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Laufende Nebenkosten fürs Haus: Welche fallen nach einem Hauskauf an?

Eine Immobilie zieht nach dem Kauf laufende Nebenkosten nach sich, zum Beispiel für die Müllabfuhr oder die Straßenreinigung. In diesem Artikel erfahren Sie, welche es genau sind und wie hoch sie ausfallen.

Bild von einem Müllmann: Auch die Müllabfuhr zählt zu den laufenden Nebenkosten
  • Inhaltsverzeichnis
    • Was sind laufenden Nebenkosten beim Haus?

      Die laufenden Nebenkosten für ein Haus sind grundsätzlich alle Ausgaben, die unabhängig von den Anschaffungskosten Ihrer Immobilie regelmäßig anfallen, wie zum Beispiel die Gebühren für die Müllabfuhr, Straßenreinigung, Telefon oder Strom. Sie dürfen nicht verwechselt werden mit den einmaligen Kaufnebenkosten, die Sie nur beim Erwerb der Immobilie entrichten. Im Mietrecht wird für die laufenden Nebenkosten auch der Begriff Betriebskosten verwendet. 

      Wir empfehlen Ihnen, die potenziellen Hausnebenkosten bereits vor dem Kauf der Immobilie zu recherchieren. Für Ihre Baufinanzierung benötigen Sie ohnehin einen wasserdichten Haushaltsplan, auf diesem Weg können Sie die laufenden Nebenkosten gleich bei der Planung der möglichen Darlehensrate berücksichtigen. Schließlich fallen diese Ausgaben später zusätzlich zur Rückzahlungsrate an. Für die Ermittlung der laufenden Nebenkosten Ihres Hauses benötigen Sie zunächst einen Überblick, welche Kostenpunkte dabei überhaupt relevant sind. Zusätzlich hilft auch das Verständnis dafür, wovon die Höhe der Kosten genau abhängt.

      Betriebskosten im Überblick

      Die monatlichen Nebenkosten sind eine feste Größe im finanziellen Alltag eines Hausbesitzers. Um Sparpotenziale auszuloten, ist es hilfreich, die Aufteilung auf die einzelnen Kostenpunkte zu kennen. Die nachfolgende Tabelle zeigt Ihnen anhand eines Beispielhauses von 150 Quadratmetern Wohnfläche und einem zwei-Personen-Haushalt, mit welchen Nebenkosten Sie circa rechnen müssen.

      KostenpunktKosten pro Monat (ca.)Kosten pro Jahr (ca.)Art des Vertragspartners
      Grundsteuer37,50 €450 €öffentlich
      Abfallgebühren12,50 €150 €öffentlich
      Straßenreinigung25 €300 €öffentlich
      Wasser (inklusive Abwasser)35 €420 €öffentlich
      Heizung162,50 €1.950 €privat
      Heizungswartung33 €400 €privat
      Strom100 €1.200 €öffentlich oder privat
      Versicherungen33,33 €400 €privat
      Gas  öffentlich oder privat
      Telekommunikation30 €360 €privat
      Schornsteinfeger6,66 €80 €privat
      Gesamt485,49 €5.830 €-
      Kosten pro m²3,24 €38,86 €-
      Tabelle: Laufende Nebenkosten eines 150m²-Hauses und 2 Personen

      Laufende Nebenkosten berechnen

      Die genaue Höhe der Nebenkosten für ein Haus hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Hierfür gibt es eine gute Faustregel, an der Sie sich orientieren können.

      Für die laufenden Nebenkosten können Sie mit etwa 4 Euro pro Monat pro Quadratmeter Wohnfläche rechnen.  

      Zusätzlich ist es wichtig, dass Sie als eine Instandhaltungsrücklage in Höhe von 1 Euro pro Quadratmeter zusätzlich durch monatliche Sparraten einrichten, sind Sie auf alle Eventualitäten vorbereitet. Zum Beispiel auf kommende Reparaturen oder Anliegergebühren: Diese können beispielsweise auf Sie zukommen, wenn die Kommune Sie an den Kosten für Straßenausbau oder Sanierungsarbeiten beteiligen möchte. Ausgehend dieser Faustregel belaufen sich die Nebenkosten für ein Haus mit einer Fläche von 150 Quadratmetern auf 600 Euro pro Monat. Addieren Sie hier noch den einen Euro pro Quadratmeter als Rücklage, kommen Sie auf insgesamt 750 Euro pro Monat. Die Summe mag auf den ersten Blick sehr groß wirken, jedoch sind in diesen Kosten ja auch bereits die Ausgaben für Strom und Telekommunikation enthalten. Diese müssten Sie als Mieter ebenfalls zusätzlich zur Miete tragen.

      Unterschied öffentliche/private Kosten

      Die laufenden Nebenkosten einer Immobilie teilen sich nach Vertragspartner ein: Für die öffentlichen Nebenkosten zahlen Sie Gebühren für verschiedene Servicedienstleistungen wie die Müllentsorgung oder die Straßenreinigung an die zuständige Gemeinde, in der Ihre Immobilie steht. Private Nebenkosten entstehen durch Verträge mit privaten Dienstleistern wie beispielsweise dem Schornsteinfeger oder dem Gasanbieter, sofern dieser nicht städtisch ist.

      Öffentliche Betriebskosten für ein Haus

      Als künftiger Hausbesitzer nutzen Sie zum Teil die öffentliche Infrastruktur wie die Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und die Müllabfuhr. Darüber hinaus fallen auch Steuern an, die die Kommunen erheben. Zu den öffentlichen Nebenkosten eines Hauses gehören dabei:

      1. Grundsteuer

      Die Grundsteuer wird nach einem komplexen Verfahren berechnet: Zunächst ermittelt das Finanzamt aus potenziellen Mieteinnahmen des Jahres 1964 (neue Bundesländer: 1935) und einem Vervielfältiger für wertsteigernde und wertmindernde Faktoren den Einheitswert. Dieser wird mit der Grundsteuermesszahl multipliziert, die für Einfamilienhäuser bei 2,6 Promille (bis zu 38.346,89 Euro Einheitswert) beziehungsweise 3,5 Promille (ab 38.346,89 Euro Einheitswert) liegt. Aus der obigen Rechnung entsteht der Grundsteuermessbetrag, der letztlich noch mit dem Hebesatz der jeweiligen Kommune belegt wird. An der Höhe der Grundsteuer lässt sich im Normalfall nichts ändern. Als einzige Einflussmöglichkeit bleibt Ihnen die Wahl eines Wohnorts, dessen Behörden einen niedrigen Hebesatz festgelegt haben. Die Hebesätze bei der Grundsteuer variieren nämlich zwischen 80 und 910%.
      Kostenpotenzial: 70-800 € / Jahr (abhängig vom Objekt und der Kommune zwischen)

      2. Müllabfuhr

      Die Abfallgebühren hängen sehr stark vom kommunalen Anbieter ab, da es hier erhebliche Unterschiede gibt. In einigen Regionen können Sie zwischen einem Teilservice und einem Vollservice wählen. Beim Teilservice müssen Sie die Abfallbehälter vor der Leerung selbst hinausstellen, während dies beim Vollservice vom Entsorger erledigt wird.
      Kostenpotenzial: 3-15 € pro Jahr und Person

      3. Straßenreinigung

      Sehr viele Kommunen erheben mittlerweile Gebühren für die Straßenreinigung direkt vor dem Haus. Bezahlt wird diese im Regelfall nach Länger der Frontmeter vor einer Immobilie. Zusätzlich kommt es auf die Frequenz der Reinigung an, die sich mitunter auch am Verschmutzungspotenzial der jeweiligen Straße orientiert.
      Kostenpotenzial: 10-50 € / Monat

      4. Wasser (inklusive Abwasser)

      Die Kosten für die Versorgung mit Wasser und die Abwasserentsorgung sind unter vor allem von zwei Faktoren abhängig. Zum einen wirkt sich die Region auf Ihre Wasserkosten aus. Je nach Bundesland unterscheiden sich die Verbrauchspreise für Wasser und Abwasser. Dies hat vor allem mit der Verfügbarkeit und den Beschaffungskosten zu tun. So gibt das Statistische Bundesamt für Niedersachsen im Jahr 2016 zum Beispiel einen verbrauchabhängigen Preis von 1,26 Euro pro Kubikmeter für die Trinkwasserversorgung aus (zzgl. zur Grundgebühr). In Bremen liegt der Preis pro Quadratmeter hingegen bei 2,13 Euro. Beim durchschnittlichen Wasserverbrauch von 121 Liter pro Tag ergäbe sich daraus folgender Kostenunterschied pro Jahr:

      BundeslandBremenNiedersachsen
      Kosten pro m³2,13 €1,26 €
      Kosten für 44,17 m³ (Wasserverbrauch pro Person)94,08 €55,65 €
      Tabelle: Wasserkosten im Bundesländer-Vergleich

      Aus den beiden Rechenbeispielen ergibt sich ein Unterschied von 76,86 Euro pro Jahr. Zusätzlich können entsprechende Unterschiede auch noch bei der Grundgebühr (verbrauchsunabhängig) und bei der Abwasserversorgung anfallen. Dazu kommt, dass einige Kommunen sogenannte „Wasser-Flatrates“ anbieten. Hierbei können Haushalte unbegrenzt Wasser verbrauchen und müssen nur eine fixe Gebühr zahlen.

      Als zweite Kostenkomponente spielt natürlich auch Ihr Wasserverbrauch eine Rolle. Zwar wird ein Teil der Kosten in den meisten Fällen über eine fixe Gebühr abgerechnet, aber der verbrauchsabhängige Anteil der Wasserkosten lässt sich beeinflussen.

      Das Entgelt für Regenwasser an der Oberfläche wird von vielen Kommunen extra berechnet. Die Kosten hängen von der versiegelten Fläche ab und werden pro Quadratmeter berechnet. Sie zahlen hierbei für den Umstand, dass durch die Versiegelung des Bodens das Wasser nicht abfließen kann. Dies macht Maßnahmen wie die Kanalisation erforderlich, an deren Kosten der Staat Sie beteiligt.

      Kostenpotenzial: 170-250 € pro Person / Jahr (plus 0,70-0,90 € / m² versiegelter Fläche für Regenwasser)

      Private Hausnebenkosten

      Zu den Nebenkosten im Haus zählen zudem auch noch Verträge mit Privatunternehmen, um den eigenen Bedarf zu decken. Dazu gehören:

      1. Heizung (inklusive Wartung)

      Die Heizung stellt einen großen Teil der Nebenkosten für ein Haus. Gleichzeitig hängen die Kosten von sehr vielen verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise der Energieform. Die drei gängigsten Arten der Gewinnung von Heizenergie sind nach wie vor Gas, Heizöl und Fernwärme. Auch wenn Erdwärmepumpen mittlerweile durchaus eine Rolle spielen, sind sie auf dem Massenmarkt immer noch eine Ausnahme. Die Nebenkosten für die Heizung hängen aktuell also immer noch stark davon ab, wie sich die Preise für Gas und Öl verhalten und ob Sie Fernwärme nutzen können.

      Ein weiterer Faktor ist das Heizverhalten: Durch Ihr Heizverhalten können Sie die Kosten für die Heizung erheblich beeinflussen. So gilt hier die Faustregel: Wird der Thermostat um einen Grad ˚C heruntergeregelt, kann dies jährlich bis zu 6 Prozent der Heizkosten sparen. Trotzdem ist es wichtig, dass die Räume im Winter nicht auskühlen, da dies für Schimmelbildung sorgt.

      Zusätzlich ist auch der Zustand der Immobilie ein Faktor. Ein gut gedämmtes Haus senk den Energiebedarf erheblich und hält somit auch die Hausnebenkosten niedriger. Die Heizungswartung ist ohne besondere Vorkommnisse ein Fixposten, deren Betrag Sie nur durch die Wahl des Anbieters beeinflussen können.
      Kostenpotenzial: 11-14 € / m² plus 350-500 € für die Heizungswartung / Jahr

      2. Strom

      Die Stromkosten ergeben sich aus Ihrem Stromverbrauch und den Konditionen des jeweiligen Stromanbieters. Die Suche nach einem anderen Anbieter lohnt sich immer dann, wenn Sie noch auf den örtlichen Grundversorger setzen. Hier ergibt sich mitunter ein interessantes Sparpotenzial. Ferner erhöht auch die Warmwasserversorgung per Strom (Durchlauferhitzer) den Stromverbrauch und damit die Nebenkosten für das Haus enorm.
      Kostenpotenzial: 100-150 € / Monat

      3. Versicherungen

      Die Gebäudeversicherung ist in Deutschland nicht verpflichtend, jedoch empfehlen wir Ihnen, eine solche Absicherung zu schaffen. Diese sichert in der Grundvariante unter anderem Schäden durch Feuer, Leitungswasser und auch Stürme ab. Sollten Sie zudem in einem Risikogebiet wohnen, ist eine Zusatzoption um Elementarschäden wie Überschwemmungen sehr ratsam. Schäden Dritter durch das Gebäude an sich können Sie bei einem Eigenheim über Ihre private Haftpflichtversicherung absichern. Die Kosten variieren je nach Anbieter und gewähltem Leistungsumfang.
      Kostenpotenzial: 150-800 € / Jahr

      4. Telekommunikation

      Verträge für Festnetztelefon und Internet werden heute hauptsächlich als Flatrate angeboten. Deshalb kommt es in Bezug auf die Kosten sehr auf den jeweiligen Anbieter an.
      Kostenpotenzial: 25-40 € / Monat

      5. Schornsteinfeger

      Die Vergütung von Schornsteinfegern wird im Großen und Ganzen durch die Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) festgelegt, jedoch können in den Bundesländern leichte Abweichungen bei der Berechnung der Arbeitswerte entstehen. Die Arbeit eines Schornsteinfegers ist heute übrigens bei weitem nicht nur auf das Kehren des Schornsteins beschränkt. Er überprüft auch die Emissionen der Heizungsanlage. Ferner sorgt beispielsweise die Nutzung eines Kamins für zusätzliche Kosten.
      Kostenpotenzial: 40-100 € / Jahr

      Monatliche Nebenkosten sparen: so geht’s

      Sie können bereits vor dem Hauskauf oder Hausbau auf einige Aspekte achten, um die monatlichen Nebenkosten als Hausbesitzer zu senken. Dazu gehören unter anderem:

      • Energieeffiziente Bauweise (senkt vor allem die Heizkosten)
      • Nutzung einer Photovolatikanlage (Strom kann selbst produziert und eingespeist werden)
      • Anbietervergleiche (interessant bei Telekommunikation, Strom und auch Versicherungen)

      Unterschied der Nebenkosten für ein Haus im Vergleich zur Mietwohnung

      Die Betriebskosten einer Mietwohnung lagen laut Mieterbund im Jahr 2015 bei durchschnittlich 2,17 Euro pro Quadratmeter. Sie bewegten sich damit unterhalb des Niveaus der Nebenkosten für Hausbesitzer. Dies liegt jedoch vor allem an der Tatsache, dass der Stromverbrauch eines Mieters nicht in den Betriebskosten berücksichtigt wird. Ferner existieren fixe Nebenkosten wie die Versicherungsprämie, die Heizungswartung oder auch die Straßenreinigung. Deren Höhe ist unabhängig von der Personenanzahl, wird bei Mietwohnungen allerdings auf mehrere Mieter in einem Haus aufgeteilt. Aus diesem Grund sind die Nebenkosten für Hausbesitzer und für Mieter nur bedingt vergleichbar.

      Nebenkosten für ein Haus bereits vor dem Kauf kalkulieren

      Wenn Sie Hausnebenkosten bereits vor dem Kauf oder Bau einer Immobilie kennen, vereinfacht das Ihre spätere Finanzplanung. Sie wissen bereits, wie viel Geld Sie für die Betriebskosten zurücklegen müssen und was unter dem Strich noch für die Kreditrate übrigbleibt. Durch die Wahl günstiger Anbieter oder die Wahl für ein Energieeffizienshaus können Sie die Nebenkosten zudem wirksam drücken.

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