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Forward Darlehen: Günstige Zinsen für morgen sichern

Im Jahr 1996 haben wir das Forward Darlehen erfunden. Die Idee dahinter: Zinsen für eine später benötigte Baufinanzierung reservierbar machen. Lesen Sie hier, wie das Forward Darlehen funktioniert.

  • Inhaltsverzeichnis
    • Was ein Forward Darlehen ist

      Das Forward Darlehen ist eine clevere Sache: Es handelt sich dabei um eine Anschlussfinanzierung, die Sie bis zu fünfeinhalb Jahre im Voraus abschließen können. Daher übrigens auch der Name: Wörtlich übersetzt bedeutet Forward Darlehen in etwa "Voraus-Darlehen". Doch warum ist es sinnvoll, jetzt eine Anschlussfinanzierung abzuschließen, die Sie erst in mehreren Jahren benötigen?

      Das Forward Darlehen richtet sich an Kreditnehmer, die ihr Eigentum schon seit Längerem finanzieren und deren erste Sollzinsbindung bald ausläuft. Dann bleibt in der Regel eine Restschuld übrig, die weiterfinanziert werden muss, und das am besten zu günstigen Konditionen. Sie könnten nun einfach abwarten, bis Ihre erste Baufinanzierung ausgelaufen ist und erst kurz vorher eine neue Finanzierung für Ihre Restschuld abschließen. Zwar ist das Niveau der Bauzinsen aktuell niedrig – was aber, wenn die Zinsen bis dahin wieder gestiegen sind? Genau dafür haben wir das Forward Darlehen erfunden. Es sichert die heutigen, niedrigen Zinsen für Sie, damit Ihre Anschlussfinanzierung günstig ausfällt.

      Wie das Forward Darlehen funktioniert

      Das Forward Darlehen ist vom Grundprinzip her eine ganz normale Bau- bzw. Anschlussfinanzierung. Es besteht aus einem gängigen Annuitätendarlehen, bei dem die monatliche Rate und der Zinssatz über die gesamte Laufzeit immer gleich bleiben. Sie legen zu Beginn eine Sollzinsbindung fest, die zwischen 5 und 30 Jahren betragen kann, und entscheiden sich für eine anfängliche Tilgung. Diese bestimmt, wie schnell Sie das Darlehen abtragen werden. Je höher die anfängliche Tilgung, desto schneller reduzieren Sie die Restschuld. Die minimale Tilgung beträgt 1 Prozent pro Jahr, empfehlenswert ist aber eine Tilgung von mindestens 2 Prozent pro Jahr. 

      Der große Unterschied zwischen Forward Darlehen und klassischer Baufinanzierung ist folgender: Der vereinbarte Darlehensbetrag wird beim Forward Darlehen nicht direkt nach Vertragsabschluss ausgezahlt, sondern erst nach einer bestimmten Vorlaufzeit, der sogenannten Forward-Periode. Bei manchen Anbietern beträgt die maximale Forward-Periode nur 36 Monate, allerdings haben sich fünf Jahre Vorlaufzeit als Standard durchgesetzt. Bei Dr. Klein erhalten Sie ein halbes Jahr mehr: Wir bieten bis zu fünfeinhalb Jahre an.

      Sie können den Vertrag über das Forward Darlehen bei Dr. Klein also bis zu fünfeinhalb Jahre vorher abschließen, und warten dann, bis Ihre vorige Baufinanzierung ausläuft. Es bleibt eine Restschuld übrig, die Sie nun durch die finanziellen Mittel aus dem Forward Darlehen tilgen. Anschließend zahlen Sie jeden Monat Raten für Ihre Anschlussfinanzierung an die Bank, bei der Sie das neue Forward Darlehen abgeschlossen haben. 

      Das Gute daran: Das Forward Darlehen bekommen Sie zu den Zinskonditionen, die zum Zeitpunkt seines Abschlusses vereinbart wurden, ganz egal, wie hoch die marktüblichen Bauzinsen in den darauf folgenden Jahren gestiegen sind.

      Die Kosten eines Forward Darlehens

      Jede Baufinanzierung verursacht Kosten durch die zu zahlenden Zinsen. So verhält es sich auch beim Forward Darlehen. Allerdings kommt hier noch ein Extra-Kostenpunkt in Form eines Zinsaufschlags hinzu. Banken lassen sich die Wartezeit zwischen dem Abschluss und der Auszahlung des Forward Darlehens durch diesen Aufschlag bezahlen. Je länger die Forward-Periode ist, desto höher fällt der Zinsaufschlag aus. 

      Laut einer Untersuchung von Stiftung Warentest (2015) beläuft sich der Aufschlag bei einer dreijährigen Forward-Periode im Schnitt auf 0,58 Prozentpunkte. Damit ist der Sollzins eines Forward Darlehens durchschnittlich 0,58 Prozentpunkte teurer als der einer normalen Baufinanzierung, die sofort genutzt wird. 

      Der Aufschlag amortisiert sich jedoch, sobald der Zinssatz nach der Auszahlung des Forward Darlehens auch nur minimal ansteigt. Unser Rechner zeigt Ihnen, welchen Sollzins Dr. Klein Ihnen für Ihr Forward Darlehen derzeit bietet.

      Wann ein Forward Kredit möglich ist

      Ob für Sie ein Forward Darlehen in Frage kommt, hängt ganz konkret davon ab, in welchem Stadium sich Ihre jetzige Finanzierung befindet. Läuft Ihre aktuelle Zinsbindung in weniger als 66 Monaten aus, hat aber gleichzeitig noch länger als 12 Monate Bestand, dann können Sie ein Forward Darlehen abschließen. Weshalb nur in diesem Zeitraum? Bislang gibt es am Markt keinen Anbieter, der Zinssätze länger als fünfeinhalb Jahre im Voraus reservierbar macht. Denn das ist den Banken zu riskant. Sie sind darauf angewiesen, ein Forward Darlehen selbst möglichst günstig zu refinanzieren. Fünfeinhalb Jahre sind dafür bereits eine lange Zeit, in der die marktüblichen Zinsen erheblich steigen können.

      Kürzer als ein Jahr im Voraus bietet sich ein Forward Darlehen dagegen kaum an. Dann fällt der Zinsaufschlag für die Forward-Periode zu sehr ins Gewicht. Es ist dann sinnvoller, ein normales Darlehen mit einer kostenlosen Bereitstellungszeit zu wählen. Als Alternativen zum Forward Darlehen bieten sich dann eine Umschuldung oder eine Prolongation an. Unsere folgende Infografik zeigt Ihnen, wann Sie welche Auswahlmöglichkeiten haben.

      Wann Sie welche Anschlussfinanzierung abschließen können
      Grafik: Die richtige Anschlussfinanzierung finden

      Sonderkündigungsrecht nach 10 Jahren

      Wie unsere Ablaufgrafik zeigt, sind Sie beim Abschluss eines Forward Darlehens grundsätzlich davon abhängig, wie lange Ihre Zinsbindung noch läuft. Denn dahinter verbirgt sich die Tatsache, dass Sie einen gültigen Kreditvertrag mit der Bank abgeschlossen haben, der genauso lange Bestand hat. Den Vertrag während der Zinsbindung zu kündigen ist nur in seltenen Fällen möglich. Die Bank ist nur dann dazu verpflichtet, Sie aus dem Vertrag zu lassen, wenn Sie Ihr Haus verkaufen möchten. Und selbst dann darf sie noch Anforderungen stellen: Zum Beispiel muss der Verkaufserlös die Restschuld abdecken. Außerdem darf eine Vorfälligkeitsentschädigung angesetzt werden.

      Es gibt aber noch eine weitere, gesetzlich geregelte Ausnahme während der Zinsbindung aus dem Vertrag zu kommen. Das Sonderkündigungsrecht in der Baufinanzierung besagt, sobald Ihr Kreditvertrag länger als 10 Jahre läuft, können Sie ihn jederzeit ohne Angabe besonderer Gründe mit einer Frist von sechs Monaten kündigen. Dies legt §489 des Bürgerlichen Gesetzbuches fest. Haben Sie also beispielsweise einen Kredit mit 15-, 20- oder 30-jähriger Zinsbindung abgeschlossen und sind bereits 10 Jahre Zinsbindung vorüber, können Sie jederzeit tätig werden. Eine Vorfälligkeitsentschädigung fällt dann nicht an.

      Chancen und Risiken des Forward Darlehens

      Das Forward Darlehen bietet finanzielle Vorteile, wenn es darum geht, den Zinssatz einer Baufinanzierung zu verbessern. Wichtig dabei ist aber, sich nicht zu verschätzen. Denn im Prinzip pokern Sie beim Abschluss des Forward Darlehens um den niedrigsten Zins, den Sie sich sichern können. Alles dreht sich dabei um die Frage: Wie geht es mit der Bauzinsenentwicklung weiter? Das richtig einzuschätzen, hat sehr viel mit Know-how, aber auch ein bisschen mit Glück zu tun.

      Wichtig zu wissen: In jedem Fall ist der Abschluss eines Forward Darlehens verbindlich. Als Kunde verpflichten Sie sich mit Ihrer Unterschrift dazu, das Darlehen nach der Forward-Periode abzunehmen, auch, falls der Zinssatz in der Zwischenzeit gesunken ist. Das ist die Crux beim Forward Darlehen: Es birgt Chancen wie Risiken. An dieser Stelle möchten wir Ihnen ein Gefühl dafür vermitteln, worauf es beim Abschluss ankommt.

      Wann ein Forward Kredit sinnvoll ist

      Angenommen, Ihr jetziger Sollzins beträgt 2,5 Prozent pro Jahr, und Ihre Zinsbindung läuft noch 4 Jahre. Liegt das allgemeine Zinsniveau zurzeit über Ihrem Sollzins, sagen wir etwa bei 3 Prozent pro Jahr, scheint sich ein Forward Darlehen auf den ersten Blick nicht zu lohnen – Sie würden sich ja im Vergleich zu Ihrer jetzigen Finanzierung um 0,5 Prozent verschlechtern. Das ist jedoch eine Fehleinschätzung.

      Bei genauerem Hinsehen wird klar: Es kommt darauf an, wie sich die Zinsen weiter entwickeln:

      • Falls die Zinsen weiter steigen und Sie bisher kein Forward Darlehen abgeschlossen haben, kann es passieren, dass Sie Ihre Anschlussfinanzierung in vier Jahren auf einmal zu einem Sollzins von 3,5 oder sogar 4 Prozent pro Jahr abschließen müssen. Dann würden Sie sich im Vergleich zu heute um 1 bis 1,5 Prozent verschlechtern, und es wäre ärgerlich für Sie, beim Stand von 3 Prozent nicht tätig geworden zu sein.

      • Falls die Zinsentwicklung allerdings weiter abwärts geht, wäre es ratsam, mit der Anschlussfinanzierung noch zu warten; vielleicht bekommen Sie in einigen Monaten eine Finanzierung zu einem Sollzins von 2,5 oder 2 Prozent statt den 3 Prozent und stünden dann in vier Jahren sogar besser da als heute.

      Zwei wichtige Schlussfolgerungen lassen sich aus dem Fallbeispiel ableiten.

      1. Gehen Sie bei der Beurteilung der Lage nicht ausschließlich von Ihrem jetzigen Zinssatz aus. Natürlich möchten Sie ihn nach Möglichkeit verbessern. Letzten Endes geht es aber eher um die Frage: Welcher ist der beste und gleichzeitig niedrigstmögliche Sollzins, den Sie sich für Ihre Anschlussfinanzierung sichern können?

      2. Die Kunst besteht darin, die künftige Zinsentwicklung beim Forward Darlehen richtig einzuschätzen.

      Beispielrechnung: So viel können Sie mit dem Forward Darlehen sparen

      Der richtige Riecher kann zum goldenen Näschen werden: Wenn Sie Ihr Forward Darlehen zum richtigen Zeitpunkt sichern, können Sie eine Menge sparen. Das wollen wir mit einer Beispielrechnung verdeutlichen.

      • Nehmen wir mal an, Ihre Zinsbindung läuft zum 01.01.2019 aus, und Ihre Restschuld beträgt ab diesem Zeitpunkt 100.000 Euro.

      • Aktuell finanzieren Sie zu einem Sollzins von 2,5 Prozent pro Jahr und haben eine Monatsrate von 700 Euro, die Sie bei Ihrer Anschlussfinanzierung gern in etwa beibehalten würden.

      • Theoretisch könnten Sie also bereits heute, vier Jahre vorher, ein Forward Darlehen abschließen. Die Zinsen sind derzeit so niedrig, dass Sie sich damit gut und gerne von einem Sollzins zu 2,5 Prozent pro Jahr auf 2,0 Prozent pro Jahr ab 2019 verbessern könnten.

      Unsere Beispielrechnung zeigt nun, welchen finanziellen Unterschied es macht, wenn Sie sich heute gegen ein Forward Darlehen entscheiden und stattdessen erst 2019 eine Anschlussfinanzierung abschließen, das Zinsniveau in der Zwischenzeit aber deutlich gestiegen ist. Es könnte passieren, dass Sie die nächste Finanzierung dann nur noch zu einem Sollzins von 3,5 Prozent pro Jahr bekommen, sie wäre dann um ein Prozent schlechter als ihre heutige.

      In Zahlen ausgedrückt hieße das:

      BedingungenForward Darlehen 2015 abgeschlossenAnschlussfinanzierung 2019 abgeschlossen
      Sollzins2 % p.a.3,5 % p.a.
      Restschuld100.000 €100.000 €
      Sollzinsbindung10 Jahre10 Jahre
      Anfänglicher Tilgungssatz6 %5 %
      Monatliche Rate670 €710 €
      Restschuld nach 10 Jahren33.640 €40.420 €
      Tilgung nach 10 Jahren66.360 €59.760 €
      Zinskosten nach 10 Jahren13.640 €25.240 €
      Theoretische Restlaufzeit bei selbem Sollzins14 Jahre, 4 Monate15 Jahre, 2 Monate
      Beispielrechnung Forward Darlehen, Quelle: Baufinanzierungsrechner Dr. Klein Privatkunden AG

      Fazit: Höhere Zinskosten, längere Rückzahlung. Ein schlechterer Sollzins von nur anderthalb Prozent würde Sie 11.600 Euro an Zinsen mehr kosten. Sie müssten den Tilgungssatz von 6 auf 5 Prozent herabsetzen, damit die Monatsrate bei der Anschlussfinanzierung nicht zu hoch steigt. Daraus resultiert, dass die Rückzahlung Ihrer Restschuld zehn Monate mehr Zeit in Anspruch nehmen würde. Die gute Nachricht lautet aber: Sie haben es selbst in der Hand, die Wahrscheinlichkeit einer Fehlentscheidung zu minimieren. Denn je besser Sie über die allgemeine Zinsentwicklung Bescheid wissen, desto eher handeln Sie richtig. 

      Forward Darlehen nur bei erwartetem Zinsanstieg abschließen

      Die oberste Faustregel für ein Forward Darlehens lautet: Sie sollten es nur dann abschließen, wenn Sie fest davon ausgehen, dass die Zinsen künftig wieder steigen werden. Der optimale Zeitpunkt für ein Forward Darlehen wäre also der Moment kurz vor dem Wendepunkt, ab dem die Zinsen ihren Tiefststand erreicht haben und wieder ansteigen. Den exakten Augenblick abzupassen, ist fast unmöglich. Man kann ihm aber zumindest sehr nahe kommen.

      Lohnt sich ein Forward Darlehen aktuell?

      Schon seit Längerem ist das Niveau der Hypothekenzinsen äußerst niedrig. Seit Beginn des Jahres 2017 verzeichnen wir allerdings eine positive Zinsentwicklung. Es ist aber noch keine Eile geboten, denn derzeit deutet wenig auf eine schnelle Erhöhung der Zinsen hin. Unser Rat lautet: Behalten Sie die Zinsentwicklung im Blick.

      Wir machen es Ihnen einfach: In unserem aktuellen Zinskommentar geben unsere Spezialisten für Baufinanzierung regelmäßig einmal pro Monat eine aktuelle Prognose ab. Dadurch erkennen Sie, wie es in Sachen Zinsentwicklung sowohl kurzfristig als auch langfristig weiter geht.

      Um die Lage selbst einordnen zu können, ist es wichtig, zu verstehen, wovon die Zinsen für Baufinanzierung abhängen: Von der deutschen Wirtschaft und den Staatsanleihen des Landes. Je besser Deutschland wirtschaftlich dasteht, desto teurer sind die Anleihekurse, aber desto niedriger die Anleihezinsen. Und das wiederum wirkt sich direkt auf die hiesigen Bauzinsen aus. Die genaue Kettenreaktion lautet: Die Zinsen der Staatsanleihen bestimmen die Zinsen der Pfandbriefe, und die Pfandbriefe bestimmen die Zinsen der Baufinanzierung. Dies liegt in der Art und Weise begründet, wie Banken ihre Baufinanzierungen selbst refinanzieren, durch Pfandbriefe nämlich. Eine detaillierte Erklärung dazu liefert unser Artikel zum Leitzins.

      Wie ein Forward Kredit abgeschlossen wird

      Die Vor- und Nachteile des Forward Darlehens liegen nun klar auf der Hand. Bleibt noch zu klären: Welche Maßnahmen sind notwendig, um ein Forward Darlehen abschließen zu können? Ist das schnell gemacht, oder handelt es sich um eine komplizierte Angelegenheit? Eine gute Nachricht vorweg: Der Aufwand hält sich in Grenzen, aber es gibt einige Dinge zu bedenken.

      Schritt für Schritt zur Anschlussfinanzierung

      1. Prüfen, ob Sie schon eines abschließen können

        Werfen Sie einen Blick in Ihre Unterlagen Ihrer Finanzierung und finden Sie heraus, ob Sie bereits ein Forward Darlehen abschließen können. Bei den meisten Anbietern ist das Fall, wenn Ihre Zinsbindung in weniger als 60 aber mehr als 12 Monaten endet. Dr. Klein bietet Ihnen mit 66 Monaten ein halbes Jahr mehr Vorlaufzeit an. 

      2. Den richtigen Zeitpunkt für den Forward Kredit abpassen

        Beobachten Sie vor Abschluss eines Forward Darlehens die Entwicklung der aktuellen Bauzinsen. Lesen Sie dazu regelmäßig hilfreiche Publikationen wie unseren Zinskommentar und achten Sie auf Nachrichten rund um die Zinsentwicklung. Für eine langfristige Einschätzung fragen Sie unsere Spezialisten für Baufinanzierung: Sie sind Ihnen bei der Einschätzung der Lage behilflich.

      3. Angebote für Forward Kredite vergleichen

        Bevor es ernst wird, gilt: Zinssätze für Ihre Anschlussfinanzierung vergleichen und nie das erstbeste Angebot nehmen. Bedenken Sie, dass beim Zinssatz bereits geringe Abweichungen hinter dem Komma Ersparnisse in Höhe von mehreren tausend Euro bringen können. Deshalb unser Tipp: Nicht warten, bis Ihre jetzige Bank Ihnen kurz vor dem Ablauf der Zinsbindung ein Angebot macht, sondern zuvor selbst die Angebote sondieren. Denn nur so bekommen Sie einen guten Überblick, welche Anbieter infrage kommen.

        Einen ersten Überblick darüber, mit welchem Zinssatz Sie ungefähr rechnen können, bietet Ihnen unser praktischer Forward Darlehen Rechner. Ein weiterer, positiver Nebeneffekt: Der Überblick versetzt Sie in eine gute Verhandlungsposition Ihrer Hausbank gegenüber. Machen Sie ihr klar, dass Sie sich über das Zinsniveau informiert haben – vielleicht ist Ihre Bank ja dazu bereit, Ihnen daraufhin ein besseres oder zumindest ein gleichwertiges Angebot für Ihre Anschlussfinanzierung zu machen. Damit würden Sie sich einige Formalitäten ersparen.

      4. Jetziges Darlehen prüfen und kündigen

        Das Angebot zur Anschlussfinanzierung von Ihrer jetzigen Bank sagt Ihnen nicht zu? Dann folgt nun ein Wechsel und damit eine Umschuldung. Bei der Umschuldung stellt sich dann oft die Frage: Müssen Sie Ihre aktuelle Finanzierung zum Ablauf der Zinsbindung hin kündigen, oder ist das nicht notwendig? Das hängt von Ihrer Bank ab: Die Regelungen dazu finden Sie in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die Ihnen beim Abschluss des vorigen Vertrages ausgehändigt worden sind. In den meisten Fällen muss der Vertrag schriftlich gekündigt werden.

        Passiert das nicht, schreibt die Bank den Kunden etwa sechs bis acht Wochen vor Ablauf der Zinsbindung an und unterbreitet ein Angebot für eine Anschlussfinanzierung. Reagieren Sie als Kreditnehmer überhaupt nicht, dann verlängert sich die aktuelle Finanzierung normalerweise automatisch um einen in den AGBs angegebenen Zeitraum, allerdings zu neuen Zinskonditionen. Um Genaueres zum Vorgehen der Bank zu erfahren, hilft nur ein Blick in die vorliegenden Unterlagen. Übrigens: Um Neukunden zu akquirieren, kümmern sich die abwerbenden Banken meist um die Formalitäten.

      5. Altes Darlehen durch neues Darlehen ablösen

        Ob Sie bei Ihrer Hausbank prolongiert oder mit dem Forward Darlehen eine Umschuldung zu einem neuen Institut initiiert haben: Mit der Summe aus dem neuen Forward Darlehen wird die Restschuld Ihres vorherigen Darlehens getilgt. Wenn Sie sich mit dem Forward Darlehen für einen neuen Finanzierungspartner entschieden haben, fallen für diesen Schritt Notar- und Grundbuchkosten an, weil die alte Bank im Zuge einer Übertragung der Grundschuld als Gläubiger aus dem Grundbuch gestrichen und die neue Bank stattdessen eingetragen werden muss.

        Die Höhe der Notar- und Grundbuchkosten beläuft sich meist auf 0,1 oder 0,2 Prozent der Grundschuld. Sie hängt davon ab, welche Art der Grundschuldübertragung die neue Bank akzeptiert: Stimmt sie einer sogenannten Abtretung der Grundschuld zu – die als gängige Methode gilt –, sind die Kosten geringer. Besteht sie jedoch auf Löschung und Neueintragung der Grundschuld, bewegen sich die Gebühren im oberen Bereich. Mit unserem Grundbuchrechner können Sie alle anfallenden Notar- und Grundbuchgebühren im Voraus kalkulieren und in Relation zum erwartenden Zinsvorteil stellen. Dabei werden Sie schnell bemerken, dass sich die einmaligen Gebühren für den Wechsel rasch amortisieren. 

      Echtes oder unechtes Forward Darlehen – was es damit auf sich hat

      In der Finanzbranche sind im Laufe der Jahre zwei verschiedene Varianten des Forward Darlehens entstanden: Das echte und das unechte Forward Darlehen. Sie unterscheiden sich in der Frage, wann die Zinsbindung startet. Beim unechten Forward Darlehen läuft sie schon los, sobald Sie den Vertrag abgeschlossen haben und zählt die Zeit, in der Sie das Forward Darlehen noch gar nicht in Anspruch nehmen, schon mit. Beim echten Forward Darlehen läuft die Zinsbindung erst ab dem Moment, in dem Sie das Forward Darlehen auch tatsächlich nutzen. Das wollen wir kurz an einem Beispiel erläutern.

      BedingungenEchtes Forward DarlehenUnechtes Forward Darlehen
      Jahr des Abschlusses20122012
      Jahr der Auszahlung20152015
      Länge Zinsbindung10 Jahre10 Jahre
      Laufzeit ZinsbindungZinsbindung läuft von 2015 bis 2025Zinsbindung läuft von 2012 bis 2022
      Beispiel echtes / unechtes Forward Darlehen

      Erläuterung zum Beispiel

      Wir gehen davon aus, Sie haben im Jahr 2012 ein Forward Darlehen abgeschlossen, weil 2015 die Zinsbindung Ihres jetziges Darlehen auslaufen sollte. Die Auszahlung des Forward Darlehens ist also für 2015 vorgesehen.

      Bei einem echten Darlehen beginnt die von Ihnen gewählte, 10-jährige Zinsbindung erst mit der Auszahlung, sie läuft also von 2015 bis 2025. Bei einem unechten Forward Darlehen beginnt die Zinsbindung schon in dem Moment, in dem Sie es abgeschlossen haben, sie läuft also von 2012 bis 2022, obwohl das Darlehen auch in diesem Fall erst 2015 ausbezahlt wird. Sie zahlen zwischen 2012 und 2015 zwar noch keine Raten oder Zinsen, aber im Hintergrund tickt schon die Uhr, und die Zinsbindungsfrist läuft. In dem Moment, in dem das unechte Forward Darlehen ausbezahlt wird, sind nur noch sieben Jahre Zinsbindung übrig. Fazit: Beim unechten Forward Darlehen verlieren Sie drei Jahre Zinsbindung.

      Drei fehlende Jahre – Vorteil oder Nachteil?

      Paradoxerweise können die fehlenden drei Jahre sowohl Vorteil als auch Nachteil sein. Ein Vorteil sind sie in dem Moment, wenn die allgemeinen Bauzinsen vor Ablauf der Zinsbindung unter den Sollzins Ihres Forward Darlehens gefallen sind. Dann kommen Sie nämlich eher aus dem Darlehen wieder heraus und profitieren schneller von den nun günstigeren Zinsen. Die fehlenden drei Jahre wirken sich aber nachteilig aus, wenn die Bauzinsen in der Zwischenzeit über den Sollzins Ihres Forward Darlehens geklettert sind. Mit drei Jahren Zinsbindung mehr hätten Sie Ihren vergleichsweise günstigen Zinssatz dann entsprechend länger gehabt und einiges gespart. Wir empfehlen unseren Kunden, ausschließlich auf echte Forward Darlehen zurück zu greifen.

      Die Geschichte des Forward Darlehens

      Als Erfinder dieser Finanzierung möchten wir zum Schluss noch einen kleinen Abstecher in die Geschichte des Forward Darlehens machen. Wie sind wir auf diese Idee gekommen? Die Beantwortung der Frage führt uns in die Neunzigerjahre. Das Niveau der Sollzinsen für Baufinanzierung lag irgendwo bei neun bis zehn Prozent pro Jahr – astronomische Höhen aus heutiger Sicht. Mitte der Neunziger wurde es langsam besser, die Zinsen begannen zu sinken: 1996 war man schon bei etwa 7,5 bis 8 Prozent angekommen. Immobilienkäufer freute das: Endlich bessere Bedingungen für Baufinanzierungen! Und Eigenheimbesitzer? Die schauten auf gut Deutsch gesagt damals in die Röhre. Doch das sollte nicht so bleiben.

      • Die Situation in den Neunzigern: Ohne Forward Kredit keine Zinsersparnis

        Wer seine Baufinanzerung zu Beginn der Neunziger abgeschlossen hatte und noch viele Jahre Zinsbindung mit einem hohen Zinssatz vor sich hatte, dem brachte das sinkende Zinsniveau überhaupt nichts – bis auf den Verdruss darüber, davon nicht profitieren zu können. Problem Nummer eins: Eine laufende Baufinanzierung ließ sich schon damals nicht so leicht während der Zinsbindungsfrist kündigen. Banken verlangten bei vorzeitigem Ausstieg bereits vor zwanzig Jahren ebenso hohe Vorfälligkeitsentschädigungen, wie es bei ihnen auch heute noch gang und gäbe ist.

        Problem Nummer zwei: Man konnte die günstigen Zinsen nicht für eine spätere Anschlussfinanzierung sichern. Viele Kreditnehmer empfanden diesen Zustand als äußerst ungerecht. Wir sahen die Notwendigkeit, hier Abhilfe zu schaffen und begeisterten uns von jeher für innovative Konzepte zur Finanzierung.

      • Ein interessanter Gedanke: Zinsen reservierbar machen

        An Problem Nummer eins konnten wir nicht viel ändern. Aber an Problem Nummer zwei durchaus. Der Gedanke, die günstigen Zinsen für eine Anschlussfinanzierung zu reservieren oder zu sichern, bildete die Basis für das spätere Forward Darlehen. Damals herrschte noch allgemeine Unsicherheit: Tatsächlich, die Zinsen sanken – aber wie lange würde das noch so bleiben? Folgte über kurz oder lang vielleicht doch wieder ein Anstieg? Es war zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar, wie kontinuierlich die Zinsen für Baufinanzierung in den kommenden zwanzig Jahren fallen sollten. Viele Kreditnehmer wollten schon damals am Abwärtstrend teilhaben und sicher gehen, sich im Zinssatz zu verbessern.

      • Unsere Lösung: das Forward Darlehen

        Im gewerblichen Bereich existierten damals schon Darlehensformen, die dem heutigen Forward Darlehen ähnelten, aber für nur für Unternehmen zugängig waren, nicht für Privatkunden. Peter Scheck, ein Sohn des Dr. Klein-Mitbegründers Heinrich Scheck und im Jahr 1996 Geschäftsführer, wollte das ändern. Er und sein Team brachten die Idee voran und entwickelten das Forward Darlehen für private Baufinanzierer.

        Nun suchten Scheck und sein Team erste Finanzierungspartner, die bereit waren, das neue Produkt zur Anschlussfinanzierung gemeinsam mit Dr. Klein für die Wohnungswirtschaft auf den Markt zu bringen. Ins Rennen ging man schließlich gemeinsam mit einer Versicherungsgesellschaft. Für Versicherungen war das neue Finanzprodukt damals attraktiver, weil sie bei Baufinanzierungen weniger strengen Refinanzierungsregularien unterlagen als Bankinstitute. Zunächst bot Dr. Klein das Forward Darlehen gemeinnützigen und kommunalen Wohnungsunternehmen an. Mit dem Ausbau des Privatkundengeschäfts erweiterte Dr. Klein die Zielgruppe schließlich auch auf Privatpersonen. Und es kamen weitere Finanzierungspartner hinzu, die mit uns kooperieren wollten. In den kommenden Jahrzehnten konnte sich das Forward Darlehen branchenweit als Produkt der Anschlussfinanzierung etablieren und wurde landauf, landab von namhaften Banken und Mitbewerbern ins Portfolio aufgenommen.

      Forward Darlehen beim Spezialisten abschließen

      Da wir das Forward Darlehen in seiner heutigen Form selbst konzipiert haben, sind wir mit all seinen Konditionen, Merkmalen und Besonderheiten eingehend vertraut. Im nachfolgenden Video erläutern wir nochmal seine Grundzüge und wichtigsten Merkmale dieser Anschlussfinanzierung.

      Noch Fragen zum Forward Darlehen oder zu einer Umschuldung? Unsere Spezialisten nehmen sich die Zeit, Ihnen Antworten zu geben und schicken Ihnen schon im Vorfeld aktuelle Angebote zur Anschlussfinanzierung zu, die Sie mit dem Angebot Ihrer Hausbank vergleichen können. Gemeinsam finden wir den optimalen Moment für einen Abschluss. Ob Sie bei Ihrer bisherigen Bank bleiben oder zu einem neuen Institut wechseln möchten – unsere Spezialisten für Baufinanzierung begleiten Sie kostenlos und unverbindlich dabei.

      Vorausdenken mit dem Forward Darlehen

      Planen Sie Ihre Anschlussfinanzierung schon heute – bevor Ihre Zinsbindung endet. Unsere Berater vor Ort zeigen Ihnen, ob das Forward Darlehen für Sie bereits infrage kommt und unterbreiten Ihnen kostenlose Angebote zu garantiert günstigen Konditionen.

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