 Prozent in Betracht ziehen. Sie können so den monatlichen Tilgungsanteil steigern, ohne dass sich Ihre monatliche Belastung erhöht. Zugleich sind Sie für eine Anschlussfinanzierung bestens gerüstet: Aufgrund der hohen Tilgung ist Ihre Restschuld geringer als bei einer niedrigen Tilgung – etwaige Zinserhöhungen fallen somit weniger ins Gewicht. Zusätzliche Sicherheit können Sie durch eine lange Sollzinsbindung von mindestens 20 Jahren erreichen. Sie reduzieren so das Zinsänderungsrisiko und profitieren von den aktuell niedrigen Zinsen für einen langen Zeitraum.

Das attraktive Zinsniveau zur Volltilgung nutzen

Günstige Bauzinsen bieten aber auch die Chance, das Immobiliendarlehen innerhalb der Laufzeit komplett zurückzuzahlen. Bei dieser Volltilgung wird die Monatsrate so festgelegt, dass die Baufinanzierung innerhalb der Zinsbindungsfrist abbezahlt ist. Voraussetzung ist also eine hohe Tilgungsrate von mindestens 3 Prozent. Der Zinssatz ist bis zum Ende der Laufzeit fixiert, zusätzlich erhalten Sie bei den meisten Banken einen Zinsrabatt. Trotzdem kann ein Volltilgerdarlehen auch ein Risiko sein, nämlich dann, wenn die höhere finanzielle Belastung durch eine Veränderung der Lebenssituation nicht mehr tragbar ist. Der Nachteil macht sich dann vor allem in der mangelnden Flexibilität bemerkbar, denn: Konditionsveränderungen, mit denen Sie Ihre monatliche Belastung verringern könnten, sind bei einem Volltilgerdarlehen nicht vorgesehen. So sind Sondertilgungen und Tilgungswechsel in der Regel ebenso ausgeschlossen wie der Wechsel zu einem anderen Anbieter.

Unser Tipp auch hier: Vereinbaren Sie eine lange Laufzeit von mindestens 20 Jahren. So profitieren Sie weiter vom Volltilgungsrabatt, können die hohe monatliche Rate aber etwas reduzieren. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, von Ihrem Sonderkündigungsrecht nach§ 489 BGB Gebrauch zu machen und so Teile Ihrer Finanzierung bereits nach einer Frist von 10 Jahren und sechs Monaten ohne Vorfälligkeitsentschädigung zurückzahlen.

Hohe Tilgung oder Sondertilgung: Was eignet sich für mich?

Wer eine Baufinanzierung abschließt, hat die Möglichkeit, eine Option zur Sondertilgung zu vereinbaren. Diese kann Ihnen helfen, durch außerplanmäßige Zahlungen Ihr Darlehen schneller zurückzuzahlen und somit die Restschuld zu senken. Manche Banken bieten diese Option kostenlos an, andere wiederum verlangen dafür einen Zinsaufschlag. Was genau unter Tilgung und was unter Sondertilgung zu verstehen ist, haben wir Ihnen noch einmal in unserem Dr. Klein Videolexikon erklärt:

Sondertilgung vs. höhere Tilgungsrate: Die Vor- und Nachteile im Überblick

Bleibt die Frage: Lohnt es sich, bei einer Finanzierung komplett auf Sondertilgungen zu setzen oder ist eine höhere monatliche Tilgungsrate nicht viel sinnvoller? Das kommt vor allem auf Ihre konkrete Situation an. Erwarten Sie beispielsweise kurz- oder mittelfristig eine Erbschaft oder Bonuszahlung, kann die Sondertilgungsoption nützlich sein. Der Vorteil: Sie können, müssen sie aber nicht nutzen. Am besten legen Sie für Ihre Immobilien ein separates Konto an, auf das Sie neben der monatlichen Rate alle Ersparnisse einzahlen, die Sie für die Tilgung Ihres Immobilienkredites nutzen möchten. So haben Sie Ihre Ersparnisse für eventuelle Sondertilgungen jederzeit im Blick.

Rein rechnerisch kommen Sie mit einer höheren Regelrate wegen des Zinseszinseffekts  auf eine höhere Tilgung als wenn Sie Sondertilgungsoptionen nutzen. Ein weiterer Vorteil ist die Planbarkeit: Mit einer festen Tilgungsrate sehen Sie in Ihrem Tilgungsplan genau, welche Restschuld am Ende der Zinsbindung übrig bleibt. Demgegenüber ist es oft ungewiss, wann und in welcher Höhe Sondertilgungen geleistet werden können. Denn es kann zum Beispiel sein, dass unvorhersehbare Ausgaben die erwartete Sonderleistung schmälern und Ihre Sondertilgung somit geringer als geplant ausfällt.

Ein weiterer Punkt: Sondertilgungen werden in der Regel zu Beginn der Baufinanzierung vereinbart und geraten deshalb schnell in Vergessenheit. Zudem ist Disziplin nötig: Wer eine Immobilie kauft, investiert oft eine Menge Geld und verzichtet deshalb auf andere Dinge. Wenn dann einmal ein unvorhergesehener Geldsegen eintritt, erfordert es viel Selbstbeherrschung, diesen für das Baudarlehen einzusetzen und nicht andere Wünsche damit zu erfüllen. Die höhere Rate ist fest definiert und Sie können gar nicht erst ins Hadern kommen.
 

Vorteile

Nachteile

Hohe Tilgung

  • Gute Planbarkeit der Finanzierung
  • Reduziert die Restschuld schneller als eine Sondertilgung
  • Wechsel des Tilgungssatzes ist nur möglich, wenn er im Vertrag vereinbart wurde (meist nur gegen Zinsaufschlag)

Sondertilgung

  • Senkt die Restschuld
  • Ist optional nutzbar
  • Viele Finanzierungsverträge schließen kostenlose Sondertilgungen bereits ein
  • Darlehenszins steigt
  • Wird oft vergessen
  • Wird dann lieber in andere Dinge, wie beispielsweise Urlaub, investiert

Eine Alternative: Höhere Tilgungsrate mit Wechseloption

Entscheiden Sie sich gegen Sondertilgungen und für eine hohe Tilgung, ist es wichtig, eine Rate zu wählen, die Sie auch in Krisenzeiten bedienen können. Sonst besteht die Gefahr, dass Sie beispielsweise bei einer unvorhergesehenen Arbeitslosigkeit in Zahlungsschwierigkeiten geraten können. Möchten Sie dies ausschließen, bietet es sich an, im Finanzierungsvertrag einen Tilgungswechsel zu vereinbaren – dies ist allerdings in vielen Fällen nur gegen einen Zinsaufschlag möglich. Wer lieber auf Nummer sicher gehen möchte, ist mit einer geringeren Tilgung und Sondertilgungsoptionen besser beraten.

Tilgungssatz wechseln und so die Baufinanzierung dem Budget anpassen

Ob Jobwechsel oder Familienplanung: Während einer langen Laufzeit von 10 bis 20 Jahren ist es nicht ungewöhnlich, dass sich Ihre persönliche Situation verändert. Deshalb ist es gut, bereits beim Abschluss des Immobilienkredites unvorhergesehenen Ereignissen vorzubeugen. Eine Möglichkeit bietet die Option zu einem Tilgungswechsel. Haben Sie diesen bereits im Immobilienvertrag vereinbart, können Sie mit einer Erhöhung oder Senkung Ihres Tilgungssatzes Ihre Tilgungshöhe problemlos verändern. Allerdings gibt es hierfür Bedingungen. So ist ein Tilgungswechsel bei den meisten Banken während der Vertragslaufzeit nur zwei- oder dreimal kostenlos durchführbar. Andere Banken wiederum erlauben einen Wechsel nur gegen einen Zinsaufschlag oder eine Gebühr. Ebenso wird vorher festgelegt, in welchem Zeitraum beziehungsweise in welcher Höhe ein Tilgungssatzwechsel vorgenommen werden kann. Denn bei vielen Banken ist nur eine Erhöhung der Tilgung kostenlos; möchten Sie den Tilgungssatz senken, fallen hierfür Kosten an.

Haben Sie sich dann für einen Tilgungswechsel entschieden, erhalten Sie einen neuen Tilgungsplan, der sowohl Ihre angepasste monatliche Rate als auch die geänderte Zinsbindungsfrist bis zur vollständigen Rückzahlung des Darlehens enthält.

Unser Spezialist für Baufinanzierung, Rainer Wilke, beschreibt im Gespräch mit Denise Haarstrick-Rump noch einmal, wie ein Tilgungssatzwechsel im Fall eines finanziellen Engpasses helfen kann.

Mit freundlicher Unterstützung von Radio Hannover.

Wenn’s klemmt: Tilgungsaussetzung schafft finanziellen Freiraum

Neben dem Tilgungswechsel gibt es noch weitere Möglichkeiten, die Baufinanzierung auf die aktuelle Lebenssituation abzustimmen. So ist beispielsweise die Tilgungsaussetzung ein hilfreiches Instrument, wenn Sie einmal Zahlungsschwierigkeiten beispielsweise aufgrund von Arbeitslosigkeit oder einer Krankheit überbrücken müssen. Sie können damit Ihr Darlehen für einen festgelegten Zeitraum ruhen lassen und zahlen in dieser Zeit statt der vollen monatlichen Rate nur den Zinsanteil. Die Tilgung wird dann als Gesamtsumme am Ende der Laufzeit fällig. Eine Variante der Tilgungsaussetzung ist die Tilgungsstreckung: Hier verlängert sich die Kreditlaufzeit entsprechend um die Zeitspanne der Tilgungsaussetzung.

Sprechen Sie am besten erst einmal mit Ihrer Bank, wenn Sie merken, dass es finanziell eng werden kann. Denn in den meisten Baufinanzierungsverträgen ist eine Tilgungsaussetzung nicht vorgesehen. Oft aber lassen die Banken mit sich reden und stimmen einer kurzfristen Aussetzung zu.

Kann das Darlehen trotz Tilgungsaussetzung und Tilgungsstreckung nicht weiter bedient werden, spricht man von einer Tilgungsstörung. Wichtig: Setzen Sie sich sofort mit Ihrer Bank in Verbindung, wenn absehbar ist, dass Sie die Raten nicht mehr zahlen können. Diese hat nämlich das Recht, den Darlehensvertrag bei einer Tilgungsstörung zu kündigen. Zeigt sich die Bank kulant, können Sie mit ihr eine Stundung der Beiträge vereinbaren. Damit wird entweder der Tilgungszeitraum verlängert oder die monatliche Rate gesenkt.

Tilgungsrate: Gut geplant ist halb gewonnen

Bei einer Baufinanzierung ist eine intensive Vorbereitung das A und O. Wir haben Ihnen deshalb noch einmal kurz die wichtigsten Tipps zur Tilgung zusammengefasst:

  1. Setzen Sie die Tilgung nicht zu niedrig an. Mit einer Tilgung von 1 Prozent zahlen Sie zwar monatlich weniger, dafür aber wesentlich länger. Zudem ist die Restschuld am Ende der Laufzeit größer als bei einer höheren Tilgung. Wir empfehlen aktuell eine Tilgung von mindestens zwei, besser noch drei Prozent.
     
  2. Prüfen Sie, ob sich eine Volltilgung für Sie eignet. Banken bieten bei Volltilgerdarlehen attraktive Zinsrabatte, zudem sind Sie bereits nach einer Zinsbindungsperiode schuldenfrei.
     
  3. Klären Sie, ob eine hohe Tilgung oder Sondertilgungen besser zu Ihrer finanziellen Situation passen.Hilfreich ist dabei unser Tilgungsrechner, dort können Sie bequem verschiedene Varianten durchspielen.

  4. Vereinbaren Sie im Baufinanzierungsvertrag die Option zum Tilgungswechsel. Dies ist bei den meisten Banken kostenlos möglich und bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihren Tilgungssatz während der Finanzierung zu erhöhen oder zu senken.

Beste Voraussetzungen mit dem richtigen Tilgungsplan

Jeder Bauherr möchte seine Restschuld schnell senken. Umso wichtiger ist es, sich im Vorhinein gründlich mit diesem Thema zu beschäftigen. Denn es gibt einige Schrauben, an denen man drehen kann, damit das Immobiliendarlehen nicht zur Last wird. Besonders Zins und Tilgung beeinflussen die Finanzierung. Mit der passenden anfänglichen Tilgung können Sie bereits viel dazu beitragen, schneller schuldenfrei zu werden. Unsere Baufinanzierungsrechner liefern Ihnen eine erste Hilfestellung bei der Wahl der richtigen Tilgungsrate.

Wird Ihr Wunsch nach einem Eigenheim aber konkret, sollten Sie nicht auf eine persönliche Beratung verzichten. Mehr als 550 Berater vor Ort stehen bei Dr. Klein bereit, um Ihnen bei Ihrem Finanzierungsvorhaben zu helfen. Wir finden für Sie das passende Darlehen, besprechen mit Ihnen die verschiedenen Varianten der Tilgung und informieren Sie über die Möglichkeiten von Sondertilgungen oder Tilgungswechsel. Natürlich erhalten Sie auch einen vollständigen Tilgungsplan, der Ihnen Ihre monatliche Belastung sowie die Höhe der Restschuld aufzeigt. Und auch nach Vertragsabschluss sind wir jederzeit bei Fragen oder Nöten rund um Ihre Finanzierung für Sie da. Nutzen Sie unsere Kompetenz, wir freuen uns auf Sie!

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