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KfW-Darlehen: Günstige Kredite vom Staat für Ihren Immobilienkauf

Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können aufgrund ihrer niedrigen Zinsen eine sinnvolle Ergänzung für Ihre Baufinanzierung sein. Wie Sie an die staatlichen Förderdarlehen kommen, erläutern wir in diesem Artikel.

  • Inhaltsverzeichnis
    • Was sind KfW-Darlehen?

      KfW-Darlehen werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) angeboten. Mit ihren zinsgünstigen Krediten und einmaligen Zuschüsse unterstützt die staatliche Förderbank private Immobilienkäufer bei der Anschaffung eines Eigenheims. In der Regel werden mit der KfW aber keine kompletten Immobilienfinanzierungen getätigt. Ihre Darlehen dienen normalerweise als Ergänzungsbausteine zu einer größeren Hauptfinanzierung. Größter Pluspunkt: Die Zinsen der KfW sind in vielen Fällen niedriger als die einer normalen Baufinanzierung. KfW-Darlehen bringen aber noch weitere Vorteile mit sich, wie tilgungsfreie Anlaufjahre, die den Kreditnehmer in der ersten Finanzierungsphase entlasten.

      Vorteile KfW-Darlehen: Niedrige Zinsen, finanzielle Entlastung

      Die Immobiliendarlehen der KfW sind vom Prinzip her wie ganz normale Baufinanzierungen aufgebaut. Es sind Annuitätendarlehen, für die Sie eine Sollzinsbindung festlegen, die – abhängig vom KfW-Programm – zwischen 5 und 10 Jahren betragen kann. Sie zahlen in dieser Zeit eine Monatsrate, die nach Ablauf der tilgungsfreien Anlaufjahre immer gleich hoch bleibt. Allerdings bestehen drei wesentliche Vorteile im Vergleich zu gängigen Annuitätendarlehen: Sie bieten geringere Zinsen, tilgungsfreie Anlaufjahre und Zuschüsse, die nicht zurück bezahlt werden müssen.

      1. Vorteil: Günstige KfW-Zinsen

      Die Zinsen von KfW-Darlehen sind in der Regel niedriger. Viele Immobilienkäufer fragen sich dennoch, ob es sich grundsätzlich lohnt, einen Kredit der KfW in die Baufinanzierung einzubeziehen. Sind die Zinsen von KfW-Darlehen wirklich immer günstiger als die aktuellen Bauzinsen eines Annuitätendarlehens? Das lässt sich so pauschal nicht beantworten. In Zeiten niedriger Zinsen, wie aktuell der Fall, können die Zinsen gängiger Annuitätendarlehen durchaus mit den KfW-Zinsen mithalten. Allerdings lässt sich sagen: In der Regel reichen die Zinsen normaler Baufinanzierungen nur an das günstige Niveau der KfW heran, wenn der Immobilienkäufer ideale Voraussetzungen mitbringt: Beispielsweise genügend Eigenkapital, um den Beleihungsauslauf unter der 60-Prozent-Marke zu halten.

      Im Vergleich zu normalen Baufinanzierungen punkten KfW-Darlehen, die zur Finanzierung von Maßnahmen zur Energieeffizienz beitragen, mit einmaligen Tilgungszuschüssen. Dafür sind die Zinsbindungen bei KfW-Krediten auf maximal 10 Jahre begrenzt, abhängig vom Programm. Das Gesamtpaket spricht eindeutig für KfW-Darlehen, es kann sich aber dennoch lohnen, die detaillierten Bedingungen zu vergleichen. Mit unserem nachfolgenden Bauzinsen Rechner finden Sie mit tagesaktuellen Beispielzinsen heraus, auf welchem Niveau sich die Baugeldzinsen derzeit bewegen und können diese Daten zu einem direkten Vergleich heranziehen.

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      2. Vorteil: Tilgungsfreie Anlaufjahre

      KfW-Darlehen bieten sogenannte tilgungsfreie Anlaufjahre von 1 bis 5 Jahren, um Sie in der Anfangszeit finanziell zu entlasten. In diesem Zeitraum zahlen Sie mit der monatlichen Rate lediglich die Zinsen des KfW-Kredits, leisten aber keine Tilgung. Das reduziert Ihre Rate und verschafft Ihnen direkt nach dem Kauf der Immobilie finanziellen Spielraum. Allerdings ist hierbei zu beachten: Ab dem vierten Jahr steigt die Monatsrate um den Tilgungsanteil an und bleibt dann bis zum Ende der Zinsbindung immer gleich hoch. So angenehm die finanzielle Entlastung am Anfang auch sein mag: Den Anstieg der Monatsrate nach Ablauf der tilgungsfreien Anlaufjahre müssen Sie von Beginn an auf dem Zettel haben, um keine Überraschung zu erleben.

      3. Vorteil: Einmalige KfW-Zuschüsse

      Nicht alle Fördermaßnahmen der KfW bestehen aus Darlehen, denn die KfW bietet zusätzlich auch einmalige Zuschüsse, die Sie nicht zurück bezahlen müssen. Diese erhalten Sie jedoch nur, wenn Sie Ihre Immobilie energieeffizient bauen, sanieren oder altersgerecht umbauen. Beispielsweise wird der Kauf einer bereits sanierten Immobilie unterstützt, sofern die Maßnahmen im Kaufvertrag ausgewiesen wurden. Oder Sie kaufen eine sanierungsbedürftige Immobilie und planen die Maßnahmen, die zu mehr Energieeffizienz führen, direkt in die Finanzierung mit ein. 

      Hinsichtlich der Zuschüsse gibt es noch einen wichtigen Unterschied: Es gibt einmalige Zuschüsse, die Sie sozusagen direkt von der KfW erhalten, beispielsweise für eine neue Heizungsanlage bei KfW 430 – Investitionszuschuss. Ein solcher KfW-Zuschuss wird direkt an Sie ausbezahlt, sodass Sie ihn zur Begleichung von Rechnungen in diesem Zusammenhang nutzen können. Diese Direktzuschüsse beantragen Sie direkt bei der KfW, und zwar über das eigens dafür vorgesehene Zuschussportal.

      Daneben gibt es noch Tilgungszuschüsse, zum Beispiel bei KfW-Darlehen 153 – Energieeffizient Bauen oder bei KfW-Darlehen 151/152 – Energieeffizient Sanieren. Tilgungszuschüsse werden nicht direkt an Sie ausbezahlt, sondern von der Restschuld des ebenfalls zum Förderprogramm gehörenden KfW-Darlehen abgezogen. Bis zu 15 Prozent der Darlehenssumme und bis zu einer maximalen Höhe von 15.000 Euro pro Wohneinheit können Sie, je nach erreichtem KfW-Effizienzhaus-Standard, dazu bekommen. Denkbare Maßnahmen sind beispielsweise die Wärmedämmung der Immobilie, der Austausch von Fenstern und Türen oder eine neue, energieeffiziente Heizung. Solche Vorteile gibt es bei normalen Annuitätendarlehen nicht. Den Tilgungszuschuss müssen Sie nicht zurück bezahlen. Wenn Sie beispielsweise einen KfW-Kredit 153 von 50.000 Euro aufnehmen und durch die Maßnahmen den höchsten Effizienzhaus-Standard erreichen, müssen Sie nur 35.000 Euro tilgen und bekommen den Rest erlassen. Solche Tilgungszuschüsse beantragen Sie über die durchleitende Bank, mit der Sie auch das dazu gehörende KfW-Darlehen abgeschlossen haben.

      KfW-ProgrammZweckZuschussartMaximaler Zuschuss
      KfW 151Energieeffizienz: Energieeffiziente Sanierung einer BestandsimmobilieTilgungszuschuss27.500 € pro Wohneinheit
      KfW 153Energieeffizienz: Kauf eines energieeffizienten NeubausTilgungszuschuss15.000 € je Wohneinheit
      KfW 275Energieeffizienz: Anschaffung eines BatteriespeichersDirektzuschuss10 % der Kreditsumme
      KfW 430Energiefffizienz: Zuschuss zur energieeffizienten SanierungDirektzuschuss30.000 € pro Wohneinheit
      KfW 431Energieffizienz: Zuschuss zur BaubegleitungDirektzuschuss4.000 € pro Wohneinheit
      KfW 455Altersgerechter Umbau: Zuschuss für Maßnahmen zwecks Barrierereduzierung und EinbruchschutzDirektzuschussBis 6.250 € pro Wohneinheit
      Tabelle: Maximale Tilgungszuschüsse einzelner KfW-Förderungen

      KfW-Förderfinder

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      Besonderheiten eines KfW-Darlehens

      Im Vergleich zu normalen Annuitätendarlehen weisen KfW-Darlehen neben tilgungsfreien Anlaufjahren, günstigeren Zinsen und Tilgungszuschüssen noch weitere Besonderheiten auf. Diese sollten Sie kennen, bevor Sie ein KfW-Darlehen in Ihre Immobilienfinanzierung integrieren oder mit einem KfW-Darlehen einzelne Sanierungsmaßnahmen vornehmen.

      Grundbucheintragung durch durchleitende Bank

      KfW-Darlehen werden nie direkt bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau beantragt, sondern immer über eine sogenannte "durchleitende Bank". Die meisten großen, deutschen Geschäftsbanken, die Baufinanzierungen anbieten, kooperieren mit der KfW. Sie können also bei Ihrer Hausbank nicht nur das Hauptdarlehen zur Finanzierung einer Immobilie abschließen, sondern auch dazu passende KfW-Kredite. Es ist in vielen Fällen sinnvoll, die Förderung der KfW in die Finanzierung einzubeziehen, weil Sie auf diese Weise Teilsummen des benötigten Betrags sehr zinsgünstig geliehen bekommen. Diese müssen im Normalfall über das Grundbuch mit abgesichert werden, wie die Hauptfinanzierung auch.

      Als Gläubigerin wird aber in diesem Fall nicht die KfW eingetragen, sondern die durchleitende Bank. Denn sie haftet gegenüber der Kreditanstalt für Wiederaufbau für Ihre Zahlungsfähigkeit. Das Hauptdarlehen erhält in der Rangfolge den ersten Platz, weil es normalerweise die höhere Restschuld aufweist. Das KfW-Darlehen wird also nachrangig besichert. Am Ende stehen zwei Darlehen im Grundbuch:

      1. Das Hauptdarlehen, meist ein Annuitätendarlehen, Gläubigerin: die durchleitende Bank.
      2. Das KfW-Darlehen, meist ebenfalls ein Annuitätendarlehen, Gläubigerin: ebenfalls die durchleitende Bank.

      Beachten Sie dabei aber: Oftmals müssen nur KfW-Kredite mit einer Summe ab 30.000 Euro aufwärts ins Grundbuch eingetragen werden. 

      Die KfW überlässt die Entscheidung darüber, ob ein Grundbucheintrag getätigt werden muss, in der Regel der durchleitenden Bank, die gegenüber der KfW für die Abzahlung des Kredits haftet. Ihre Bank wägt also ab und entscheidet darüber, ob der Grundbucheintrag notwendig ist oder nicht und ob dadurch Folgekosten aufgrund von Notargebühren und Gebühren für die Eintragung entstehen. Welche Nebenkosten dafür auf Sie zukommen können, zeigt Ihnen unser Grundbuchrechner.

      Laufzeit und Zinsbindung bei der KfW

      Bei normalen Annuitätendarlehen sind die Laufzeit des Kreditvertrags und die Länge der Sollzinsbindung meist identisch. Das heißt: Hier wählen Sie Ihre Zinsbindung aus und legen die Zinsen beispielsweise für die kommenden zehn Jahre fest. Der Vertrag läuft dann ebenfalls nach zehn Jahren aus. Bei den KfW-Darlehen läuft es ein wenig anders. Hier legen Sie die Kreditlaufzeit und die Zinsbindung getrennt voneinander fest. Ein Beispiel: Bei KfW-Darlehen 159 – Altersgerecht Umbauen können Sie Kreditlaufzeiten von 4 bis 30 Jahren wählen und sich für Zinsbindungen von 5 oder 10 Jahren entscheiden. 

      Es gilt: Je kürzer die Zinsbindung, desto günstiger ist der KfW-Zins.

      Im Extremfall entscheiden Sie sich hier für eine Kreditlaufzeit von 30 Jahren und eine Zinsbindung von 5 Jahren. Sie schließen den Vertrag ab, er beginnt zu laufen, und die erste Zinsbindung läuft mit. Nach den ersten 5 Jahren ist die Zinsbindung zu Ende, der Vertrag für Ihr KfW-Darlehen besteht aber weiter und muss grundsätzlich von Ihnen auch weiter bedient werden – allerdings zu den nun marktüblichen Zinsen, die durchaus in der Zwischenzeit gestiegen sein können. Es ist also möglich, dass die KfW Ihnen nun einen schlechteren Zins gibt als zuvor. Ihre Handlungsmöglichkeiten hängen von Ihrer Ausgangssituation ab:

      1. Ihr KfW-Darlehen läuft seit weniger als zehn Jahren – dann kommen Sie nur gegen Vorfälligkeitsentschädigung aus dem Vertrag raus. Sie können KfW-Kredite jederzeit komplett ablösen (übrigens auch schon, bevor die Zinsbindung endet), aber eben nicht kostenlos. Die Höhe  der Vorfälligkeitsentschädigung bestimmt Ihre Hausbank, über die Sie den KfW-Kredit damals beantragt haben. Bevor Sie den Kredit ablösen können, müssen Sie eine Anschlussfinanzierung bei einer anderen Bank auf die Beine stellen, um mit deren Summe die Restschuld bei der KfW abzulösen.
      2. Läuft Ihr KfW-Darlehen bereits länger als zehn Jahre – dann können Sie den Vertrag jederzeit ohne Vorfälligkeitsentschädigung kündigen: In diesem Fall greift das gesetzlich vorgegebene Sonderkündigungsrecht gemäß §489 BGB mit einer Frist von sechs Monaten, und Sie können den Kreditvertrag komplett kostenfrei ablösen. Nun benötigen Sie ebenfalls eine Anschlussfinanzierung.
      3. Sie möchten den Kredit bei der KfW fortführen – dann müssen Sie allerdings die neuen Zinsbedingungen der KfW akzeptieren. Sie stellt Ihnen aber zumindest verschiedene Zinsbindungs-Längen für die neue Finanzierungsrunde zur Wahl, die mit unterschiedlichen Sollzinssätzen verbunden sind. 

      Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob es zu riskant ist (Stichwort: Zinsänderungsrisiko), sich mit so langen Kreditlaufzeiten an die KfW zu binden. Da Sie immer nach 10 Jahren kündigen können und da die Zinsen bei der KfW in der Regel günstiger sind, hält sich dieses Risiko jedoch in Grenzen. Genauer gesagt verhält es sich folgendermaßen: Die Zinsen für KfW-Darlehen sind heute günstiger als die normaler Annuitätendarlehen, und sie werden auch in fünf Jahren noch vergleichsweise günstiger sein. Fazit: Es bietet sich an, lange Kreditlaufzeiten zu wählen, um den Zins niedriger zu halten. Gleichzeitig sollten Sie jedoch in Zeiten niedriger Zinsen auf möglichst lange Zinsbindungen setzen, auch bei KfW-Darlehen.

      Anschlussfinanzierung mit der KfW

      Oft stellen Kunden uns die Frage, ob sie mit der KfW auch eine Anschlussfinanzierung bestreiten können.  Das hängt davon ab, in welcher Situation Sie sich aktuell befinden und welche Art von Darlehen Sie zurzeit bedienen:

      • Sie haben ein normales Annuitätendarlehen, das in Kürze ausläuft und benötigen hierfür eine Anschlussfinanzierung: Dann haben wir schlechte Nachrichten, denn die Kredite der KfW können in diesem Fall nicht als Anschlussfinanzierung eingesetzt werden. Sie sind nicht dazu gedacht, eine normale Baufinanzierung abzulösen und umzuschulden.
      • Sie haben ein KfW-Darlehen, dessen Zinsbindung bald ausläuft, während die Kreditlaufzeit aber noch einige weitere Jahre umfasst: In diesem Fall wird Ihr laufendes KfW-Darlehen nach Ablauf der ersten Zinsbindung zu neuen Zinsbedingungen von der KfW weiterfinanziert. Man kann hier streng genommen nicht von einer Anschlussfinanzierung sprechen, weil kein neuer Vertrag abgeschlossen wird, eher von einer Prolongation, da Sie den bestehenden Vertrag auf Basis neuer Zinsbedingungen fortführen.
      • Sie haben ein KfW-Darlehen, dessen Zinsbindung und Laufzeit in Kürze gleichzeitig auslaufen: Dann ist eine Anschlussfinanzierung mit der KfW leider nicht möglich. Sie müssen das bestehende KfW-Darlehen zum entsprechenden Datum durch ein normales Annuitätendarlehen ablösen.

      Anfängliche Tilgung bei KfW-Krediten

      Bei vielen KfW-Krediten sind 1 bis 5 tilgungsfreie Anlaufjahre vorgesehen, in dieser Zeit wird mit der monatlichen Rate überhaupt nicht getilgt. Die Tilgung setzt erst danach ein. Doch wie hoch ist der Tilgungsanteil dann? Das hängt von der gewählten Laufzeit und den tilgungsfreien Anlaufjahren ab. Je höher Sie von Beginn an tilgen, desto schneller sind Sie schuldenfrei und desto geringer sind die gesamten Zinszahlungen über die Jahre hinweg. Wie hoch die anfängliche Tilgung exakt ausfällt, ist von KfW-Programm zu KfW-Programm unterschiedlich.

      Sondertilgungen bei KfW-Darlehen

      Bei gängigen Annuitätendarlehen sind oftmals kostenlose Sondertilgungen in Höhe von fünf Prozent pro Jahr inklusive. Sie können also neben der Tilgung durch die regelmäßige, monatliche Rate, zusätzliche Sondereinzahlungen vornehmen, sobald Ihnen weitere Geldmittel zur Verfügung stehen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet solche Sondertilgungen bei ihren KfW-Darlehen nur sehr eingeschränkt an und verlangt für Sondertilgungen normalerweise eine Vorfälligkeitsentschädigung. Die genaue Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung teilt Ihnen die durchleitende Bank mit, über die Sie den KfW-Kredit einst beantragt haben. Über diese Bank wickeln Sie übrigens auch die Sondertilgung ab. 

      Durch die Sondertilgung reduziert sich Ihre Restschuld für Ihr KfW-Darlehen mit einem Mal. Das heißt, dass Sie anschließend einen aktualisierten Tilgungsplan benötigen, denn Ihr bisheriger ist nach der Sondertilgung veraltet. Falls die Bank Ihnen den Tilgungsplan nicht von alleine aushändigt, fordern Sie ihn unbedingt ein. Sie benötigen die neuen Daten später möglicherweise noch für die Planung einer Anschlussfinanzierung. Ihre monatliche Rate bleibt trotz Sondertilgung übrigens gleich hoch. Aber: Durch die neue, niedrigere Restschuld verschieben sich lediglich der Zins- und Tilgungsanteil innerhalb der Rate. Der Zinsanteil sinkt, der Tilgungsanteil steigt. 

      Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie sich die Sondertilgungsbedingungen bei den einzelnen Programmen gestalten.

      KfW-ProgrammSondertilgungsmöglichkeiten
      124 – WohneigentumsprogrammNur Sondertilgung des Gesamtbetrages gegen Vorfälligkeitsentschädigung möglich
      153 – Energieeffizient BauenNur Sondertilgung des Gesamtbetrages gegen Vorfälligkeitsentschädigung möglich
      151 – Energieeffizient SanierenNur Sondertilgung des Gesamtbetrages gegen Vorfälligkeitsentschädigung möglich
      159 – Altersgerecht UmbauenNur Sondertilgung des Gesamtbetrages gegen Vorfälligkeitsentschädigung möglich
      134 – GenossenschaftsanteileKostenlose Sondertilgung des Gesamtbetrags oder von Teilbeträgen ab 1.000 € möglich
      167 – Energieeffizient Sanieren – ErgänzungskreditNur Sondertilgung des Gesamtbetrages gegen Vorfälligkeitsentschädigung möglich
      270 – Erneuerbare EnergienTeilweise Tilgung oder Komplett-Tilgung gegen Vorfälligkeitsentschädigung möglich
      275 – Erneuerbare Energien – BatteriespeicherNur gegen Vorfälligkeitsentschädigung in Gänze oder in Teilen möglich
      Tabelle: Sondertilgungen bei KfW-Programmen

      Abrufintervalle und Bereitstellungszinsen

      Beim Kauf einer Bestandsimmobilie benötigen Sie die Finanzierungssumme direkt nach dem Kauf, denn sie wird auf einen Schlag nach Abschluss des Kaufvertrages fällig. In diesem Fall können Sie auch die Beträge aus Ihrem KfW-Kredit ganz normal "in einem Rutsch" abrufen. Bei der Finanzierung eines Neubaus läuft es anders: Hier bezahlen Sie den Baufortschritt Stück für Stück, und zwar immer dann, wenn wieder ein Bauabschnitt fertig gestellt wurde. Diese Bezahlintervalle legen Sie in der Regel gemeinsam mit dem Bauträger vertraglich fest. In diesem Zusammenhang lässt sich der KfW-Kredit auch in Teilsummen abrufen. Dabei ist aber wichtig zu wissen, dass KfW-Darlehen wie beispielsweise das Wohneigentumsprogramm (KfW 124) innerhalb von 12 Monaten komplett abgerufen werden müssen. 

      Bereitstellungsfreie Zeit bei einzelnen KfW-Programmen

      Jedes Darlehen der KfW enthält bereitstellungsfreie Zeiten. Das ist der Zeitraum ab dem Abschluss des Vertrages bis zu dem Moment, in dem Sie den Kredit abrufen. Innerhalb dieser Frist berechnet die Bank Ihnen keine Zinsen für das Bereithalten des Geldes. Nach Ablauf der Frist hingegen zahlen Sie bei der KfW 0,25 Prozent pro Monat auf den noch nicht abgerufenen Restschuldbetrag. Genau genommen gelten bei den einzelnen KfW-Programmen die folgenden Fristen:

      KfW 270 – Erneuerbare Energien: 1 Monat und 2 Bankarbeitstage

      KfW 275 – Erneuerbare Energien - Batteriespeicher: 1 Monat und 2 Bankarbeitstage

      KfW 124 – Wohneigentumsprogramm: 4 Monate

      KfW 134 – Genossenschaftsanteile: 4 Monate

      KfW 159 – Altersgerecht Umbauen: 4 Monate

      KfW 167 – Ergänzungskredit: 4 Monate

      KfW 153 – Energieeffizient Bauen: 6 Monate

      KfW 151 – Energieeffizient Sanieren: 6 Monate

      Abrufreihenfolge bei KfW-Krediten

      Einen Immobilienkauf finanzieren Sie in der Regel nicht alleine über KfW-Kredite, sondern stemmen den Hauptteil über eine normale Baufinanzierung. Beim Neubau stellt sich dann oft die Frage: Begleiche ich die Rechnungen zu einzelnen Bauabschnitten zuerst durch das Hauptdarlehen oder zuerst über das KfW-Darlehen? Und wer bestimmt das? Die Antwort darauf lautet: Das kommt darauf an, was Sie mit der durchleitenden Bank vereinbart haben. Hintergrund: Die durchleitende Bank haftet der KfW gegenüber für Ihre Zahlungsfähigkeit. Deshalb wird der KfW-Kredit meist im Grundbuch besichert, aber hier wird nicht die KfW als Gläubiger notiert, sondern die durchleitende Bank. Bei dieser schließen Sie ja gleichzeitig auch das Hauptdarlehen ab. Es stehen am Ende also zwei Kredite für dieselbe Bank im Grundbuch:

      Das Hauptdarlehen an erster Stelle, weil es in der Regel die höhere Summe aufweist, das KfW-Darlehen an zweiter Stelle. Normalerweise bestimmt die Absicherungsreihenfolge im Grundbuch auch darüber, welches Darlehen zuerst abgerufen werden muss. Zuerst wird das Hauptdarlehen "geleert", dann das KfW-Darlehen. Das gilt vor allem bei Programmen wie KfW 124, die dem Zweck des Immobilienerwerbs dienen. Bei spezielleren Programmen wie KfW 159 - Altersgerecht Umbauen ist es hingegen so, dass der Kreditbetrag einem speziellen Zweck zugeführt werden muss, nämlich den Umbaumaßnahmen. Dadurch klärt sich quasi von alleine, mit welchem Kredit sie bestimmte Rechnungen bezahlen: Das Geld aus KfW 159 darf nur zur Begleichung dieser Umbaumaßnahmen abgerufen werden.

      Energieberater und Verwendungsnachweise

      Einige KfW-Darlehen und -Zuschüsse sind nur für bestimmte Verwendungszwecke gedacht. Das betrifft vorrangig Förderprogramme zur Finanzierung der energieeffizienten Sanierung von Immobilien. Dabei ist es notwendig, vor oder nach Umsetzung der Maßnahmen schriftliche Verwendungsnachweise zu erbringen. Die muss ein qualifizierter Energieberater für Sie ausfüllen, der das Projekt die fachgerechte Umsetzung beurteilt. Bei folgenden Programmen benötigen Sie einen Energieberater und / oder einen Bausachverständigen, der Sie durch den Prozess begleitet und bei Bedarf benötigte Formulare zur Beantragung des Darlehens oder zum Abruf des Zuschusses für Sie ausfüllt:

      • KfW 153 – Energieeffizient Bauen
      • KfW 151 – Energieeffizient Sanieren
      • KfW 159 – Altersgerecht Umbauen
      • KfW 167 – Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit
      • KfW 430 – Energieeffizient Sanieren - Investitionszuschuss

      Auch die Kosten für den Sachverständigen selbst werden durch die KfW gefördert, und zwar über das Förderprogramm 431 – Energieeffizient Sanieren – Baubegleitung.

      Alle KfW-Kredite und Zuschüsse im Überblick

      Welche Förderung der KfW zu Ihnen passt, hängt von Ihrem Vorhaben ab. Genau genommen stellt sich die Frage, ob Sie eine neue Immobilie bauen, eine vorhandene kaufen oder Ihr Eigenheim sanieren möchten. Das Gute an den KfW-Darlehen: Sie lassen sich auch miteinander kombinieren. 

      Sie möchten eine neue Immobilie bauen?

      Sie möchten eine vorhandene Immobilie kaufen?

      Sie möchten Ihr Eigenheim modernisieren?

      KfW-Darlehen beantragen

      Die Zuschüsse der KfW können Sie direkt bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau beantragen, und zwar über das eigens dafür gedachte Zuschussportal. Die Kredite der KfW hingegen müssen über die "durchleitende Bank" beantragt werden. Wenn Ihre Hausbank mit der KfW kooperiert, dann koordiniert sie den Antragsprozess für Sie.

      KfW-Kredit beantragen Schritt für Schritt

      1. Förderfähigkeit checken

        Welche Förderung Sie von der KfW erhalten können, sei es ein Darlehen oder ein Zuschuss oder sogar beides, hängt von Ihrem Vorhaben ab: Wollen Sie bauen oder kaufen, Ihre Immobilie modernisieren? Finden Sie gemeinsam mit Ihrer Hausbank Antworten auf diese Fragen.

      2. Bankpartner zur Beantragung suchen

        Ein KfW-Kredit wird nie direkt bei der KfW beantragt, sondern ausschließlich über eine Bank, das sogenannte durchleitende Kreditinstitut. Dazu arbeitet die KfW bundesweit mit vielen Finanzierungspartnern, Banken und Sparkassen zusammen.  Allerdings besteht für Banken keine Verpflichtung zur Vermittlung von KfW-Darlehen. Dementsprechend werden die Förderprodukte der KfW auch nicht von jedem Kreditinstitut angeboten. Erkundigen Sie sich also am besten bei Ihrer Hausbank, ob sie die Darlehen der KfW zu Ihrem Baudarlehen vermittelt, also diese in Ihrem Namen auch beantragen kann.

      3. Antrag ausfüllen

        Um einen Antrag für einen KfW-Kredit zu stellen, muss das betreffende Antragsformular bei der Bank Ihrer Wahl unterschrieben und dann durch diese Bank bei der KfW eingereicht werden. Zwar werden KfW-Darlehen in der Regel mit einer Baufinanzierung kombiniert, grundsätzlich können die Förderdarlehen jedoch auch einzeln beantragt werden. Wird jedoch eine Kombination von KfW-Darlehen und Baufinanzierung erwogen, sollten Sie beachten, dass die Abwicklung dieser beiden Kredite getrennt erfolgt, demzufolge auch separate Antragsunterlagen erforderlich sind. Mehr über den richtigen Zeitpunkt der Beantragung und weitere Details finden Sie auf der Seite zur KfW-Förderung.

      4. Projekt starten

        Sobald Sie die schriftliche Förderzusage der KfW erhalten haben, können Sie Ihr Vorhaben in die Tat umsetzen und die Immobilie kaufen, mit dem Bau oder mit der Sanierungsmaßnahme beginnen.

      KfW-Darlehen mit unseren Spezialisten abschließen

      Wer eine Immobilie finanzieren will, sollte die Angebote der KfW in jedem Fall genau prüfen. Da Sie die Darlehen ohnehin über eine durchleitende Bank beantragen müssen, ist es sinnvoll, Hauptfinanzierung und KfW-Darlehen in einem Rutsch abzuschließen. Bei Dr. Klein ist das möglich: Unsere Spezialisten helfen Ihnen bei der Planung Ihres Immobilienkredits und zeigen, welche KfW-Förderung Ihnen zur Verfügung steht. Sie kümmern sich außerdem um alle Formalitäten und übernehmen die Beantragung bei der KfW. 

      Unsere Tipps zur KfW im Interview

      Unser Spezialist für Baufinanzierung, Rainer Wilke, stellt die Kreditanstalt für Wiederaufbau im dreieinhalbminütigen Gespräch mit Denise Haarstrick-Rump vor, erklärt ihre wichtigsten Programme und zeigt, wie sich die KfW-Darlehen in eine Gesamtfinanzierung integrieren lassen.
      Mit freundlicher Genehmigung von Radio Hannover.

      Beachten Sie aber: Es ist bei uns leider nicht möglich, im Nachhinein einzelne KfW-Kredite zum Beispiel für eine Modernisierung zu beantragen. Wir vermitteln die Finanzlösungen der KfW nur gemeinsam mit einer Baufinanzierung, die für einen gleichzeitigen Hauskauf gedacht ist. 

      KfW-Darlehen und Baufinanzierung aus einem Guss

      Kommen Sie einfach auf uns zu und lassen Sie sich von einem unserer Berater vor Ort die passende Kombination aus Baufinanzierung und KfW-Kredit zeigen. Um unseren Service in Anspruch zu nehmen, fordern Sie aktuelle Finanzierungsvorschläge von uns an, und wir melden uns binnen 24 Stunden bei Ihnen.

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