6 Fragen, 6 Antworten: So sicherst du dir günstige Zinsen für die Zukunft

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Lesezeit: 4 Minuten

Die Zinsen steigen und „am Ende des Jahres steht eine 3 vor dem Komma“, das sagt der Vorstandsvorsitzende von Dr. Klein Michael Neumann. Deshalb überlegen sich Immobilienbesitzerinnen und Immobilienbesitzer, deren Darlehen noch laufen, wie sie sich die Zinsen für die Anschlussfinanzierung sichern können. Ein Forward-Darlehen ist eine interessante Option in diesem Zusammenhang. Denn: Damit lässt sich das Zinsniveau von heute für die Zukunft reservieren. Wie das funktioniert, was es kostet und welche Alternativen es zum Forward-Darlehen gibt, verraten wir euch im Folgenden und in unserer aktuellen Podcastfolge.

1. Was ist ein Forward-Darlehen?

Ein Forward-Darlehen ist eine Form der Anschlussfinanzierung, sozusagen eine vorgezogene Anschlussfinanzierung, denn: Mit einem Forward-Darlehen lassen sich die Zinsen von heute für die Zukunft sichern. Bis zu 5 ½ Jahre vor Ablauf eurer laufenden Baufinanzierung könnt ihr ein Forward-Darlehen abschließen.

2. Wann lohnt es sich, ein Forward-Darlehen abzuschließen?

Ihr solltet euch über ein Forward-Darlehen informieren, wenn die Zinsen niedrig sind und ihr davon ausgeht, dass sie in Zukunft steigen werden. Wenn sie also zu dem Zeitpunkt, an dem ihr eine Anschlussfinanzierung abschließen müsstet, höher sind als aktuell.  

3. Wie funktioniert ein Forward-Darlehen?

Wenn die Restlaufzeit für euer Darlehen nicht mehr als 5,5 Jahre beträgt, lohnt es sich, eine Beratung bei einem unserer Spezialistinnen oder Spezialisten in Anspruch zu nehmen. Diese ist immer kostenfrei und unverbindlich. Habt ihr ein Kreditinstitut gefunden, dann unterteilt sich ein Forward-Darlehen in 2 Zeiträume: die Reservierungsperiode, in der ihr das alte Darlehen noch abzahlt, aber die Zinsen fürs Neue schon festgeschrieben habt. Nach Ablauf der Zinsbindung des alten Immobilienkredits startet der zweite Zeitraum als klassische Anschlussfinanzierung. Ihr zahlt das neue Darlehen ab – genau wie das Alte zuvor.

4. Was kostet ein Forward-Darlehen?

Das Kreditinstitut veranschlagt eine Reservierungsgebühr, um das eigene Risiko einzudämmen. Deshalb zahlt ihr für ein Forward-Darlehen einen Zinsaufschlag, dieser liegt zwischen 0,01 und 0,02 % pro Monat. Er wird auch Forward-Aufschlag genannt. Einige Kreditinstitute gewähren 3 bis 12 Monate aufschlagsfrei. Je länger euer aktuelles Darlehen also noch läuft, desto höher fällt dieser Zinsaufschlag aus. In der Reservierungsperiode müsst ihr keine Rate und keine Zinsen zahlen.

5. Welche Vor- und Nachteile hat ein Forward-Darlehen?

Natürlich bringt ein Forward-Darlehen Zins- und Planungssicherheit – und im besten Fall günstigere Zinsen. Ihr spart also Geld. Aber: Habt ihr ein Forward-Darlehen abgeschlossen, müsst ihr es abnehmen, auch wenn die Zinsen gefallen sind. Und natürlich kann die Reservierungsgebühr, der Forward-Aufschlag, als Nachteil betrachtet werden.

6. Welche Alternativen gibt es zum Forward-Darlehen?

In Deutschland haben Kreditnehmende nach §489 BGB 10 Jahren die Möglichkeit, Kredite zu kündigen, ohne dass eine Vorfälligkeitsentschädigung berechnet wird. Wenn dieser Zeitraum bei euch gerade passt, könnt ihr direkt eine Anschlussfinanzierung in Form einer Prolongation oder einer Umschuldung abschließen.

Befindet ihr euch gerade an einem anderen Zeitpunkt, stellt ein Bausparvertrag eine interessante Alternative dar. Er teilt sich in zwei Perioden: die Anspar- und die Darlehens- bzw. Auszahlungsphase. In der ersten Phase zahlt ihr einen festen Betrag ein und spart diesen jeden Monat. Ein Plus gerade bei steigenden Zinsen: Das eingezahlte Geld wird verzinst. Mit dem Ansparen könnt ihr jederzeit beginnen. Am Ende der Ansparphase wird der Bausparvertrag zuteilungsreif und ihr bekommt das eingezahlte Guthaben ausgezahlt oder es wird mit einem Bauspardarlehen aufgestockt. Bei einem Bausparvertrag wisst ihr bei Abschluss, welchen Zinssatz ihr für das Bauspardarlehen erhaltet. Deshalb kann ein Bausparvertrag als Zinssicherungsinstrument dienen.

Allerdings müsst ihr bei einem Bausparvertrag Sparraten einzahlen. Das bedeutet, zusätzlich zu der Monatsrate der Baufinanzierung kommt noch die finanzielle Belastung durch die Sparraten für den Bausparvertrag. Zudem ist die genaue Auszahlung des Bauspardarlehens zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht gewährleistet. So kann es sein, dass der Beginn der Anschlussfinanzierung und die Auszahlung des Bauspardarlehens sich im schlimmsten Fall um einige Monate verpassen.

Podcast-Folge hören: Günstige Zinsen für die Zukunft sichern. 6 Fragen, 6 Antworten

Wenn du gerade keine Zeit und Lust zum Lesen hast, dann hör dir unsere aktuelle Podcastfolge (6:08 min.) von “Hausgefragt” an. Darin haben wir die Antworten auf die 6 häufigsten Fragen zum Thema Forward-Darlehen zusammengefasst. Hört rein!

Kapitelmarken

Ihr möchtet direkt zu einer Frage springen, dann klickt einfach im Web-Player auf das Icon „Kapitelmarken anzeigen” (das vierte Icon von rechts) und wählt die entsprechende Interviewfrage aus. Der Web-Player springt zur ausgewählten Kapitelmarke und startet dann die Wiedergabe.

+++ Kapitelmarken +++

00:00 Begrüßung & Einleitung

00:43 Was ist ein Forward-Darlehen?

01:14 Wann lohnt sich ein Forward-Darlehen?

01:35 Wie funktioniert ein Forward-Darlehen?

02:28 Was kostet ein Forward-Darlehen?

03:12 Welche Nachteile hat ein Forward-Darlehen?

03:42 Welche Alternativen gibt es zum Forward-Darlehen?

05:44 Verabschiedung

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