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Vermögenswirksame Leistungen: So nutzen Sie die Geldgeschenke von Arbeitgeber und Staat gewinnbringend

Vermögenswirksame Leistungen vom Arbeitgeber

So optimieren Sie mit vermögenswirksamen Leistungen Ihre Sparverträge

Sparen ist heutzutage gar nicht so einfach: Die Zinsen von Anlageformen wie Tagesgeld oder Festgeld unterbieten sich derzeit gegenseitig in Sachen Tiefststand. So müssen Sparsame oft lange Jahre in eine Geldanlage einzahlen, um überhaupt höhere Summen zusammenzukriegen. Ein kleiner Trick macht es Ihnen leichter: Mit Geldgeschenken vom Arbeitgeber, vermögenswirksame Leistungen (VL) genannt, erreichen Sie in derselben Zeit deutlich höhere Sparziele. Obendrein spendiert Ihnen der Staat auch noch Zuschüsse auf bestimmte Anlageformen dazu.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie dabei vorgehen, welche Geldanlagen außer einem Bausparvertrag für die Förderungen infrage kommen und wie viel Ihnen vermögenswirksame Leistungen, Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie tatsächlich bringen.

VL vom Arbeitgeber: Sinn und Zweck

Für sich selbst und die Angehörigen vorzusorgen ist wichtig. Dabei geht es nicht nur darum, Rücklagen für Unerwartetes zu schaffen, sondern auch darum, Eigenkapital für eine eigene Immobilie aufzubauen und sich fürs Alter finanziell abzusichern. Vielen stellt sich dabei aber die Frage: Wie soll ich etwas zurücklegen, wenn mir gerade genug Geld zum Leben übrig bleibt? Besonders in jungen Jahren verdienen nur wenige so gut, dass sie nebenbei ein stattliches Vermögen aufbauen können. An dieser Stelle greifen Arbeitgeber und Staat hilfreich unter die Arme: der Arbeitgeber mit vermögenswirksamen Leistungen, der Staat mit Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie. Dabei handelt es sich um Geldgeschenke, die Sie nicht zurückzahlen müssen und mit denen Sie deutlich mehr erreichen als durch reine Eigenleistung.

VL: Wer sie bekommt, wie lange es dauert

Um überhaupt vermögenswirksame Leistungen beziehen zu können, benötigen Sie zunächst einmal einen Arbeitgeber. Die Förderung steht damit ausschließlich Arbeitnehmern, Auszubildenden ab dem 16. Lebensjahr sowie Richtern, Beamten, Berufssoldaten und Zeitsoldaten zur Verfügung. Freiberufler und Selbstständige haben keinen Anspruch auf VL. Grundsätzlich gibt Ihnen der Arbeitgeber dieses Extra freiwillig, es sei denn, er wird durch den Branchen-Tarifvertrag dazu verpflichtet. Willigt er ein, brauchen Sie einen Sparvertrag, der für vermögenswirksame Leistungen geeignet ist. Dabei kann es sich entweder um einen Bausparvertrag, einen Banksparplan oder Fondssparen handeln. Was mit vermögenswirksamen Leistungen ebenfalls möglich ist: Sie können damit auch einen Teil Ihrer Baufinanzierung tilgen.

Höhe der VL, Dauer und Kündigung des VL-Vertrags

Die Leistungen Ihres Arbeitgebers, sofern er sie gewährt, können minimal 6,65 Euro und maximal 40 Euro pro Monat umfassen. Damit belaufen sie sich auf einen Höchstsatz von 480 Euro im Jahr. Wie viel Sie vom Arbeitgeber dazu bekommen, hängt nicht davon ab, wie viel Sie verdienen. Die genaue Höhe wird meist durch den Tarifvertrag geregelt oder in Ihrem Arbeitsvertrag festgelegt. Ihr Arbeitgeber verpflichtet sich, mindestens sechs Jahre lang in Ihren Sparvertrag einzuzahlen, anschließend folgt in der Regel ein Ruhejahr. Sie können den Vertrag auch schon früher kündigen, ohne die Arbeitgeberleistung zurückzahlen zu müssen, meistens verlangt Ihre Bank dann aber eine Vorfälligkeitsentschädigung. Nach Ablauf der sechs Jahre plus Ruhejahr dürfen Sie frei über den gesamten Betrag verfügen. 

Hallo, Finanzamt: Lohn- und Abgeltungssteuer werden fällig

Auf Ihre Erträge müssen Sie Abgeltungssteuer zahlen, und zwar in dem Jahr, in dem Sie die Summe ausbezahlt bekommen. Denken Sie also daran, im siebten Jahr einen Freistellungsauftrag für den VL-Sparplan bei Ihrer Bank zu erteilen, um einen Teil der Erträge von der Abgeltungssteuer befreien zu lassen. Wenn Ihre Kapitalerträge in dem entsprechenden Jahr die Summe von 801 Euro (bei Singles) beziehungsweise 1.602 Euro (bei Verheirateten) insgesamt nicht übersteigen, müssen Sie gar keine Abgeltungssteuer abführen. Ohne Freistellungsauftrag und bei Erträgen, die über diesen Grenzen liegen, beträgt der Steuersatz 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag.

Und auch bei der Lohnsteuer hält das Finanzamt über die gesamten sieben Jahre hinweg die Hände auf: Da Sie die vermögenswirksamen Leistungen von Ihrem Arbeitgeber beziehen, haben sie denselben Effekt wie eine Gehaltserhöhung. Das bedeutet in der Praxis: Ihr Bruttogehalt erhöht sich um bis zu 40 Euro und wird in der Lohnabrechnung mit angegeben, weshalb Sie darauf auch ganz normal Steuern und Sozialabgaben zahlen.

Lassen Sie Ihren Arbeitgeber sparen: Eigenleistungen sind bei VL freiwillig

Übrigens: Um vermögenswirksame Leistungen von Ihrem Arbeitgeber zu bekommen, müssen Sie nicht zwingend selbst etwas in Ihren Sparvertrag einzahlen. Darüber können Sie frei entscheiden. Beachten Sie aber: Die zusätzliche Wohnungsbauprämie vom Staat erhalten Sie nur, wenn Sie selbst in Ihren Bausparvertrag einzahlen und gleichzeitig bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Dazu mehr im Abschnitt rund um die zur Wohnungsbauprämie unten

So beantragen Sie vermögenswirksame Leistungen bei Ihrem Arbeitgeber:

  1. Erkundigen Sie sich zuerst bei Ihrer Personalabteilung, ob Sie von Ihrem Arbeitgeber VL erhalten
  2. Schließen Sie im nächsten Schritt einen Sparvertrag ab, der für vermögenswirksame Leistungen geeignet ist.
  3. Reichen Sie im Anschluss bei Ihrem Arbeitgeber einen Nachweis über Ihren Sparvertrag ein und teilen Sie ihm mit, auf welches Sparkonto er die Leistungen von nun an einzahlen soll.
  4. Ab sofort überweist Ihr Arbeitgeber ganz automatisch Monat für Monat die vereinbarte Summe auf das Konto des Sparvertrags. Sie bekommen das Geld deshalb nie direkt zu Gesicht.
  5. Nach Ablauf der Ansparzeit und des Ruhejahrs können Sie frei über das Angesparte verfügen oder es in den nächsten Sparvertrag reinvestieren.

Was der Staat Ihnen obendrauf gibt: Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauförderung

Die Leistungen vom Staat gliedern sich in die Arbeitnehmersparzulage und die Wohnungsbauprämie auf. Für beide müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um förderberechtigt zu sein. 

Die Arbeitnehmersparzulage

Mit der Arbeitnehmersparzulage unterstützt der Staat Geringverdiener, deshalb ist sie auch steuerfrei. Sie müssen darauf weder Lohn- noch Abgeltungssteuer zahlen und erhalten den Bonus zusätzlich zu den vermögenswirksamen Leistungen, die Sie bereits vom Arbeitgeber bekommen.

 

  1. Als Single darf Ihr Einkommen nicht über 17.900 Euro pro Jahr liegen, Verheiratete dürfen nicht mehr als 35.800 Euro pro Jahr verdienen. Wichtig: Damit ist nicht das Bruttoeinkommen gemeint, sondern das zu versteuernde Einkommen. Diese Summe wird vom Finanzamt festgestellt, deshalb finden Sie sie auch auf Ihrem letzten Steuerbescheid. In den meisten Fällen liegt das Bruttoeinkommen deutlich über dem zu versteuernden Einkommen.
  2. Sie müssen einen VL-fähigen Sparvertrag abschließen. Das kann ein Bausparvertrag sein oder ein Aktienfonds. Als dritte Möglichkeit steht Ihnen die Tilgung Ihrer Baufinanzierung zur Auswahl, auch das ist mit der Arbeitnehmersparzulage möglich.
  3. Ihr Arbeitgeber muss Ihnen zu diesem Sparvertrag vermögenswirksame Leistungen gewähren. Er ist dazu zwar nicht verpflichtet, Sie erhalten aber keine Arbeitnehmersparzulage, wenn er gar nichts einzahlt. Ob Sie selbst etwas einzahlen oder nicht, ist für die Arbeitnehmersparzulage irrelevant.

Eigenleistungen können, obwohl sie nicht eingebracht werden müssen, durchaus sinnvoll sein. Die Höhe der Arbeitnehmersparzulage richtet sich unter anderem danach, wieviel Ihr Arbeitgeber und gegebenenfalls Sie selbst einzahlen werden. Mit den Einzahlungen wird im ersten Jahr begonnen. Die Arbeitnehmersparzulage beantragen Sie im Folgejahr gemeinsam mit der Lohnsteuererklärung beim Finanzamt. Dann steht bereits fest, wieviel in den vergangenen 12 Monaten vom Arbeitgeber und Ihnen in den Sparvertrag eingezahlt wurde. Auf diesen Gesamtbetrag erhalten Sie dann pro Jahr 9 Prozent Arbeitnehmersparzulage, aber höchstens 43 Euro. Das heißt: Wenn jährlich mindestens 477 Euro in den Sparvertrag fließen, können Sie die maximale, staatliche Förderung dazu bekommen. Die Rechnung dahinter lautet:

43 Euro = 9 Prozent, dann sind 4,77 Euro = 1 Prozent und 477 Euro sind 100 Prozent.

Dadurch ergibt sich folgendes: Zahlt Ihr Arbeitgeber die vollen 40 Euro pro Monat und 480 Euro pro Jahr ein, deckt er damit den gesamten Einzahlbedarf, um die maximale Arbeitnehmersparzulage vom Staat dazu zu bekommen. Ist die Leistung Ihres Arbeitgebers hingegen geringer, erhalten Sie weniger Arbeitnehmersparzulage. In diesem Fall bietet es sich an, den monatlichen Beitrag selbst bis zur notwendigen Höhe aufzustocken, um sich die maximale Förderung zu sichern.

So beantragen Sie die Arbeitnehmersparzulage beim Finanzamt

  1. Achten Sie darauf, dass Ihre Bank Ihnen rechtzeitig, bevor Sie Ihre Steuererklärung machen, die benötigte Anlage „VL“ und eine Bescheinigung zusendet, mit der Sie beweisen können, dass Sie einen VL-fähigen Sparvertrag besitzen. Darüber hinaus benötigen Sie eine Übersicht, wie viel bisher eingezahlt wurde.
  2. Setzen Sie im Mantelbogen Ihrer Steuererklärung einen Haken bei „Weitere Einnahmen“ und „Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmersparzulage“.
  3. Füllen Sie die Anlage „VL“ aus, fügen Sie sie und die anderen Bescheinigungen der Bausparkasse bei. Falls Sie über mehrere VL-Verträge verfügen, müssen Sie diese einzeln belegen.
  4. Vergessen Sie nicht, in Anlage N die Anzahl der beigelegten Bescheinigungen auf den neuesten Stand zu bringen.
  5. Für die Arbeitnehmersparzulage gilt eine siebenjährige Sperrfrist, innerhalb der Sie nicht kündigen dürfen, anderenfalls verlieren Sie Ihre Ansprüche auf diese staatliche Bezuschussung. Nach Ablauf der sieben Jahre überweist das Finanzamt die Arbeitnehmersparzulage direkt auf das Anlagekonto, das Sie bei der Lohnsteuererklärung angegeben haben. Wichtig zu wissen: Sie müssen die Arbeitnehmersparzulage bis dahin jährlich in Ihrer Steuererklärung geltend machen, um sich Ihren Anspruch Jahr für Jahr zu sichern, obwohl Sie den staatlichen Zuschuss erst ganz am Ende der Laufzeit in einem Rutsch überwiesen bekommen.


Interessant für alle, die nicht verpflichtet sind, die Steuer zu machen: Sie können die Arbeitnehmersparzulage auch ohne Steuererklärung beantragen. Dazu nehmen Sie exakt dieselben Formulare, lassen aber alles bis auf die oben genannten Angaben unausgefüllt.

Die Wohnungsbauprämie

Mit der Wohnungsbauprämie möchte der Staat die Bürger dazu ermuntern, in Immobilien zu investieren und neuen Wohnraum zu schaffen. Deshalb ist auch sie steuerfrei.

  1. Als Single darf Ihr Gehalt die Grenze von 25.600 Euro pro Jahr nicht übersteigen, für Verheiratete liegt sie bei 51.200 Euro pro Jahr. Auch hierfür gilt: Diese Grenzen benennen nicht das Bruttogehalt, sondern das zu versteuernde Einkommen.
  2. Die Wohnungsbauprämie erhalten Sie nur, wenn Sie in einen Sparvertrag einzahlen, dessen Guthaben anschließend nachweislich für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet wird. Der Klassiker dafür ist ein Bausparvertrag. 
  3. Sie müssen selbst Monat für Monat eigenes Geld in den Bausparvertrag investieren, und zwar mindestens 50 Euro im Jahr. Anders als bei der Arbeitnehmersparzulage reicht es für die Wohnungsbauprämie nicht aus, dass Ihr Arbeitgeber etwas einbezahlt. Die Höhe der Wohnungsbauprämie orientiert sich ausschließlich an der Höhe Ihrer Eigenleistungen. Zahlen Sie gar nichts ein, bekommen Sie nichts dazu.
  4. Das Angesparte muss für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden. Lassen Sie sich das Geld nach sieben Jahren auszahlen, um damit beispielsweise ein Auto zu kaufen, verfallen Ihre Ansprüche auf die Wohnungsbauprämie. Es sei denn, Sie sind unter 25 Jahre alt, dann wird Ihnen der Zuschuss trotzdem ausbezahlt, und Sie dürfen ihn behalten.

Erfüllen Sie diese vier Voraussetzungen, erhalten Sie eine Wohnungsbauprämie in Höhe von 8,8 Prozent des selbst Eingezahlten (die Arbeitnehmersparzulage zählt nicht), aber nicht mehr als 45,06 Euro (Singles) oder 90,11 Euro (Verheiratete) pro Jahr. Somit werden von Ihnen selbst geleistete Jahresbeiträge nur bis zu einer Höhe von 563,25 Euro (Singles) beziehungsweise 1.126 Euro (Verheiratete) gefördert.

Um sich also diese maximale Förderhöhe zu sichern, sollten Sie als Single demnach mindestens (563:12=) 47 Euro monatlich, als verheiratetes Paar mindestens (1126:12=) 94 Euro monatlich selbst in Ihren VL-Sparvertrag einzahlen. Noch ein Hinweis: Die Wohnungsbauprämie ist nicht daran gekoppelt, dass Sie vermögenswirksame Leistungen vom Arbeitgeber beziehen. Gibt er Ihnen nichts dazu, lohnt es sich trotzdem, den Bausparvertrag selbst zu besparen, sodass Sie sich durch Ihre Eigenleistung den maximalen Betrag der Wohnungsbauprämie sichern.

So beantragen Sie die Wohnungsbauprämie bei der Bausparkasse

Ihre Wohnungsbauprämie beziehen Sie über die Bausparkasse, und deshalb reichen Sie auch den Antrag bei ihr ein.

  1. Prüfen Sie zunächst für sich selbst, ob Sie die oben genannten Anforderungen für die Wohnungsbauprämie erfüllen.
  2. Warten Sie auf den jährlichen Kontoauszug, den Ihre Bausparkasse Ihnen zu Ihrem Sparkonto zusendet. Darin ist meistens auch der Antrag auf Wohnungsbauprämie (Anlage „VL“) enthalten.
  3. Füllen Sie den Antrag aus und schicken Sie ihn unterschrieben an Ihre Bausparkasse zurück. Damit versichern Sie gleichzeitig, dass Sie die Einkommensgrenzen einhalten und förderberechtigt sind. Die Bausparkasse leitet Ihren Antrag an das Finanzamt weiter.
  4. Nach meist sieben Jahren wird der Bausparvertrag zuteilungsreif. Dann bietet die Bausparkasse Ihnen ein Bauspardarlehen an. Lehnen Sie es ab, verfällt Ihr Anspruch auf die Wohnungsbauprämie. Nehmen Sie es an, erhalten Sie nun die gesamte Wohnungsbauprämie für die vergangenen Jahre ausbezahlt. Das Geld fließt dann automatisch vom Finanzamt auf Ihr Bausparkonto.


Beachten Sie: Die Wohnungsbauprämie muss, genau wie die Arbeitnehmersparzulage, jährlich immer wieder neu beantragt werden, um den Anspruch für das jeweils vergangene Jahr zu bewahren.

Wie unterscheiden sich VL, Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie?

Erst einmal zur Gemeinsamkeit: Bei allen dreien handelt es sich um Zuschüsse, die Sie nur dann erhalten, wenn Sie einen VL-fähigen Sparvertrag abgeschlossen haben und dieser auch bespart wird. Die vermögenswirksamen Leistungen sind davon abhängig, dass Sie einen Arbeitgeber haben, der sie freiwillig bezahlt. Die Arbeitnehmersparzulage ist davon abhängig, dass Sie überhaupt vermögenswirksame Leistungen vom Arbeitgeber bekommen. Für die Wohnungsbauprämie müssen Sie selbst etwas in den Sparvertrag einzahlen. Hingegen ist es irrelevant, ob Ihr Arbeitgeber etwas dazugibt oder ob Sie Arbeitnehmersparzulage erhalten, weil sich die Höhe der Wohnungsbauprämie ausschließlich an Ihrer Eigenleistung orientiert.

Auf Platz eins in diesem Ranking stehen die vermögenswirksamen Leistungen, weil Sie hier maximal 480 Euro und minimal 79,80 Euro im Jahr spendiert. An zweiter Stelle folgt die Wohnungsbauprämie mit maximal 45 Euro pro Jahr für Singles und 90 Euro pro Jahr für Verheiratete. Knapp dahinter auf Platz drei befindet sich die Arbeitnehmersparzulage mit höchstens 43 Euro im Jahr für Singles und 86 Euro pro Jahr für Verheiratete. 

Bei den vermögenswirksamen Leistungen vom Arbeitgeber haben Sie die größte Wahlfreiheit, was Ihre VL-Anlage betrifft, hier können Sie zwischen Bausparvertrag, Tilgung der Baufinanzierung, Fondssparen und Banksparplänen wählen. Die Arbeitnehmersparzulage gibt’s hingegen nur beim Bausparvertrag, zur Tilgung einer Baufinanzierung oder für das Fondssparen, und die Gewährung der Wohnungsbauprämie beschränkt sich auf Bausparverträge. 

Auch in der Art der Beantragung unterscheiden sich die drei Zuschüsse: Die vermögenswirksamen Leistungen beantragen Sie direkt beim Arbeitgeber, die Arbeitnehmersparzulage mit der Steuererklärung beim Finanzamt, und die Wohnungsbauprämie bei Ihrer Bausparkasse. 

Hier sehen Sie die wichtigsten Bedingungen aller drei Zuschüsse noch mal auf einen Blick:

Vermögenswirksame Leistungen

Arbeitnehmersparzulage

Wohnungsbauprämie

Zahlt Ihnen...

der Arbeitgeber

der Staat

der Staat

Höhe des Zuschusses

ab 6,65 Euro bis 40 Euro pro Monat, maximal 480 Euro pro Jahr

9% auf die gesamte Sparleistung, maximal 43 Euro pro Jahr für Singles, 86 Euro pro Jahr für Verheiratete; Ausnahme Fondssparen, hier gilt maximal 20% auf die gesamte Sparleistung und maximal 80 Euro pro Jahr für Singles, 160 Euro pro Jahr für Verheiratete

8,8% auf die eigene Sparleistung (VL und Arbeitnehmersparzulage sind irrelevant), maximal 45 Euro pro Jahr für Singles und 90 Euro pro Jahr für Verheiratete

Einkommensgrenzen

keine Einkommensgrenzen

Singles: 17.900 Euro pro Jahr, Verheiratete: 35.800 Euro pro Jahr, Ausnahme Fondssparen, hier gilt: Singles 20.000 Euro pro Jahr, Verheiratete 40.000 Euro pro Jahr

Singles: 25.600 Euro pro Jahr, Verheiratete: 51.200 Euro pro Jahr

Hauptvoraussetzungen

Nur für Arbeitnehmer, Azubis ab dem 16. Lebensjahr, Richter, Beamte, Berufssoldaten und Zeitsoldaten

Der Antragsteller verfügt über einen VL-fähigen Bausparvertrag, nimmt am Fondssparen teil oder möchte eine Baufinanzierung tilgen lassen, sein Gehalt überschreitet die festgelegten Grenzen nicht, und er bekommt VL vom Arbeitgeber.

Der Antragsteller verfügt über einen Bausparvertrag, sein Einkommen überschreitet die festgelegten Grenzen nicht, und er zahlt mindestens 50 Euro pro Jahr oder mehr selbst in den Bausparvertrag ein.

Infrage kommende VL-Sparverträge

Bausparvetrag
Baufinanzierung (Tilgung)
Fondssparen
Banksparplan

Bausparvertrag
Baufinanzierung (Tilgung)
Fondssparen

Bausparvertrag




Eigenleistung erforderlich?

Nein

Nicht erforderlich, aber ggf. sinnvoll, wenn der Arbeitgeber nicht genügend zahlt, um die maximale Arbeitnehmersparzulage zu bekommen

Ja, Sie müssen mindestens 50 Euro pro Jahr selbst einzahlen, die Leistung des Arbeitgebers oder die Arbeitnehmersparzulage zählen nicht.

Wo wird der Antrag gestellt?

Beim Arbeitgeber

Über die jährliche Steuererklärung in Anlage VL beim Finanzamt

Bei der Bausparkasse

Wie oft muss der Antrag gestellt werden?

Einmalig (gilt dann für die gesamte Laufzeit des Sparvertrags)

Jährlich aufs Neue mit der Steuererklärung, bis die Sperrfrist vorbei ist

Jährlich aufs Neue bei der Bausparkasse, bis der Bausparvertrag zuteilungsreif wird

Sperrfristen und Kündigung

Mindestlaufzeit 6 Jahre plus 1 Jahr Ruhezeit, bei vorzeitiger Kündigung darf der Arbeitnehmer die Arbeitgeberleistungen zwar behalten, muss aber ggf. Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank zahlen

Sperrfrist 6 Jahre, bei vorzeitiger Kündigung entfällt der Anspruch auf Arbeitnehmersparzulage

Sperrfrist 7 Jahre, bei vorzeitiger Kündigung entfällt der Anspruch auf Wohnungsbauprämie, ebenso falls das Bauspardarlehen nicht angenommen wird.

Steuer

Lohn- und Abgeltungssteuer werden fällig

Steuerfrei

Steuerfrei

Zweckgebundenheit

keine

keine

Die Wohnungsbauprämie wird nicht ausbezahlt, falls keine wohnungswirtschaftliche Verwendung stattfindet (z.B. bei einem Autokauf), sie muss zurückerstattet werden, falls sie bereits ausbezahlt wurde.

Worein investieren – Bausparvertrag, Fondssparen, Banksparplan oder die Baufinanzierung tilgen?

Wenn Sie von vermögenswirksamen Leistungen und staatlichen Finanzspritzen profitieren möchten, stehen Ihnen verschiedene Anlageformen zur Wahl. Wir stellen Ihnen die wichtigsten hier im Folgenden vor.

Zu Ihrer Baufinanzierung gibt es immer ein Darlehenskonto, auf das Sie Ihre monatliche Rate an die Bank überweisen. Auf dieses Darlehenskonto können Sie die vermögenswirksamen Leistungen vom Arbeitgeber (maximal 480 Euro pro Jahr) oder die Arbeitnehmersparzulage vom Staat (maximal 43 Euro pro Jahr für Singles, 86 Euro pro Jahr für Verheiratete) direkt einzahlen lassen. Auf diese Weise holen Sie sich Unterstützung für die Tilgung Ihrer Schulden hinzu. Das kann in Form von regelmäßigen Sondertilgungen passieren, oder die Bank akzeptiert die Zahlungen von Arbeitgeber oder Staat als Teil Ihrer monatlichen Tilgung. Mit der Wohnungsbauprämie ist dies leider nicht möglich, weil sie sich auf Bausparverträge beschränkt. Und: Nicht jede Baufinanzierungs-Bank akzeptiert Tilgungszahlungen durch Ihren Arbeitgeber oder den Staat. Fragen Sie am besten erst bei Ihrer Bank nach, bevor Sie diese Anlageform gegen andere Möglichkeiten abwägen.

Der Bausparvertrag stellt eine sehr gute Vorbereitung auf Ihren Immobilienkauf dar. Seine Guthabenverzinsung ist zwar mit derzeit 0,5 bis 1 Prozent pro Jahr kaum der Rede wert. Umso mehr lohnt sich allerdings das Bauspardarlehen, das Sie nach der etwa siebenjährigen Ansparphase von der Bausparkasse erhalten können. Seine Zinsen sind sehr niedrig, was der späteren Baufinanzierung zugutekommt.

In der Ansparphase des Bausparvertrags können Sie theoretisch von allen drei Zuschüssen profitieren: Der Arbeitgeber gibt Ihnen freiwillig VL dazu (maximal 480 Euro pro Jahr). Falls Sie die jeweiligen Einkommensgrenzen nicht überschreiten, haben Sie außerdem Anspruch auf Arbeitnehmersparzulage (maximal 43 Euro pro Jahr für Singles, 86 Euro pro Jahr für Verheiratete) und Wohnungsbauprämie (maximal 45 Euro pro Jahr für Singles, 90 Euro pro Jahr für Verheiratete).

Für Letztere müssen Sie anfangs eine wichtige Entscheidung treffen: Manche Bausparkassen gewähren Ihnen einen einmaligen Bonus, wenn Sie von Beginn an auf das Bauspardarlehen verzichten. Bedenken Sie aber, dass Sie damit den Anspruch auf Wohnungsbauprämie einbüßen, weil Sie das Geld offensichtlich nicht zum Zwecke eines Immobilienerwerbs einsetzen wollen.

Ihnen steht nicht der Sinn nach einer Immobilie, Sie möchten sich ausschließlich auf das Sparen konzentrieren, legen dabei aber Wert auf Sicherheit. Dann kann der Banksparplan eine gute Alternative für Sie sein. Zwar erhalten Sie für ihn keine staatliche Förderung, Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie fallen also weg. Aber Sie können sich durch die vermögenswirksamen Leistungen des Arbeitgebers dabei unterstützen lassen, mit maximal 480 Euro pro Jahr.

Die Rendite fällt beim Banksparplan meistens deutlich höher als bei Termingeldern, die Laufzeit liegt in der Regel bei sieben Jahren. Banksparpläne haben allerdings keine richtige Sperrfrist, da es keine staatliche Förderung dazu gibt, die Sie bei frühzeitiger Kündigung verlieren könnten. Der Arbeitgeber ist zwar, nachdem er einmal begonnen hat, dazu verpflichtet, sechs Jahre lang einzubezahlen.

Umgekehrt verlieren Sie aber bei frühzeitiger Kündigung Ihres Banksparplans nicht den Anspruch auf seine Einzahlungen, Sie müssen sie also nicht zurück überweisen. Es kann Ihnen höchstens passieren, dass die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung für die vorzeitige Kündigung verlangt. Wie hoch sie ausfällt, ist von Sparplan zu Sparplan unterschiedlich. 

Das Fondssparen ist die risikoreichere, aber auch renditestärkere Schwester des Banksparplans. Sie investieren hierbei in Aktienfonds, deren Rendite nicht von vorneherein klar vorhersehbar und bezifferbar ist, im Allgemeinen aber wesentlich höher ausfällt als bei anderen Anlagen. Gleichzeitig werden Fondssparpläne staatlich gefördert, Sie können also nicht nur vermögenswirksame Leistungen vom Arbeitgeber (maximal 480 Euro pro Jahr), sondern auch Arbeitnehmersparzulage dafür beziehen. Für sie gelten beim Fondssparen höhere Einkommensgrenzen: Singles dürfen, um die Arbeitgebersparzulage zu erhalten, nicht mehr als 20.000 Euro verdienen, Ehepaare nicht mehr als 40.000 Euro. Mit den Einkommensgrenzen steigt auch die maximal mögliche Förderhöhe der Arbeitnehmersparzulage: Singles gibt der Staat bis zu 20 Prozent und maximal 80 Euro pro Jahr dazu, Ehepaare erhalten bis zu 160 Euro pro Jahr extra. 

Die verschiedenen Anlageformen und ihre Fördermöglichkeiten:

VL-Anlage

Arbeitgeber: VL

Staat: Arbeitnehmersparzulage

Staat: Wohnungsbauprämie

Baufinanzierung tilgen

Ja, maximal 480 Euro pro Jahr

Ja, wenn das Einkommen 17.900 Euro pro Jahr (Singles) oder 35.800 Euro pro Jahr (Verheiratete) nicht überschreitet, dann maximal 9% der gesamten Sparsumme bzw. höchstens 43 Euro pro Jahr (Singles) und 86 Euro pro Jahr (Verheiratete)

Nein

Bausparvertrag

Ja, maximal 480 Euro pro Jahr

Ja, wenn das Einkommen 17.900 Euro pro Jahr (Singles) oder 35.800 Euro pro Jahr (Verheiratete) nicht überschreitet, dann maximal 9% der gesamten Sparsumme bzw. höchstens 43 Euro pro Jahr (Singles) und 86 Euro pro Jahr (Verheiratete)

Ja, wenn das Einkommen 25.600 Euro pro Jahr (Singles) oder 51.200 Euro pro Jahr (Verheiratete) nicht überschreitet, dann maximal 8,8% der eigenen Sparsumme, aber höchstens 45 Euro pro Jahr (Singles) und 90 Euro pro Jahr (Verheiratete)

Banksparplan

Ja, maximal 480 Euro pro Jahr

Nein

Nein

Fondssparen

Ja, maximal 480 Euro pro Jahr

Ja, wenn das Einkommen 20.000 Euro pro Jahr (Singles) und 40.000 Euro pro Jahr (Verheiratete) nicht überschreitet, dann maximal 20% der gesamten Sparsumme, aber höchstens 80 Euro pro Jahr (Singles) und 160 Euro pro Jahr (Verheiratete)

Nein

Mit Dr. Klein holen Sie das Beste aus den vermögenswirksamen Leistungen heraus

Finanzielle Unterstützung vom Arbeitgeber und vom Staat beim Sparen, das klingt ja fast zu schön, um wahr zu sein. Ist es aber nicht – viele Arbeitnehmer können diese Geldgeschenke in Anspruch nehmen. Unserer Erfahrung nach wissen das die wenigsten und setzen es dementsprechend nicht in die Tat um – sehr schade. Gerade bei einer kostenintensiven Immobilienfinanzierung können Sie sich das Leben damit wesentlich leichter machen. Unsere Spezialisten für Baufinanzierung zeigen Ihnen, wie Sie VL, Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie optimal für Ihren Bausparvertrag nutzen. Vereinbaren Sie dazu einfach einen Termin zum persönlichen Gespräch bei Ihrem Berater vor Ort.

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