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Niedrige Baufinanzierungszinsen: Für wen jetzt ein Bausparvertrag sinnvoll ist

Bausparen: Lohnt sich das noch?

Lohnt sich ein Bausparvertrag noch?

Sicherheit, hohe Sparzinsen und attraktive Zuschüsse vom Staat: Das zeichnete einen Bausparvertrag in den 90er Jahren aus. 20 Jahre später sieht die heile Bausparwelt leider anders aus. Vor allem die aktuelle Zinsentwicklung macht einen Bausparvertrag für viele Sparer unattraktiv. Lagen die Guthabenzinsen vor 20 Jahren noch bei mehr als vier Prozent, erhalten Sie aktuell nur zwischen 0,1 und 1 Prozent Zinsen. Und in den Medien lautet der allgemeine Tenor: In der aktuellen Niedrigzinsphase ist der Bausparvertrag nicht zu empfehlen, Grund ist neben der niedrigen Guthabenverzinsung auch die hohe Abschlussgebühr.

Kein Wunder, dass sich nun viele künftige Immobilienbesitzer und Sparer die Frage stellen: Lohnt sich ein Bausparvertrag für mich überhaupt oder sollte ich lieber auf andere Sparformen wie Tagesgeld oder Festgeld setzen?

Abschlussgebühr für den Bausparvertrag frisst Guthabenzinsen auf

Für einen Bausparvertrag fällt in den meisten Fällen erst einmal eine Abschlussgebühr an. Diese beträgt 1 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme. Je höher die Bausparsumme also ist, desto höher ist auch die Abschlussgebühr. Nehmen Sie beispielsweise einen Bausparvertrag in Höhe von 30.000 Euro auf, werden Ihnen als Abschlussgebühr für den Bausparvertrag erst einmal 300 Euro bis 480 Euro in Rechnung gestellt. Diese werden mit den monatlichen Sparraten verrechnet. Das heißt wiederum: Am Anfang der Bausparphase starten Sie mit einem Minus.

Wie lange man braucht, um die anfänglich negative Summe auszugleichen, möchten wir Ihnen in einem Beispiel darstellen. Angenommen, die Abschlussgebühr für Ihren Bausparvertrag beträgt ein Prozent und Sie zahlen für eine Bausparsumme von 30.000 Euro eine Abschlussgebühr von 300 Euro. Stellt man dieser Summe nun eine monatliche Sparrate von 200 Euro und einen Guthabenzins von 0,5 Prozent gegenüber, erhalten Sie nach sieben Jahren rund 300 Euro Zinsen. Am Ende der Laufzeit haben Sie mit der Verzinsung also gerade einmal die Abschlussgebühr ausgeglichen.

Das wirft erneut die Frage auf: Ist ein Bausparvertrag dann überhaupt noch empfehlenswert? Unsere Antwort: Ja, für bestimmte Ziele kann es noch immer vorteilhaft sein, auf Bausparen zu setzen.

Für welche Vorhaben ist ein Bausparvertrag sinnvoll?

Wenn Sie jetzt überlegen, lohnt sich ein Bausparvertrag, sollten Sie als erstes für sich klären: Was möchte ich mit Bausparen erreichen? Grundsätzlich können Sie einen Bausparvertrag für folgende Zwecke nutzen:

  • als reine Sparanlage
  • als Bauspardarlehen für die Immobilienfinanzierung
  • als Rücklage beispielsweise für Ihre Modernisierung


Abhängig vom Zweck des Bausparvertrages können Sie dann auch von staatlichen Förderungen wie der Wohnungsbauprämie profitieren.

Mit niedrigen Zinsen auf lange Sicht planen
Für Immobilienkäufer ist das Wann entscheidend: Planen Sie den Immobilienerwerb erst zu einem späteren Zeitpunkt, kann ein Bausparvertrag durchaus sinnvoll sein. Denn so sichern Sie sich die aktuell niedrigen Zinsen für einen langen Zeitraum und kennen bereits jetzt Ihren Zinssatz für das spätere Baudarlehen. Zwar weiß niemand genau, wie die Zinsentwicklung in den nächsten Jahren aussieht: Aufgrund der niedrigen Zinssituation ist allerdings mit steigenden Zinsen zu rechnen. Da kann ein fest fixierter günstiger Baufinanzierungssatz für viele Haushalte von existentieller Bedeutung sein.

Als Bausparer haben Sie zudem den Vorteil, das in der Ansparphase gesammelte Guthaben als Eigenkapital in Ihre Baufinanzierung mit einbringen zu können. Dies minimiert das Risiko, das Baufinanzierungsdarlehen nicht tilgen zu können. Je nach Bausparkasse müssen Sie 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme ansparen - erst dann erhalten Sie auch das Darlehen aus dem Bausparvertrag. Das eingezahlte Guthaben wird von der Bausparkasse verzinst und die Zinserträge Ihrem Konto gutgeschrieben. Ist das Mindestguthaben erreicht, und wurden auch die anderen Zuteilungsvoraussetzungen wie Mindestlaufzeit und Bewertungszahl erfüllt, kann das Guthaben plus Bauspardarlehen ausgezahlt werden.

Sofortiger Immobilienkauf: Der Kombikredit machts möglich
Möchten Sie möglichst bald ein Haus bauen oder kaufen, haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können, wenn Sie bereits Eigenkapital angespart haben, auf die noch immer günstigen Zinsen für eine Baufinanzierung zurückzugreifen. Oder Sie nutzen einen Kombikredit aus Vorausdarlehen und Bausparen, um sich den Traum vom Haus zu erfüllen. Dabei schließen Sie ein tilgungsfreies Darlehen sowie einen Bausparvertrag in Höhe der Darlehenssumme ab. Für das Darlehen fallen erst einmal nur die Zinsen an, es kann aber sofort zur Immobilienfinanzierung genutzt werden. Hat der Bausparvertrag das Mindestguthaben erreicht, ist er zuteilungsreif und wird direkt zur Tilgung des Darlehens eingesetzt. Die Abzahlung des Bauspardarlehens erfolgt im Anschluss.

Als Bausparer unterstützt Sie der Staat außerdem bei Ihrem Immobilienwunsch. Mit der Wohnungsbauprämie erhalten jährlich noch einmal 8,8 Prozent des Sparbetrages bzw. maximal 512 Euro.

Auch als Rücklage für eine spätere Modernisierung lohnt sich ein Bausparvertrag. Zum einen ist ein Grundbucheintrag für die spätere Kreditaufnahme nicht erforderlich. Zum anderen werden für die Modernisierung häufig nur geringe Beträge benötigt, welche die Banken aber entweder gar nicht oder nur über einen teuren Zinssatz finanzieren. Mit einem Bausparvertrag ist es dagegen möglich, auch niedrige Kredite kostengünstig aufzunehmen. Wurden Mindestguthaben, Mindestlaufzeit und Bewertungszahl erreicht, kann das Darlehen für die Modernisierung bei der Bausparkasse abgerufen werden. Dies ist oft schon nach wenigen Jahren der Fall, da für Modernisierungen meist nur geringe Summen von 20.000 bis 50.000 Euro benötigt werden. Brauchen Sie also beispielsweise ein Darlehen von 30.000 Euro, reicht bei einer Ansparphase von 50 Prozent ein Guthaben von 15.000 Euro aus.

Sie möchten früher mit der Modernisierung starten und haben Ihr Mindestguthaben noch nicht erreicht? Bei einigen Bausparkassen ist es möglich, im Rahmen einer so genannten Wahlzuteilung ein Bauspardarlehen bereits bei einer Mindestansparung von 30 Prozent aufzunehmen. Eine andere Option ist es, den Bausparvertrag zu beleihen und einen Kredit über das bereits angesparte Guthaben bei der Bausparkasse zu beantragen. Dieses Darlehen ist dann ausschließlich für die Modernisierungsmaßnahmen zu verwenden. Der Bausparvertrag dient dabei als Sicherheit für die Bausparkasse; mit dem später ohnehin genutzten Bauspardarlehen wird die Kreditsumme getilgt. Ein weiterer Vorteil: Der Anspruch auf staatliche Förderung bleibt vorhanden.

Minizinsen für Bausparer
Ein Bausparvertrag als Geldanlage ist derzeit nur eingeschränkt empfehlenswert. Konnten Sparer früher von den damals üblichen hohen Zinsen profitieren, bietet nun auch Bausparen nur noch eine niedrige Verzinsung. Geht man davon aus, dass die Zinssätze in den nächsten Jahren nicht signifikant steigen werden, ist der Abschluss eines Bausparvertrages als Vermögensanlage also wenig sinnvoll. Zudem wären Sie an die niedrige Verzinsung des Vertrages gebunden, auch wenn während der Vertragslaufzeit deutliche Zinssteigerungen eintreten sollten. Der zweite Nachteil: Die Wohnungsbauprämie wird nur dann ausgezahlt, wenn die Bausparsumme auch tatsächlich für Zwecke des Immobilienerwerbs oder der -modernisierung genutzt wird.

Vorteilhaft bei der Geldanlage ist die hohe Sicherheit eines Bausparvertrages. So sorgt zum Beispiel die Kapitalgarantie dafür, dass Sie Ihre Ersparnisse in jedem Fall zurückbekommen. Außerdem sind Bausparkassen verpflichtet, die überschüssigen Kundeneinlagen nur in festverzinste Wertpapiere mit guter Bewertung zu investieren – so bleibt das Verlustrisiko gering. Des Weiteren verzichten heute bereits viele Institute auf die Abschlussgebühr für den Bausparvertrag, wenn dieser ausschließlich zum Sparzweck dient.

Tagesgeld oder Fonds als Alternative zum Bausparvertrag?
Sollten Sparer dann nicht lieber in alternative Sparanlagen investieren, zum Beispiel in Tagesgeld oder einen Fonds? Tagesgeld bietet aktuell nur unwesentlich höhere Zinsen, mit einem Fonds dagegen können Sie hohe Renditen jenseits der vier Prozent erzielen. Dies ist allerdings auch mit einem höheren Risiko verbunden, denn die Zinsen beim Fondssparen sind nicht garantiert und unterliegen zum Teil erheblichen Kursschwankungen. Entscheiden Sie sich in der Zwischenzeit, doch eine Immobilie zu kaufen oder zu bauen, kann es sein, dass der Zins für eine Baufinanzierung währenddessen wieder gestiegen ist. Mit einem Bausparvertrag können Sie sich die aktuell niedrigen Bauzinsen festschreiben lassen. Wenn Sie also mit dem Wunsch, Immobilienbesitzer zu sein, noch nicht vollständig abgeschlossen haben, sollten Sie das Thema Bausparen im Auge behalten.

Altverträge: Kündigung durch die Bausparkasse nicht immer rechtskräftig

Verunsichert sind viele Kunden durch die derzeitige Kündigungswelle der Bausparkassen. Diese betrifft jedoch hauptsächliche Altverträge mit hohen Zinsen bis zu 5 Prozent, die nie zur Aufnahme eines Darlehens genutzt wurden. Auch übersparte Verträge - also Verträge, die die volle Bausparsumme erreicht haben - bleiben von Kündigungen nicht verschont. In beiden Fällen sieht die Bausparkasse den Vertragszweck als hinfällig an und kündigt den Vertrag. Hier steht allerdings eine endgültige Rechtsentscheidung noch aus, da eine Kündigung seitens der Bausparkasse laut dem OLG Stuttgart nur im zweiten genannten Fall anwendbar ist (Az. 9 U 171/15 und Az. 9 U 230/15). Eine finales Urteil muss nun der Bundesgerichtshof treffen. Wichtig für alle Sparer, die einen Bausparvertrag in Erwägung ziehen: Neu abgeschlossene Verträge haben nichts zu befürchten.

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Sie sehen, Bausparen ist ein komplexes Thema und nicht für jeden Zweck die geeignete Anlage. Wenn Sie jetzt noch unsicher sind, ob ein Bausparvertrag für Sie das Richtige ist: Wir helfen Ihnen gern bei der Entscheidung und prüfen mit Ihnen zusammen, ob Bausparen für Sie sinnvoll ist. Ob Zinssätze oder Abschlussgebühren – unsere Spezialisten kennen sich aus und unterstützen Sie bei der Wahl des richtigen Tarifes. Gern stehen wir Ihnen auch persönlich zur Seite: Unsere Berater vor Ort sind an über 200 Standorten in Deutschland für Sie da.

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