Coronavirus: Was bedeutet die Krise für meine Baufinanzierung?

Corona-Krise und Baufinanzierung: die wichtigsten Fragen & Antworten

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Wer aktuell von Kurzarbeit oder Verdienstausfällen betroffen ist, hat viele Fragen: Was passiert, wenn ich kaum Einnahmen habe oder nicht weiß, wie es nach der Krise für mich weitergeht? Wie kann ich meine Rate bedienen? Was ist, wenn ich mich bereits für eine Immobilie entschieden habe und in den letzten Zügen für den Baufinanzierungsabschluss liege? Was passiert mit den Immobilienpreisen? Und wie entwickeln sich die Bauzinsen? Wir sind in dieser unruhigen Zeit an eurer Seite und helfen euch bei all euren Fragen weiter – und zwar ganz bequem per Telefon, Mail oder Video-Chat. Die wichtigsten Punkte hat Redakteurin Kim schon einmal im Blog für euch zusammengefasst!


Der Kampf gegen das Coronavirus hat unser aller Leben weitestgehend stillgelegt: Schulen, Geschäfte und kleine Betriebe sind geschlossen, zahlreiche Unternehmen haben Kurzarbeit angemeldet und viele Freiberufler erhalten aktuell wenig oder gar keine Aufträge. Angela Merkel bezeichnete die Krise als größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Bundesregierung reagierte Anfang der Woche mit einem beispiellosen Hilfspaket für die deutsche Wirtschaft. Das Finanzministerium schätzt die Kosten der Maßnahmen für kleine, mittlere und große Unternehmen auf über 120 Milliarden Euro – und das allein für 2020.

Vor allem Kleinstunternehmer und Freiberufler sollen durch unbürokratische, direkte Finanzspritzen schnellstmöglich entlastet werden. Sie können für drei Monate 9000 bis 15.000 Euro erhalten, wenn sie versichern, dass sie durch die Corona-Krise einen Liquiditätsengpass haben. Vorerst bleibt die Unsicherheit allerdings hoch. Viele Details sind noch nicht geklärt und vor allem die Frage, wie und wo genau die Soforthilfen beantragt werde können, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen (Stand: 25.03.2020).  

Die Situation bei Dr. Klein: Wir beraten euch weiterhin

Bei allen Fragen rund um die laufende, gerade abgeschlossene oder noch geplante Baufinanzierung stehen unsere Berater weiterhin an eurer Seite. Vereinbarte Termine für ein Beratungsgespräch können ganz einfach per Video oder Telefon wahrgenommen werden. Alle Unterlagen werden weiterbearbeitet und Auszahlungen von den Banken fristgerecht vorgenommen.

Die Option, sich per Telefon oder Video-Chat beraten zu lassen, kann natürlich auch jeder nutzen, der sich ganz allgemein zu den verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten informieren möchte. Auch auf Bankenseite gibt es zwar aktuell Unsicherheiten, aber vor allem die größeren Kreditinstitute sind so aufgestellt, dass sie Aufträge vollständig digital abwickeln können. Als Vermittler ist Dr. Klein deshalb in der Lage, auch im zurzeit unübersichtlichen Markt passende Baufinanzierungen für das jeweilige Vorhaben zu finden.

Baufinanzierung und Verdienstausfälle: Was tun?

In den Krisenzeiten rund um das Coronavirus wissen natürlich auch Banken um die schwierigen Situationen, in die Menschen jetzt geraten können. So bieten einige unserer Bankpartner ihren Kunden unter Umständen eine der folgenden Lösungen an.

  • Tilgungsaussetzung: Die Rückzahlung des Darlehens wird für einen bestimmten Zeitraum ausgesetzt. In dieser Zeit fällt nicht die volle monatliche Rate an, sondern nur der Zinsanteil. Im Normalfall muss diese Option bereits im Baufinanzierungsvertrag festgelegt werden. Aktuell wird die Aussetzung der Tilgung aber unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne vertragliche Vereinbarung gestattet.
  • Stundung: Hierbei wird die Zahlung der gesamten Monatsrate ausgesetzt (sprich Zins und Tilgung). Die gestundeten Raten werden in der Regel an die Laufzeit angehängt. Sie zahlen also länger ab. Bei einigen Banken muss der Rückstand nach Ablauf der Frist aber auch zusätzlich zu den regulären Monatsraten ausgeglichen werden. Das heißt, die Rate erhöht sich dann kurzfristig.
  • Tilgungssatzwechsel: Wer im Baufinanzierungsvertrag einen Tilgungssatzwechsel vereinbart hat, kann die Tilgungshöhe verändern und so an die aktuelle finanzielle Situation anpassen. Bei einer Senkung des Tilgungssatzes verlängert sich allerdings die Zeit, bis das Darlehen abgezahlt ist. Zudem gilt dieser Wechsel langfristig: Die meisten Banken bieten nur einen einmaligen Tilgungssatzwechsel an. Soll die Tilgung nach der Corona-Krise wieder erhöht werden, sind Kreditnehmer auf die Kulanz der Bank angewiesen.
  • Ratenkredit: Eventuell kann es auch sinnvoll sein, bei einem kurzfristigen finanziellen Engpass einen günstigen Ratenkredit aufzunehmen und mit diesem die fälligen Raten auszugleichen.

Die verschiedenen, hier aufgezeigten Möglichkeiten sind von Bank zu Bank sehr unterschiedlich geregelt. Einige Banken sind in Corona-Krisenzeiten kulanter als andere. Zudem wird von Einzelfall zu Einzelfall entschieden. Es ist daher sehr wichtig, sich bei Kurzarbeit und finanziellen Engpässen schnellstmöglich mit dem eigenen Berater in Verbindung zu setzen und die Optionen zu sondieren. Welche Möglichkeit im individuellen Fall die passende ist, lässt sich am besten in einem gemeinsamen Gespräch herausfinden.

Gesetzliche Stundung von Darlehen: Erhalten Kreditnehmer Hilfe vom Staat?

Am 22. März legte das Kabinett ein Gesetzentwurf vor, der unter anderem eine gesetzliche Stundung für Verbraucherdarlehen vorsieht, die im Zeitraum zwischen dem 1. April und dem 30. Juni 2020 fällig werden („Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie“). Wer von der Corona-Krise betroffen ist, kann also vorerst – wenn er das Geld für den Lebensunterhalt braucht – seine Ratenzahlungen für alle Arten von Verbraucherdarlehen aussetzen. Dazu zählen neben klassischen Ratenkrediten auch Baufinanzierungen. Darüber hinaus können Mietverträge ab dem 1. April für 6 Monate auch bei Zahlungsverzug nicht gekündigt werden. Dabei handelt es sich allerdings erst einmal nur um einen Kabinettsentwurf, der noch durch Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden muss.

Corona und die Bauzinsen: Sinken oder steigen sie?

Stillstand beim öffentliche Leben, Hamsterkäufe in den Supermärkten, Chaos an den Börsen: Die Auswirkungen des Coronavirus sind extrem. Die große Verunsicherung der Finanzmärkte lässt sich besonders gut an der Entwicklung der zehnjährigen Bundesanleihe ablesen: Zwischenzeitlich fiel ihre Rendite auf den nie dagewesenen Tiefstand von minus 0,86 Prozent. Hieran orientieren sich wiederum die Bauzinsen. Und die schwanken derzeit besonders stark: Während sie in der vergangenen Woche mit 0,41 Prozent (bei 10 Jahren Zinsbindung) auf einen historischen Tiefstand sanken, sind sie in dieser Woche wieder auf 0,61 Prozent gestiegen.

„Ich erwarte aufgrund der extremen Verunsicherung des Marktes weiterhin eine sehr hohe Volatilität“, so die Prognose Michael Neumanns, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG. „Kurzfristig sind sprunghafte Zinsanstiege möglich, die aber nicht zu einem nachhaltig höheren Zinsniveau führen werden. Der drohende wirtschaftliche Abschwung kann auf Seiten der Banken zu höheren Risikokosten und in der Folge zu höheren Baufinanzierungskonditionen führen. Insgesamt gehe ich davon aus, dass das Zinsniveau kurzfristig unter sehr hohen Schwankungen extrem niedrig bleiben wird.“

Immobilienmarkt: Führt die Corona-Krise zu fallenden Preisen?

Ob und wie sich die Corona-Pandemie auf die Immobilienpreise auswirken wird, ist noch nicht abzuschätzen. Roland Lenz, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein, erwartet eine Verlangsamung. In Stuttgart sei aktuell aber noch Betrieb: „Solange es noch erlaubt ist, finden hier weiterhin Makler- und Notartermine statt, wenn auch mit Einschränkungen.“ Diejenigen, die gerade auf der Suche nach einer Immobilie sind, reagieren laut Roland Lenz sehr unterschiedlich auf die neue Situation: „Einige sind unsicher und gerade in der Automobilbranche warten viele die weitere wirtschaftliche Entwicklung ab. Andere wiederum verfolgen unverändert ihre Pläne, und für die finden wir Finanzierungspartner. Aber natürlich weiß keiner mit Sicherheit, wie es weitergeht und wie lange uns die Coronakrise beeinträchtigen wird, deshalb müssen wir die Situation von Woche zu Woche neu einschätzen.“

Dass es zu einem langanhaltenden Preisrutsch kommen könnte, ist zum aktuellen Zeitpunkt unwahrscheinlich. Der Einfluss der Krise wird voraussichtlich nur temporär sein – vor allem weil die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage nach Wohnraum voraussichtlich auch nach der Krise bestehen bleibt.

Trotz Corona: Wir bleiben an eurer Seite und halten euch auf dem Laufenden!

Die Informationen und Einschätzungen in diesem Artikel sind auf dem Stand vom 25. März 2020. Aktuell kann sich die Situation allerdings schnell ändern. Wir halten euch hier im Blog so gut wie möglich auf dem Laufenden. Unsere Berater stehen euch jederzeit für individuelle Fragen zur Verfügung. Die derzeitige Situation ist für uns alle nicht einfach. Wir wünschen euch und euren Familien vor allem, dass ihr gesund bleibt, und dass ihr euch – soweit es geht – eure Zuversicht bewahren könnt. Es kommen auch wieder bessere Zeiten!


Fragen rund um die Baufinanzierung in Zeiten von Corona?


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