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Niedrige Zinsen: Für wen ein Bausparvertrag noch sinnvoll ist

Bausparverträge gelten heutzutage als unattraktiv, weil sie beim Sparen kaum Rendite abwerfen. Dafür sind sie gut geeignet, um sich die niedrige Zinsen für die Baufinanzierung zu sichern.

Introbild Bausparen sinnvoll
  • Inhaltsverzeichnis
    • Wie Bausparen sich verändert hat

      Sicherheit, hohe Sparzinsen und attraktive Zuschüsse vom Staat: Das zeichnete einen Bausparvertrag in den 90er Jahren aus. 20 Jahre später sieht die heile Bausparwelt leider anders aus. Vor allem die aktuelle Zinsentwicklung macht einen Bausparvertrag für viele Sparer unattraktiv. Lagen die Guthabenzinsen vor 20 Jahren noch bei mehr als vier Prozent, erhalten Sie aktuell nur zwischen 0,1 und 1 Prozent Zinsen. Und in den Medien lautet der allgemeine Tenor: In der aktuellen Niedrigzinsphase ist der Bausparvertrag nicht zu empfehlen, Grund ist neben der niedrigen Guthabenverzinsung auch die hohe Abschlussgebühr. Das ist aber zu einseitig betrachtet: Denn Bausparen lohnt sich durchaus noch, und zwar dann, wenn Sie den Bausparvertrag zur Immobilienfinanzierung einsetzen wollen. Dann hat er durchaus noch sein Gutes: Sie können sich damit die aktuell niedrigen Bauzinsen für lange Zeit im Voraus sichern.

      Die Anwendungsgebiete eines Bausparvertrags

      Ob sich ein Bausparvertrag für Sie lohnt, hängt davon ab, wofür Sie ihn brauchen. Für folgende Zwecke können Sie ihn nutzen:

      1. Zur Sicherung günstiger Bauzinsen für eine Immobilienfinanzierung in einigen Jahren.
      2. Zum Sparen.
      3. Zum direkten Erwerb einer Immobilie mittels Bausparsofortdarlehen.
      4. Als Instandhaltungsrücklage und für Modernisierungen.

      Im Folgenden ordnen wir diese Anwendungsgebiete für Sie ein und zeigen Ihnen auch direkt, ob ein Bausparvertrag dafür sinnvoll ist oder nicht.

      1. Mit dem Bausparvertrag Zinsen sichern = sinnvoll

      Die Bauzinsen sind zwar aktuell noch sehr niedrig, haben aber das tiefe Tal durchschritten und befinden sich seit geraumer Zeit wieder im Anstieg. Das lässt Immobilieninteressenten nervös werden, denn sie stellen sich die Fragen: Wie lange kann ich noch mit dem Kauf warten und wie schnell steigen die Hypothekenzinsen weiter? Mit einem Bausparvertrag schlagen Sie steigenden Zinsen ein Schnippchen. Wie das funktioniert, zeigen wir hier mal an einem Beispiel:

      • Heute liegen die Zinsen für Baudarlehen mit 10 Jahren Zinsbindung etwa bei 1 % pro Jahr. Sie machen sich Gedanken: Eigentlich sind Sie noch nicht bereit für einen Immobilienkauf, möchten sich aber das aktuell niedrige Zinsniveau nicht durch die Lappen gehen lassen.
      • Sie schließen nun den Bausparvertrag einige Jahre vor dem Immobilienkauf ab. Meistens beträgt die mininale Vorlaufzeit 4 oder 5 Jahre, kürzere Bausparveträge sind sehr selten. Maximal können Sie mit einem Bausparvertrag etwa 15 Jahre lang für eine Immobilie sparen.
      • Sie entscheiden sich zu Beginn für eine Bausparsumme und eine Laufzeit, sagen wir, Sie brauchen in 12 Jahren noch etwa 200.000 € für einen Immobilienkauf.
      • Ein Bausparvertrag besteht immer aus zwei Phasen: Einer Ansparphase, in der Sie selbst Geld in den Vertrag einzahlen und darauf Zinsen erhalten, wie bei einer normalen Geldanlage. Und einer Darlehensphase, in der Sie ein zinsgünstiges Darlehen von der Bausparkasse bekommen. Beides zusammen, das Angesparte und das Darlehen, ergibt die Bausparsumme von 200.000 €, die Ihnen schließlich für den Kauf eines Eigenheims zur Verfügung steht. 
      • Die Bausparkasse gibt nun vor, dass Sie zwölf Jahre lang jeden Monat 580 € in den Sparvertrag einzahlen, darauf erhalten Sie pro Jahr vielleicht 0,1 % Zinsen für das Bausparen. Die sind natürlich nicht der Rede wert.
      • Was sich hingegen sehr lohnt, sind die Darlehenszinsen: Wir nehmen einmal an, im Moment des Abschlusses garantiert Ihnen die Bausparkasse aktuell beispielsweise für Ihr Kaufvorhaben einen Darlehenszins um die 2,4 % pro Jahr, und Sie entscheiden sich für eine Zinsbindung von 10 Jahren. 
      • Sie sparen nun 12 Jahre lang fleißig an. Nach Ablauf dieser Zeit haben Sie selbst 80.110 € inklusive Guthabenzinsen auf dem Bausparkonto erwirtschaftet, das entspricht etwa 40 % der Bausparsumme. Bei dieser Grenze von 40 % werden Bausparverträge in der Regel zuteilungsreif, und darin steckt der Clou: Das marktübliche Zinsniveau für Baukredite ist in der Zwischenzeit weiter gestiegen, liegt nach 12 Jahren vielleicht bei 4 % pro Jahr, was nicht unüblich wäre in Zeiten anhaltend steigender Zinsen. Sie haben gut lachen: Nun bietet Ihnen die Bausparkasse ein Bauspardarlehen zu dem Darlehenszins an, zu dem Sie den Vertrag einst abgeschlossen haben, von vielleicht 2,4 % pro Jahr. Der Zins ist also zu diesem Zeitpunkt für Sie deutlich geringer, als würden Sie nun einen in der Summe vergleichbaren Kredit bei einer Bank bei einem Zinsniveau von 4 % pro Jahr abschließen. Sie nehmen das Bauspardarlehen an.
      • Die Kasse zahlt Ihnen jetzt nach 12 Jahren Ihr Guthaben (80.110 €) und die Darlehenssumme (119.889 €) aus, und mit diesen insgesamt 200.000 Euro und Ihrem ggf. weiteren Eigenkapital bezahlen Sie Ihre Immobilie.
      • In den folgenden 10 Jahren zahlen Sie das Bauspardarlehen in Höhe von 119.889 € in monatlichen Raten zu einem Zinssatz von 2,4 % p.a. an die Bausparkasse zurück.

      Das Gute daran: Sie bleiben vollkommen flexibel, denn es gibt keinerlei Abnahmeverpflichtung für das Bauspardarlehen. Mal angenommen, Ihnen steht in 12 Jahren gar nicht mehr der Sinn nach einem Eigenheim, dann lehnen Sie das Bauspardarlehen einfach ab, lassen sich das bis dato angesparte Guthaben einfach inklusive Guthabenzinsen wieder auszahlen und verwenden es für einen anderen Zweck.

      Einen Haken hat die Sache aber auch: Der Zeitpunkt der Zuteilungsreife lässt sich nicht exakt vorausplanen. Sie wissen vorher zwar: Wenn Sie etwa 40 Prozent der Bausparsumme selbst eingezahlt haben, wird der Vertrag zuteilungsreif. Die Bausparkasse bietet Ihnen dann aber nicht sofort das Darlehen an. Da Bausparkassen ähnlich wie Versicherungen nach dem Solidaritätsprinzip funktionieren, müssen erst genügend Sparer genug Geld eingezahlt haben, bevor Sie Ihr Darlehen erhalten. Das kann sich unter Umständen um ein bis zwei Zuteilungsrunden verzögern, Sie müssen also eventuell warten. Wenn Sie dann bereits eine Wunschimmobilie ins Auge gefasst haben, kann diese Wartezeit ärgerlich sein. Aber auch hierfür gibt es Lösungen in Form von flexiblen Zwischenfinanzierungen, mit denen Sie diese Lücke überbrücken können. Aus demselben Grund ist Bausparen auch nur bedingt zur Anschlussfinanzierung geeignet, denn hierbei benötigen Sie die Darlehenssumme mit Sicherheit zu einem ganz bestimmten Datum und müssten auch in diesem Fall zur Zwischenfinanzierung greifen, falls es zeitlich nicht hinhaut.

      2. Den Bausparvertrag zum Sparen nutzen = nicht sinnvoll

      Wir müssen es ganz klar sagen: Das einzig Positive am Bausparvertrag als Geldanlage ist derzeit seine Sicherheit. So sorgt zum Beispiel die Kapitalgarantie dafür, dass Sie Ihre Ersparnisse in jedem Fall zurückbekommen. Außerdem sind Bausparkassen verpflichtet, die überschüssigen Kundeneinlagen nur in festverzinste Wertpapiere mit guter Bewertung zu investieren – so bleibt das Verlustrisiko gering. Des Weiteren verzichten heute bereits viele Institute auf die Abschlussgebühr für den Bausparvertrag, wenn dieser ausschließlich zum Sparzweck dient.

      Dem gegenüber steht aber ein großer Nachteil: Die niedrigen Zinsen. Die Zeit der hohen Erträge ist vorbei, der Abschluss eines Bausparvertrages als Vermögensanlage also wenig sinnvoll. Zudem wären Sie an die niedrige Verzinsung des Vertrages gebunden, auch wenn während der Vertragslaufzeit deutliche Zinssteigerungen eintreten sollten. Der zweite Nachteil: Bausparverträge punkten zwar mit einer zusätzlichen Wohnungsbauprämie, sie wird aber nur dann ausgezahlt, wenn die Bausparsumme auch tatsächlich zum Immobilienerwerb oder zur Modernisierung genutzt wird.

      Großes Manko: die Abschlussgebühr

      Für einen Bausparvertrag fällt in den meisten Fällen erst einmal eine Abschlussgebühr an. Diese beträgt 1 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme. Je höher die Bausparsumme also ist, desto höher ist auch die Abschlussgebühr. Nehmen Sie beispielsweise einen Bausparvertrag in Höhe von 30.000 Euro auf, werden Ihnen als Abschlussgebühr für den Bausparvertrag erst einmal 300 Euro bis 480 Euro in Rechnung gestellt. Diese werden mit den monatlichen Sparraten verrechnet. Das heißt wiederum: Am Anfang der Bausparphase starten Sie mit einem Minus. 

      Beispielrechnung Abschlussgebühr

      Wie lange man braucht, um die anfänglich negative Summe auszugleichen, möchten wir Ihnen in einem Beispiel darstellen. Angenommen, die Abschlussgebühr für Ihren Bausparvertrag beträgt ein Prozent und Sie zahlen für eine Bausparsumme von 30.000 Euro eine Abschlussgebühr von 300 Euro. Stellt man dieser Summe nun eine monatliche Sparrate von 200 Euro und einen Guthabenzins von 0,5 Prozent gegenüber, erhalten Sie nach sieben Jahren rund 300 Euro Zinsen. Am Ende der Laufzeit haben Sie mit der Verzinsung also gerade einmal die Abschlussgebühr ausgeglichen. Das wirft erneut die Frage auf: Ist ein Bausparvertrag dann überhaupt noch empfehlenswert? Unsere Antwort: Ja, für bestimmte Ziele kann es noch immer vorteilhaft sein, auf Bausparen zu setzen.

      3. Eigenheim mit Bausparsofortdarlehen sofort erwerben = teils sinnvoll

      Der sogenannte Kombikredit, auch Bausparsofortdarlehen genannt, verbindet die Vorteile des Bausparens mit der Möglichkeit, sofort ein Haus damit zu kaufen. Der Kombikredit besteht aus einem Vorausdarlehen und einem Bausparkonto. Dabei schließen Sie ein Vorausdarlehen sowie einen Bausparvertrag in Höhe der Darlehenssumme ab. Für das Vorausdarlehen fallen erst einmal nur die Zinsen an, es kann aber sofort zur Immobilienfinanzierung genutzt werden. Hat der Bausparvertrag das Mindestguthaben erreicht, ist er zuteilungsreif und wird direkt zur Tilgung des Vorausdarlehens eingesetzt.

      Die Abzahlung des Bauspardarlehens erfolgt im Anschluss. Diese Variante kann für Sie sinnvoll sein, wenn Sie von Beginn bis Ende Ihrer Baufinanzierung ein und dieselbe Rate haben und mit Abschluss der Laufzeit mit dem Abzahlen fertig werden möchten. Manchen gefällt aber der Gedanke nicht, dass in den Anfangsjahren gar keine Restschuld getilgt wird. Gehören Sie zu dieser Personengruppe, dann ist das Annuitätendarlehen die bessere Alternative. Denn hier zahlen Sie die Restschuld von Beginn an kontinuierlich ab.

      4. Bausparvertrag als Instandhaltungsrücklage nutzen = sinnvoll

      Fließtextbild Bausparen sinnvoll

      Auch als Instandhaltungsrücklage, eine Rücklage für eine spätere Modernisierung, lohnt sich ein Bausparvertrag. Zum einen ist ein Grundbucheintrag für die spätere Kreditaufnahme nicht erforderlich. Zum anderen werden für die Modernisierung häufig nur geringe Beträge benötigt, welche die Banken aber entweder gar nicht oder nur über einen teuren Zinssatz finanzieren. Mit einem Bausparvertrag ist es dagegen möglich, auch niedrige Kredite kostengünstig aufzunehmen. Wurden Mindestguthaben, Mindestlaufzeit und Bewertungszahl erreicht, kann das Darlehen für die Modernisierung bei der Bausparkasse abgerufen werden. Dies ist oft schon nach wenigen Jahren der Fall, da für Modernisierungen meist nur geringe Summen von 20.000 bis 50.000 Euro benötigt werden.

      Brauchen Sie also beispielsweise ein Darlehen von 30.000 Euro, reicht bei einer Ansparphase von 50 Prozent ein Guthaben von 15.000 Euro aus. Sie möchten früher mit der Modernisierung starten und haben Ihr Mindestguthaben noch nicht erreicht? Bei einigen Bausparkassen ist es möglich, im Rahmen einer so genannten Wahlzuteilung ein Bauspardarlehen bereits bei einer Mindestansparung von 30 Prozent aufzunehmen. Eine andere Option ist es, den Bausparvertrag zu beleihen und einen Kredit über das bereits angesparte Guthaben bei der Bausparkasse zu beantragen. Dieses Darlehen ist dann ausschließlich für die Modernisierungsmaßnahmen zu verwenden. Der Bausparvertrag dient dabei als Sicherheit für die Bausparkasse; mit dem später ohnehin genutzten Bauspardarlehen wird die Kreditsumme getilgt. Ein weiterer Vorteil: Der Anspruch auf staatliche Förderung bleibt vorhanden.

      So nutzen Sie den Bausparvertrag zu Ihrem Vorteil

      Sie sehen, Bausparen ist ein komplexes Thema und nicht für jeden Zweck die geeignete Anlage. Wenn Sie jetzt noch unsicher sind, ob ein Bausparvertrag für Sie das Richtige ist: Wir helfen Ihnen gern bei der Entscheidung und prüfen mit Ihnen zusammen, ob Bausparen für Sie sinnvoll ist. Ob Zinssätze oder Abschlussgebühren – unsere Spezialisten kennen sich mit dem Bausparer bestens aus und unterstützen Sie bei der Wahl des richtigen Tarifes. 

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