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Passivhaus: Vorteile, Kosten und Einsparpotenzial

Passivhaus: Anforderungen, Kosten und Energieverbrauch

Ein Passivhaus senkt die Heizkosten spürbar. Der Vorteil: Sie sparen Geld. Doch wie viel kostet ein Passivhaus und gibt es dafür Fördermöglichkeiten? Erfahren Sie hier mehr.

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  • Inhaltsverzeichnis
    • Das wichtigste in Kürze

      • Das Passivhaus ist ein nachhaltiges Baukonzept, das mit Hilfe energieeffizienter Bauteile und einer speziellen Lüftungstechnik enorme Energieeinsparungen erreicht.
      • Die Mehrkosten für ein Passivhaus können sich je nach Bauart auf 10 bis teilweise 25 % belaufen, verglichen mit einem herkömmlichen Neubau.
      • Förderungen für ein Passivhaus gibt es bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau, dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sowie eventuell in Ihrem Bundesland oder Ihrer Gemeinde.
      • Bei einem Passivhaus lassen sich pro Jahr im Vergleich zu Neubauten 75 % und im Vergleich zu Altbauten sogar 90 % der Heizkosten einsparen.
      • Die Wärmeregulierung in einem Passivhaus funktioniert über die Lüftungstechnik.
      • Ein Passivhaus verzichtet auf Elemente wie einen Schornstein sowie Speicher für Gas, Öl oder Holzpellets.

      Was versteht man unter einem Passivhaus?

      Das Passivhaus ist ein nachhaltiges Baukonzept, das mit Hilfe energieeffizienter Bauteile und einer speziellen Lüftungstechnik enorme Energieeinsparungen erreicht. In der Regel verbraucht ein Passivhaus 90 % weniger Heizwärme als eine Bestandsimmobilie. Im Vergleich mit einem Standard-Neubau beläuft sich die Ersparnis auf über 75 %.

      Wann gilt ein Haus als Passivhaus?

      Ein Haus gilt als Passivhaus, wenn es folgende Kriterien erfüllt:

      • Jahresheizwärmebedarf weniger oder gleich 15 kWh/m²a
      • Vermeidung von Wärmebrücken
      • Kompakter Baukörper
      • Passive Solarenergienutzung durch Südorientierung und Verschattungsfreiheit
      • Dreifachverglasung mit Wärmedurchgangskoeffizient U < 0,8 W/(m²K); g-Wert um die 50%
      • Wärmerückgewinnung aus der Abluft
      • Wärmebereitstellungsgrad > 75%
      • Hocheffiziente Stromspargeräte für den Haushalt
      • Trinkwassererwärmung durch Solarkollektoren oder Wärmepumpe
      • Passive Luftvorerwärmung, zum Beispiel durch Erdwärmetauscher
      • Hochgedämmte Gebäudehülle, U < 0,15 W/(m²K)
      • Luftdichtheit n50 < 0,6/h
      • Primärenergiekennzahl für Restheizung, Warmwasserbereitung, Lüftung und Haushaltsstrom weniger oder gleich 95 kWh/m²a

      Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme aus den jeweiligen Bauteilen nach außen dringt. Im Umkehrschluss bedeutet das: je kleiner der U-Wert, desto geringer die Wärmeverluste.

      Wie funktioniert ein Passivhaus?

      Dank Dreifachverglasung und der wärmeisolierenden Dämmung, reduziert sich der Wärmeverlust im Haus. Dadurch reichen Passivwärmequellen wie Sonneneinstrahlung sowie Wärme von Personen und Geräten bereits aus, um das Passivhaus zu heizen.

      Damit die Raumtemperatur über das Jahr konstant bleibt, verfügt ein Passivhaus über eine hocheffiziente Lüftungstechnik. Die Lüftungsanlage saugt frische Luft von außen an. Die Luft fließt durch einen Wärmetauscher, der sie an die Innentemperatur anpasst. Der Vorteil ist dabei, dass dadurch frische und gefilterte Luft ins Innere des Passivhauses gelangt. Dadurch wird auch Stoßlüften überflüssig und die damit verbundene Lärmbelastung oder Temperaturschwankungen hinfällig.

      Wie viel kostet ein Passivhaus mehr?

      Die Mehrkosten für ein Passivhaus können sich je nach Bauart auf 10 bis teilweise 25 % belaufen, im Vergleich mit einem normalen Neubau. Die Mehrkosten entstehen vor allem durch die zusätzliche Dämmung bei einem Passivhaus. Dazu gehören:

      • Wärmedämmung
      • Lüftungsanlage inklusive Wärmerückgewinnung
      • Fenster mit 3-fach Verglasung

      Dafür verzichten Sie meistens auf Elemente wie:

      • Schornstein
      • Speicher für Brennstoffe wie Gas, Heizöl oder Holzpellets

      Die Mehrkosten für ein Passivhaus amortisieren sich über die Jahre durch geringere Heizkosten.

      Welche Fördermöglichkeiten habe ich beim Bau eines Passivhauses?

      Es gibt spezielle Förderprogramme, auf die Sie beim Bau eines Passivhauses zurückgreifen können.

      Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

      DieKfW unterstützen Sie beim energieeffizienten Bauen und Sanieren – etwa in Form von Zuschüssen oder Förderkrediten mit Tilgungszuschuss. Durch diese Förderungen müssen Sie weniger Geld für ein Baudarlehen bei einem Kreditinstitut aufnehmen.

      Unter welchen Bedingungen und zu welchen Konditionen Ihr Passivhaus KfW förderfähig ist, finden Sie in den Beschreibungen der verschiedenen KfW-Förderungen. Generell gilt je weniger Energie das Passivhaus verbraucht und je weniger Wärme nach außen gelangt, desto höher ist die Förderung.

      Beantragen Sie als Heimwerker KfW-Zuschüsse beim Passivhaus-Bau, z. B. für Materialkosten, müssen Sie sich deren fachgerechten Einbau durch einen Fachbetrieb oder Energieberater schriftlich bestätigen lassen.

      Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

      Darüber hinaus unterstützt auch das BAFA die Nutzung umweltfreundlicher Energiequellen und damit beispielsweise die Inbetriebnahme einer Solaranlage.

      Förderungen von Bundesland und Gemeinde

      Zusätzlich zur KfW und dem BAFA fördern auch die einzelnen Bundesländer und Kommunen den Hausbau. Informieren Sie sich deshalb, ob es in Ihrem Bundesland oder Gemeinde ebenfalls eigenen Fördermittel gibt.

      Wie funktioniert die Heizung in einem Passivhaus?

      Die Wärmeregulierung in einem Passivhaus funktioniert über die Lüftungstechnik. In der Lüftungsanlage befindet sich ein Wärmetauscher. Dieser entzieht der Abluft die Wärme und heizt damit die hereinströmende Frischluft auf. So bleiben rund 90 % der Wärme ohne zusätzliche Heizelemente erhalten und die Luftqualität ist auch bei geschlossenen Fenstern gut. Damit lässt sich beim Passivhaus ein großer Teil der Heizkosten sparen.

      Der Vorteil für Allergiker und Asthmatiker: Mit Hilfe von Filtern bleiben sogar Pollen und Staub von nun an draußen.

      Was sind die Nachteile an einem Passivhaus?

      Die Lüftungstechnik in einem Passivhaus kann aber auch Nachteile mit sich bringen:

      Trocken Luft

      Nachteilig an der Belüftung eines Passivhauses ist die zu trockene Luft. Besonders im Winter sorgt die Lüftungsanlage im Passivhaus dafür, dass die Luftfeuchtigkeit nicht hoch genug sein kann. Das wiederum kann zum Austrocknen der Atemwege und Schleimhäute führen. Gleichzeitig kann die nicht-sachgemäße Ausführung des Wärmetauschers dazu führen, dass sich Bakterien ansammeln, die schlimmstenfalls zur höchstgefährlichen Legionärskrankheit führen können.

      Regelmäßige Wartungsarbeiten

      Die sensible Lüftungstechnik ist zudem unter Umständen recht störanfällig und muss regelmäßig gewartet werden. Sie müssen daher mit regelmäßigen Kosten für Wartung, Instandhaltung und Austausch der Anlagen rechnen.

      Wie spart ein Passivhaus Energie?

      Weil ein Passivhaus die Energie aus Sonneneinstrahlung und Wärme von Menschen und Technik nutzt, kann es auf eine klassische Heizanlage verzichten. So sparen Besitzer eines Passivhauses jedes Jahr Kosten für Heizmaterial wie Gas, Öl oder Pellets. Für ein 120 m² großes Passivhaus fallen so nur rund 10 € Heizkosten monatlich an, während bei einem regulären Neubau mit etwa 50 € gerechnet werden muss. Hinzu kommt: Aufgrund der zusätzlichen Steuer auf fossile Brennstoffe ist der Bau eines Passivhauses eine durchaus lohnende Investition in die Zukunft.

       Heizölbedarf/ Jahr & m²Heizkosten/ Jahr
      Passivhaus1,2-1,5 Liter100-126 €
      Neubau (Energiesparhaus)4-8 Liter336-672 €
      Altbau (ungedämmt)20 Liter1.680 €
      Tabelle: Vergleich der Heizkosten im Altbau, Neubau und Passivhaus

      Während ein ungedämmter Altbau rund 20 Liter Heizöl pro m² benötigt, kommt ein normaler Neubau auf durchschnittlich 4 bis 8 Liter (entspricht 40 bis 80 Kilowattstunden) pro m² und Jahr. Bei Kosten von 0,7 € pro Liter Heizöl und einer Wohnfläche von 120 m² summiert sich dies im Falle des Altbaus auf über 1.500 € jährliche Heizölkosten – beim Neubau auf rund 700 €.

      Das Passivhaus kommt mit nur 15 kWh aus – bei gleicher Wohnfläche summieren sich die Heizölkosten hier also auf gerade einmal rund 130 € pro Jahr. Bei gleichbleibenden Ölpreisen beläuft sich die Ersparnis beim Wohnen im Passivhaus auf 6.300 bis 45.000 € in 30 Jahren.

      Was sagt der Heizwärmebedarf aus?

      Der Heizwärmebedarf zeigt an, welche Menge an Wärmeenergie eine Immobilie im Laufe eines Jahres benötigt, um in allen Räumen eine entsprechende Temperatur zu erreichen. Der Heizwärmebedarf lässt sich auf dem Energieausweis finden. Der Heizwärmebedarf wird in Kilowattstunde pro m² und Jahr angegeben – kurz: J/kW (m²a). Je niedriger der Heizwärmebedarf eines Gebäudes ist, desto weniger Energie braucht es zum Heizen.

      Es gibt verschiedene Faktoren, die zu einem niedrigen Heizwärmebedarf beitragen können:

      • Zustand und Dämmung der Gebäudehülle
      • Bauform des Gebäudes und des Dachs
      • verwendetes Baumaterial
      • Art der Wärmedämmung
      • Standort des Gebäudes
      • klimatische Bedingungen
      • Nutzungsart des Gebäudes

      Laut dem Passivhauskonzept darf der Heizwärmebedarf nicht höher als 15 kWh/m²a liegen. Das entspricht ungefähr 1,5 Liter Heizöl.

      Was sind die Vor- und Nachteile von Passivhäusern?

      Neben all der vornehmlich ökologischen Vorteile, die ein Passivhaus mit sich bringt, sind die Nachteile nicht außer Acht zu lassen. Nachfolgend haben wir die wichtigsten Vor- und Nachteile einmal tabellarisch zusammengefasst.

      Vorteile
      • Bis zu 90 % weniger Heizkosten – im Vergleich zu unsanierten Altbauten
      • Deutlich geringerer CO2-Ausstoß
      • Weitgehende Unabhängigkeit von der Energiepreisentwicklung
      • Luft- und Feuchtigkeitsschutz verlängern Haltbarkeit der Bauteile
      • Geringeres Schimmelrisiko
      • Verbesserter Schallschutz
      • Keine Heizungsanlage, Brennstofflager oder Schornstein nötig
      • Keine Zugluft, keine kalten Wände
      • Maximaler Lichteinfall
      • Gesundes Raumklima durch Frischluft-Filter
      • Aktiver Klimaschutz
      Nachteile
      • höhere Baukosten
      • Aufwendig in der Regulierung: Warmluftströme für einzelne Räume
      • Eventuell zu geringe Luftfeuchtigkeit im Winter
      • Im Sommer oder durch Gäste: ggf. zu schnelles Aufheizen der Räume
      • Stillstand der Lüftungsanlage bei einem Stromausfall
      • Regelmäßige Kontrolle des Energieverbrauchs empfehlenswert
      • Anfällige Technik
      • Eventuell hohe Wartungskosten

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