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Mehrgenerationenhaus kaufen: Ein Zuhause für drei Generationen

Oma, Opa, Kinder und Enkel unter einem Dach: Mehrgenerationenhäuser werden immer beliebter. Alles zur Finanzierung und Förderung des Mehrgenerationenwohnens erfahren Sie in diesem Artikel.

Mehrgenerationenhaus kaufen oder bauen?
  • Inhaltsverzeichnis
    • Was ist ein Mehrgenerationenhaus?

      Für den Begriff „Mehrgenerationenhaus“ gibt es verschiedene Definitionen: So nennt sich beispielsweise ein Begegnungsstätten-Projekt für Jung und Alt, das von der Bundesregierung gefördert und von Ehrenamtlichen geführt wird. In diesem Artikel beschäftigen wir uns aber mit dem Mehrgenerationenhaus als gemeinsames Zuhause mehrerer Generationen einer Familie.

      Ob gemietet oder gekauft, gute Gründe für ein Mehrgenerationenhaus gibt es genügend:

      • Kosten sparen:
        Zieht eine Familie mit den Eltern oder Großeltern unter ein Dach, lässt sich meist die Miete von mindestens einer Wohnung einsparen. Zudem ist häufig mehr Eigenkapital vorhanden, die Baufinanzierung wird dadurch günstiger. Auch bei den Nebenkosten gibt es Sparpotenzial, weil viele Verträge wie beispielsweise für Strom, Fernsehen oder Telefon nur einmal benötigt werden.
      • Gute Geldanlage:
        In einer gemeinsamen Immobilie ist das Ersparte gut untergebracht, denn Immobilien gelten als wertbeständig. Man schafft einen gemeinsamen Wert.
      • Gemeinsamer Haushalt:
        Auch von einem gemeinsamen Haushalt können alle Seiten vielfältig profitieren. Um die ältere Generation herum wird es durch den familiären Trubel nie einsam, und es ist immer jemand da, der mal auf die Kinder aufpasst oder eine Besorgung macht, wenn den Arbeitnehmern der Familie die Zeit dazu fehlt.
      • Pflegekoordination wird erleichtert:
        Für Angehörige ist es wesentlich einfacher, sich um die Belange der Älteren zu kümmern (Arztbesuche, Medikamentenversorgung, Koordination eines Pflegedienstes, Lebensmittelversorgung)

      Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Kauf eines Mehrgenerationenhauses. Dabei gehen wir den folgenden Fragen auf den Grund: Welche Immobilienarten bieten sich an? Was kostet ein Mehrgenerationenhaus, welche Förderungen hält der Staat für Mehrgenerationenhäuser bereit, und wie finanziert man ein solches Wohnprojekt am besten?

      Grundvoraussetzungen fürs Mehrgenerationenwohnen

      Zu allererst müssen sich alle Beteiligten einig sein: Ja, wir möchten ab sofort gemeinsam wohnen und ein Mehrgenerationenhaus anschaffen. Gerade, wenn es an den Kauf einer gemeinsamen Immobilie geht, ist Einigkeit sehr wichtig. Niemand sollte mit einem unguten Gefühl in ein solches Projekt starten. 

      Zuerst wichtige Fragen rund ums Mehrgenerationenwohnen klären

      In puncto Anschaffung und Zusammenleben müssen vor allem folgende Themen im Vorfeld besprochen werden:

      • Wann wollen wir das Mehrgenerationenhaus angehen und zusammenziehen?
      • Welche Art der Immobilie schwebt uns allen vor?
      • Was darf das neue, gemeinsame Generationenhaus kosten?
      • Wer trägt dabei welche Kosten (Kaufpreis und laufende Kosten)?
      • Wie sollen die Eigentumsverhältnisse geregelt sein (wer steht im Grundbuch, wer hat welches Wohnrecht)?
      • Wie geht man ab sofort mit den neuen, gemeinsamen Lebenshaltungskosten um?
      • Wer übernimmt im neuen Mehrgenerationenhaus welche Alltagsaufgaben?
      • Welche Regeln sollten für das Zusammenleben gelten?
      • Wie geht man vor, wenn aufgrund einer Notsituation wie beispielsweise einer plötzlichen Pflegebedürftigkeit der Älteren mehr Geld benötigt wird, das dann eventuell im Haus steckt?

      Angehörige sind im Fall einer Pflegebedürftigkeit auch zu Unterhalt verpflichtet. Müssen die Großeltern in ein Pflegeheim und reicht ihre Rente nicht aus, bittet das Sozialamt direkte Verwandte ersten Grades zur Kasse. Deren Immobilien sind grundsätzlich geschützt. Anders sieht es aus, wenn Oma und Opa als Eigentümer mit im Grundbuch stehen, dann ist es durchaus möglich, dass das Mehrgenerationenhaus verkauft werden muss, um ihren Besitz herauszulösen und für die Pflegekosten einzusetzen. Und natürlich muss man sich auch moralisch fragen: Wäre es nicht ohnehin fair, die Immobilie im Notfall zu verkaufen, damit Oma und Opa einen guten Lebensabend haben?

      Machen Sie sich über diese Fragen vor der Anschaffung gemeinsam Gedanken, damit das Projekt nicht im Nachhinein an Streitigkeiten scheitert.

      Familie hin oder her – Mehrgenerationenwohnen lieber vertraglich abstecken

      Weil an einem Mehrgenerationenhaus mehrere Parteien beteiligt sind, weil alle durch die finanzielle Beteiligung ein Interesse und Rechte an der Immobilie haben, und weil in Familien nicht immer eitel Sonnenschein garantiert ist, sollten Sie den ganzen Kaufvorgang anwaltlich begleiten lassen. Lassen Sie vertraglich manifestieren, wer wie viel leistet und welche Rechte er damit an der Immobilie erwirbt. Denn im Streitfall spielt der Verwandtschaftsgrad manchmal plötzlich keine Rolle mehr, und jeder kämpft erbittert um die eigenen Rechte. Die Finanzen stehen dabei oft im Zentrum der Problematik. Ein Fachanwalt für Immobilienrecht kann beiden Parteien dabei zur Seite stehen.

      Stecken Sie mit dem Anwalt genau ab, welche Partei wie viel Geld ins Mehrgenerationenhaus einbringt und welche Rechte sie dadurch erwirbt: Steuern Oma und Opa etwa die Hälfte des Kaufpreises als Eigenkapital bei, bietet es sich beispielsweise an, ihnen im Gegenzug ein lebenslanges Wohnrecht zu gewähren und ihnen einen geringeren Beitrag im Hinblick auf die Lebenshaltungskosten zu berechnen. Gleichzeitig ist es wichtig zu klären, was passieren soll, wenn ihre Pflegebedürftigkeit zunimmt. Für diese Fälle sollte auf jeden Fall ein finanzieller Puffer zurück behalten werden. Im Pflegefall kann auch der Wiederverkauf des Mehrgenerationenhauses eine faire Lösung sein, um eine qualitativ angemessene Versorgung zu gewährleisten. Achtung: Stehen die Großeltern im Grundbuch und gehört ihnen somit offiziell ein Anteil des Hauses, kann das Sozialamt im Pflegefall darauf pochen, die Immobilie zu veräußern, um mit dem Erlös für die Pflegekosten aufzukommen. Lassen Sie sich auch in diesem Punkt juristisch beraten. 

      Schieben Sie diese Überlegungen nicht auf die lange Bank und lassen Sie es nicht darauf ankommen: Wer schon vorher gemeinsam alle Eventualitäten bespricht und sich dafür einen gemeinsamen Masterplan zurechtlegt, hat später weniger Kämpfe auszufechten.

      Welche Immobilienarten eignen sich als Generationenhaus?

      Wer sich Gedanken darüber macht, mit mehreren Generationen unter ein Dach zu ziehen, fragt sich zuerst, welche Immobilien dafür überhaupt infrage kommen. Genauer gesagt: Wie viele Wohneinheiten werden benötigt, eine oder zwei, und wie lässt sich die Immobilie dann gestalten? Unabhängig von der Frage nach der Anzahl der Wohneinheiten gibt es mit Blick auf die Zukunft noch ein weiteres Kriterium, das für die älteren Mitbewohner besonders wichtig ist: die Barrierefreiheit der Immobilie.

      Barrierefreiheit beim Mehrgenerationenhaus

      Der Hauseingang ist nur über zehn Stufen erklimmbar? Die Schwelle der Terrassentür lässt den Weg in den Garten zum Hürdenlauf werden? Die Türen innerhalb des Mehrgenerationenhauses sind so eng, dass kein Rollstuhl hindurch passt? All das sind Punkte, die das Leben im Alter erheblich erschweren können. Selbst, wenn die ältere Generation zum Zeitpunkt des Kaufs noch körperlich fit ist: Das kann sich in wenigen Jahren deutlich ändern.

      Manchmal reicht ein einziger Sturz und ein langer Krankenhausaufenthalt aus, um die gesundheitliche Situation deutlich zu verschlechtern. Ältere Menschen erholen sich langsamer von solchen Zwischenfällen, und oft bleiben anschließend körperliche Einschränkungen erhalten.

      Außerdem ist die Barrierefreiheit nicht nur für Ältere von Bedeutung: Auch für die Jüngeren bringen bodengleiche Duschen, hürdenlose Zugänge zum Haus oder beispielsweise automatische Türöffner erheblichen Komfort mit sich.

      Vergessen Sie nicht, dass Sie selbst auch älter werden. Ist die Immobilie bereits beim Kauf barrierefrei, genießen auch die heutigen Hauptverdiener in der Rente einen deutlich müheloseren Alltag. Und – last but not least: Einschränkungen können jeden treffen. Laut Arbeitnehmerkammer Bremen haben 10 Prozent aller Menschen auf der Welt eine Behinderung. Doch 95 Prozent der Beeinträchtigungen treten erst im Laufe des Lebens auf, sind also nicht von Geburt an vorhanden. Mit einem barrierefreien Zuhause sind Sie für alle Eventualitäten des Lebens gewappnet. Davon abgesehen trägt die Barrierefreiheit auch zum Werterhalt, wenn nicht sogar zur Wertsteigerung einer Immobilie bei.

      Wichtige Punkte der Barrierefreiheit sind beispielsweise:

      • Barrierefreier Zugang zum Mehrgenerationenhaus, keine Stufen am Eingang
      • Barrierefreier, geräumiger Parkplatz direkt vor der Tür
      • Fahrstühle / Treppenlifte als Zugang zu allen Etagen
      • Barrierefreie Haustechnik (z.B. Steuerung von schwer zugänglichen Bestandteilen wie der Heizung oder Rollläden durch Smarthome-Geräte)
      • Breite Türen und Zugänge im Mehrgenerationenhaus für Rollstühle und Rollatoren
      • Badezimmer: Bodengleiche Dusche, Waschbecken auf der richtigen Höhe
      • Für Pflegebetten geeignete Schlafzimmer (mindestens 15 qm)
      • Alle Küchengeräte auf der richtigen Höhe

      Lassen Sie sich im Bereich barrierefreies Wohnen am besten umfänglich beraten, bevor Sie sich für eine gemeinsame Wohnform beim Mehrgenerationenhaus entscheiden. Eine gute Anlaufstelle dafür sind beispielsweise die Verbraucherzentralen.

      Getrennte Wohneinheiten oder eine gemeinsame Wohneinheit?

      Ein Mehrgenerationenhaus kann sowohl aus einer einzigen Wohneinheit als auch aus mehreren Wohneinheiten bestehen. Beispielsweise könnten Sie zwei nebeneinander liegende Eigentumswohnungen kaufen oder zwei Doppelhaushälften mit getrennten Eingängen. Ein gemeinsames Einfamilienhaus mit einem barrierefreien Bereich für die Großeltern im Erdgeschoss und dem Wohnzimmer, der Küche und den Bädern als Gemeinschaftsräume ist natürlich ebenso denkbar. Welche Wohnform Sie für das Mehrgenerationenwohnen bevorzugen, ist Geschmackssache. 

      Vor- und Nachteile von getrennten Wohneinheiten

      Zwei voneinander getrennte Wohneinheiten können von Vorteil sein, wenn jeder einen eigenen, deutlich abgegrenzten Rückzugsraum behalten will.

      Vorteile
      • Mehr Rückzugsmöglichkeiten: Man kann sich leichter zurückziehen, die Gewohnheiten der anderen fallen im Alltag weniger ins Gewicht
      • Unabhängigkeit in Sachen Einrichtung: Keine Streitigkeiten beim Interieur
      • Gegenseitige Hilfe trotzdem möglich: Trotz getrennter Wohneinheiten kann man sich leicht gegenseitig helfen
      • Eigentumsverhältnisse sind einfacher zu regeln: Die erste Wohneinheit gehört der Kernfamilie, die zweite den Großeltern
      • Einfacheres Handling im Pflegefall: Getrennte Wohneinheiten lassen sich getrennt voneinander verkaufen, die Jüngeren haben dadurch keinen Nachteil
      Nachteile
      • Teurer: Höherer Kaufpreis, höhere Kaufnebenkosten, Grunderwerbsteuer fällt zwei Mal an, Grundsteuer fällt zwei Mal jährlich an, laufende Nebenkosten z.B. für Strom und Telefon müssen über separate Verträge laufen
      • Zu viel Platz: Oft bietet das zweite Doppelhaus viel zu viel Platz für Oma und Opa
      • Einsamkeit: Gefahr der Einsamkeit im Alter größer als in gemeinsamem Haushalt
      • Finanzierung schwieriger: Großeltern müssen für die eigene Wohneinheit selbst aufkommen. Deckt das Eigenkapital den Finanzbedarf nicht mit ab, müssen die Hauptverdiener unter Umständen zwei Immobilien als Hauptkreditnehmer finanzieren, die Großeltern sind dann bei der eigenen Immobilie nicht Haupteigentümer

      Vor- und Nachteile von einer einzigen Wohneinheit

      Eine einzige Wohneinheit kommt infrage, wenn Sie gern so nahe wie möglich zusammenrücken möchten. 

      Vorteile
      • Mehr Gemeinschaft: Gemeinsamer Haushalt trägt zur Vermeidung von Einsamkeit im Alter bei
      • Günstiger: Geringerer Kaufpreis, geringere Kaufnebenkosten, die Grunderwerbsteuer fällt nur einmalig an, Grundsteuer fällt nur einmal jährlich an, für Strom, Telefon und Co. muss nur ein einziger Vertrag geschlossen werden
      • Einfacher finanzierbar: Es muss nur eine Immobilie finanziert werden
      Nachteile
      • Weniger Rückzugsraum: Grundriss muss Rückzugsmöglichkeiten für alle bieten, im Erdgeschoss muss es einen eigenen Bereich und ein eigenes Bad geben
      • Kompromisse bei der Einrichtung: In Sachen Interieur muss man sich einig sein (Beispiel Wohnzimmer: Liegesofa kommt für Ältere nicht infrage; den Fernseh-Ohrensessel wollen die Jüngeren vielleicht nicht)
      • Im Pflegefall schwieriger zu handhaben: Immobilie muss ggf. verkauft werden, die Jüngeren müssen sich dann nochmal eine neue Bleibe suchen

      Kosten eines Mehrgenerationenhauses

      Auf dem freien Markt ist ein bereits bestehendes Mehrgenerationenhaus, das exakt Ihren Ansprüchen genügt, ein reiner Glücksfall und aufgrund der zahlreichen Anforderungen fast unmöglich zu finden. Denn ein Mehrgenerationenhaus sollte über folgende Eigenschaften verfügen:

      • Möglichst barrierefrei sein
      • Groß genug für alle sein
      • Ihren Ansprüchen an Standard und Ausstattung genügen
      • Nicht zu teuer sein
      • Möglichst innerhalb des bisherigen Lebensradius liegen

      Gerade der letzte Punkt erschwert die Suche ungemein, denn die Lage hat erheblichen Einfluss auf den Kaufpreis. In Ballungsgebieten sind die Preise derzeit verhältnismäßig hoch. Stadtrandlagen und ländlichere Gebiete bringen günstigere Konditionen mit sich, dann heißt es aber unter Umständen: pendeln. Letztlich  wird es aufgrund all dieser Einschränkungen der Wahrscheinlichkeit nach eher auf den Neubau eines Mehrgenerationenhauses hinauslaufen, als auf eine perfekt passende, bestehende Immobilie.

      Kostenfaktor Lage und Infrastruktur bei Mehrgenerationenhäusern

      In die Entscheidung, welche Lage die Immobilie haben sollte, spielen bei einem Mehrgenerationenhaus noch weitere Überlegungen hinein: Ziehen die Großeltern aus einem anderen Ort dazu, müssen innerhalb der neuen Infrastruktur ohnehin neue Ärzte gesucht werden. Dann ist die Nähe zur Schule der Kinder und zur Arbeit der Eltern entscheidender. Haben aber alle Parteien vorher schon im selben Ort gewohnt, möchten die Älteren vielleicht nicht zugunsten einer günstigeren, aber weiter außerhalb gelegenen Immobilie auf ihre liebgewonnenen Gewohnheiten, Ärzte, Beratungsstellen oder Seniorentreffs verzichten.

      Die Angehörigen müssen außerdem bedenken: Mit steigendem Alter sinkt in der Regel die Mobilität der Großeltern. Sind Ärzte und Co. dann nicht in der Nähe, müssen sie später einmal zu jedem Termin gefahren werden. Zudem ist die Wahl der richtigen Immobilie für das Mehrgenerationenwohnen natürlich eine sehr individuelle Angelegenheit. Sie richtet sich unter anderem danach, wie viel Eigenkapital Sie haben, wie viel Sie davon einbringen möchten, wie hoch Ihr festes Nettohaushaltseinkommen ist und welche Ansprüche Sie an den Standard haben. 

      Kostenbeispiele für ein Generationenhaus

      Aus all diesen genannten Gründen können wir hier für die Kosten eines Mehrgenerationenhauses nur exemplarische Beispiele zeigen und benennen, bei welchem Kaufpreis ein Mehrgenerationenhaus als Neubau derzeit in etwa startet. Dabei gibt es noch zu bedenken: Im Portfolio von Fertighausanbietern finden Sie zwar Mehrgenerationenhäuser zu einem bezahlbaren Herstellungspreis. Individuelle Wünsche können dabei aber meist kaum berücksichtigt werden. Häufig sind nur einzelne Wände geringfügig verschiebbar, größere Änderungen erfordern einen Architekten. Viele Bauträger und Fertighausanbieter arbeiten auch mit Architekten zusammen, um mehr Flexibilität zu bieten, das wird aber teurer. Bei unseren Kostenbeispielen gehen wir dennoch davon aus, dass ein Architekt Ihre individuellen Wünsche berücksichtigt.

      Unsere Grundannahme für die nachfolgenden Beispiele lautet: Wir gehen von einem 6-Personen-Haushalt aus. Dazu vergleichen wir im Bereich Hamburg jeweils Neubau-Immobilien auf dem Land und in der Stadt, die sich als Mehrgenerationenhaus eignen. 

      Kostenbeispiel A: Eine einzige Wohneinheit

      Es handelt sich um eine einzige Wohneinheit, das Haus ist weitgehend barrierefrei geplant und verfügt im Erdgeschoss über ein eigenes Schlafzimmer und ein eigenes Bad für die Großeltern. Die Wohnfläche beträgt insgesamt 140 Quadratmeter.

      Hamburger Stadtgebiet:ab ca. 500.000 €
      Hamburger Speckgürtel (Radius ab 15km um HH):ab ca. 450.000 €
      Ländlichere Gebiete (Radius: ab 80 km um HH)ab ca. 350.000 €
      Tabelle: Beispiel für Kosten eines Mehrgenerationenhauses, 1 Wohneinheit, 140 qm Wohnfläche, Quelle: Eigene Recherche, Stand 2018, alle Angaben ohne Gewähr

      Kostenbeispiel B: Zwei getrennte Wohneinheiten

      Hierbei handelt es sich um zwei Doppelhaushälften, die ebenfalls weitgehend barrierefrei sind und über eine Wohnfläche von insgesamt 280 Quadratmetern verfügen.

      Hamburger Stadtgebiet:ab ca. 1.000.000 €
      Hamburger Speckgürtel (Radius ab 15km um HH):ab ca. 700.000 €
      Ländlichere Gebiete (Radius: ab 80 km um HH):ab ca. 600.000 €
      Tabelle: Beispiel für Kosten eines Mehrgenerationenhauses, 2 Wohneinheiten, 280 qm Wohnfläche, Quelle: Eigene Recherche, Stand 2018, alle Angaben ohne Gewähr.

      Die Kostenbeispiele zeigen deutlich: Die Variante mit einer einzigen Wohneinheit ist wesentlich günstiger. Und dabei ist zu bedenken: Oft muss die zweite Wohneinheit vom Platzangebot her gar nicht so üppig ausfallen, weil meist gar nicht mehr so viel Raum benötigt wird. Eine Doppelhaushälfte kommt also meist mit einem Überangebot an Wohnfläche für die Großeltern daher. 

      Finanzierung und Förderung eines Mehrgenerationenhauses

      Die Finanzierung eines Mehrgenerationenhauses unterscheidet sich an und für sich nicht von der Finanzierung einer anderen Immobilie: Als Kreditart für die Baufinanzierung eignet sich ein Annuitätendarlehen am besten, und auch die Grundbedingungen hinsichtlich Faktoren wie der Tilgung sind ähnlich. Dennoch gibt es bei der Planung einige Besonderheiten, die wir an dieser Stelle einmal benennen möchten. 

      Grundbedingungen für die Finanzierung eines Mehrgenerationenhauses

      Bei einer Baufinanzierung steht in der Regel am Anfang die Wahl der passenden Kreditform an, und das ist auch der Fall, wenn Sie ein Mehrgenerationenhaus finanzieren möchten. Das Annuitätendarlehen ist sozusagen der Klassiker unter den Immobilienfinanzierungen. Über 80 Prozent aller Immobilienkäufe Deutschlands werden mit dieser Kreditart finanziert (Quelle: Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung September 2018).

      Bei einem Annuitätendarlehen bekommen Sie von der Bank einen bestimmten Zinssatz angeboten und können selbst entscheiden, für wie lange Sie ihn festlegen wollen: 5, 10, 15, 20, 25 oder sogar 30 Jahre sind übliche Intervalle, die Ihnen zur Wahl stehen. Die meisten Bankkunden entscheiden sich für eine Sollzinsbindung von 10 oder 15 Jahren. Lange Zinsbindungen sind derzeit sehr ratsam, da es mit den Bauzinsen in den nächsten Jahren wieder bergauf gehen wird. Durch die Sollzinsbindung sichern Sie sich den niedrigen Zins für eine längere Zeit, er kann in diesem Zeitraum von der Bank weder angehoben noch gesenkt werden. Dadurch bleibt die Monatsrate beim Annuitätendarlehen immer gleich hoch. Dies verleiht ihm eine gewisse Planbarkeit und führt zu seiner großen Beliebtheit.

      Bleibt noch ein weiterer Faktor, den Sie selbst bestimmen können: Die anfängliche Tilgung. Damit legen Sie fest, wie viel Prozent der Restschuld Sie im ersten Jahr zurück bezahlt haben möchten. Ratsam sind hier mindestens 2,0 Prozent pro Jahr. Aus dem von der Bank gebotenen Sollzins und der von Ihnen gewählten Tilgung definiert sich zu Beginn die Höhe der Rate, die dann über alle Jahre hinweg gleich hoch bleibt.

      Besonderheiten bei der Finanzierung eines Mehrgenerationenhauses

      Das Besondere an der Finanzierung einer Immobilie, die für mehrere Generationen Unterschlupf bietet: Es gibt theoretisch mehrere Einkommen, die sich an der Rückzahlung der Raten beteiligen könnten. Die Betonung liegt auf „könnten“: Neben dem Gehalt der Hauptverdiener fließen in der Regel auch die Renten- oder Pensionszahlungen der älteren Generation in die Haushaltskasse mit ein. Der Gedanke liegt nahe, diese Einkünfte ebenfalls zu berücksichtigen.

      Grundsätzlich gilt: Je höher das Nettohaushaltseinkommen, desto mehr Kredit erhalten Sie in der Regel, und desto mehr Haus können Sie sich leisten. Ob das Einkommen der Rentner mit einberechnet wird, ist aber von Bank zu Bank unterschiedlich. Bei vielen Banken liegt das maximale Alter, bis zu dem eine Baufinanzierung möglich ist, bei 65 Jahren. Bei anderen Instituten wird die Baufinanzierung über 50 schon schwierig. Da der oder die Rentner das Mehrgenerationenhaus aber nicht alleine finanzieren, sondern gemeinsam mit ihren Kindern, sind viele Banken dazu bereit, die Rente mit einzuberechnen und den Kreditrahmen entsprechend höher anzusetzen.

      Eine Grundvoraussetzung dafür ist aber, dass die Erbfolge geklärt ist. Haben die Großeltern noch weitere Erben als die Kinder, die mit ins Haus einziehen, kann es passieren, dass die Bank sie aufgrund dessen nicht als Kreditnehmer akzeptiert. Dann dürfen die Großeltern auch nicht im Grundbuch als Eigentümer eingetragen werden. Warum handeln Banken so? Im Todesfall würde ein Teil des Hauses plötzlich von den Großeltern auf Erben übergehen, die nicht an der Finanzierung des Objekts beteiligt sind. Dadurch wird die Rechtslage unübersichtlich. Das kann gerade bei einem Zahlungsausfall für die Bank zum Risiko werden.

      Klären Sie diese Punkte unbedingt mit Ihrer Bank, bevor Sie sich verschiedene Angebote zur Immobilienfinanzierung vorlegen lassen. Mit unserem Budgetrechner können Sie vorab schon mal durchrechnen, welchen Unterschied es hinsichtlich der Monatsrate und der Darlehenssumme macht, ob die Rente der Großeltern mit einfließt oder nicht.

      Budget für Ihr Mehrgenerationenhaus berechnen

      Was kann ich mir leisten?
      271.872 €

      Bei dem angegebenen mtl. Nettoeinkommen liegt der maximale Darlehensbetrag unter 50.000 €.
      In diesem Fall eignet sich ein Ratenkredit besser für Ihr Vorhaben.

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      Finzierungslücke zwischen Hausverkauf und Mehrgenerationenhaus

      Oftmals ergibt sich beim Kauf eines Mehrgenerationenhauses auch folgende Situation: Die Eltern und / oder die Großeltern besitzen bereits Immobilien, die erstmal veräußert werden müssen. Das bedeutet: Das Eigenkapital, das ins neue, gemeinsame Heim fließen soll, ist noch nicht verfügbar.

      Mit einer Zwischenfinanzierung können Sie die zeitliche Verzögerung, die sich beim Verkauf der alten Immobilien und beim Kauf des neuen Mehrgenerationenhauses ergeben, überbrücken. Dabei bietet sich ein variables Darlehen an: Es bringt zwar einen höheren Zins mit sich als ein normales Annuitätendarlehen, dafür können Sie es flexibel wieder kündigen und ablösen, sobald die Summen aus dem Verkauf der alten Immobilien frei geworden sind.

      Was tun, wenn die Großeltern nicht mitfinanzieren dürfen?

      Sollten Banken die Großeltern nicht als zusätzliche Kreditnehmer akzeptieren, gibt es noch weitere Wege, die Renten oder Pensionszahlungen der Großeltern einfließen zu lassen. Dann lautet die Ausgangssituation: Die Bank akzeptiert die Einkünfte der Rentner nicht, das bedeutet, Mutter und Vater der Familie bekommen nur die Kredithöhe, die sie alleine stemmen können, und somit fällt auch die monatliche Rate geringer aus, als es der Fall wäre, wenn Oma und Opa mitfinanzieren würden. Die Großeltern können aber trotzdem einen Beitrag zur Rückzahlung der Raten leisten. Dazu wollen wir einmal drei Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.

      1. Interne Verrechnung:
        Der Beitrag der Großeltern zum Mehrgenerationenhaus lässt sich jeden Monat familienintern regeln, indem die Eltern die Monatsrate alleine tragen und die Großeltern sich daran beteiligen, ohne, dass die Bank darauf Einfluss hätte. In diesem Fall bietet es sich allerdings an, auch diese Vereinbarung durch einen Vertrag zu manifestieren. Für den Fall, dass es zu Streitigkeiten kommt, sind beide Seiten von vorneherein juristisch abgesichert.
      2. Sondertilgungen:
        Die Großeltern sammeln ihren Beitrag Monat für Monat an und leisten damit einmal jährlich eine Sondertilgung. Dadurch sinkt die Restschuld der Baufinanzierung schneller, und die Zinskosten reduzieren sich. Wichtig dabei ist aber, dass der Kreditvertrag Sondertilgungen in dieser Höhe auch kostenlos ermöglicht. Bei vielen Baufinanzierungen sind lediglich 5 Prozent der Darlehenssumme kostenlos inklusive. Höhere Sondertilgungen sind dann nicht möglich oder eben mit Kosten verbunden. Hier heißt es vorab: rechnen. Überlegen Sie gemeinsam, welcher Sondertilgungsbetrag durch die Großeltern pro Jahr für das Mehrgenerationenhaus machbar wäre und lassen Sie sich die entsprechende Option im Kreditvertrag zusichern.
      3. Keine Beteiligung an der Finanzierung:
        Das klingt nun als Lösung erstmal merkwürdig, ist aber durchaus denkbar. Oftmals steuern die Großeltern bei einem Mehrgenerationenhaus nämlich schon einen hohen Anteil an Eigenkapital bei. Dann kann es durchaus fair sein, sie im Gegenzug komplett aus der Finanzierung herauszuhalten und ihnen als Gegenleistung ein lebenslanges Wohnrecht einzuräumen. Auch auf ihre Beteiligung an den Lebenshaltungskosten kann das zugeschossene Eigenkapital einen Einfluss haben. Wichtig ist, dass Sie eine gemeinsame Regelung finden, die für alle fair ausfällt und Bestand hat.

      Staatliche Förderung von Mehrgenerationenhäusern

      Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet Ihnen als staatliche Förderbank Unterstützung bei der Finanzierung des Mehrgenerationenwohnens an: Durch das Programm KfW 159 – Altersgerecht Umbauen erhalten Sie zur Umsetzung entsprechender, baulicher Maßnahmen einen zinsgünstigen Kredit in Höhe von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit.

      Hierbei kann noch mal wichtig werden, ob Sie sich für eine oder zwei Wohneinheiten als Mehrgenerationenhaus entscheiden. Bei zwei voneinander getrennten Wohneinheiten könnten Sie bis zu 100.000 Euro Kredit für den altersgerechten Umbau in Anspruch nehmen.

      Kommt später eine Pflegebedürftigkeit bei der älteren Generation hinzu, ist es ratsam, einen Pflegegrad zu beantragen. Je nachdem, wie die Einstufung ausfällt, erhalten Sie dann auch von der Pflegekasse finanzielle Unterstützung für bauliche Maßnahmen, die für ein Weiterleben in den eigenen vier Wänden erforderlich werden.

      Mehrgenerationenhaus, weniger Arbeit: Hilfe durch unsere Spezialisten

      Eigentlich ein schöner Trend: Immer mehr Familien rücken wieder näher zusammen und leisten sich ein gemeinsames Mehrgenerationenhaus. Eine Hand wäscht die andere: Die Großeltern bringen Eigenkapital mit ein, die Eltern tragen die Finanzierungshauptlast. Der gemeinsame Haushalt ist ein probates Mittel gegen die Einsamkeit im Alter, und wird einmal ein Kind krank, müssen die arbeitenden Eltern nicht direkt in Panik verfallen. Doch dieser WinWin-Situation geht eine sehr genaue, finanzielle Planung voraus.

      Alle Verhältnisse müssen erst einmal geordnet und auseinander dividiert werden, das bedeutet einiges an Arbeit und Fachwissen, um die Finanzierung auf sichere Beine zu stellen. Lassen Sie sich dabei helfen: Unsere Spezialisten für Baufinanzierung zeigen Ihnen, wie Sie die Immobilie gemeinsam finanzieren können, suchen passende Angebote für Sie heraus und leiten Sie sicher durch den gesamten Prozess hindurch auf dem Weg ins gemeinsame Zuhause.

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