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Zinsprognose 2017: Mit welcher Bauzinsenentwicklung ist zu rechnen?

Warum sind die Zinsen wichtig für eine Baufinanzierung? Sie bestimmen, wie teuer Ihr Baudarlehen wird. Behalten Sie deshalb die Bauzinsenentwicklung 2017 im Blick. Unser Spezialisten stellen eine Zinsprognose und verraten, worauf Sie achten sollten.

Zinsprognose und Chart zur Entwicklung der Bauzinsen
  • Inhaltsverzeichnis
    • Zinswende in 2017 – ja oder nein?

      Niedrige Zinsen waren in letzter Zeit immer wieder ein Thema in den Medien: Die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) stand zunehmend in der Kritik. Sparer leiden darunter: Für klassische Geldanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld gibt es heutzutage kaum noch Zinsen. Des einen Freud, des anderen Leid – Immobilienkäufer profitieren von dieser Situation, denn sie können sich das benötigte Geld zu sehr guten Konditionen leihen. Je niedriger der Sollzins zur Baufinanzierung ausfällt, desto geringere Zinskosten fallen im Laufe der Jahre an. Seit 2008 sanken die Bauzinsen immer weiter herab – bis Ende 2016. Im November des letzten Jahres stiegen sie plötzlich leicht an, und die Frage nach einer bevorstehenden Zinswende wurde immer lauter: Geht die Bauzinsenentwicklung 2017 wieder aufwärts, und wenn ja, wie stark? Dieser Frage wollen wir auf den Grund gehen.

      Die vergangene Bauzinsenentwicklung

      Um den Stand der Zinsen besser einordnen und ihre künftige Entwicklung in einen Gesamtkontext setzen zu können, werfen wir zunächst einen kurzen Blick in die Vergangenheit. Wie unsere hausinternen Daten zeigen, legten die Bauzinsen in den letzten Jahren eine anhaltende Talfahrt hin. So sind beispielsweise Kredite mit zehnjähriger Zinsbindung seit 2008 von der 5-Prozent-Marke immer weiter gefallen bis auf ihren vorläufigen, absoluten Tiefststand im Oktober 2016, als sie bei 0,69 Prozent landeten. Natürlich ließen sich zwischen 2008 und 2016 auch immer mal wieder kleinere Anstiege verzeichnen, dabei handelte es sich aber stets um geringe Kurskorrekturen. Der allgemeine Trend kannte hingegen nur eine Richtung: abwärts. Im Jahr 2016 folgte dann die vorläufige Wende.

      Die Trendwende der Zinsen im letzten Jahr

      Im November 2016 war bereits ein kleiner Anstieg zu sehen: Zunächst stiegen die aktuellen Bauzinsen von 0,69 auf 0,81 Prozent (Stand: 03.11.2016) und schoben sich zwischenzeitlich sogar über die 1-Prozent-Marke (1,01 Prozent am 19.12.2016). Zum Jahresende hin deutete sich allerdings wieder ein leichter Rückgang auf 0,94 Prozent an (31.12.2016). Zwischen Januar und Mai 2017 pendelten sich die Darlehenszinsen schließlich auf 1,00 Prozent ein. Bis August 2017 stieg der Bestzins für 10-jährige Hypothekendarlehen noch mal leicht auf 1,10 Prozent.

      Bauzinsen-Chart: Die Entwicklung der Bauzinsen in den letzten Jahren

      Unser Bauzinsen-Chart bietet Ihnen die Möglichkeit, selbst einen Blick auf die Zinsentwicklung der letzten Jahre zu werfen. Das Chart zeigt Ihnen ab dem Jahr 2000 bis heute die Entwicklung der Bauzinsen, und zwar gestaffelt nach Sollzinsbindungen: Wählen Sie in der oberen Zeile beispielsweise "5 Jahre" aus, so sehen Sie die Daten aller Kredite mit fünfjähriger Zinsbindung, bei "10 Jahre" diejenigen mit zehnjähriger Zinsbindung und so weiter. In der unteren Zeile haben Sie nun die Wahl, ob Sie sich die Entwicklung des letzten Tages, des letzten Monats, der letzten drei Monate oder 6 Monate oder der letzten ein bis 10 Jahre ansehen möchten.

      Ein Beispiel: Haben Sie oben "10 Jahre" angeklickt und unten "6 Monate", dann zeigt Ihnen das Bauzinsen-Chart nun, wie sich Baukredite mit einer Sollzinsbindung von 10 Jahren in den vergangenen sechs Monaten im Zins entwickelt haben, welche Zinsen die Banken also für diese Konstellation in diesem Zeitraum anboten.

      So können Sie aus dem Bauzinsen-Chart ablesen, in welchem Spektrum sich das Zinsniveau in bestimmten Zeiträumen bewegt hat.

      Der Rückblick: So verlief die Zinsentwicklung in der Vergangenheit

      Die Zinsentwicklung 10-jähriger Kredite seit November 2016

      Viele Immobilienkäufer entscheiden sich heutzutage für eine Zinsbindung von 10 Jahren, deshalb wird sie meist als Referenz herangezogen, um die Bauzinsenentwicklung zu betrachten. Die folgende Tabelle bietet Ihnen einen Überblick über die Entwicklung der letzten Monate. 

      Monat / Jahr 
      10 / 20160,69 %
      11 / 20160,81 %
      12 / 20161,01 %
      01 / 20171,00 %
      02 / 20171,06 %
      03 / 20171,03 %
      04 / 20171,00 %
      05 / 20171,06 %
      06 / 20171,06 %
      07 / 20171,11 %
      08 / 20171,10 %
      Tabelle: Zinsanstieg seit Ende 2016

      Ausgangslage für die Zinsprognose 2017

      Der Anstieg der Zinsen bei Krediten mit 10-jähriger Sollzinsbindung von 0,69 Prozent auf 1,10 Prozent zwischen November 2016 und heute scheint auf den ersten Blick nicht sonderlich hoch auszufallen. Da dieser Anstieg nun aber bereits seit mehreren Monaten Bestand hat, lässt er sich schwerlich als kleine Kurskorrektur klassifizieren. Zudem gibt es weitere, äußere Faktoren, die für eine länger währenden Aufwärtstrend sprechen.

      Einflussfaktoren: Die EZB, der Leitzins und die Fed

      Der Bauzins, den Sie für Ihre Baufinanzierung erhalten, entsteht nicht zufällig. Er ist von zwei Hauptfaktoren abhängig: Der allgemeinen Marktlage und Ihren persönlichen, finanziellen Voraussetzungen. Auf den ersten Faktor wollen wir an dieser Stelle noch mal näher eingehen, denn er bestimmt den Zins am stärksten: Gibt der Markt ein Zinsniveau von beispielsweise 4 bis 5 Prozent vor, dann können Sie diesen durch Ihre persönlichen, finanziellen Gegebenheiten wie beispielsweise Ihr Eigenkapital nur in sehr geringem Maße herabsenken. Die Marktlage ist also der stärkere Hauptfaktor von beiden, der die Rahmenbedingungen dominiert.

      Der Einfluss der europäischen Wirtschaft auf Ihren Bauzins

      Die Bauzinsen sind unter anderem von den geldpolitischen Maßnahmen der Europäische Zentralbank (EZB) abhängig. Ihre Hauptaufgabe ist es, Preisstabilität in der Euro-Zone zu gewährleisten. Das tut sie, in dem sie die im Umlauf befindliche Geldmenge reguliert. Dafür bedient sie sich zweier Werkzeuge: Dem Leitzins und des Anleihekaufprogramms. Messeinheit für die Preisstabilität ist die Inflationsrate. Sie gilt als ideal, wenn sie bei etwa zwei Prozent liegt. Davon ist die EU aktuell noch entfernt. Zwar ist die Inflationsrate zwischen Juni 2016 und Mai 2017 von 0,1 Prozent auf 1,4 Prozent gestiegen und bewegte sich im Februar zwischenzeitlich sogar im Bereich der angepeilten 2-Prozent-Marke. Allerdings ist sie der EZB zufolge noch nicht stabil genug. Deshalb pumpt sie weiterhin Geld in den Wirtschaftskreislauf, indem sie den Leitzins herabsenkt und Staatsanleihen aufkauft. Dadurch gewährt sie wirtschaftlich schwachen Ländern Kredit, mit dem Ziel, auf diese Weise deren Wirtschaft anzukurbeln. 

      Das Anleihekaufprogramm hat noch einen Nebeneffekt: Damit hält die EZB die Nachfrage nach Staatsanleihen künstlich hoch und drückt die Zinsen der Staatsanleihen auf ein niedriges Niveau. So nimmt sie direkt Einfluss auf Ihren Bauzins, denn er fällt dadurch ebenfalls günstig aus. Grund dafür ist die Art und Weise, wie Banken ihre Baufinanzierungen refinanzieren: Sie holen das Geld herein, indem sie Pfandbriefe vergeben, und deren Zinsen hängen direkt von den Zinsen der Staatsanleihen ab. Mit anderen Worten: Je niedriger die Zinsen der Staatsanleihen und Pfandbriefe sind, desto bessere Refinanzierungsbedingungen bieten sich der Bank, und diesen Vorteil gibt sie dann in Form günstiger Bauzinsen an den Kunden weiter.

      Nun stellt sich vielleicht die Frage: Die deutsche Wirtschaft schwächelt doch aber gar nicht, warum sind die Zinsen hierzulande dann ebenso günstig? Antwort: Gerade weil die deutsche Wirtschaft so gut dasteht. Die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen, die als sichere Anlage-Häfen gelten, ist nicht nur durch die EZB-Käufe hoch, sondern wird auch von anderen Anlegern hochgehalten. Auch hierdurch bleiben ihre Zinsen niedrig, und auch das ist eine zusätzliche Triebfeder für die hierzulande geringen Bauzinsen. Erfahren Sie mehr über die genauen Zusammenhänge in unserem Artikel über den Leitzins.

      Die aktuelle Geldpolitik der EZB

      In ihrer Juni-Sitzung hat die EZB unlängst kleine Schritte in Richtung geldpolitische Wende gewagt, indem sie weitere Senkungen des Leitzinses für längere Zeit ausschloss. Sobald die Inflationsrate stabil bei 2 Prozent liegt, wird sie ihn folglich wieder erhöhen. Gleichzeitig drosselt sie das Anleihekaufprogramm. Es wird zwar bis Ende 2017 fortgeführt, allerdings wurde das Kaufvolumen ab April 2017 von monatlich 80 Milliarden auf 60 Millarden herab gesenkt. All das setzt deutliche Signale und lässt Schlussfolgerungen zu: So schnell werden die Bauzinsen nicht wieder auf den Stand von Ende 2016 (0,69 Prozent im November) zurück sinken. 

      Druck aus den USA: Fed erhöhte Leitzins

      Ein weiterer Impuls kam im Juni aus den USA: Dort hat die Notenbank Federal Reserve (Fed) seit Dezember 2015 bereits zum vierten Mal infolge den Leitzins angehoben. Dadurch werden US-Anlagen attraktiver, weil sie bessere Zinsen bieten. Die Folge: Anleger wandern aus dem Euro-Raum in den Dollar-Raum ab. Auf diese Weise gerät die EZB zwar unter Handlungsdruck, den Leitzins ebenfalls wieder in die Höhe zu ziehen. Im Zweifel wird die EZB ihre Entscheidung aber eher nach den Wirtschaftsdaten des Euro-Raums richten, die momentan noch nicht für einen schnellen Richtungswechsel sprechen. Zusammengefasst heißt das: Der Leitzins wird in Zukunft nicht weiter sinken, aber auch nicht schnell ansteigen.

      Zinsprognose unserer Spezialisten

      Dr. Klein veröffentlicht zur genaueren Prognose jeden Monat einen Zinskommentar, in dem sich unsere Spezialisten zur aktuellen Lage äußern. Auch die Geschäftsführer der Dr. Klein-Schwesterfirma Qualitypool geben einmal monatlich im Zinszoom ihre Zinsprognose ab. Darin ordnen unsere Spezialisten die aktuelle Bauzinsenentwicklung speziell für Immobilieninteressenten ein. Die wichtigsten Aussagen der letzten Publikationen wollen wir an dieser Stelle für Sie zusammenfassen. 

      • Im Zinskommentar von August 2017 ordnete Dr. Klein-Geschäftsführer Michael Neumann den Anstieg der Zinsen folgendermaßen ein: „Aus der heutigen Perspektive betrachtet kann man sagen, dass der Zinsanstieg vor allem auf psychologischen Aspekten und Herdentrieb beruhte. Fundamentale, wirtschaftliche Veränderungen gab es bis heute nicht. (...) Trotzdem haben viele Marktteilnehmer eine zeitnahe Zinswende prophezeit. Diese Erwartungshaltung führte in Konsequenz zu einem Zinsanstieg.“
      • Jörg Haffner, Geschäftsführer von Qualitypool, sagt im Zinszoom von August 2017 voraus: „Anzeichen für einen weiteren signifikanten Zinsrückgang sehe ich keine. Vielmehr steigt der Druck auf die EZB, sich langsam von der Niedrigzinspolitik zu verabschieden. Daher ist in den nächsten Monaten eher mit leicht steigenden Zinsen zu rechnen.“

      Fazit: Die Bauzinsenentwicklung geht moderat aufwärts

      In der Grundtendenz ist zwar in 2017 mit einem weiteren Anstieg der Bauzinsen zu rechnen, er wird allerdings nicht eklatant ausfallen. Abwärts dürfte es allerdings nicht mehr gehen. Die Zinsen werden sich entweder schwankend seitwärts oder moderat aufwärts bewegen. Die wichtigste Schlussfolgerung für Immobilienkäufer lautet deshalb: Besser wird’s nicht. Das ist aber aus Sicht unserer Spezialisten noch lange kein Grund, den Hauskauf übereilt anzugehen. Selbst, wenn die Zinsen in 2017 stetig über einem Prozent liegen sollten, verglichen mit dem Jahr 2008 (5,00 Prozent) fallen Immobilienfinanzierungen heutzutage immer noch sehr günstig aus. Weil die Zinsen so niedrig sind, ergeben sich für Immobilienkäufer sehr gute Möglichkeiten, das Immobiliendarlehen schnell zu tilgen. Dies tun die meisten auch, sie nutzen die günstige Zinssituation und stellen ihre Finanzierung damit auf sichere Beine. Dem schließen sich zwei weitere, wichtige Schlussfolgerungen an: Ein Immobilienkauf wird sich auch im Jahr 2017 noch lohnen, und die Angst vor einer Immobilienblase ist unberechtigt.

      1. Es wird weiterhin keine Immobilienblase geben

      Immer mal wieder wird in den Medien spekuliert, ob sich in Deutschland nicht schon längst eine Immobilienblase gebildet hat. Hinzu kommt der eigene Eindruck, der zeigt, dass Neubauten mit Handtuchgärten in Großstädten inzwischen mehr als ein halbes Vermögen kosten. Dadurch entsteht die Angst, zuviel Geld in ein Objekt zu stecken, das nach dem Platzen einer Blase plötzlich nur noch die Hälfte wert sein könnte. Doch auch hier können wir Entwarnung geben: In unserem Trendindikator Immobilienpreise (DTI) ermitteln wir regelmäßig reale Kaufpreise in den Metropolregionen Deutschlands. Darin verzeichnen wir zwar in den letzten Jahren eine Preissteigerung sowohl bei Häusern als auch bei Eigentumswohnungen.

      Eine Überhitzungsgefahr ist unserer Einschätzung nach allerdings nicht in Sicht. Die Immobilienblasengefahr steigt, wenn überhöhte Immobilienpreise auf unvernünftig vergebene Finanzierungen treffen. So war es während der Finanzkrise in den USA 2008 zu beobachten. Hierzulande wird aber solide finanziert. Das zeigt unter anderem der durchschnittliche Beleihungsauslauf: Er lag in der Vergangenheit konstant zwischen 75 und 79 Prozent. Das bedeutet, deutsche Immobilienkäufer bringen bis zu 21 Prozent Eigenkapital in die Finanzierung mit ein und stellen ihre Finanzierungen auf ein sicheres Fundament. Selbst größere Zinssprünge könnten sie aufgrunddessen unbeschadet überstehen.

      2. Kaufen wird sich 2017 noch lohnen

      Wie die Daten unseres Dr. Klein Trendindikators Baufinanzierung (DTB) zeigen, steigen die Immobilienpreise offenbar allerorts. Gleichzeitig zogen vor Kurzem die Zinsen an. Wer jetzt einen Kauf plant, darf sich von diesen äußeren Bedingungen nicht verunsichern lassen. Die Bauzinsen haben sich schließlich in letzter Zeit um die 1-Prozent-Marke herum eingependelt, und bei Bestandsimmobilien verzeichneten wir zuletzt immer mal wieder Preisrückgänge. Es gilt, Ruhe zu bewahren. Hektik ist ein schlechter Ratgeber beim Immobilienkauf: Treffen Sie Ihre Entscheidung mit Besonnenheit und lassen Sie sich bei der Wahl des richtigen Objektes nicht hetzen. Sicher ist: Auch 2017 wird sich die Investition in die eigenen vier Wände noch rentieren, denn Immobilien sind im Vergleich zu anderen Geldanlagen trotz gestiegener Preise eine sehr gute, sichere Investition. Schieben Sie die Entscheidung nur nicht auf die lange Bank, denn dadurch kann sich Ihre Baufinanzierung erheblich verteuern, wie die folgende Beispielrechnung zeigt.

      Beispielrechnung: Moderater Anstieg, große Wirkung

      Eins steht fest: Auch ein moderater Anstieg der Bauzinsen hat Auswirkungen. Diese wollen wir im Folgenden noch mal greifbarer aufzeigen. Dazu wagen wir erneut einen Blick in die Vergangenheit, um ein Gefühl dafür zu vermitteln, in welchem Maß Zinsanstiege bisher üblich waren. Unser Zinschart stellt dar, in welcher Spanne sich die Bauzinsen während langanhaltender Aufwärtsphasen innerhalb eines Jahres bewegt haben.

      Jährliche Anstiege von 0,5 Prozent üblich

      Nehmen wir als Beispiel die Zeitspanne zwischen 2005 und 2008: Innerhalb dieser drei Jahre stiegen die Zinsen für Kredite mit zehnjähriger Zinsbindung unseren Daten zufolge von 2,98 auf 4,60 Prozent, das ergibt ein Plus von 1,62 Prozentpunkten und macht im Schnitt einen jährlichen Anstieg von maximal 0,55 Prozentpunkten aus. Halten wir fest: In einer länger anhaltenden Aufwärtsphase können Bauzinsen also durchaus um einen halben Prozentpunkt ansteigen. Dies ist ein Anstieg, den unsere Spezialisten noch als moderat bezeichnen.

      Anstieg in 2017 auf 1,2 Prozent möglich

      Wenn wir für 2017 also einen „moderaten Anstieg“ prophezeien, dann werden sich die Bauzinsen aller Voraussicht nach in einem Spektrum von plus 0,5 Prozent bewegen. Gehen wir konkret vom Stand am 19.12.2016 aus, als sie bei 0,69 Prozent lagen, dann würden sie in 2017 aufgerundet auf maximal 1,2 Prozent steigen (aktuell liegen sie im August bei 1,10). An einer Beispielrechnung wollen wir nun zeigen, was diese 0,5 Prozentpunkte ausmachen können und drücken dies konkret in Euro aus. Für die Beispielrechnung nehmen wir einmal an, Sie möchten ein Objekt im Wert von 300.000 Euro kaufen und benötigen 150.000 Euro von der Bank. Ihre anfängliche Tilgung beträgt 2 Prozent.

       Darlehen zu 0,69 % p.a.Darlehen zu 1,2 % p.a.
      Monatliche Rate328,75 €402,50 €
      Restschuld nach 10 Jahren119.043,22 €118.110,74 €
      Geleistete Tilgung30.956,78 €31.889,53 €
      Geleistete Zinsen8.493,22 €16.410,47 €
      Beispielrechnung: Anstieg von 0,69 auf 1,2 Prozent

      Es zeigt sich: Die monatliche Rate 328,75 steigt durch den höheren Sollzins auf 402,50 Euro. Die Restschuld fällt nach zehn Jahren trotz gestiegenem Zins sogar um fast 1.000 Euro geringer aus. In diesen Bereichen ist der Unterschied also noch nicht so deutlich spürbar, bzw. wirkt sich sogar positiv aus. Der höhere Sollzins macht sich aber hinsichtlich der gesamten Zinskosten mehr als deutlich bemerkbar: Sie verdoppeln sich im Laufe der zehnjährigen Zinsbindung. Mit unserem Bauzinsrechner können Sie selbst kalkulieren, welchen Zins Sie für Ihre Baufinanzierung erhalten würden und wie er sich auf die gesamten Zinskosten auswirkt.

      Zinsprognose 2017 einordnen und richtig handeln

      Den richtigen Zeitpunkt für den eigenen Hauskauf zu finden, ist nicht einfach. Die Zinsen werden weiter steigen, wenn auch nicht stark, aber auch ein kleiner Anstieg ist nicht zu vernachlässigen. Welche Verhaltensweise ist nun für angehende Immobilienbesitzer richtig? Dazu haben wir Ihnen fünf hilfreiche Tipps zusammen gestellt.

      Fünf Tipps für Immobilienkäufer

      1. Staatsanleihen und Inflationsrate beobachten

        Wohin die Staatsanleihen tendieren, dorthin werden die Bauzinsen mit einigen Wochen Verzögerung folgen. Behalten Sie vor allem die 10-jährigen Anleihen im Blick, um eine direkte Vorhersage zu erhalten. Auch die Inflationsrate bedarf Ihrer Aufmerksamkeit: Sobald sie konstant an 2 Prozent heranreicht, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinserhöhung. Die Bauzinsen ziehen normalerweise schon vorher an.

      2. EZB-Entscheidungen verfolgen

        Behalten Sie die geldpolitischen Maßnahmen der EZB im Blick: Das Anleiheprogramm wird nicht über 2017 hinaus verlängert? Eine Erhöhung des Leitzinses wird diskutiert? Dann ist ein weiterer, stärkerer Anstieg der Bauzinsen wahrscheinlich.

      3. Impulse aus den USA einordnen

        Bleiben Sie in Sachen Fed auf dem Laufenden: Schreitet die Fed mit weiteren Leitzinserhöhungen voran, dürfte sich dies auch auf die hiesigen Bauzinsen auswirken, ohne dass es zwingend einer Leitzinserhöhung der EZB bedarf. 

      4. Regelmäßige Lektüre von Fachpublikationen

        In unserem Zinskommentar geben die Spezialisten von Dr. Klein monatlich Prognosen und Handlungsempfehlungen ab. So helfen sie Ihnen dabei, die Situation richtig einzuschätzen.

      5. Auf lange Zinsbindungen setzen

        Sie können die Zinsen Ihrer Baufinanzierung für 5, 10, 15, 20, 25 oder 30 Jahre festlegen. Bei der Aussicht auf steigende Zinsen empfehlen sich lange Sollzinsbindungen, um für die nächsten Jahre abgesichert zu sein. Gleichzeitig bietet sich eine hohe, anfängliche Tilgung von mindestens zwei Prozent pro Jahr an, um die Restschuld von Beginn an zügig zu tilgen. So senken Sie ganz nebenbei das Zinsänderungsrisiko, das sich ansonsten bei der kommenden Anschlussfinanzierung ergeben könnte.

      Zinsen sichern, vorausschauend planen

      Die Zinsentwicklung ist für Ihre Baufinanzierung von entscheidender Bedeutung: Wer den richtigen Zeitpunkt für den Immobilienkauf findet, kann bei der Finanzierung viel Geld sparen. Egal, ob Sie Ihre erste Baufinanzierung abschließen oder eine Anschlussfinanzierung benötigen: Unsere Spezialisten für Baufinanzierung stehen Ihnen dabei zur Seite. Sie ordnen die Bauzinsenentwicklung für Sie ein, zeigen Ihre Chancen auf und vergleichen auf Wunsch die Angebote von mehr als 250 namhaften Bankpartnern für Sie.

      Ihre Baufinanzierung zum perfekten Timing

      Die Tendenz der Bauzinsenentwicklung für die nächsten Monate kennen Sie nun. Wann der richtige Zeitpunkt ist, um aktiv zu werden, welche Zinsbindung Sie wählen und wie viel Eigenkapital Sie einbringen sollten, wissen unsere Berater vor Ort und sprechen jeden Schritt Richtung Traumhaus gemeinsam mit Ihnen durch.

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