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Wohnungsbauprämie: Geld vom Staat fürs Bausparen oder Mieten

Die Wohnungsbauprämie ist ein staatlicher Zuschuss, den Sie zu Ihrem Bausparvertrag oder zum Erwerb von Genossenschaftsanteilen erhalten und nicht zurückzahlen müssen. Wie Sie ihn bekommen, zeigt dieser Artikel.

Introbild Wohnungsbauprämie
  • Inhaltsverzeichnis
    • Wozu gibt es die Wohnungsbauprämie?

      Günstig wohnen ist in Deutschland derzeit gar nicht so einfach. Allerorts scheinen die Miet- und Kaufpreise von Immobilien in die Höhe zu schnellen. Dabei ist jede Unterstützung willkommen, mit der Mieten und Kaufen erschwinglich bleibt. Hilfe winkt von staatlicher Seite, und zwar in Form der Wohnungsbauprämie, auch als Bausparprämie bekannt. Damit unterstützt der Staat Sie in Ihrem Vorhaben, sich ein Eigenheim anzuschaffen oder günstiger zu wohnen. Wer etwas Eigenes erwerben will, kann zwecks Schaffung von Eigenkapital einen Bausparvertrag abschließen und erhält Wohnungsbauprämie dazu, wenn er selbst etwas in den Bausparvertrag einzahlt. Die Höhe der Wohnungsbauprämie orientiert sich an diesen Eigenleistungen. Wer lieber günstig mieten möchte, erhält Unterstützung beim Erwerb von Genossenschaftsanteilen einer Wohnungsbaugenossenschaft. Hier zahlt der Staat eine einmalige Wohnungsbauprämie aus. Wie diese beiden Wege genau funktionieren, zeigen wir Ihnen im Folgenden.

      Voraussetzungen für die Wohnungsbauprämie

      Ganz egal, ob Sie sich für den Erwerb eines Eigenheims oder für Genossenschaftsanteile interessieren – in beiden Fällen müssen Sie zunächst einmal bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen mindestens 16 Jahre alt und in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig sein, und Sie dürfen bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten.

      Das bedeutet konkret: Als Single dürfen Sie nicht mehr als 25.600 Euro pro Jahr verdienen. Als Verheiratete darf Ihr gemeinsames Einkommen nicht mehr als 51.200 Euro jährlich betragen. 

      Entscheidend dafür ist übrigens nicht das Bruttoeinkommen, sondern das zu versteuernde Einkommen. Wie hoch es ausfällt, steht in Ihrem letzten Steuerbescheid, denn der Betrag wird vom Finanzamt festgelegt und in diesem Schriftstück mitgeteilt.

      Wohnungsbauprämie für Bausparverträge

      Eigenleistungen zwingend erforderlich

      Neben den geltenden Gehaltsgrenzen müssen Sie noch zwei weitere Anforderungen erfüllen, um Wohnungsbauprämie für Ihren Bausparvertrag zu erhalten: Zwar können Sie einen Bausparvertrag auch ausschließlich mit den vermögenswirksamen Leistungen, die Sie von Ihrem Arbeitgeber beziehen, unterhalten. Um dafür Wohnungsbauprämie zu bekommen, ist es jedoch zwingend erforderlich, dass Sie selbst etwas in Ihren Bausparvertrag einzahlen, und zwar minimal 50 Euro pro Jahr. Hinzu kommt: Sie müssen das Angesparte später für sogenannte „wohnungswirtschaftliche Zwecke“ verwenden, es also in eine Immobilie investieren. 

      Höhe der Wohnungsbauprämie bei Bausparverträgen

      Das Finanzamt prüft nach, wie viel Sie selbst im vergangenen Jahr in den Bausparvertrag eingezahlt haben. Davon erhalten Sie jährlich 8,8 Prozent zusätzlich als Wohnungsbauprämie dazu, als Single aber maximal 45,05 Euro pro Jahr, als Verheirateter maximal 90,11 Euro pro Jahr. Damit Sie die maximal mögliche Wohnungsbauprämie bekommen, müssen Sie als Single mindestens 47 Euro pro Monat, als Verheirateter mindestens 94 Euro im Monat selbst in Ihren Bausparvertrag stecken. Was passiert aber, wenn Sie weniger oder mehr investieren – wie verhält sich die Wohnungsbauprämie dann? Die folgenden drei Beispielrechnungen sollen das einmal verdeutlichen.

      BeispielSie zahlen als Single einDer Staat gibt Ihnen dazu
      Sie zahlen weniger als den erforderlichen Höchstbetrag30 € monatlich / 360 € im Jahr8 % jährlich: 28,80 €
      Sie zahlen genau den erforderlichen Höchstbetrag47 € monatlich / 563 € jährlich8% % jährlich: 45,05 € (= höchstmögliche Förderung)
      Sie zahlen mehr als den erforderlichen Höchstbetrag50 € im Monat / 600 € jährlichweniger als 8% jährlich (was 48 € entspräche): Staat zahlt nur den Höchstbetrag von 45,05 € jährlich
      Tabelle: Beispielrechnung zur Wohnungsbauprämie bei Bausparverträgen

      Vorteile von Bausparverträgen

      Die Wohnungsbauprämie wird nur ausbezahlt, wenn Sie den Bausparvertrag für die oben genannten, wohnungswirtschaftlichen Zwecke benutzen. Damit ist aber nicht nur ein Immobilienkauf gemeint. Die Bausparsumme lässt sich auch für andere Zwecke einsetzen, ohne die Förderung zu verlieren. Denkbar ist es beispielsweise, damit Modernisierungen umzusetzen. Voraussetzung: Alles, was Sie modernisieren wollen, muss fest mit dem Haus verbunden sein. Sie könnten mit dem Erlös aus Ihrem Bausparvertrag also beispielsweise eine Dachsanierung vornehmen, die Wände neu dämmen oder eine neue Heizung anschaffen.

      Außerdem eignet sich ein Bausparvertrag sehr gut als Instandhaltungsrücklage: In Notfällen lässt er sich günstig beleihen. Das bedeutet, Sie können einen niedrig verzinsten Kredit über die Bausparkasse aufnehmen, und zwar über dieselbe Summe, die Sie bereits angespart haben. So bleibt Ihr Kapital erhalten, während sie gleichzeitig finanzielle Mittel für Reparaturen an die Hand bekommen. 

      Beantragung der Wohnungsbauprämie für Bausparverträge

      So gehen Sie vor:

      1. Antrag ausfüllen

        Die Beantragung der Wohnungsbauprämie erfolgt über Ihre Bausparkasse. Sie schickt Ihnen in der Regel einen jährlichen Kontoauszug, der auch den Antrag auf Wohnungsbauprämie enthält. Diesen Antrag füllen Sie aus.

      2. Antrag an Bausparkasse senden

        Schicken Sie den Antrag inklusive Belege an die Bausparkasse zurück. Durch Ihre Unterschrift erklären Sie verbindlich, dass Sie die Einkommensgrenzen einhalten und förderberechtigt sind. Die Bausparkasse leitet Ihren Antrag anschließend an das zuständige Finanzamt weiter.

      3. Prozedere jährlich wiederholen

        Sie müssen die Wohnungsbauprämie jährlich immer wieder aufs Neue bei der Bausparkasse beantragen, um Ihren Anspruch über die Jahre hinweg zu bewahren. 

      4. Guthaben nach 7 Jahren erhalten

        Ein Bausparvertrag läuft in der Regel sieben Jahre. Verwenden Sie die Bausparsumme anschließend zweckgerecht, erhalten Sie die Wohnungsbauprämie für alle vergangenen Jahre auf einen Schlag auf Ihr Bausparkonto ausgezahlt.

      Wohnungsbauprämie für Genossenschaftsanteile

      Einkommensgrenzen einhalten

      Auch für den Erwerb von Genossenschaftsanteilen gelten zunächst einmal die Einkommensgrenzen von 25.600 Euro pro Jahr für Singles und 51.200 Euro pro Jahr für Verheiratete – mehr dürfen Sie jeweils nicht verdienen, um förderberechtigt zu sein. 

      Höhe der Wohnungsbauprämie für Genossenschaftsanteile

      Für Genossenschaftsanteile beträgt die höchstmögliche Förderung ebenfalls 8 Prozent Ihrer geleisteten Beiträge und maximal 45,05 bzw. 90,11 Euro. Im Unterschied zur Wohnungsbauprämie bei Bausparverträgen wird die Wohnungsbauprämie für Genossenschaftsanteile aber nicht jährlich, sondern nur einmalig gewährt, und zwar zu Beginn. Dabei wird klar: Die Förderung fällt vergleichsweise minimal aus, sie ist ein Tropfen auf den heißen Stein, verglichen mit den Kosten, die für Genossenschaftsanteile entstehen. Für kleinere Wohnungen müssen Sie zu Beginn etwa 1.500 bis 2.000 Euro als einmalige Zahlung in die Baugenossenschaft investieren, größere Wohneinheiten können mit Anteilen im Wert von 8.000 bis 10.000 Euro zu Buche schlagen. Wie viel die Anteile auch kosten - mehr als einmalig 45,05 Euro Wohnungsbauförderung erhalten Sie als Single dafür nicht, wie unsere nachfolgende Beispielrechnung zeigt.

      BeispielSie kaufen als Single Anteile im Wert vonDer Staat gibt Ihnen dazu
      Für die kleinstmögliche Wohneinheit1.500 €die Maximalförderung von einmalig 45,05 €
      Für eine größere Wohneinheit2.000 €die Maximalförderung von einmalig 45,05 €
      Für die größte Wohneinheit10.000 €die Maximalförderung von einmalig 45,05 €
      Tabelle: Beispielrechnung Wohnungsbauprämie für Genossenschaftsanteile

      Zur Erläuterung: Zahlen Sie als Single den geringsten Betrag von 1.500 Euro für die kleinste Wohneinheit ein, dann liegen Sie mit 8 Prozent bereits über der Maximalförderung von 45,05 Euro, weil 8 Prozent von 1.500 bereits 120 Euro sind. Sie erhalten für diese Investition trotzdem nur einmalig 45,05 Euro Wohnungsbauprämie zu Ihren Genossenschaftsanteilen dazu. Das zeigt, dass die Wohnungsbauprämie sich eigentlich erst rentiert, wenn sie für regelmäßig besparte Anlagen wie für Bausparverträge genutzt und dann auch jährlich angerechnet wird. Wessen Ziel es dennoch bleibt, über eine Baugenossenschaft günstig zu mieten, der sollte die einmalige Prämie – so gering sie im Verhältnis auch ausfallen mag – trotzdem nicht verschenken.

      Vorteile von Genossenschaftsanteilen

      Die Förderung von Genossenschaftsanteilen ist zwar kaum erwähnenswert, dafür bringt der Kauf der Anteile andere Vorteile mit sich: Sie erhalten ein lebenslanges Wohnrecht und eine gute Rendite. Denn das eingezahlte Geld wird auf einem Genossenschaftskonto geparkt, bis Sie wieder aus der Genossenschaft austreten, und über diesen Zeitraum hinweg verzinst. Der Guthabenzins liegt meistens bei 3 bis 4 Prozent pro Jahr.

      Beantragung der Wohnungsbauprämie für Genossenschaftsanteile

      So gehen Sie vor:

      1. Antrag bei Geschäftsstelle anfordern

        Den Antrag zur Wohnungsbauprämie bekommen Sie in der Regel nicht von der Wohnungsbaugenossenschaft zugeschickt, sondern müssen ihn in der Geschäftsstelle der Wohnungsbaugenossenschaft anfordern.

      2. Antrag ausfüllen und zurückschicken

        Füllen Sie den Antrag aus und senden Sie ihn an die Genossenschaft zurück. Die Genossenschaft leitet Ihren Antrag gemeinsam mit allen erforderlichen Zahlungsnachweisen an das Finanzamt weiter.

      3. Prämie wird auf Ihr Genossenschaftskonto überwiesen

        Sofern das Finanzamt Ihrem Antrag stattgibt, überweist es die Prämie an die Genossenschaft. Sie verbucht die Zahlung auf Ihrem Genossenschaftskonto, auf dem auch Ihre Anteile liegen. Treten Sie aus der Genossenschaft aus, bekommen Sie die Anteile inklusive Wohnungsbauprämie wieder ausgezahlt.

      Wohnungsbauprämie geschickt einstreichen

      Beim Immobilienkauf zählt jeder Euro: Sichern Sie sich die höchstmögliche Wohnungsbauprämie für Ihren Bausparvertrag und lassen Sie sich keinen Cent durch die Lappen gehen. Unsere Spezialisten für Baufinanzierung zeigen Ihnen, wie Sie die Weichen beim Bausparvertrag stellen müssen, um das Optimum aus der Wohnungsbauprämie für sich herauszuholen. 

      Bausparvertrag durch Wohnungsbauprämie anreichern

      Für die Wohnungsbauprämie benötigen Sie einen Bausparvertrag. Unsere Berater vor Ort stehen Ihnen bei der Beantragung zur Seite. Sie analysieren, wie Sie den Bausparvertrag später möglichst gewinnbringend einsetzen und die höchstmögliche Förderung bekommen. Fordern Sie von uns dazu einfach aktuelle Bausparangebote an und vereinbaren Sie mit Ihrem Ansprechpartner einen Termin zum persönlichen Gespräch.

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