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Finanzlexikon

Zinsbindung

Die Zinsbindung, auch Sollzinsbindung oder Zinsfestschreibung, gibt an, wie lange Sie eine Baufinanzierung oder einen Ratenkredit zu einem bestimmten Zinssatz abzahlen. Die Bank gewährt Ihnen über einen festgelegten Zeitraum einen festen Zinssatz, zu dem Sie Ihre Raten zahlen. Beispielsweise tilgen Sie Ihre Baufinanzierung über den Zeitraum von 10 Jahren zu einem Zinssatz von 2 Prozent effektivem Jahreszins.

Wofür eine Zinsbindung gut ist

Die Zinsbindung ist sowohl für den Darlehensnehmer als auch für die kreditgebende Bank eine Art Sicherheit. Sie schützt zum einen den Kreditnehmer davor, dass im Laufe der Zinsbindung die Marktzinsen steigen und der Kredit dadurch teurer wird als zu Beginn. Die Zinsbindung sorgt auch dafür, dass der Kreditnehmer genau weiß, wie hoch seine monatlichen Kreditraten sind.

Die Zinsbindung schützt aber zum anderen die Bank in gleichem Maße davor, dass die Marktzinsen drastisch sinken und die Bank Verluste macht. Denn ein Kreditinstitut finanziert sich über die Zinsen, die Kreditnehmer dafür zahlen, dass die Bank ihnen Geld leiht.

Das Gegenteil zu einem Darlehen mit Zinsbindung ist ein variables Darlehen. Hier passt sich der Zinssatz automatisch alle drei Monate an den so genannten EURIBOR an. Das hat zwar den Vorteil, dass die Darlehensnehmer von fallenden Zinsen profitieren, birgt aber gleichzeitig das Risiko, dass die Zinsen steigen und der Kredit teuer wird. Daher sind variable Darlehen eher für eine kurzfristige Zwischenfinanzierung geeignet.

Die Länge der Zinsbindung und die Auswirkungen auf den Zinssatz

Bei einer Baufinanzierung beispielsweise gibt es in der Regel Zinsbindungen von 5, 10, 15, 20 oder 30 Jahren. Welche für Sie die richtige oder beste Laufzeit ist, hängt unter anderem von den aktuellen Bauzinsen ab und von den Prognosen, in welche Richtung sich die Zinsen vermutlich entwickeln werden. Es gibt mehrere Situationen, die sich auf die Wahl der Zinsbindung auswirken können.

Sind die aktuellen Zinsen hoch und deutet alles darauf hin, dass das Zinsniveau in Zukunft sinkt, dann sollten Sie eine kurze Zinsbindung von 5 Jahren wählen. So haben Sie nach 5 Jahren die Möglichkeit, im Zuge der Anschlussfinanzierung von den dann niedrigeren Zinsen zu profitieren und Ihr Darlehen günstig weiter zu finanzieren. Sind die aktuellen Zinsen niedrig und deutet alles auf steigende Bauzinsen hin, dann sollten Sie eine möglichst lange Zinsbindung wählen. So können Sie sich die niedrigen Zinsen über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten sichern und steigende Zinsen brauchen Sie finanziell nicht zu interessieren.

Je länger die Zinsbindung ist, desto höher fällt der Sollzins aus, den Sie zahlen müssen. Das hat den Hintergrund, dass die Bank mit einer beispielsweise 20-jährigen Zinsbindung ein finanzielles Risiko eingeht. Immerhin könnten die Zinsen in dieser Zeit steigen und die Bank macht mit dem niedrigen Zins, den sie Ihnen zugesagt hat, weniger Gewinn. Also erhöht die Bank den Sollzins von vorn herein und verringert dadurch ihr Verlustrisiko.

Sonderkündigungsrecht nach 10 Jahren

Doch ganz gleich für welche Zinsbindung Sie sich entscheiden, Sie haben ein Sonderkündigungsrecht nach 10 Jahren. Das sieht der § 489 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) vor. Das bedeutet, dass Sie Ihren Darlehensvertrag nach 10 Jahren mit einer sechsmonatigen Frist kostenlos (ohne Vorfälligkeitsentschädigung) kündigen können; auch wenn Ihre eigentliche Zinsbindung 15 oder 20 Jahre beträgt.

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