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Architektenhaus: Teurer Idealismus?

Ein Architektenhaus lässt Platz für individuelle Wünsche und Ihre eigenen Vorstellungen. Im Vergleich zu einem Fertighaus müssen Sie dafür etwas mehr Geld für Ihre Baufinanzierung einplanen.

Bild von einem Architektenhaus
  • Inhaltsverzeichnis
    • Bauen mit einem Architekten muss nicht teuer sein

      Ein Architektenhaus gilt häufig als teuer. Günstiger scheinen da die Fertighausanbieter und Musterhäuser, die sich mit ihren Massenproduktionen ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den günstigsten Preis liefern. Wer allerdings eine individuelle Vorstellung von seiner Immobilie hat, der wird bei den Massenangeboten in der Regel nicht fündig. Unschlagbares Argument für ein Architektenhaus ist die individuelle Gestaltungsmöglichkeit Ihrer Immobilie.

      Die Kosten für ein Architektenhaus setzen sich dabei wie folgt zusammen:

      Architektenhaus = Architektenhonorar + Nettobausumme + Umsatzsteuer.

      Wie hoch das Architektenhonorar dabei wird, ist von Ihnen abhängig. Buchen Sie nur einen Teil der Leistungen, fallen die Kosten geringer aus als wenn Sie sich für einen Architekten mit vollem Leistungsumfang entscheiden. Dennoch ist ein Architektenhaus in der Regel etwas teurer als ein Haus „von der Stange".

      Grob gerechnet belaufen sich die Kosten für den Architekten beim Architektenhaus auf zehn Prozent der Nettobausumme.

      Die Nettobausumme umfasst die Kosten für eine Immobilie, ohne Grundstücks- und Erschließungskosten sowie ohne Umsatzsteuer. Die Architektenkosten beim Hausbau werden von der Honorarordnung der Architekten und Ingenieure, kurz: HOAI, vorgegeben. Da Fertighausanbieter häufig geringere Preise anbieten, setzen die Architekten Ihre Honorare zum Teil niedriger an, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Da sich die Kosten an der Bausumme für die Immobilie orientieren, haben Sie sogar etwas Spielraum. Günstigere Materialien oder eine preiswerte Ausstattung haben Einfluss auf das Architektenhonorar.

      Hausbau mit Architekt: Was die Architektenkosten beeinflusst

      Die Kosten für ein Architektenhaus unterliegen bestimmten Kriterien. Um die Kosten für ein Architektenhaus zu ermitteln, ist die HOAI ausschlaggebend. Dabei werden die geplanten Häuser zunächst in Schwierigkeitsgrade eingeteilt. Einfamilienhäuser stellen eine eher geringe Planungsanforderung dar, sodass sie in die Honorarzone II verankert werden. Neben dem Schwierigkeitsgrad werden weitere Punkte für die Berechnung der Kosten für ein Architektenhaus herangezogen.

      • Baukosten: Der Architekt plant die gesamte Immobilie und ermittelt die Nettokosten. Das bedeutet, er rechnet die Materialkosten sowie die Arbeitsstunden der Facharbeiter ohne die Umsatzsteuer zusammen, um die Baukosten für das Architektenhaus zu ermitteln. Auf dieser Basis wird das Architektenhaus berechnet. Erhöhen sich während Bauphase die Kosten, erhöht sich auch das Honorar. Es bietet sich daher an, mit dem Architekten eine Baukostenobergrenze vertraglich festzuhalten. Damit wird das Architektenhonorar ebenfalls gedeckelt.
      • Umfang der erbrachten Leistung: Ein Architekt hat neun Leistungskategorien von der Planung bis zur Fertigstellung der Immobilie. Sie als Auftragsgeber können alle neun Leistungen beauftragen oder auch nur die Planung von einem Architekten ausführen lassen. Die Abrechnung erfolgt nur für die erbrachten Leistungen.
      • Honorarsatz: Für jede Leistung gibt es einen Mindest- und einen Höchstsatz, der in Rechnung gestellt wird. In der Regel wird der Mindestsatz berechnet.

      Das ist das Prinzip, die Kosten für ein Architektenhaus zu berechnen. Vereinzelt können die Preise aus der Honorarordnung von den realen Preisen, die die Architekten veranschlagen abweichen. Der Grund ist denkbar einfach. Die Immobilienbranche verzeichnet seit Jahren ein stetiges Wachstum. Die aktuell niedrigen Bauzinsen regen viele Menschen dazu an, einen Immobilienkauf zu tätigen. Durch die steigende Nachfrage können Fertighausanbieter verhältnismäßig günstige Preise veranschlagen. Um mit dem Wettbewerb mithalten zu können, sind auch Architekten gezwungen niedrigere Preise zu berechnen, als in der HOAI veranschlagt.

      Honorartabelle

      Aus der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure geht das Architektenhonorar hervor. Grundlage für die Berechnung ist die Nettobausumme, die der Architekt bei der Planung veranschlagt. Es geht um die reine Nettosumme, das heißt ohne die Umsatzsteuer. Für jede Bausumme gibt es ein Mindest- sowie ein Höchsthonorar. In der Regel wird stets das Mindesthonorar veranschlagt. Dieser Preis gilt, wenn Sie alle Leistungen durch den Architekten durchführen lassen, das bedeutet 100 Prozent seiner Leistungen beauftragen. Für jeden Schwierigkeitsgrad, das bedeutet für jede Bauweise, gibt es gesonderte Preise. Dabei werden fünf Schwierigkeitsgrade unterschieden, im Fachjargon ist von fünf Honorarzonen die Rede. Unsere Berechnungen stützen sich auf ein Einfamilienhaus. Daher sind die Kosten der Honorarzone III ausschlaggebend. Die Tabelle zeigt einen Auszug der HOAI der Honorarzone III.

      Nettobausumme in EuroMindesthonorarHöchsthonorar
      25.0004.3395.412
      35.0005.8657.315
      50.0008.07110.066
      75.00011.60114.469
      100.00015.00518.713
      150.00021.55526.883
      200.00027.86334.751
      300.00039.98149.864
      500.00062.90078.449
      750.00089.927112.156
      1.000.000115.675144.268
      1.500.000165.911206.923
      Tabelle: Auszug der Honorarzone III

      Für die Berechnung ermittelt der Architekt zunächst die Nettobausumme. Beträgt die Nettobausumme beispielsweise 233.000 Euro, darf er zwischen 27.863 und 34.751 Euro für seine Leistungen in Rechnungen stellen. Belaufen sich die Kosten auf 315.000 Euro, kostet Sie der Architekt zwischen 39.981 und 49.864 Euro.

      Leistungsübersicht für ein Architektenhaus

      Ein Architekt kann mit Teilaufgaben oder der gesamten Planung einschließlich der Bauabnahme beauftragt werden. Das hängt davon ab, welche Arbeiten Sie von einem Architekten ausführen lassen wollen. Beauftragen Sie alle Leistungen, sind das 100 Prozent. Einzelnen Leistungen werden hingegen nur anteilig berechnet.

      LeistungsphaseUmfang der ArbeitenAnteil in Prozent
      1. GrundlagenermittlungHier werden die Grundlagen für eine konkrete Planung geschaffen. Der Architekt besichtigt das Grundstück und informiert über die finanziellen Möglichkeiten.2
      2. VorplanungEin erster skizzenhafter Entwurf wird gefertigt und eine Kostenschätzung abgegeben. Außerdem werden die baulichen Vorstellungen mit den regionalen Vorgaben durch das Bauamt abgeglichen.7
      3. EntwurfsplanungNun wird der vollständige Entwurf maßstabsgetreu gezeichnet. Der Architekt verhandelt in dieser Phase mit den beteiligten Bauunternehmen und mit dem Bauamt.15
      4. GenehmigungsplanungDie erforderlichen Unterlagen für die Baugenehmigung werden aufgestellt. 3
      5. AusführungsplanungDie Entwurfsplanung wird soweit vorbereitet, dass das Bauvorhaben umgesetzt werden kann. 25
      6. Vorbereitung der VergabeDer Architekt kann Angebote der Bauunternehmen einholen . Sie entscheiden dann, von welchem Angebot Sie Gebrauch machen wollen.10
      7. Mitwirkung bei der VergabeDie Aufträge werden an die Bauunternehmen vergeben.4
      8. ObjektüberwachungDer Architekt beaufsichtigt das Bauprojekt und sorgt für einen reibungslosen Ablauf. 32
      9. Objektbetreuung und DokumentationIn dieser Phase wird die Immobilie nach der Fertigstellung begutachtet und an den Eigentümer übergeben. 2
      Tabelle: Leistungsumfang eines Architekten mit Anteilen an der Gesamtleistung

      Beauftragen Sie beispielsweise Leistung 1 bis 4 wird das Architektenhonorar für den Umfang der erbrachten Leistungen folgendermaßen berechnet:

      Sie addieren zunächst die Anteile. In unserem Beispiel: 2 + 7 + 15 + 3 = 27. Das bedeutet, Sie geben 27 Prozent der Gesamtleistung in Auftrag.

      Sie haben die Möglichkeit, auch nur Leistungsphase 1 und 3 für Ihr Architektenhaus zu beauftragen. In der Praxis bietet es sich jedoch an, Leistungsphasen 1 bis 4 und/ oder Leistungsphase 5 bis 9 zu beauftragen. So kommen sowohl die Planungsphase als auch die Leistungen aus der Bauphase aus einer Hand. Sie können jedoch zunächst auch nur Phase 1 bis 4 in Auftrag geben. Das hat den Vorteil, dass Sie und der Architekt sich erst einmal kennenlernen, um zu sehen, ob die Zusammenarbeit funktioniert. Ein enger Austausch und die Kommunikation sind Voraussetzung dafür, dass Ihr Architektenhaus gelingt.

      Beispielrechnung für ein Architektenhonorar

      Bei der Berechnung für Ihr Architektenhaus haben wir bereits erwähnt, dass die Bausumme genauso eine Rolle spielt, wie die HOAI und die Leistungsphasen, die Sie in Auftrag geben. An einem Beispiel verdeutlichen wir die Berechnungen. Neben wir an, die Nettobausumme beträgt 230.000 Euro. Laut HOAI zahlen Sie mindestens 27.863 Euro, wenn Sie alle Leistungsphasen (also alle neun) bei einem Architekten beauftragen. Wollen Sie jedoch zunächst herausfinden, ob Sie und der Architekt auch gut zusammenarbeiten können, beauftragen Sie nur die Leistungsphasen 1 bis 4. Dann reduzieren sich die Kosten und Sie zahlen nur die Leistungen, die Sie beauftragen. Aus der Tabelle gehen die Anteile hervor sowie die daraus folgenden Kosten hervor:

      LeistungsphaseAnteil in %Kosten
      1. Grundlagenermittlung3836 €
      2. Vorplanung71.950 €
      3. Entwurfsplanung113.065 €
      4. Genehmigungsplanung61.672 €
      Gesamtkosten277.523 €
      Tabelle: Leistungsphasen 1-4 inkl. anteiligen Kosten

      Zur Erklärung: Die erste Leistungsphase „Grundlagenermittlung“ macht drei Prozent der gesamten Kosten aus. Wenn 27.863 Euro 100 Prozent sind, ergeben drei Prozent 836 Euro. Nach diesem Verfahren wurden die anderen drei Posten errechnet. Damit ergeben sich Gesamtkosten in Höhe von 7.523 Euro. Beauftragen Sie alle Leistungen für Ihr Architektenhaus entstehen Kosten in Höhe von 27.863 Euro. Das ist das Architektenhonorar.

      Überschlagen können Sie für ein Architektenhaus mit etwa 30.000 Euro an Mehrkosten rechnen im Vergleich zu einem Fertighaus.

      Für eine Gesamtsumme ergänzen Sie die Kosten für ein Grundstück sowie die Kaufnebenkosten.

      Architektenhaus: Aufgaben eines Architekten

      Werden alle Leistungsphasen beauftragt, ist der Architekt von Beginn an Ihrer Seite. Sie planen mit ihm Ihre Traumimmobilie. Er weiß, was sowohl nach baulichen als auch nach rechtlichen Bestimmungen umgesetzt werden kann und berät Sie in allen Einzelheiten. Ein regional ansässiger Architekt kennt sich übrigens bestens mit den ortsüblichen Vorgaben aus. Sie können in Ruhe Materialien oder die Aufteilung der Räumlichkeiten besprechen. In Absprache mit dem Bauamt holt er die erforderlichen Baugenehmigungen ein. Darüber hinaus spricht er Empfehlungen für Bauunternehmen aus. Sind Sie mit der Auswahl einverstanden, beauftragt der Architekt die entsprechenden Firmen. Änderungen Ihrerseits sind solange noch möglich, bis die Baumaßnahmen beendet sind. Kommt es dadurch zu einer Veränderung der Bausumme, kann sich das Architektenhonorar unter Umständen auch erhöhen. Entscheiden Sie sich beispielsweise nun doch noch für eine geflieste Terrasse im Garten, wird mehr Material sowie mehr Arbeitsleistung gebraucht. Die Nettobausumme erhöht sich. Steigt der Preis dann auf über 300.000 Euro (statt 200.000 Euro vorher), erhöht sich auch das Architektenhonorar.

      Grundlegende Voraussetzung für ein Architektenhaus ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Ihnen und dem Architekten. Keine Maßnahme wird ohne Ihr Einverständnis realisiert. Daher sind Vertrauen zwischen beiden Parteien sowie eine einwandfreie Kommunikation unerlässlich. Da der Architekt, sofern beauftragt, den Bau überwacht, können Sie vom Architekten die Beseitigung von Mängeln erwarten, sobald vorhanden. Sie als Auftraggeber können gleichwohl erwarten, dass ein Architekt offensichtliche Mängel aufdeckt, die von den am Bau beteiligten Firmen entstehen. Mit einem Architekten haben Sie folglich, wenn gewünscht, einen Fachmann an Ihrer Seite – von der Planung bis zur Schlüsselübergabe.

      Vor- und Nachteile bei einem Architektenhaus

      Vorteile
      • Sehr individuell
      • Bei unregelmäßig geschnittenen Grundstücken kann ein Architekt das Optimum herausholen.
      • Verantwortung trägt der Architekt, Schadenersatzansprüche können gestellt werden.
      • Liegt eine Architektenvollmacht vor, kümmert sich der Architekt um alle Gewerke und die Kontrolle der Handwerker. Oft eher entspannt für Sie als Auftraggeber.
      Nachteile
      • Höhere Kosten (etwa 30.000 Euro) als bei einem Fertighaus.
      • Hoher Zeitaufwand am Anfang, um das Haus zu konstruieren.
      • Grundstück muss vorhanden sein.

      Architektenhaus: Das rundum sorglos Paket

      Bei einem Architekten können Sie verschiedene Leistungsphasen in Auftrag geben. Beispielsweise ist es möglich, nur die Planung zu beauftragen, um sich anschließend selbst um den Bau der Immobilie zu kümmern. Je mehr Leistungen Sie in Anspruch nehmen, desto teurer wird ist. Maßgeblich sind dabei die Preise in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure. Damit Ihr Bauprojekt auch gelingt, sollten Sie sich mit dem Architekten verstehen. Eine einwandfreie Kommunikation und ein enger Austausch sind dafür entscheidend. Das lässt sich ein Architekt allerdings auch etwas kosten. Rechnen Sie mit etwa 30.000 Euro mehr im Vergleich zu einem Fertighaus. Dafür steht Ihnen ein Architekt allerdings auch von der Planung bis zur Fertigstellung des Eigenheims mit seinem Fachwissen zur Verfügung. Wir kümmern uns derweil um die Finanzierung. Wir von Dr. Klein finden eine maßgeschneiderte Lösung aus unserem Netzwerk von über 400 namhaften Banken. So können Sie schon bald Ihren Traum von einem Architektenhaus wahr werden lassen.

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