0800 8833880
Montag bis Freitag: 8.00 – 18.00 Uhr mehr Infos mehr Infos

Das Annuitätendarlehen: Gleiche Rate, gleiche Zinsen – viele Jahre lang

Mit welcher Darlehensform wird heutzutage ein Großteil aller Baufinanzierungen bestritten? Ganz genau, mit dem Annuitätendarlehen. In diesem Artikel lesen Sie, wie es funktioniert und welche Vorteile es hat.

  • Inhaltsverzeichnis
    • Das Annuitätendarlehen ist die beliebteste Baufinanzierung Deutschlands

      In Deutschland ist das Annuitätendarlehen der Klassiker im Bereich Immobilienfinanzierung: Über 70 Prozent aller Baufinanzierungen werden hierzulande mit dieser Darlehensform bestritten. Seine Beliebtheit hat einen Grund, denn das Annuitätendarlehen ist sehr gut planbar, vorhersehbar und verlässlich. Seine jährlichen (und damit auch die monatlichen) Raten sind über die gesamte Kreditlaufzeit hinweg immer gleich hoch.

      Daher hat das Annuitätendarlehen übrigens auch seinen Namen. Der Begriff Annuität stammt vom lateinischen Wort „anno" für Jahr und bedeutet soviel wie „beständige Jahresleistung". Diese Beständigkeit lassen andere Baudarlehen vermissen. Beim variablen Darlehen beispielsweise schwankt die Rate immerzu. Früher waren Finanzierungen üblich, bei denen die Monatsrate mit der Zeit immer weiter sank. Heute setzen Immobilienkäufer auf Kontinuität, weshalb das Annuitätendarlehen mit der Zeit immer beliebter wurde.

      Wie ein Annuitätendarlehen funktioniert

      Das Grundprinzip ist simpel: Sie leihen sich für Ihren Immobilienkauf das benötigte Geld bei der Bank, die Bank verlangt dafür Zinsen, es wird eine bestimmte Kreditlaufzeit festgelegt, und nach Abschluss des Vertrages erhalten Sie die Mittel ausbezahlt. Damit kaufen Sie das Eigenheim und begleichen in den folgenden Jahren Ihre Restschuld in regelmäßigen Raten.

      Die Besonderheiten beim Annuitätendarlehen: Nicht nur die jährliche Rate bleibt über die gesamte Laufzeit hinweg gleich hoch, auch der Zinssatz, den Sie zu zahlen haben, bleibt immer derselbe. Außerdem enthält das Annuitätendarlehen die Möglichkeit, einen Zeitraum zu definieren, in dem sich der Sollzins nicht verändern darf. Dieser Zeitraum nennt sich Sollzinsbindung. Und noch eine Besonderheit bringt es mit sich: Sie tilgen mit der konstant hohen Rate im Laufe der Jahre immer mehr von Ihrer Restschuld. Das klingt erst mal paradox, aber genau so ist es. 

      Die Annuität: Tilgungsanteil wächst, Zinsanteil schrumpft

      Die Rate eines Annuitätendarlehens (die Annuität) ist immer gleich hoch. Sie besteht aber aus zwei Komponenten, dem Zinsanteil und dem Tilgungsanteil, deren Anteile an der Rate sich mit der Zeit verschieben: Der Zinsanteil sinkt, der Tilgungsanteil steigt. Das bedeutet, Sie zahlen im Laufe der Jahre mit ein und derselben Rate immer weniger Zinsen und tilgen gleichzeitig immer mehr. Um diesen wichtigen Zusammenhang plastischer erklären zu können, bedienen wir uns einer Beispielfinanzierung.

      Wert der Immobilie300.000 €
      Ihr Eigenkapital100.000 €
      Benötigtes Darlehen200.000 €
      Sollzins-Angebot der Bank1,83 % p.a.
      Anfängliche Tilgung2,00 % p.a.
      Zinsbindung10 Jahre

      Beispiel: Finanzierung eines Annuitätendarlehens

      Tilgungsplan für unsere Beispielfinanzierung

      Hier zeigen wir Ihnen nun, wie die Rückzahlung der Restschuld bei einem Annuitätendarlehen ablaufen kann und wie sich Zins- und Tilgungsanteil entwickeln. Dazu sehen Sie hier einen Ausschnitt, der neun von zehn Jahren der Beispielfinanzierung umfasst. Die Grundannahmen lauten: Beginn der Laufzeit: 02.07. 2017, Darlehenssumme 200.000 Euro, Objektwert 300.000 Euro, effektiver Jahreszinssatz von 1,85 Prozent, gebundener Sollzinssatz 1,83 Prozent, anfängliche Tilgungsrate: 2 Prozent.

      ZeitpunktRestschuldJährliche Rate TilgungsanteilZinsanteil
      07/2017200.000,00 €7.659,95 €4.033,67 € (52,7 % der Rate)3.626,28 € (47,3 % der Rate)
      07/2022179.073,34 €7.659,95 €4.419,87 € (57 % der Rate)3.240,08 € (42 % der Rate)
      07/2026160.898,41 €7.659,95 €4.755,26 € (62,1% der Rate)2.904,69 € (38 % der Rate)

      Tabelle: Beispiel für einen Tilgungsverlauf

      Erkenntnisse aus dem Beispiel: Die Verhältnisse verschieben sich

      Die jährliche Rate bleibt zwar über 10 Jahre hinweg immer bei 7.659,95 Euro, aber die Anteile innerhalb der Rate verschieben sich. Der Zinsanteil liegt im ersten Jahr bei 3.626,28 Euro und fließt an die Bank – von diesem Geld hat der Immobilieneigentümer nichts mehr. Der Tilgungsanteil liegt im ersten Jahr bei 4.033,67 Euro und fließt in die Begleichung der Restschuld – mit diesem Geld löst der Immobilieneigentümer also seine Schulden bei der Bank nach und nach auf.

      Wie der Tilgungsplan zeigt, sinkt der Zinsanteil innerhalb der Rate von anfangs 47,3 Prozent auf 38 Prozent zum Ende hin, der Tilgungsanteil dagegen steigt von anfangs 52,7 Prozent auf 62,1 Prozent zum Ende hin. Der Grund für diese Entwicklung: Mit jeder Ratenzahlung sinkt die Restschuld. Da der Zinssatz von 1,83 Prozent pro Jahr immer gleich hoch bleibt, aber auf diese monatlich sinkende Restschuld angerechnet wird, reduzieren sich zusammen mit der Restschuld die Zinskosten des Annuitätendarlehens. Wenn der Zinanteil sinkt, bleibt mehr Luft für den Tilgungsanteil innerhalb der Rate – er steigt. Aus diesem Grunde ist auch immer von der anfänglichen Tilgungsrate die Rede. Sie wird zu Beginn auf einen bestimmten Startpunkt festgelegt und steigt danach kontinuierlich an. Das nachfolgende Balkendiagramm stellt das Ganze anschaulich dar.

      Balkendiagramm zum Annuitätendarlehen
      Grafik: Das Verhältnis von Zinsanteil und Tilgungsanteil im Laufe der Jahre

      Konditionen für das eigene Annuitätendarlehen berechnen

      Bisher haben wir nur beispielhaft gezeigt, wie die Tilgung eines Annuitätendarlehens ablaufen kann. Mithilfe unseres Bauzinsrechners können Sie das Ganze nun selbst mit Ihren tatsächlichen Finanzierungsdaten einmal durchgehen. Der Rechner zeigt Ihnen nicht nur, welche Konditionen Sie in etwa bei Dr. Klein erwarten können, er bietet Ihnen im Ergebnisbereich auch einen vollständigen Tilgungsplan.

      Bitte geben Sie hier an, welche Darlehenssumme Sie für den Kauf, den Neubau oder die Anschlussfinanzierung benötigen. Im Fall der Anschlussfinanzierung entspricht dieser Wert der Höhe Ihrer Restschuld, die weiter finanziert werden muss.
      190000
      500001000000
      Bitte wählen Sie aus, wie lange Ihre Sollzinsbindung andauern soll. Damit bestimmen Sie, für welchen Zeitraum Sie den angebotenen Bauzins bzw. Anschlussfinanzierungszins festlegen möchten.

      Sechs Schritte zum Annuitätendarlehen

      In der Regel läuft eine Baufinanzierung mit Annuitätendarlehen in etwa folgendermaßen ab: Sie wenden sich an eine Bank und nennen ihr die Summe, die Sie für den Kauf Ihrer Immobilie benötigen. Die Bank prüft Ihre finanziellen Voraussetzungen und das angepeilte Kaufobjekt. Dann bietet sie Ihnen den Kredit zu einem bestimmten Zinssatz an. Gemeinsam legen Sie noch weitere Variablen wie die Zinsbindung und den Tilgungssatz fest. Dabei rechnet die Bank Ihnen vor, auf welche monatliche Rate das Ganze hinausläuft. Werfen wir nun einen genaueren Blick auf die Finanzierungskonditionen und gehen wir die einzelnen Schritte zum Annuitätendarlehen mithilfe unserer Beispielfinanzierung durch.

      So schließen Sie ein Annuitätendarlehen ab

      1. Die Bank macht Ihnen ein Angebot zum Sollzins

        Im ersten Schritt teilen Sie der Bank mit, welche Summe Sie zur Finanzierung Ihrer Immobilie benötigen, in unserem Finanzierungsbeispiel sind es 200.000 Euro. Die Bank betrachtet daraufhin Ihren finanziellen Hintergrund und bietet Ihnen für Ihre Finanzierungspläne einen bestimmten Sollzins von beispielsweise 1,83 Prozent pro Jahr an. 

      2. Sie wählen eine Zinsbindung aus

        Ein Annuitätendarlehen erfordert immer das Festlegen einer Zinsbindung. Dafür stellen Sie sich die Frage: Wie lange möchten Sie den von der Bank angebotenen Sollzins über 1,83 Prozent pro Jahr für sich fixieren? Zur Wahl stehen meist Sollzinsbindungen von 5, 10, 15, 20, 25 oder sogar 30 Jahren. Wofür Sie sich auch entscheiden - in dieser Zeit kann sich der Sollzins nicht verändern, er bleibt also immer gleich hoch - längstenfalls über 30 Jahre hinweg.

      3. Sie wählen die anfängliche Tilgung aus

        Hinter diesem Schritt verbirgt sich die Frage: Wie viel von Ihrer Restschuld möchten Sie im ersten Jahr zurück bezahlen? Üblich ist es, mit mindestens 1 Prozent der Restschuld zu beginnen. Besser sind aber anfängliche, jährliche Tilgungsraten von 2 oder 3 Prozent. Denn: Je höher Sie die anfängliche Tilgung ansetzen, desto schneller tilgen Sie Ihre Restschuld von Beginn an und umso weniger Zinskosten zahlen Sie im Laufe der Jahre.

      4. Sie legen optionale Extras fest

        Neben der Zinsbindung und der anfänglichen Tilgung gibt es noch weitere Extras, die Sie optional hinzu wählen können. Wie sieht es beispielsweise mit Sondertilgungen aus? Das sind jährliche Sonderzahlungen, die Sie neben der monatlichen Tilgungsleistung beisteuern, um schneller schuldenfrei zu werden. Oft sind fünf Prozent der Darlehenssumme pro Jahr kostenlos einzahlbar. Oder was ist mit Tilgungssatzwechseln? Wenn sich Ihre Einkommenssituation einmal verschlechtert, kann es hilfreich sein, den Tilgungssatz zu senken. Denn mit ihm sinkt die Rate und verschafft Ihnen Luft. Bedenken Sie aber: Jedes Extra kostet, der angebotene Zins fällt höher aus.

      5. Die monatliche Rate entsteht

        Mit der Darlehenssumme, dem Sollzins, dem anfänglichen Tilgungssatz und möglichen Sonderoptionen stehen die wichtigsten Eckdaten des Annuitätendarlehens nun fest - daraus lässt sich die monatliche Rate ermitteln. Im Falle unseres Beispiels (200.000 Euro, Sollzins 1,83 % p.a., anfängliche Tilgung 2 % p.a.) liegt die Annuität bei 7.659,95 Euro, die monatliche Rate beläuft sich dementsprechend auf 638,33 Euro im Monat.

      6. Sie kaufen die Immobilie

        Zum Schluss lassen Sie sich eine Finanzierungsbestätigung von der Bank aushändigen und erwerben damit die Immobilie. Der Erwerb wird über einen Notar mithilfe eines Kaufvertrags abgewickelt, der Verkäufer erhält das Geld, und Sie werden als Eigentümer der Immobilie ins Grundbuch eingetragen. Anschließend zahlen Sie Monat für Monat Ihre Restschuld bei der Bank ab.

      Die Stellschrauben des Annuitätendarlehens richtig justieren

      Bei einer soliden Baufinanzierung kommt es darauf an, bestimmte Stellschrauben richtig und vor allem Ihrem Bedarf entsprechend zu justieren. Dabei handelt es sich vor allen Dingen um den Sollzins, um die Zinsbindung und um den Tilgungssatz. Zudem legen Sie noch optionale Extras wie Tilgungssatzwechsel oder und Sondertilgungen fest.

      1. Sollzins: Angebote richtig vergleichen

      Der Sollzins ist der Dreh- und Angelpunkt Ihrer Finanzierung. Selbst die kleinste Verbesserung kann Ihnen mehrere tausend Euro Ersparnis im Laufe der Jahre bringen. Deshalb lohnt es sich, Finanzierungsangebote genau zu vergleichen und nicht direkt das Erstbeste zu nehmen. 

      Angebote immer anhand des Effektivzinses vergleichen

      Wenn Sie die Angebote von verschiedenen Banken vergleichen, dann betrachten Sie dabei immer den Effektivzins, nicht den Sollzins für das Annuitätendarlehen.

      Bisher war in diesem Artikel immer nur vom Sollzins die Rede – beim Vergleichen kommt es aber auf den Effektivzins an. Wie unterscheiden sich die beiden? Der Sollzins ist praktisch ein Nettozins, der blanke Zins, den die Bank für das Verleihen des Geldes ansetzt. Der Effektivzins hingegen kann als Bruttozins gesehen werden. Er enthält den Sollzins plus Zinsaufschläge für bestimmte Faktoren. Für einen Zinsaufschlag sorgen beispielsweise längere Zinsbindungen, Sondertilgungsmöglichkeiten, aber beispielsweise auch Kreditvermittlungskosten oder sonstige Bearbeitungsgebühren. Diese Zusatzgebühren fallen von Bank zu Bank unterschiedlich hoch aus. Beim Vergleichen der Annuitätendarlehen ist der reine Sollzins deshalb nicht nützlich. Nur der Blick auf den Effektivzins zeigt, was ein Kredit tatsächlich kostet.

      2. Zinsbindung: Mit der richtigen Sollzinsbindung lange Sicherheit genießen

      Warum die Wahl der Zinsbindung wichtig ist

      Was ist so wichtig an der Sollzinsbindung? Stellen Sie sich einmal vor, Ihr Annuitätendarlehen würde keine Zinsbindung enthalten und die Zinsen würden sich ständig der aktuellen Marktzinslage anpassen. Das Resultät wäre, dass Ihre monatliche Rate sich permanent danach richten würde. Das hieße: Steigende Zinsen – steigende Monatsrate. Sinkende Zinsen – sinkende Monatsrate. Mit anderen Worten, Ihre Finanzierung würde unberechenbar werden. Dem tritt die Sollzinsbindung entgegen: Die Bank bietet Ihnen einen bestimmten Sollzins für Ihre Finanzierung an, und Sie legen ihn über einen bestimmten Zeitraum hinweg fest. Ihre Monatsrate kann sich in dieser Zeit nicht verändern.

      Wann sich welche Zinsbindung anbietet

      Bleibt nur noch die Frage: Welche Sollzinsbindung bietet sich wann an? Für Ihr Annuitätendarlehen kommen Zeiträume zwischen 5 und 30 Jahren infrage – das ist eine ziemliche Spannweite. Dafür gibt es eine Faustregel:

      Sind die Bauzinsen aktuell niedrig, scheinen aber bald wieder zu steigen – lange Zinsbindung wählen.
      Sind die Bauzinsen aktuell hoch, scheinen aber bald wieder zu sinken – kurze Zinsbindung wählen.

      Wenn die Bauzinsen zum Zeitpunkt des Abschlusses niedrig sind, es aber nach steigenden Zinsen aussieht, dann ist es sinnvoll, für das Annuitätendarlehen möglichst lange Laufzeiten von 20 Jahren oder mehr auszuwählen. So sichern Sie sich die heute niedrigen Zinsen für eine längere Zeit, das Problem steigender Zinsen tangiert Sie nicht mehr.

      Im Umkehrschluss gilt: Sind die Baufinanzierungszinsen zum Zeitpunkt des Darlehensabschlusses hoch, scheinen aber bald wieder zu sinken, lieber kürzere Zinsbindungen wählen. Denn dann stehen die Chancen gut, dass Sie nach Ablauf Ihrer ersten Zinsbindung schnell eine Anschlussfinanzierung zu besseren Zinskonditionen erhalten. In jedem Fall empfiehlt es sich, die Zinsentwicklung generell im Blick zu behalten.

      3. Tilgung: Die anfängliche Tilgung richtig ansetzen

      Wer von Beginn an hoch tilgt, ist schneller schuldenfrei und zahlt bedeutend weniger Zinsen im Laufe der Zeit. Die hohe Tilgung sorgt aber auch von Beginn an für eine höhere, monatliche Belastung. Hier gilt es, nicht zu knapp zu kalkulieren, sonst nimmt Ihnen die Monatsrate des Annuitätendarlehens die Luft zum Atmen. Wer auch noch Urlaube machen, auf Unvorhergesehenes vorbereitet sein will, darf nicht zu knapp auf Kante planen. Es gilt, hier das richtige Gleichgewicht zu finden. Als Entscheidungsgrundlage dient ein wasserdichter Haushaltsplan, der Puffer für Extraausgaben enthält und genau aufzeigt, wie viel Sie Monat für Monat in die Rate investieren können.

      4. Optionale Extras: Sonderwünsche bedarfsgerecht einplanen

      Ein flexibler Kreditvertrag ist in bestimmten Situationen sehr hilfreich – keine Frage. Wenn Sie beispielsweise zwischendurch arbeitslos werden und ein Einkommen wegfällt, dann helfen kostenlose Tilgungssatzwechsel dabei, Ihre Monatsrate vorübergehend zu senken. Mit Tilgungsaussetzungen erreichen Sie sogar noch mehr: In dieser Zeit zahlen Sie lediglich die anfallenden Zinsen. Das kann im Ernstfall enorm entlasten.

      Ein anderes Szenario: Sie verfügen plötzlich über Sondereinkünfte durch Erbschaften oder Gratifikationen und möchten diese dazu nutzen, Ihre Restschuld der Baufinanzierung schneller abzutragen. Dann profitieren Sie von kostenlosen, hohen Sondertilgungsmöglichkeiten. Doch nun kommt das große Aber: All solche Optionen sind in der Regel kein Standard bei Annuitätendarlehen. Sie müssen von Beginn an mit eingeplant werden - und sie kosten. Genau genommen erhöhen sie den Sollzins, den Sie jahrelang zu zahlen haben. Hinterfragen Sie deshalb, ob Sie Sondertilgungen und Co. tatsächlich benötigen und wie wahrscheinlich das Eintreten der entsprechenden Fälle ist. Manchmal ist weniger auch in diesem Bereich mehr.

      Das Zinsänderungsrisiko beim Annuitätendarlehen

      Was bedeutet Zinsänderungsrisiko?

      Die monatlichen bzw. jährlichen Raten sind beim Annuitätendarlehen immer gleich hoch, und der Sollzins bleibt innerhalb der Zinsbindung immer derselbe. Trotzdem besteht noch ein gewisses Risiko – das Zinsänderungsrisiko. Was bedeutet das? Eine Baufinanzierung läuft in der Regel mehrere Jahre, abhängig davon, welche Zinsbindung Sie zu Beginn ausgewählt haben. Fiel Ihre Wahl beispielsweise auf zehn Jahre, dann sind Sie zehn Jahre lang an Ihre Baufinanzierung gebunden und haben einen festen Zins.

      Nach zehn Jahren läuft Ihre Baufinanzierung aber aus, und es bleibt eine Restschuld übrig, die Sie weiterfinanzieren müssen. Innerhalb von Jahren kann eine Menge passieren – zum Beispiel kann sich das allgemeine Zinsniveau in diesem Zeitraum erheblich verändern. Wenn die Bauzinsen in der Zwischenzeit gestiegen sind, dann erhalten Sie die benötigte Anschlussfinanzierung nur noch zu höheren Konditionen. Das heißt, Ihre monatliche Rate steigt, und meist verlängert sich der Zeitraum, in dem Sie Ihre Baufinanzierung vollständig getilgt haben. Mit einer weiteren Beispielrechnung wollen wir zeigen, welche Auswirkungen dieses Zinsänderungsrisiko haben kann.

      Beispielrechnung zum Zinsänderungsrisiko

      Ein Blick auf die Zinsentwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass Zinsanstiege von drei Prozent innerhalb von zehn Jahren nicht unrealistisch sind. Auf Basis dieser Erkenntnis stellen wir nun einmal die erste Finanzierung mit einem Sollzins von 1,83 Prozent pro Jahr einer Anschlussfinanzierung mit einem Sollzins von 4,83 Prozent pro Jahr gegenüber. Die Grundannahmen lauten: Ursprüngliche Darlehenssumme: 200.000 Euro, Restschuld nach 10 Jahren: 156.142,74 Euro, Zinsbindung bei beiden Finanzierungen 10 Jahre, anfänglicher Tilgungssatz bei beiden 2 Prozent pro Jahr.

       Erstes DarlehenAnschlussfinanzierung
      Sollzins1,83 % p.a.4,83 % p.a.
      Jährliche Rate7.659,95 €10.664,52 €
      Monatliche Rate638,33 €887,04 €
      Tabelle: Beispiel für das Zinsänderungsrisiko

      Gegenmaßnahmen zum Zinsänderungsrisiko: So treten Sie dem Problem entgegen

      Was tun, wenn das Zinsänderungsrisiko eingetreten ist? Um noch mal ins Bewusstsein zu rufen, wann das passiert: Das Zinsänderungsrisiko betrifft Sie in dem Moment, in dem Sie eine neue Finanzierung, also eine Anschlussfinanzierung, benötigen. Dann winkt Ihnen beim neuen Annuitätendarlehen unter Umständen plötzlich eine deutlich gestiegene Monatsrate. In diesem Moment ist Ihre Zinsbindung gerade ausgelaufen – Ihnen bietet sich nun die Möglichkeit einer Umschuldung. Sie können dabei mit einer anderen Bank neue Konditionen aushandeln. Die neuen Rahmenbedingungen bringen Ihnen in Zeiten gestiegener Zinsen finanziell Entlastung. Folgende Maßnahmen können dabei helfen:

      • Bevor Sie den Anbieter mit einer Umschuldung wechseln, holen Sie sich zuerst ein Angebot bei Ihrer Hausbank für eine Prolongation, also für die Verlängerung Ihres bisherigen Kreditvertrags. Ziehen Sie aber auch hierfür unbedingt die Angebote anderer Banken zum Vergleich heran. Die Recherche bringt Sie in eine bessere Verhandlungsposition Ihrer Hausbank gegenüber. Ehe die Hausbank Sie als Kunden an eine andere Bank verliert, kommt sie Ihnen eventuell entgegen. Beziehen sie in Ihre Entscheidung unbedingt die angebotenen Zinsen der Anbieter mit ein: Nur wenige Prozentpunkte Unterschied können bereits für größere, finanzielle Entlastung jeden Monat sorgen.
      • Setzen Sie die Tilgungsrate herab. Hatten Sie vorher beispielsweise eine anfängliche Tilgung von drei Prozent pro Jahr, können Sie sie nun eine anfängliche Tilgung von nur noch zwei Prozent vereinbaren. Dadurch sinkt Ihre monatliche Rate wieder auf ein erträglicheres Maß, allerdings verlängert sich der Zeitraum bis zur Volltilgung Ihrer Immobilienfinanzierung.

      Das Annuitätendarlehen - Konstanz und Flexibilität in Einem

      Kein Wunder, dass diese Darlehensform so beliebt ist, sie hat Immobilienkäufern viel zu bieten. Planungssicherheit beispielsweise: Wer die nächsten Jahre hinweg immer dieselbe Rate zahlt, weiß genau, was ihn erwartet. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil bei einer Finanzierung in solch hohen Dimensionen. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Darlehen nach seinen Vorstellungen zu optimieren. Und für den Ernstfall können Sie sich mit flexiblen Sondertilgungsmöglichkeiten oder Tilgungsaussetzungen rüsten. Es zeigt sich: Das Annuitätendarlehen ist ein verlässliches Finanzierungsmodell, das sich exakt an Ihre Bedürfnisse anpassen kann. Lassen Sie sich von unseren Spezialisten für Baufinanzierung die Vorteile genauer zeigen und holen Sie sich direkt einen Vergleich der Zinsen dazu.

      Jetzt bessere Bauzinsen sichern!

      Die Baufinanzierung steht an, aber Sie sehen nur noch böhmische Dörfer, soweit das Auge reicht? Unsere Spezialisten für Baufinanzierung sind Ihre Wegweiser. Sie beantworten all Ihre Fragen zum Thema Annuitätendarlehen und suchen Ihnen auf Wunsch auch konditionsstarke Angebote von mehr als 300 nahmhaften Bankpartnern heraus. Fordern Sie dazu einfach aktuelle, unverbindliche Finanzierungsvorschläge von uns an, und unsere Berater vor Ort setzen sich persönlich, per Telefon oder E-Mail mit Ihren Wünschen auseinander.

      Jetzt Finanzierungsvorschläge anfordern unverbindlich und kostenlos
      Baufinanzierungsrechner
      Rechnen Sie's mal durch

      Einfach Werte eingeben und Darlehenshöhe, Monatsrate, Tilgung etc. selbst ausrechnen.

      Hier finden Sie unsere Rechner im Überblick:

      Finanzierung
      Ihr Kredit für Ihre Wünsche

      Ob Sie eine neue Küche oder ein ganzes Haus finanzieren wollen – gemeinsam machen wir es nicht nur möglich, sondern auch günstig.

      Alle Infos von Autokredit bis Zinsprognose:

      Finanzlexikon
      Finanzbegriffe verstehen

      Ausführliche Artikel liefern Hintergrundinfos rund um die wichtigsten Finanzthemen.

      Fachbegriffe so kurz wie möglich erklärt:

      Zufrieden? So bewerten andere Kunden den Dr. Klein Service.
      Alle Kundenbewertungen im Überblick
      Wir haben unserer Kunden befragt.
      Kundenbewertung
      /5
      Kundenempfehlung
      %