Das Haus einbruchsicher machen - Tipps zum Einbruchschutz

Das Haus einbruchsicher machen – Tipps für Mieter und Eigentümer

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Die Tage werden kürzer, die Nächte länger: Klingt eigentlich ganz gemütlich, aber die Dunkelheit erleichtert auch den Einbrechern die Arbeit. Im Herbst beginnt daher ihre Hochsaison. Umso wichtiger ist es, das eigene Haus jetzt einbruchsicher zu machen. Redakteurin Kim hat zum Thema Einbruchschutz recherchiert und die wichtigsten Tipps zusammengefasst!

Alle fünf Minuten verschafft sich ein Einbrecher Zutritt

In Deutschland wurde im Jahr 2018 laut Kriminalstatistik 97.504 Mal eingebrochen. Im Schnitt bedeutet das: Alle fünf Minuten kommt es zu einem Einbruch – eine bessere Quote als bei Parship! Viele der Vorfälle ließen sich durch einfache Maßnahmen verhindern. Denn: Wenn ein Einbrecher nicht innerhalb von drei bis fünf Minuten erfolgreich ist, gibt er in der Regel einfach wieder auf. Über ein Drittel der Einbrüche scheitern daher auch an ganz simplen mechanischen Schutzmaßnahmen, die jeder von uns umsetzen kann.

Das Haus einbruchsicher machen – wichtige Maßnahmen

An erster Stelle beim Thema Einbruchschutz steht die mechanische Sicherung der möglichen Zugänge: Dazu zählen alle Türen und Fenster sowie Nebeneingänge oder eine verbundene Garage. Eine häufige Schwachstelle sind Balkontüren oder Fenster, die mit einfachen Rollzapfen verriegelt werden. Das Abrollen beugt zwar einem schnellen Verschleiß der Fenster vor, einem Einbrecher hat der Zapfen allerdings wenig bis gar nichts entgegenzusetzen: Die Tür lässt sich in wenigen Sekunden mit einem herkömmlichen Schraubenzieher aufhebeln. Etwas teurer sind die sogenannten Pilzkopfzapfen, doch sie machen das eigene Haus dafür deutlich einbruchsicherer: Die T-förmigen Zapfen erschweren sowohl das Auf- als auch das Aushebeln von Fenster oder Tür. Wer neu baut oder sein Haus modernisiert, sollte also nicht an der falschen Stelle sparen.

Darüber hinaus können Fenster und Türen noch über weitere Maßnahmen wie Fensterschlösser, Einbruchschutzfolien oder abschließbare Griffe gesichert werden. Oft kommen zudem einbruchhemmende Gitter, Rollläden oder Lichtschachtabdeckungen infrage. Alarmanlagen, Bewegungsmelder oder Videosysteme allein reichen in der Regel übrigens nicht aus, um Einbrecher nachhaltig abzuschrecken. Sie sind aber unter Umständen eine sinnvolle Ergänzung zu den mechanischen Maßnahmen.

Bis zu 1.600 Euro Zuschuss: Der Einbruchschutz des Hauses ist förderfähig

Der Staat lässt Immobilienbesitzer beim Einbruchschutz nicht allein. Zahlreiche Umbaumaßnahmen werden von der KfW-Bank gefördert – über zinsgünstige Kredite von bis zu 50.000 Euro oder einem einmaligen Zuschuss von maximal 1.600 Euro, der nicht zurückgezahlt werden muss. Wichtig ist allerdings, dass ein Fachmann die Arbeiten ausführt und die umgesetzten Maßnahmen den jeweiligen DIN-Normen entsprechen.

Das einbruchsichere Haus fängt beim eigenen Verhalten an

Mindestens genauso wichtig wie die richtige Technik ist das eigene Verhalten. Klassiker sind das Fenster, das auf Kipp steht, oder die Haustür, die nur zugezogen ist: Ziemlich eindeutige Einladungen für Langfinger. Der Einbrecher verschafft sich so innerhalb weniger Sekunden Zugang zum Haus. Im schlimmsten Fall hinterlässt er dabei nicht einmal Spuren. Und das kann sogar die Schadensabwicklung mit der Versicherung erschweren. Wer in den Urlaub fährt, sollte zudem gut überlegen, ob er das Beach-Selfie oder den Mallorca-Party-Schnappschuss wirklich posten möchte. Öffentliche Profile bei Instagram, Facebook und Co. werden auch von Einbrechern gern für die Recherche genutzt.

Wenn der Einbrecher trotz allem ins Haus kommt: Welche Versicherungen schützen mich?

Auch wer schon viele Maßnahmen ergriffen hat, um das eigene Haus einbruchsicher zu machen, sollte sich zusätzlich um die richtige Absicherung kümmern. Während Mieter lediglich eine Hausratversicherung brauchen, ist für Immobilienbesitzer auch eine Wohngebäudeversicherung wichtig. Diese übernimmt Schäden, die durch einen Einbruch oder einen Einbruchversuch am Gebäude entstehen. Allerdings: Nicht jeder Tarif deckt alle Schäden ab. In günstigen Basistarifen der Wohngebäudeversicherung sind Einbrüche oft nicht enthalten.

Die Hausrat-Police ersetzt gestohlene Wertgegenstände. Auch hier gibt es enorme Unterschiede, zum Beispiel bei der Frage, wie fahrlässiges Verhalten des Versicherungsnehmers bewertet wird. Wenn dieser etwa vergessen hat, die Tür abzuschließen, besteht zwar grundsätzlich trotzdem Versicherungsschutz, die Gesellschaft kann allerdings den Schadensersatz kürzen – und zwar schlimmstenfalls um mehrere tausend Euro. Grobe Fahrlässigkeit kann vor allem bei günstigen oder veralteten Policen sogar zur völligen Zahlungsverweigerung führen. Um den Überblick über komplexe Versicherungsklauseln zu behalten und den individuell richtigen Versicherungsschutz zu finden, lohnt es sich daher immer, einen Experten um Rat zu fragen.

Das richtige Verhalten im Ernstfall

Wer trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Opfer eines Einbruchs wird, sollte zunächst einmal Ruhe bewahren und umgehend die Polizei verständigen. Zudem gilt es entwendete Bank- oder Kreditkarten sofort zu sperren. Damit es im Ernstfall nicht zu langwierigen Diskussionen mit der Versicherung kommt, ist es ratsam, bereits im Vorfeld den eigenen Hausrat zu fotografieren. Wertvolle Gegenstände sollten hier mit Kaufbeleg vermerkt sein. Im Ernstfall spart eine solche Dokumentation Zeit und Nerven, denn die Versicherung benötigt zur Schadensabwicklung umgehend eine Stehlgutliste, also ein Verzeichnis aller gestohlenen Sachen.  


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