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Zinsprognose 2020: Wie geht's weiter mit den Bauzinsen?

Kommt nun das dicke Ende der Niedrigzinsen oder bleiben Baufinanzierungen so günstig wie sie es die letzten Jahre waren? Lesen Sie hier die professionelle Einschätzung der Zinsentwicklung der Spezialisten von Dr. Klein.

  • Inhaltsverzeichnis
    • Wo stehen die aktuellen Bauzinsen?

      Das Jahr 2020 startete mit den niedrigsten Bauzinsen aller Zeiten für einen Januar. Sie langen für eine zehnjährige Zinsbindung bei knapp 0,7 Prozent Effektivzinssatz pro Jahr. Damit begann 2020 so wie 2019 endete – mit sehr niedrigen Bauzinsen. Das Zinsniveau hat sich somit seit Mitte 2019 kaum verändert. Die Zinsprognose 2020 steht damit unter dem Stern: Seitwärtstrend.

      Beeinflusst werden die Minizinsen natürlich von der lockeren Zinspolitik der Europäischen Zentralbank. Für Sparer bedeutet diese Politik, dass sie so gut wie keinerlei Zinsen auf ihr Erspartes bekommen. Im Gegenteil sogar, denn der Sparzins fällt bei einigen Banken sogar negativ aus. Und sind die Sparzinsen negativ, wird das Ersparte nicht mehr, sondern weniger. Sie zahlen quasi dafür, dass Sie Ihr Erspartes bei der Bank parken dürfen. Klassische Anlagen wie etwa das Sparbuch lohnen sich zum Vermehren des eigenen Geldes daher kaum noch, auch wenn Sparbücher zum Beispiel nach wie vor sehr beliebt sind.

      Im Umkehrschluss bedeutet das aber, dass sich Geld leihen wahnsinnig günstig ist. Und genau deshalb sind auch Baufinanzierungen so zinsgünstig. Wenn Sie also mit dem Gedanken spielen, ein Haus bauen oder kaufen zu wollen und Sie Fremdkapital wie eine Baufinanzierung dafür benötigen, bekommen Sie das auch 2020 aller Wahrscheinlichkeit nach noch zu äußerst günstigen Konditionen.

      Zinsprognose von Dr. Kein: Steigen die Bauzinsen 2020 wieder?

      Die Spezialisten für Baufinanzierung von Dr. Klein stellen für das Jahr 2020 eine kurzzeitige Zinsprognose ganz nach dem „Dinner for one“-Motto: The same procedure as last year. Dr. Klein-Vorstand Michael Neumann stellt für das Zinsjahr 2020 folgende Zinsprognose an: „Wenn es keine umfassende und positive Lösung im Handelsstreit und Klarheit bezüglich des Brextits gibt, wird sich die Konjunktur 2020 nicht nachhaltig positiv entwickeln. Als Folge daraus erwarte ich auch im Jahr 2020 ein Zinsniveau in einer vergleichbaren Spanne wie 2019.“

      Weiterhin historisch niedrig?

      Käufer und Bauherren profitieren demnach auch 2010 von einer für sie günstigen Bauzinsenentwicklung. In puncto Negativzinsen hat Neumann ebenfalls eine klare Haltung: Für große Kundengruppen sieht er keine Negativzinsen im Jahr 2020. Das liege vor allem an der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung und an der Umstellung der IT-Systeme der Banken. Diese Systeme können Negativzinsen bis dato nämlich gar nicht abbilden.

      Oliver Lüsch, Vorstand der BBBank, ist sich sicher, dass die Bauzinsen 2020 weiterhin historisch niedrig bleiben: „Dafür sorgen die Europäische Zentralbank mit ihrer lockeren Geldpolitik und der Wettbewerb. Gleichzeitig sind die Beschäftigungs- und Einkommensperspektiven der Menschen gut. Trotz teils stark steigender Immobilienpreise lohnen sich Kauf oder Bau von Immobilien unverändert.“ Das gelte besonders für selbstgenutzte Immobilien und Modernisierungen, heißt es weiter.

      Politische und wirtschaftliche Faktoren haben Einfluss

      Die Weltbank prognostiziert für 2020 ein nur geringes Wachstum der Weltwirtschaft, was für den Verbleib der Niedrigzinsen spräche. Es sieht also so aus, als blieben die Zinsen auch 2020 auf einem niedrigen Niveau. Allerdings werden die Zinsen von einer ganzen Reihe weltwirtschaftlicher und politischer Faktoren beeinflusst, deren Fortgang aktuell noch nicht absehbar ist. So zum Beispiel das mögliche Handelsabkommen zwischen China und den USA, der Ablauf des Brexits und ein damit zusammenhängendes Freihandelsabkommen Groß Britanniens mit der Europäischen Union. Auch der Umschwung innerhalb der Europäischen Zentralbank durch den Führungswechsel im Herbst 2019 kann die Zinsen beeinflussen.

      Es gibt also vielerlei Unsicherheiten, die sich auf die Zinsen auswirken könnten. Daher ist eine mittel- oder sogar langfristige Zinsprognose für das 2020 nicht leicht sicher treffen. Es deutet bisher alles auf einen Seitwärtstrend der Bauzinsenentwicklung hin, allerdings gibt es unsichere Variablen, die den Seitwärtstrend torpedieren könnten. Falls die Bauzinsen widererwarten doch steigen sollten, dann bleiben sie jedoch weiterhin auf niedrigem Niveau verglichen mit den Bauzinsen aus dem Jahr 2005 von knapp 5 Prozent.

      Michael Neumanns Zinsprognose für 2019: Leicht steigende Bauzinsen

      Wie werden sich die Bauzinsen in 2019 entwickeln? Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG, beantwortet diese Frage und gibt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung.

      Kurzfristige Zinsprognose: der aktuelle Zinskommentar

      Der Markt für nachhaltige Geldanlagen ist aktuell noch eine Nische – doch das Interesse der Verbraucher wächst. Die neue EZB-Präsidentin will das Thema Klimaschutz auf die Agenda der Notenbank setzen. In unserem Zinskommentar vom Dezember 2019 fassen wir zusammen, was das bedeutet.  

      Aktuelle Zinskommentare:

      Zinskommentar Dezember 2019

      Zinskommentar November 2019

      Zinskommentar Oktober 2019

      Zinskommentar September 2019

      Zinskommentar August 2019

      Zinskommentar Juli 2019

      Zinskommentar Juni 2019

      Zinskommentar Mai 2019

      Zinskommentar April 2019

      Die Bauzinsenentwicklung der letzten Jahre

      Um den Stand der Zinsen besser einordnen und ihre künftige Entwicklung in einen Gesamtkontext setzen zu können, werfen wir zunächst einen kurzen Blick in die Vergangenheit. Wie unsere hausinternen Daten zeigen, legten die Bauzinsen in den letzten Jahren eine anhaltende Talfahrt hin. So sind beispielsweise Kredite mit zehnjähriger Zinsbindung seit 2008 von der 5-Prozent-Marke immer weiter gefallen bis auf ihren vorläufigen, absoluten Tiefststand im Oktober 2016, als sie bei 0,69 Prozent landeten. Natürlich ließen sich zwischen 2008 und 2016 auch immer mal wieder kleinere Anstiege verzeichnen, dabei handelte es sich aber stets um geringe Kurskorrekturen. Der allgemeine Trend kannte hingegen nur eine Richtung: abwärts. Im Jahr 2016 folgte dann die vorläufige Wende.

      Die Trendwende der Zinsen ab Herbst 2016

      Im November 2016 war bereits ein kleiner Anstieg zu sehen: Zunächst stiegen die aktuellen Bauzinsen von 0,69 auf 0,81 Prozent (Stand: 03.11.2016) und schoben sich zwischenzeitlich sogar über die 1-Prozent-Marke (1,01 Prozent am 19.12.2016). Zum Jahresende hin deutete sich allerdings wieder ein leichter Rückgang auf 0,94 Prozent an (31.12.2016). Zwischen Januar und Mai 2017 pendelten sich die Darlehenszinsen schließlich auf 1,00 Prozent ein. Bis August 2017 stieg der Bestzins für 10-jährige Hypothekendarlehen noch mal leicht auf 1,10 Prozent, sank aber im Oktober 2017 wieder unter die 1-Prozent-Marke auf 0,99 Prozent. Im Jahr 2018 hat sich das Niveau zwischen 1,35 Prozent im Frühjahr und 1,10 Prozent im Herbst eingependelt.

      Bauzinsen-Chart: Entwicklung der Bauzinsen in den letzten Jahren

      Unser Bauzinsen-Chart bietet Ihnen die Möglichkeit, selbst einen Blick auf die Zinsentwicklung der letzten Jahre zu werfen. Das Chart zeigt Ihnen ab dem Jahr 2000 bis heute die Entwicklung der Bauzinsen, und zwar gestaffelt nach Sollzinsbindungen: Wählen Sie in der oberen Zeile beispielsweise "5 Jahre" aus, so sehen Sie die Daten aller Kredite mit fünfjähriger Zinsbindung, bei "10 Jahre" diejenigen mit zehnjähriger Zinsbindung und so weiter. In der unteren Zeile haben Sie nun die Wahl, ob Sie sich die Entwicklung des letzten Tages, des letzten Monats, der letzten drei Monate oder 6 Monate oder der letzten ein bis 10 Jahre ansehen möchten.

      Ein Beispiel: Haben Sie oben "10 Jahre" angeklickt und unten "6 Monate", dann zeigt Ihnen das Bauzinsen-Chart nun, wie sich Baukredite mit einer Sollzinsbindung von 10 Jahren in den vergangenen sechs Monaten im Zins entwickelt haben, welche Zinsen die Banken also für diese Konstellation in diesem Zeitraum anboten. So können Sie aus dem Bauzinsen-Chart ablesen, in welchem Spektrum sich das Zinsniveau in bestimmten Zeiträumen bewegt hat. Ein Chart mit den aktuellen Bauzinsen und Konditionen bei Dr. Klein finden Sie übrigens auf der Seite aktuelle Hypothekenzinsen.

      Bauzinsen-Chart: So verlief die Zinsentwicklung in der Vergangenheit

      Ausgangslage für die Zinsprognose 2020

      Der Anstieg der Zinsen bei Krediten mit 10-jähriger Sollzinsbindung von 0,69 Prozent auf 1,35 Prozent zwischen November 2016 und März 2019 scheint auf den ersten Blick nicht sonderlich hoch auszufallen. Auch, wenn wir aktuell wieder näher an der 1-Prozent-Marke sind: Der Anstieg hat nun insgesamt bereits seit fast anderthalb Jahren Bestand und lässt sich daher nicht mehr als kleine Kurskorrektur klassifizieren. Zudem gibt es weitere, äußere Faktoren, die für eine länger währenden Aufwärtstrend sprechen.

      Einflussfaktoren: Die EZB, der Leitzins und die Fed

      Der Bauzins, den Sie für Ihre Baufinanzierung erhalten, entsteht nicht zufällig. Er ist von zwei Hauptfaktoren abhängig: Der allgemeinen Marktlage und Ihren persönlichen, finanziellen Voraussetzungen. Auf den ersten Faktor wollen wir an dieser Stelle noch mal näher eingehen, denn er bestimmt den Zins am stärksten: Gibt der Markt ein Zinsniveau von beispielsweise 4 bis 5 Prozent vor, dann können Sie diesen durch Ihre persönlichen, finanziellen Gegebenheiten wie beispielsweise Ihr Eigenkapital nur in sehr geringem Maße herabsenken. Die Marktlage ist also der stärkere Hauptfaktor von beiden, der die Rahmenbedingungen dominiert.

      Der Einfluss der europäischen Wirtschaft auf Ihren Bauzins

      Die Bauzinsen sind unter anderem von den geldpolitischen Maßnahmen der Europäische Zentralbank (EZB) abhängig. Ihre Hauptaufgabe ist es, Preisstabilität in der Euro-Zone zu gewährleisten. Das tut sie, in dem sie die im Umlauf befindliche Geldmenge reguliert. Dafür bedient sie sich zweier Werkzeuge, nämlich des Leitzinses und des Anleihekaufprogramms. Messeinheit für die Preisstabilität ist die Inflationsrate. Sie gilt als ideal, wenn sie bei etwa zwei Prozent liegt. Davon ist die EU aktuell noch entfernt. Zwar ist die Inflationsrate zwischen Juni 2016 und April 2018 von 0,1 Prozent auf 1,2 Prozent gestiegen und bewegte sich im Mai 2018 zwischenzeitlich sogar im Bereich der angepeilten 2-Prozent-Marke. Allerdings ist sie der EZB zufolge noch immer nicht stabil genug. Deshalb pumpt sie weiterhin Geld in den Wirtschaftskreislauf, indem sie den Leitzins herabsenkt und Staatsanleihen aufkauft. Dadurch gewährt sie wirtschaftlich schwachen Ländern Kredit, mit dem Ziel, auf diese Weise deren Wirtschaft anzukurbeln. 

      Das Anleihekaufprogramm hat noch einen Nebeneffekt: Damit hält die EZB die Nachfrage nach Staatsanleihen künstlich hoch und drückt die Zinsen der Staatsanleihen auf ein niedriges Niveau. So nimmt sie direkt Einfluss auf Ihren Bauzins, denn er fällt dadurch ebenfalls günstig aus. Grund dafür ist die Art und Weise, wie Banken ihre Baufinanzierungen refinanzieren: Sie holen das Geld herein, indem sie Pfandbriefe vergeben, und deren Zinsen hängen direkt von den Zinsen der Staatsanleihen ab. Mit anderen Worten: Je niedriger die Zinsen der Staatsanleihen und Pfandbriefe sind, desto bessere Refinanzierungsbedingungen bieten sich der Bank, und diesen Vorteil gibt sie dann in Form günstiger Bauzinsen an den Kunden weiter. Allerdings hat die EZB aufgrund positiver Beschäftigungs- und Wachstumsprognosen für die EU unlängst den Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm angekündigt. Und für den Leitzins legte sie einen konkreten Zeitrahmen fest: Bis Sommer 2019 soll er bei 0,0 Prozent bleiben. 

      Nun stellt sich vielleicht die Frage: Die deutsche Wirtschaft schwächelt doch aber gar nicht, für Deutschland müsste man die Zinsen doch längst anheben? Antwort: Als Mitgliedsstaat der EU heißt es, mitgehangen, mitgefangen. Der Leitzins wird erst angehoben, wenn die Wirtschaftsdaten der gesamten EU es zulassen, und erst dann steigen auch hierzulande die Geldanlagezinsen wieder. Die niedrigen Bauzinsen in Deutschland wiederum resultieren daraus, dass die deutsche Wirtschaft so gut dasteht. Die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen, die als sichere Anlage-Häfen gelten, ist nicht nur durch die EZB-Anleihe-Käufe hoch, sondern wird auch von anderen Anlegern hochgehalten. Auch hierdurch bleiben ihre Zinsen niedrig, und auch das ist eine zusätzliche Triebfeder für die hierzulande geringen Bauzinsen. Erfahren Sie mehr über die genauen Zusammenhänge in unserem Artikel über den Leitzins.

      Die aktuelle Geldpolitik der EZB

      Weitere Leitzinssenkungen hat die EZB in ihrer Sitzung im Juni 2018 ausgeschlossen. Sobald die Inflationsrate stabil bei 2 Prozent liegt, wird sie ihn folglich wieder erhöhen. Gleichzeitig beendete sie Ende 2018 das Anleihekaufprogramm. Damit bringt EZB-Präsident Draghi den Abbau der umlaufenden Geldmenge sehr vorsichtig voran, um Marktteilnehmer nicht zu verunsichern. Unklar bleibt allerdings, ob im Jahr 2019 eine erste Leitzinserhöhung folgen wird. Dr. Klein-Vorstand Michael Neumann hält dies für unwahrscheinlich: „Ich rechne nicht mit einer Zinserhöhung im kommenden Jahr. Ich bin davon überzeugt, dass Draghi selbst keinen Zinsschritt mehr einleiten wird. Und dass sein Nachfolger im November 2019 direkt mit einer Anpassung des Leitzinses ins Amt startet, halte ich für unwahrscheinlich. Zumal es angesichts der zahlreichen politischen Unsicherheiten nicht so aussieht, als ob die Wirtschaft im Euroraum im Jahr 2019 ein ruhiges Fahrwasser vor sich hat.“ (Quelle: Dr. Klein Zinskommentar 12/2018)

      Das lässt im Hinblick auf die Bauzinsen folgende Schlussfolgerungen zu: Die Bauzinsen werden zwar nicht wieder auf den Stand von Ende 2016 (0,69 Prozent im November) zurück sinken, im Jahr 2019 aber auch nur sehr moderat ansteigen. 

      Lage in den USA: Rezession erwartet

      In 2018 haben die USA den Leitzins insgesamt drei Mal erhöht, aktuell steht er bei 2,25-2,5 Prozent. Damit bewegt sich der amerikanische Leitzins nun wieder auf demselben Niveau, das vor der Finanzkrise in 2008 vorherrschte. Durch die Leitzinserhöhungen setzte sie zwar die Europäische Zentralbank unter Zugzwang, denn durch Leitzinserhöhungen in den USA werdenUS-Anlagen attraktiver, weil sie bessere Zinsen bieten. Die Folge: Anleger wandern aus dem Euro-Raum in den Dollar-Raum ab. Auf diese Weise gerät die EZB zwar unter Handlungsdruck, den Leitzins ebenfalls wieder in die Höhe zu ziehen. Die EZB ist dennoch bisher nicht nachgezogen. Denn im Zweifel orientiert sie sich mit ihrer Entscheidung eher an den Wirtschaftsdaten des Euro-Raums richten, die momentan noch nicht für einen schnellen Richtungswechsel sprechen. Zusammengefasst heißt das: Der EZB-Leitzins wird in Zukunft nicht weiter sinken, aber auch nicht schnell ansteigen.

      Interessant ist, dass einige Investoren eine Rezession in den USA erwarten. Dr. Klein-Vorstand Michael Neumann denkt allerdings, dass die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) dennoch an den erwarteten drei Leitzinserhöhungen für 2019 festhalten wird. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Fed bereits im Dezember deutlich anders positioniert", so Neumann im Dr. Klein Zinskommentar, Ausgabe 12/2018.

      Zinsprognose unserer Spezialisten

      Dr. Klein veröffentlicht zur genaueren Prognose jeden Monat einen Zinskommentar, in dem sich unsere Spezialisten zur aktuellen Lage äußern. Auch die Geschäftsführer der Dr. Klein-Schwesterfirma Qualitypool geben einmal monatlich im Zinszoom ihre Zinsprognose ab. Darin ordnen unsere Spezialisten die aktuelle Bauzinsenentwicklung speziell für Immobilieninteressenten ein. Die wichtigsten Aussagen der letzten Publikationen wollen wir an dieser Stelle für Sie zusammenfassen. 

      • Michael Neumann auf die Frage, ob es in 2019 Leitzinserhöhungen „Ich rechne nicht mit einer Zinserhöhung im kommenden Jahr“, so die Einschätzung Neumanns. „Ich bin davon überzeugt, dass Draghi selbst keinen Zinsschritt mehr einleiten wird. Und dass sein Nachfolger im November 2019 direkt mit einer Anpassung des Leitzinses ins Amt startet, halte ich für unwahrscheinlich. Zumal es angesichts der zahlreichen politischen Unsicherheiten nicht so aussieht, als ob die Wirtschaft im Euroraum im Jahr 2019 ein ruhiges Fahrwasser vor sich hat.“
      • „Bisher war die Europäische Zentralbank zuversichtlich, dass die Konjunktur nur eine kleine Verschnaufpause einlegt. Nun waren beim Blick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung verhaltenere Töne zu hören. Und auf die Frage, wann denn nun die erste Zinserhöhung komme, antwortete Draghi, dass die Mehrheit vom Sommer 2019 ausgeht, es aber noch weitere Einflussfaktoren gebe. Das klang pessimistischer als zuletzt. Dieser vorsichtigere Kurs der Notenbanken ist nun an den Zinsmärkten zu spüren. Bisher wurde erwartet, dass die Bauzinsen im ersten Halbjahr vor einer EZB-Zinserhöhung leicht ansteigen. Nun wird spekuliert, dass 2019 womöglich gar kein Zinsschritt stattfindet. Das sollte die Entwicklung der Bauzinsen kurzfristig einbremsen − wir könnten auch das gesamte Jahr 2019 von günstigen Zinsen profitieren." sagt Quality-Pool Geschäftsführer Jörg Haffner im Zinszoom von Dezember 2018.

      Fazit: Die Bauzinsenentwicklung geht moderat aufwärts

      In der Tendenz ist zwar in 2019 mit einem weiteren Anstieg der Bauzinsen zu rechnen, er wird allerdings gering ausfallen. Abwärts dürfte es allerdings nicht mehr gehen. Die Zinsen werden sich entweder schwankend seitwärts oder moderat aufwärts bewegen. Die wichtigste Schlussfolgerung für Immobilienkäufer lautet deshalb: Besser wird’s nicht.

      Das ist aber aus Sicht unserer Spezialisten noch lange kein Grund, den Hauskauf übereilt anzugehen. Selbst, wenn die Zinsen in 2019 weiter stetig über einem Prozent bleiben sollten: Verglichen mit dem Jahr 2008 (5,00 Prozent) fallen Immobilienfinanzierungen heutzutage immer noch sehr günstig aus.

      Weil die Zinsen so niedrig sind, ergeben sich für Immobilienkäufer sehr gute Möglichkeiten, das Immobiliendarlehen schnell zu tilgen. Dies tun die meisten auch, sie nutzen die günstige Zinssituation und stellen ihre Finanzierung damit auf sichere Beine. 

      Kaufen wird sich 2019 noch lohnen

      Wie die Daten unseres Dr. Klein Trendindikators Baufinanzierung (DTB) zeigen, steigen die Immobilienpreise offenbar allerorts. Gleichzeitig zogen vor Kurzem die Zinsen an. Wer jetzt einen Kauf plant, darf sich von diesen äußeren Bedingungen nicht verunsichern lassen. Die Bauzinsen haben sich schließlich in letzter Zeit um die 1-Prozent-Marke herum eingependelt, und bei Bestandsimmobilien verzeichneten wir zuletzt immer mal wieder Preisrückgänge. Es gilt, Ruhe zu bewahren. Hektik ist ein schlechter Ratgeber beim Immobilienkauf: Treffen Sie Ihre Entscheidung mit Besonnenheit und lassen Sie sich bei der Wahl des richtigen Objektes nicht hetzen. Sicher ist: Auch 2019 wird sich die Investition in die eigenen vier Wände noch rentieren, denn Immobilien sind im Vergleich zu anderen Geldanlagen trotz gestiegener Preise eine sehr gute, sichere Investition. Schieben Sie die Entscheidung nur nicht auf die lange Bank, denn dadurch kann sich Ihre Baufinanzierung erheblich verteuern, wie die folgende Beispielrechnung zeigt.

      Beispielrechnung: Moderater Anstieg, große Wirkung

      Eins steht fest: Auch ein moderater Anstieg der Bauzinsen hat Auswirkungen. Diese wollen wir im Folgenden noch mal greifbarer aufzeigen. Dazu wagen wir erneut einen Blick in die Vergangenheit, um ein Gefühl dafür zu vermitteln, in welchem Maß Zinsanstiege bisher üblich waren. Unser Zinschart stellt dar, in welcher Spanne sich die Bauzinsen während langanhaltender Aufwärtsphasen innerhalb eines Jahres bewegt haben.

      Jährliche Anstiege von 0,5 Prozent üblich

      Nehmen wir als Beispiel die Zeitspanne zwischen 2005 und 2008: Innerhalb dieser drei Jahre stiegen die Zinsen für Kredite mit zehnjähriger Zinsbindung unseren Daten zufolge von 2,98 auf 4,60 Prozent, das ergibt ein Plus von 1,62 Prozentpunkten und macht im Schnitt einen jährlichen Anstieg von maximal 0,55 Prozentpunkten aus. Halten wir fest: In einer länger anhaltenden Aufwärtsphase können Bauzinsen also durchaus um einen halben Prozentpunkt pro Jahr ansteigen. Dies ist ein Anstieg, den unsere Spezialisten noch als moderat bezeichnen.

      Anstieg in 2019 auf 1,5-1,6 Prozent möglich

      Wenn wir für 2018 also einen „moderaten Anstieg“ prophezeien, dann werden sich die Bauzinsen aller Voraussicht nach in einem Spektrum von plus 0,5 Prozent bewegen. Gehen wir konkret vom Stand am 31.12.2018 aus, als sie bei 1,13 Prozent lagen, dann würden sie in 2018 aufgerundet auf maximal 1,63 Prozent steigen. An einer Beispielrechnung wollen wir nun zeigen, was diese 0,5 Prozentpunkte ausmachen können und drücken dies konkret in Euro aus. Für die Beispielrechnung nehmen wir einmal an, Sie möchten ein Objekt im Wert von 300.000 Euro kaufen und benötigen 150.000 Euro von der Bank. Ihre anfängliche Tilgung beträgt 2 Prozent.

       1,13 % p.a.1,63 % p.a.
      Monatliche Rate391 €453 €
      Restschuld nach 10 Jahren118.255 €117.440 €
      Geleistete Tilgung31.744 €32.559 €
      Geleistete Zinsen15.205 €21.890 €
      Beispielrechnung: Anstieg von 1,13 auf 1,63 Prozent

      Es zeigt sich: Die monatliche Rate 391 steigt durch den höheren Sollzins auf 453 Euro. Ins Auge fällt die geringere Zinszahlung: Über 6.000 Euro weniger Zinsen fließen durch den günstigeren Sollzins im selben Vergleichszeitraum an die Bank. Mit unserem Bauzinsrechner können Sie selbst kalkulieren, welchen Zins Sie für Ihre Baufinanzierung erhalten würden und wie er sich auf die gesamten Zinskosten auswirkt.

      Zinsprognose 2019 einordnen und richtig handeln

      Den richtigen Zeitpunkt für den eigenen Hauskauf zu finden, ist nicht einfach. Die Zinsen werden weiter steigen, wenn auch nicht stark, aber auch ein kleiner Anstieg ist nicht zu vernachlässigen. Welche Verhaltensweise ist nun für angehende Immobilienbesitzer richtig? Dazu haben wir Ihnen fünf hilfreiche Tipps zusammen gestellt.

      1. Staatsanleihen und Inflationsrate beobachten

        Wohin die Staatsanleihen tendieren, dorthin werden die Bauzinsen mit einigen Wochen Verzögerung folgen. Behalten Sie vor allem die 10-jährigen Anleihen im Blick, um eine direkte Vorhersage zu erhalten. Auch die Inflationsrate bedarf Ihrer Aufmerksamkeit: Sobald sie konstant an 2 Prozent heranreicht, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinserhöhung. Die Bauzinsen ziehen normalerweise schon vorher an.

      2. EZB-Entscheidungen verfolgen

        Behalten Sie die geldpolitischen Maßnahmen der EZB im Blick: Das Anleiheprogramm wird nicht über 2017 hinaus verlängert? Eine Erhöhung des Leitzinses wird diskutiert? Dann ist ein weiterer, stärkerer Anstieg der Bauzinsen wahrscheinlich.

      3. Impulse aus den USA einordnen

        Bleiben Sie in Sachen Fed auf dem Laufenden: Schreitet die Fed mit weiteren Leitzinserhöhungen voran, dürfte sich dies auch auf die hiesigen Bauzinsen auswirken, ohne dass es zwingend einer Leitzinserhöhung der EZB bedarf. 

      4. Regelmäßige Lektüre von Fachpublikationen

        In unserem Zinskommentar geben die Spezialisten von Dr. Klein monatlich Prognosen und Handlungsempfehlungen ab. So helfen sie Ihnen dabei, die Situation richtig einzuschätzen.

      5. Auf lange Zinsbindungen setzen

        Sie können die Zinsen Ihrer Baufinanzierung für 5, 10, 15, 20, 25 oder 30 Jahre festlegen. Bei der Aussicht auf steigende Zinsen empfehlen sich lange Sollzinsbindungen, um für die nächsten Jahre abgesichert zu sein. Mit unserem Kreditrechner sehen Sie, wie sich die verschiedenen Zinsbindung auf Ihre Finanzierung auswirken. Gleichzeitig bietet sich eine hohe, anfängliche Tilgung von mindestens zwei Prozent pro Jahr an, um die Restschuld von Beginn an zügig zu tilgen. So senken Sie ganz nebenbei das Zinsänderungsrisiko, das sich ansonsten bei der kommenden Anschlussfinanzierung ergeben könnte.

      Zinsen sichern, vorausschauend planen

      Die Zinsentwicklung ist für Ihre Baufinanzierung von entscheidender Bedeutung: Wer den richtigen Zeitpunkt für den Immobilienkauf findet, kann bei der Finanzierung viel Geld sparen. Egal, ob Sie Ihre erste Baufinanzierung abschließen oder eine Anschlussfinanzierung benötigen: Unsere Spezialisten für Baufinanzierung stehen Ihnen dabei zur Seite. Sie ordnen die Bauzinsenentwicklung für Sie ein, zeigen Ihre Chancen auf und vergleichen auf Wunsch die Angebote von mehr als 400 namhaften Bankpartnern für Sie.

      Ihre Baufinanzierung zum perfekten Timing

      Die Tendenz der Bauzinsenentwicklung für die nächsten Monate kennen Sie nun. Wann der richtige Zeitpunkt ist, um aktiv zu werden, welche Zinsbindung Sie wählen und wie viel Eigenkapital Sie einbringen sollten, wissen unsere Berater vor Ort und sprechen jeden Schritt Richtung Traumhaus gemeinsam mit Ihnen durch.

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