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Variables Darlehen: Keine Zinsbindung, hohe Flexibilität

Sie suchen eine Baufinanzierung , die sich schnell und kostenfrei tilgen lässt? Die Lösung: das variable Darlehen. Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, wie es funktioniert und welche Vor- und Nachteile es hat.

Das variable Darlehen und seine Vor- und Nachteile
  • Inhaltsverzeichnis
    • Was ist ein variables Darlehen?

      Ein variables Darlehen verfügt im Gegensatz zu einer regulären Baufinanzierung nicht über einen festen Zinssatz. Die Zinsen, die der Darlehensnehmer zahlen muss, passen sich alle drei Monate an die aktuellen Marktzinsen an – es werden also variable Zinsen vereinbart. Das hat den Vorteil, dass das variable Darlehen generell günstiger angeboten wird, jedoch besteht das Risiko, dass die Marktzinsen steigen und das Darlehen am Ende doch teuer ist.

      Wozu das variable Darlehen dient

      Bei einer Baufinanzierung in Form eines gängigen Annuitätendarlehens legen Sie sich normalerweise auf einen bestimmten Zinssatz fest, beispielsweise 10 Jahre. Das bedeutet: Der Sollzins, den die Bank Ihnen zu Beginn bietet, ist Ihnen die kommenden 10 Jahre sicher, er kann sich nicht verändern.

      Das heißt aber auch: Innerhalb dieser 10 Jahre kommen Sie eigentlich nicht aus dem Baufinanzierungs-Vertrag heraus. Es sind zudem meist nur geringe Möglichkeiten für Sondertilgungen vorgesehen, und eine vollständige Ablösung der Restschuld ist während der Vertragslaufzeit so gut wie unmöglich.

      Die Zinsbindung kann also in bestimmten Situationen hinderlich sein. Das variable Darlehen kommt Ihnen hier entgegen: Es bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Restschuld mit einer kurzen Kündigungsfrist spontan zu begleichen. Der Preis dafür sind variable Zinsen, die sich regelmäßig an die aktuelle Marktsituation anpassen.

      Wie das variable Darlehen funktioniert

      Beim variablen Darlehen werden die Hypothekenzinsen nicht über einen langen Zeitraum hinweg festgelegt, sondern alle drei Monate an das aktuelle Zinsniveau angepasst. Die vertragliche Grundlage für variable Zinsen ist der sogenannte Drei-Monats-EURIBOR. Dies ist ein Referenzzinssatz, zu dem sich die Banken untereinander Geld ausleihen.

      Ein variabler Zinssatz birgt daher eine gewisse Unsicherheit: Ihre monatliche Rate kann dadurch quartalsweise entsprechend steigen oder sinken. Deshalb ist ein variables Darlehen nur als vorübergehende Finanzierungslösung empfehlenswert, beispielsweise als Zwischenfinanzierung.

      Außerdem gibt Ihnen das variable Darlehen die Möglichkeit, es zu jedem Zinsanpassungstermin in ein gängiges Annuitätendarlehen mit festen Zinsbindungen umzuwandeln. Ist das neue Haus gekauft, können Sie also die Restschuld mit dem Erlös aus dem variablen Darlehen tilgen und es anschließend ganz einfach in eine normale Baufinanzierung mit langer Sollzinsbindung umwandeln.

      Wann sich das variable Darlehen eignet

      Durch seine Flexibilität empfiehlt sich das variable Darlehen immer dann, wenn Sie schnell eine Zwischenfinanzierung benötigen und wissen, dass Sie die Restschuld des variablen Darlehens in Kürze wieder abtragen können. Als Dauerlösung ist es nicht empfehlenswert, weil es durch seine Zinsschwankungen langfristig zu unberechenbar wird.

      Da sind andere Arten von Baudarlehen, wie beispielsweise das Annuitätendarlehen, dann die verlässlichere, bessere Variante. Übrigens können Sie beides auch kombinieren. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, welche Möglichkeiten das variable Darlehen dabei bietet. Die angegebenen Konditionen gelten unter der Voraussetzung, dass der Anteil des variablen Darlehens nicht mehr als 25 Prozent Ihrer Gesamtfinanzierung ausmacht.

      Bedingungen des variablen Darlehens

      • Darlehensmindestbetrag: ab 100.000 €
      • Voraussetzung: meist in Kombination mit einem Annuitätendarlehen mit mindestens 5 Jahren Sollzinsbindung (variabler Anteil maximal 75 %), variable Darlehen sind auch separat erhältlich
      • Zinsanpassung: alle 3 Monate auf Grundlage des EURIBORs
      • Auszahlung: 100 % des Darlehensbetrags
      • Tilgung: 1 % oder höher
      • Tilgungsbeginn: nach Vollauszahlung oder später Besicherung: Grundschuldeintragung auf Wohngebäuden
      • Zahlungsweise: monatlich Tilgungsverrechnung: sofort mit Zahlungseingang
      • Teilauszahlungen: grundsätzlich möglich – bei Neubauvorhaben meist gemäß Makler- und Bauträgerverordnung
      • Bereitstellungszinsen: meist 6 Monate frei, danach 3 % p. a.
      • Kündigungsfrist: 3 Monate
      • Wandlungsrecht: zu jedem Zinsanpassungstermin in ein Annuitätendarlehen möglich
      • Bearbeitungsgebühr: keine
      • Kontoführungsgebühr: meist keine

      Anwendungsbeispiele für ein variables Darlehen

      Ein variables Darlehen bietet sich in verschiedenen Situationen an. Verkaufen Sie zum Beispiel gerade Ihr altes Haus, um ein neues zu erwerben, dann ist das Geld aus dem Verkauf in der Regel noch nicht verfügbar, wenn Sie die finanziellen Mittel für den Neuerwerb benötigen. Das ist ein klassischer Fall für das variable Darlehen: Sie können es mit einer Frist von drei Monaten kündigen und vollständig tilgen, ohne dass die Bank Ihnen eine Vorfälligkeitsentschädigung in Rechnung stellt, wie es bei einer normalen Baufinanzierung der Fall wäre.

      Oder Sie wissen bereits vor dem Kauf Ihres Hauses, dass Ihnen in Kürze größere Summen, beispielsweise durch eine Erbschaft, zur Verfügung stehen werden. Mit einem normalen Annuitätendarlehen können Sie in der Regel höchstens 5 bis 10 Prozent der Darlehenssumme pro Jahr extra einzahlen. Das ist dann unter Umständen zuwenig für Sie. Dann würde es sich anbieten, einen Teil Ihres Finanzbedarfs über ein Annuitätendarlehen und einen anderen Teil über ein variables Darlehen abzudecken. Das variable Darlehen könnten Sie dann durch die Erbschaft vorzeitig tilgen.

      Vor- und Nachteile des variablen Darlehens
      Vorteile
      • Flexibilität
      • 3 Monate Kündigungsfrist
      • Keine Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitiger Tilgung
      Nachteile
      • Unberechenbare Zinsschwankungen
      • (möglicherweise) alle drei Monate eine neue Kreditrate
      • Hohes finanzielles Risiko

      Flexible Alternative: Das Cap-Darlehen

      Wenn Sie nicht nur als Zwischenfinanzierung eine flexible Baufinanzierung möchten, bietet sich als Alternative zum variablen Darlehen das Cap-Darlehen an. Auch hier wird ein variabler Zinssatz festgelegt, allerdings mit einer gewissen Einschränkung. Beim Cap-Darlehen genießen Sie zwar variable Zinsen als Vorteil, gleichzeitig schützt Sie eine Zinsobergrenze vor dem Risiko massiv steigender Bauzinsen. Den Schutz vor steigenden Zinsen lässt sich die finanzierende Bank aber bezahlen, indem sie bereits von vorn herein einen höheren Zinssatz veranschlagt als beim vollkommen variablen Darlehen.

      Das variable Darlehen – ein Helfer für den Übergang

      Es gibt immer mal wieder Konstellationen, in denen vorhandene Gelder nicht verfügbar sind - und dann muss eine Übergangslösung her. Das variable Darlehen eignet sich gut als Zwischenfinanzierung, wenn Sie bereits absehen können, wann Sie es wieder ablösen werden. Durch die ständige Flexibilität der Zinsen kann das variable Darlehen aber niemals eine Dauerlösung sein, dafür ist ein beständiges Annuitätendarlehen besser geeignet. Einen direkten Vergleich ziehen Sie mithilfe unserer Spezialisten für Baufinanzierung. Sie zeigen Ihnen auf Wunsch ganz genau, ob das variable Darlehen zu Ihnen passt und finden mit Ihnen gemeinsam einen optimalen Immobilienkredit.

      Flexible Darlehen zu guten Konditionen

      Das variable Darlehen bietet Chancen, birgt aber auch Risiken. Lassen Sie sich auf der Suche nach einer geeigneten Finanzierung von unseren Spezialisten für Baufinanzierung begleiten. Sie analysieren Ihren Finanzierungsbedarf, finden heraus, ob das variable Darlehen für Ihre Zwecke geeignet ist und informieren Sie über die Konditionen der Anbieter. Kontaktieren Sie Ihren Berater vor Ort, indem Sie aktuelle, unverbindliche Finanzierungsvorschläge anfordern und erhalten Sie innerhalb von 24 Stunden Rückmeldung.

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