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Baufinanzierung ohne Eigenkapital: Abenteuer oder Chance?

Muss der Wunsch nach einem Eigenheim unerfüllt bleiben, weil kein eigenes Geld vorhanden ist? Nein, eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital ist machbar. Wir zeigen, für wen sie in Frage kommt und welche Risiken bestehen.

Baufinanzierung ohne Eigenkapital
  • Inhaltsverzeichnis
    • Niedrige Zinsen machen Vollfinanzierungen möglich

      Ohne eigenes Geld keine Immobilie – das galt zumindest früher einmal. Wer keine Rücklagen geschaffen hatte, bekam seitens der Banken keine Finanzierung und konnte sich kein Eigenheim leisten. Die Lage hat sich in den vergangenen Jahren geändert: Unter bestimmten Voraussetzungen ist die Baufinanzierung mittlerweile auch ohne Eigenkapital realisierbar. Die aktuell niedrigen Bauzinsen schaffen ebenfalls günstige Bedingungen für den Immobilienkauf ohne Eigenmittel. Leider bringt diese Form der Finanzierung Nachteile mit sich, genau genommen ist sie riskanter, denn sie dauert länger und kostet mehr. Zunächst wollen wir Ihnen einmal die unterschiedlichen Arten der Baufinanzierung ohne Eigenkapital vorstellen. Anschließend zeigen wir, wodurch sie sich von der Finanzierung mit Eigenkapital unterscheiden.

      Varianten der Baufinanzierung ohne Eigenkapital

      Wir unterscheiden bei der Finanzierung ohne Eigenkapital zwischen zwei verschiedenen Arten:

      • 100-Prozent-Finanzierung: Bei der 100-Prozent-Finanzierung wird lediglich der Kaufpreis der Immobilie durch Kredite finanziert. In diesem Fall trägt der Käufer die Kaufnebenkosten (zum Beispiel die Grunderwerbssteuer, die Notarkosten, die Grundbuchgebühren oder die Maklergebühren) selbst.
      • 110-Prozent-Finanzierung oder Vollfinanzierung: Bei der Vollfinanzierung müssen zusätzlich auch alle anfallenden Kaufnebenkosten über das Hauptdarlehen oder über einen separaten Privatkredit abgedeckt werden. Dementsprechend bringt der Käufer in diesem Fall 0 Euro Eigenkapital ein.

      Voraussetzungen für die Vollfinanzierung

      Für wen kommt die Finanzierung überhaupt infrage?

      Eine überdurchschnittlich gute Bonität in Form eines tadellosen Schufa-Scores ist in jedem Fall oberste Voraussetzung. Hat der Kaufinteressent kein Eigenkapital vorzuweisen, sollte er in jedem Fall über ein sehr hohes, gesichertes Einkommen verfügen. Denn nur dann kann er den Risiken und Nachteilen einer Baufinanzierung ohne Eigenkapital gelassen entgegen treten. Personen mit schwankendem Einkommen, wie zum Beispiel Selbständige und Freiberufler, haben wesentlich schlechtere Chancen, eine Vollfinanzierung oder eine 100-Prozent-Finanzierung zu realisieren.

      Wann lassen Banken sich auf Finanzierungen ohne Eigenkapital ein?

      • Banken sind eher dazu bereit, sich auf 100-Prozent-Finanzierungen einzulassen, bei denen der Käufer wenigstens die Kaufnebenkosten selbst beisteuert. Denn bei 110-Prozent-Finanzierungen müssen sie die Kaufnebenkosten mitfinanzieren. Gelder, die für die Grunderwerbsteuer, Maklergebühr und Co. gebraucht werden, sind nach dem Kauf aber ausgegeben – es gibt für sie keinen materiellen Gegenwert mehr. Das erhöht das gesamte Finanzierungsrisiko und wird von Banken nicht so gern gesehen.
      • Der Zustand und die Lage der Immobilie ist ein weiterer, wichtiger Faktor, der die Bank dazu bringt, einer Baufinanzierung ohne Eigenkapital zuzustimmen. Eine baufällige Immobilie in einer wenig beliebten Wohngegend wird keine Bank ohne Eigenkapital finanzieren. Ist das Objekt aber gut erhalten und steht es in bevorzugter Lage, steigert dies die Chancen, eine Finanzierung zu bekommen.

      Nachteile der Baufinanzierung ohne Eigenkapital

      Gegenüber einer Finanzierung mit Eigenkapital entstehen bei einer Vollfinanzierung folgende Nachteile:

      • Sie ist teurer: Die Zinskosten können im Vergleich zu einer mit Eigenkapital unterfütterten Finanzierung doppelt oder sogar drei Mal so hoch ausfallen.
      • Sie dauert länger: Wer kein Eigenkapital einbringt, bekommt einen schlechteren Sollzins und kann in der Regel die Restschuld nicht so schnell tilgen.
      • Sie erfordert eine außerordentlich gute Bonität, und das bedeutet: ein hohes, gesichertes Einkommen und ein tadelloser Schufa-Score sind unabdingbar.
      • Sie ist nur mit einer wertigen Immobilie realisierbar. Das Objekt sollte über eine ausgezeichnete Lage verfügen und sich in einem sehr guten Zustand befinden.
      • Sie steigert das Risiko, im Falle einer Zwangsversteigerung auf einem höheren Schuldenberg sitzen zu bleiben.

      Unsere Empfehlung: 20 Prozent Eigenkapital

      Als einer der bundesweit größten, ungebundenen Vermittler von Baufinanzierungen nimmt Dr. Klein zum Thema Baufinanzierung ohne Eigenkapital einen klaren Standpunkt ein: Wir halten sie nicht für empfehlenswert und raten unseren Kunden grundsätzlich dazu, mindestens 20 Prozent des Kaufpreises plus sämtliche Kaufnebenkosten selbst aufzubringen. Warum wir uns im Rahmen unserer Beratungsleistung so strikt an diesen Grundsatz halten, verdeutlichen wir mit den folgenden Beispielrechnungen.

      Wie sich Baufinanzierungen mit Eigenkapital von eigenkapitallosen unterscheiden

      Mit der folgenden Beispielrechnung vergleichen wir eine eigenkapitalgestützte Baufinanzierung mit der 100-Prozent-Finanzierung und der 110-Prozent-Finanzierung. Allen drei Varianten liegen folgende Annahmen zugrunde: Der Kaufpreis liegt bei 210.000 Euro, die Zinsbindung bei 15 Jahren, die anfängliche Tilgung bei 2 Prozent pro Jahr.

       Baufinanzierung mit Eigenkapital100-Prozent-Finanzierung110-Prozent-Finanzierung
      Eigenkapital60.000 €0 €0 €
      Benötigtes Darlehen150.000 € (Kaufpreis minus Eigenkapital)210.000 €210.000 € + 21.000 € Kaufnebenkosten, s.u.
      Effektivzins p.a.2,54 %3,54 %3,54 % Baudarlehen
      Privatkredit für Kaufnebenkosten--21.000 €
      Effektivzins Privatkredit p.a.--5,99 % Privatkredit
      Monatliche Rate Privatkredit--177,10 €
      Monatliche Rate Baudarlehen794,50 €969,50 €1.146,60 €
      Zinskosten nach 15 Jahren38.635,00 €91.541,00 €103.418,57 €
      Restschuld nach 15 Jahren45.625,00 €127.031,00 €127.031,00 €
      Laufzeit bis Volltilgung 20 Jahre29 Jahre29 Jahre
      Tabelle: Beispielrechnung Baufinanzierung mit und ohne Eigenkapital
      Folgende Erkenntnisse liefert die Beispielrechnung:

      Die beiden Varianten ohne Eigenkapital sind wesentlich teurer und sie dauern länger. Konkret sieht das folgendermaßen aus:

      • Die monatliche Rate ist deutlich höher: Bei der 100-Prozent-Finanzierung muss der Käufer 175 Euro mehr im Monat aufbringen, bei der 110-Prozent-Finanzierung sogar 352 Euro mehr.
      • Die Zinskosten verdoppeln oder verdreifachen sich: Durch die Eigenmittel senkt sich für die Bank das Risiko der gesamten Finanzierung. Das honoriert sie mit besseren Zinsen. Dadurch sind die gesamten Kreditkosten bei einer Finanzierung mit Eigenkapital wesentlich geringer als bei einer Vollfinanzierung. Wie unsere Beispielrechnung zeigt, kann ein Zinssatz, der 1 Prozentpunkt schlechter ist, die Zinskosten fast verdreifachen. So fallen bei der 100-Prozent-Finanzierung fallen während der 15-jährigen Laufzeit 52.906 Euro mehr Zinsen an, bei einer 110-Prozent-Finanzierung sind es sogar 64.783 Euro.
      • Die Baufinanzierung ohne Eigenkapital dauert wesentlich länger: Könnten alle Finanzierungen aus unserem Beispiel zu denselben Zinsbedingungen fortgeführt werden, wäre die Baufinanzierung mit Eigenkapital nach 20 Jahren abgeschlossen, die anderen beiden erst nach 29 Jahren. Zur Verdeutlichung: Um bei der 100-Prozent-Finanzierung in einem ähnlichen Zeitraum fertig zu werden, müsste die anfängliche Tilgungsrate von 2 Prozent auf mindestens 3 Prozent hochgesetzt werden. Dann wäre auch diese Finanzierung nach zirka 22 Jahren abgeschlossen, die monatliche Belastung läge aber von Beginn an bei 1.144,50 Euro – also immerhin 350 Euro höher als beim zweiprozentigen Tilgungssatz.

      Worin das eigentliche Risiko einer Baufinanzierung ohne Eigenkapital liegt

      Dauert länger, kostet mehr - aber welche Konsequenzen hat das?

      Ein Grundgedanke vorweg: Das Risiko, den Kredit nicht zurückzahlen zu können, ist bei einer Baufinanzierung ohne Eigenkapital genauso gegeben wie bei einer Baufinanzierung mit Eigenkapital. Denn unabhängig davon, wie viele Eigenmittel jemand investiert hat – die Lebensumstände können sich bei jedem jederzeit ändern. Fällt ein Einkommen weg, gerät jede solide Finanzplanung ins Wanken, ganz unabhängig davon, wie viel Eigenkapital zuvor eingeflossen ist.

      Auch die Risikoverteilung ist vom Grundsatz her dieselbe wie bei einer von Eigenkapital gestützten Finanzierung: Die Bank trägt in beiden Fällen das Risiko, dass der Darlehensnehmer den aufgenommenen Kredit nicht zurückzahlen kann. Sie vergibt das Darlehen und sichert sich über die Eintragung der Grundschuld ab. Im Ernstfall dient ihr dann die Immobilie selbst als Sicherheit. Wird der Käufer zahlungsunfähig, kann die Bank sie zwangsversteigern lassen und auf diese Weise zumindest einen Teil ihrer offenen Forderungen zurückbekommen. 

      Was macht eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital dann riskanter? Die obere Beispielrechnung hat gezeigt, dass sie in jedem Fall teurer ausfällt und länger dauert. Das klingt im ersten Moment noch nicht sonderlich problematisch, aber der Eindruck täuscht. Wir wollen die Erkenntnisse aus der Beispielrechnung an dieser Stelle noch mal vertiefen, um die möglichen Konsequenzen aus "teurer und länger" zu verdeutlichen.

      Länger heißt: Der Kreditnehmer muss das Risiko länger tragen

      In unserer Beispielrechnung ist die Baufinanzierung mit Eigenkapital fast zehn Jahre schneller abgeschlossen, weil sie schneller getilgt wird. Ganz nüchtern betrachtet bedeutet das: Je schneller der Kredit beglichen wird, desto günstiger ist er, desto kürzer die risikobehaftete Zeit für den Kreditnehmer. Im Umkehrschluss heißt es jedoch: Je mehr Zeit die Rückzahlung in Anspruch nimmt, desto länger ist auch die Zeitspanne, in der ein Risiko besteht, den Kredit nicht tilgen zu können. Dessen müssen sich Immobilienkäufer bewusst sein.

      Länger heißt außerdem: Die Immobilie befindet sich größtenteils im Bankbesitz

      Da die Tilgung der Restschuld bei einer Vollfinanzierung viel langsamer vonstatten geht, verhält es sich im Prinzip ähnlich, als würde der Kreditnehmer über all die Jahre hinweg eine monatliche Miete an die Bank zahlen. Verkauft er das Haus wie in unserer Beispielrechnung nach 15 Jahren zum ursprünglichen Objektwert, erhält er zwar im Normalfall den getilgten Betrag von 82.968 Euro zurück, hat aber gleichzeitig 91.541 Euro an Zinskosten ausgegeben. Bei einer Baufinanzierung mit 60.000 Euro Eigenkapital bekäme er bei einem Verkauf zum selben Zeitpunkt die getilgten 164.375 Euro zurück, denen nur 38.625 Euro an Zinskosten gegenüber stünden.

      Teurer heißt: Höhere Belastung bei der Anschlussfinanzierung

      Bei einer Baufinanzierung ohne Eigenkapital wird die Restschuld wesentlich langsamer abgetragen. Ist die erste Zinsbindung abgelaufen, muss also eine viel höhere Summe weiterfinanziert werden als bei einer Finanzierung mit Eigenkapital.

      Das Zinsänderungsrisiko kommt noch hinzu. Hat sich das Zinsniveau im Laufe der ersten Jahre verschlechtert,  muss der Kreditnehmer unter Umständen einen höheren Zinssatz bei der Anschlussfinanzierung in Kauf nehmen. Dann kann es passieren, dass er die gestiegene, monatliche Belastung nicht mehr verkraftet. Auch hier zeigt unsere Beispielrechnung deutlich: Steigt der Zinssatz um nur einen Prozentpunkt an, steigt die monatliche Belastung um mehrere hundert Euro. Das kann zum Problem werden, wenn schon von vorneherein nicht sonderlich viel Luft nach oben eingeplant war – was bei Baufinanzierungen ohne Eigenkapital leider oftmals der Fall ist.

      Gerade bei dieser Finanzierungsform wird die monatliche Belastbarkeit des Käufers oft von Beginn an viel zu optimistisch eingeschätzt und zu eng kalkuliert. Beide Faktoren – gestiegene Zinsen und die vergleichsweise hohe Restschuld – sorgen für erschwerte Bedingungen in Sachen Anschlussfinanzierung.

      Eigenkapital lässt Sie im Ernstfall weicher fallen

      Der Umkehrschluss zu den vorangegangenen Erkenntnissen lautet: Selbst eingebrachtes Eigenkapital sorgt für eine schnellere, günstigere Finanzierung. Es hat aber noch einen weiteren, großen Vorteil. Sollten Sie zwischendurch zahlungsunfähig werden, mildert es die Konsequenzen. Ein Kreditnehmer, der zu Beginn keine eigenen Finanzmittel mitgebracht hat, bleibt im Fall einer Zwangsversteigerung in der Regel auf höheren Schulden sitzen als jemand, der Eigenkapital beisteuern konnte. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, was passiert, wenn ein Kreditnehmer seine Raten nicht mehr zahlen kann und klären über die Konsequenzen von Zwangsversteigerungen und Nachbesichtigungen auf.

      • Raten können nicht mehr bezahlt werden: Das können Sie tun

        Kann der Kreditnehmer den Kredit nicht mehr in vollem Umfang bedienen, wird die Bank in den meisten Fällen zuerst versuchen, ihm entgegen zu kommen. Dies kann beispielsweise geschehen, indem sie die Tilgungsrate und damit die Höhe der monatlichen Raten reduziert. Eventuell kommen auch Stundungen in Frage – dies ist Verhandlungssache. Erst, wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, leitet die Bank eine Zwangsvollstreckung in die Wege, um wenigstens noch einen Teil ihrer offenen Forderungen zurück zu erhalten. Der Immobilienbesitzer sollte spätestens jetzt unbedingt einen Schuldnerberater konsultieren, um Unterstützung zu erhalten.

      • Es kommt zur Zwangsversteigerung: Die Konsequenzen

        Für den Immobilienbesitzer ist die Zwangsversteigerung der Worst Case, denn sie bringt höchstens 70 bis 80 Prozent des eigentlichen Verkehrswertes ein. Das bittere Ende lautet dann: Die Immobilie ist weg, das eingebrachte Kapital ist weg, und eventuell bestehen trotzdem weiterhin offene Forderungen seitens der Bank, weil durch die Zwangsversteigerung nicht alles ausgeglichen werden konnte.

        Durch einen Vergleich lässt sich die Höhe dieser Restforderungen eventuell noch absenken, aber in den meisten Fällen bleibt dennoch eine Summe übrig, die der ehemalige Immobilienbesitzer über einen längeren Zeitraum hinweg abstottern muss. Wurde die Baufinanzierung durch Eigenkapital gestützt, kommt der Immobilienbesitzer besser weg, denn dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass nach einer Zwangsversteigerung keine Restschuld mehr übrig bleibt.

      • Nachbesicherung: Wenn Banken plötzlich mehr Eigenkapital nachfordern

        Ein Risiko, das viele Immobilienkäufer unterschätzen: Sinkende Immobilienpreise in der Umgegend. Auch dies kann im Nachhinein noch dafür sorgen, dass Finanzierungen ins Wanken geraten, obwohl die Darlehensraten fleißig Monat für Monat bezahlt wurden. Die Kettenreaktion: Sinkt das Preisniveau im Umfeld, sinkt auch der Wert der eigenen Immobilie. Bis zu einem gewissen Grad kalkulieren Banken solche Schwankungen von vorneherein mit ein. Sinkt der Wert aber zu stark, dann bildet die Immobilie unter Umständen kein ausreichendes Gegengewicht mehr zur Höhe des Darlehens, mit dem sie belastet wurde.

        In einem solchen Moment fordert die Bank in der Regel weitere Sicherheiten von ihren Kunden und macht dies zur Voraussetzung für den Fortbestand des Darlehens. Hat der Kunde dann keine Rücklagen, die er einfließen lassen kann, ist die Bank dazu berechtigt, eine Zwangsversteigerung in die Wege zu leiten. Wer bereits ohne Eigenkapital in die Finanzierung gestartet ist und eventuell auch noch eine überbewertete Immobilie erworben hat, trägt ein höheres Risiko, dass dieses Szenario zustande kommt.

      Vier Tipps für Ihre Baufinanzierung ohne Eigenkapital

      Sie haben das Für und Wider einer Baufinanzierung ohne Eigenkapital sorgfältig abgewägt und für sich entschieden, diesen Weg zu beschreiten? Wir geben Ihnen hier noch wichtige Tipps, die Sie dabei unbedingt beherzigen sollten.

      Gute Planung und Absicherung - darauf kommt es an

      1. Baufinanzierung ohne Eigenkapital unbedingt durch Versicherungen absichern.

        Die richtige Absicherung ist für jede Form der Baufinanzierung wichtig, insbesondere aber für die Baufinanzierung ohne Eigenkapital. Mit entsprechenden Versicherungen können Kreditnehmer sich vor den finanziellen Folgen einer Zahlungsunfähigkeit schützen und den Verlust des Eigenheims im Ernstfall vermeiden. Eine Restschuldversicherung oder eine Risikolebensversicherung springt ein, wenn einer der Ehepartner stirbt oder zum Pflegefall wird. Auch die Berufsunfähigkeitsversicherung bietet wichtigen Schutz, denn sie übernimmt das regelmäßige Einkommen, wenn der Hauptverdiener seinen Beruf nicht mehr ausüben kann.

      2. Finanziellen Spielraum realistisch einschätzen und Tilgungsrate richtig ansetzen.

        Bei einer Vollfinanzierung ist es besonders wichtig, die finanzielle Belastbarkeit des Kreditnehmers nicht zu großzügig einzuschätzen. Es gilt also, sorgfältig zu planen und einen gut durchdachten Haushaltsplan aufzustellen, um herauszufinden, wie hoch die monatlichen Raten für die Baufinanzierung sein dürfen. Hierbei bietet sich ein Annuitätendarlehen an, das über die gesamte Zinsbindung hinweg monatlich immer gleich bleibende Raten aufweist. Allerdings ist zu bedenken: Bei einer Vollfinanzierung fließt ein großer Teil der Rate in die erhöhten Zinskosten.

        Gleichzeitig verlangen die Banken für eine Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital meist eine anfängliche Tilgung von mindestens zwei Prozent, damit die Schulden schneller abgetragen werden und das Finanzierungsrisiko für die Bank schneller sinkt. Das hat für den Kreditnehmer zwar ebenfalls den Vorteil, dass er schneller schuldenfrei wird. Hohe Zinskosten und eine hohe Tilgungsrate sorgen aber für eine hohe Monatsrate. Hier gilt es also, herauszufinden, welche Bank den besten Zins für die Vollfinanzierung bietet und mit dieser auszuloten, wie viel Spielraum sie bei der Tilgungsrate gewährt. So erhält sich der Kreditnehmer die Chance, den passenden Mittelweg zu finden, der ihm genügend Luft zum Leben lässt. Wenn hierbei kein akzeptabler Kompromiss zustande kommt, sollte er im Zweifel besser Abstand von der Baufinanzierung ohne Eigenkapital nehmen.

      3. Baufinanzierung mit Bausparvertrag stützen und Instandhaltungsrücklagen schaffen.

        Schließen Sie, wenn monatlich noch etwas Luft über ist, parallel zu Ihrer Vollfinanzierung einen oder auch mehrere Bausparverträge ab. Durch einen Bausparvertrag schaffen Sie nebenbei kontinuierlich Rücklagen, für den Fall, dass Unvorhergesehenes eintreten sollte: Das Dach geht kaputt, die Heizung streikt - es ist ungünstig, wenn Sie von solchen Umständen finanziell aus der Bahn geworfen werden, weil keine Instandhaltungsrücklage vorhanden ist.

        Bausparverträge bringen gleich mehrere Vorteile mit sich: Sie können zum Beispiel zu einem günstigen Zinssatz beliehen werden, und zwar über die Höhe der Summe, die Sie bereits eingezahlt haben. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, nach der Ansparphase ein sehr kostengünstiges Darlehen in Anspruch zu nehmen, mit dem Sie durch eine Sondertilgung Teile Ihrer ersten, teureren Finanzierung ablösen können. Bausparverträge stellen somit eine wichtige Rückversicherung dar.

      4. Finanzielle Engpässe mit Zwischenfinanzierung überbrücken.

        Wer eine neue Immobilie kaufen möchte, wohnt oft noch in der alten. Diese kann deshalb nicht rechtzeitig verkauft und für die Finanzierung des neuen Eigentums genutzt werden. In diesem und ähnlichen Fällen hilft eine Vor- oder Zwischenfinanzierung schnell und flexibel. Dabei handelt es sich um eine Form des endfälligen Kredits: Während der gesamten Laufzeit werden ausschließlich Zinsen gezahlt, am Ende, also dann, wenn das Eigenkapital aus dem Verkauf der ersten Immobilie zur Verfügung steht, erfolgt die komplette Tilgung. Wie sich aus dem Namen ableiten lässt, stellt eine Zwischenfinanzierung immer eine Übergangslösung dar.

        Die übliche Laufzeit beträgt zwischen sechs und 24 Monaten. Eine Vorfinanzierung ist für die Kreditinstitute mit einem deutlich höheren Risiko als eine gewöhnliche Baufinanzierung verbunden: Für den Fall, dass der Kreditnehmer das Darlehen nicht zurückzahlen kann, hat es schlechtere Voraussetzungen als die Bank, die die erste Immobilie finanziert. Diese steht im Grundbuch an erster Stelle und wird somit im Versteigerungsfall zuerst bedient. Erst wenn ihre Schulden abbezahlt sind, kommt die zweite Bank an die Reihe. Dieses Risiko geben die Kreditinstitute in Form von deutlich höheren Zinsen an den Kunden weiter.

        Deshalb ist es immer ratsam zu prüfen, ob Kosten und Nutzen im Einklang stehen oder ob nicht doch andere Anlagen veräußert werden können. So kann es beispielsweise sinnvoll sein, eine Kapitalanlage vorzeitig aufzulösen, auch wenn damit Verluste einhergehen, weil diese geringer sind als die Kreditkosten.

      Fazit: Eigenkapital ist besser, ohne geht es auch - nur nicht übernehmen!

      Dass ein Finanzierungsvorhaben scheitert, ist bei einer Baufinanzierung ohne Eigenkapital genauso möglich wie bei einer eigenkapitalgestützten. Fest steht aber, dass das Fehlen von eigenen Mitteln das Risiko des gesamten Finanzierungsvorhabens erhöht. Deshalb sollte in jedem Fall immer sorgfältig abgewägt werden, ob das Finanzierungsrisiko tragbar ist oder nicht. Hält es sich der eigenen Einschätzung nach in Grenzen, kann die Baufinanzierung ohne Eigenkapital eine gute Chance sein, auch ohne Rücklagen an ein Eigenheim zu kommen. Unser Rat dazu: Gehen Sie diesen Schritt nicht allein, suchen Sie sich fachkundige Begleitung. Unsere Spezialisten für Baufinanzierung stehen Ihnen hierbei zur Seite und zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten Ihnen offen stehen.

      Ohne Eigenkapital alle Chancen wahren

      Für bestimmte Zielgruppen ist eine Baufinanzierung ohne eigene Mittel problemlos realisierbar. Unsere Spezialisten für Baufinanzierung zeigen Ihnen, ob Sie dazu gehören. Sie finden auf Wunsch auch den passenden Bankpartner, der Ihnen eine solide Finanzierung und gute Konditionen dazu bietet. Fordern Sie dazu einfach unverbindlich und kostenlos Finanzierungsvorschläge von uns an, Ihr Berater vor Ort meldet sich umgehend bei Ihnen, um das weitere Vorgehen zu klären. 

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