Eigenkapital für den Hauskauf: Das kleine Einmaleins

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Lesezeit: 4 Minuten

Eigenkapital, was ist das eigentlich? Was zählt alles als Eigenkapital beim Immobilienkaufkauf? Und wie viel Eigenkapital brauche ich wirklich? Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender von Dr. Klein, beantwortet die zentralen Fragen rund um das Thema Eigenkapital beim Hauskauf beziehungsweise Hausbau.

Eigenkapital für den Hauskauf: Definition und Beispiele

„Als Eigenkapital zählt bei einer Baufinanzierung der Teil des Geldes, der nicht von der Bank finanziert wird, sondern aus eigenem Vermögen stammt“, sagt Michael. Und ergänzt: „Also all das, was kurzfristig verfügbar und damit einbringbar in eine Finanzierung ist“. Im Prinzip gibt es drei Arten von Eigenkapital, die ihr für euren Hauskauf nutzen könnt:

Sofort verfügbare Geldmittel

Dazu zählen beispielsweise:

  • Geld auf Bankkonten wie Sparbuch oder Tagesgeld
  • Bargeld
  • Wertpapiere wie Fonds oder Aktien

Zusatzsicherheiten

Dazu zählen beispielsweise:

  • ein schuldenfreies Grundstück
  • eine abbezahlte Immobilie
  • die Abtretung der Lebensversicherung

Eigenleistungen

Übernehmen Verwandte oder Freunde bestimmte Arbeiten beim Hausbau oder ihr legt selbst Hand an, erkennen Banken diese Eigenleistung als Eigenkapitalersatz an. Die Eigenleistung wird auch als Muskelhypothek bezeichnet. Sie kann einen Teil des Eigenkapitals ersetzen. Praktisch sprechen wir hier von etwa 5 bis 10 % des Kaufpreises.

Da allerdings die Regelungen zur Muskelhypothek und zur Anerkennung des Eigenkapitals von Bank zu Bank sehr unterschiedlich sind, solltet ihr das Thema in eurem Beratungsgespräch aktiv ansprechen. Dafür bietet sich beispielsweise unsere unverbindliche und kostenlose Beratung an. Unsere Dr. Klein Berater:innen vor Ort zeigen euch Schwarz auf Weiß auf, was ihr konkret in die Finanzierung einbringen und wie ihr die Konditionen günstiger gestalten könnt.

Zinskonditionen: Je mehr Eigenkapital, desto besser

Baufinanzierung: mit und ohne Eigenkapital
© Dr. Klein Privatkunden AG

Unsere Infografik zeigt euch die verschiedenen Auswirkungen einer Baufinanzierung mit und ohne Eigenkapital auf. Im Prinzip könnt ihr auch ohne Eigenkapital ein Haus finanzieren beziehungsweise bauen. Aber je mehr Eigenkapital ihr einbringt, desto attraktiver werden die Zinskonditionen. Die Tabelle „Bessere Zinskonditionen − je nach Eigenkapital“ verdeutlicht es. Dabei gehen wir von folgenden Parametern aus:

  • Objektwert: 400.000 €
  • Kaufpreis: 400.000 €
  • Kaufnebenkosten: 40.000 €, werden aus Eigenkapital finanziert
  • Sollzinsbindung: 10 Jahre
  • Anfängliche Tilgung: 2 %
FinanzierungsmodellEffektiver JahreszinsGezahlte ZinsenMonatsrate
400.000 € Darlehen4,08 %141.458,98 €1.993,33 €
360.000 € Darlehen3,75 %117.238 €1.698 €
320.000 € Darlehen3,64 %101.126, 78 €1.480 €
280.000 € Darlehen3,52 %85.784,04 €1.269,33 €
Tabelle: Bessere Zinskonditionen − je nach Eigenkapital (Stand: 5.4.2023)

Das kleine Zinsvergleich zeigt: Je mehr Eigenkapital ihr in die Baufinanzierung einbringt, desto sicherer stuft die Bank den Immobilienkredit ein und dies belohnt sie mit günstigeren Konditionen.

Könnt ihr mindestens 30 % vom Kaufpreis mit Eigenkapital finanzieren, seid ihr sehr nah an den absoluten Bestkonditionen.

Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender von Dr. Klein

Unsere Empfehlung lautet: Mindestens die Kaufnebenkosten solltet ihr aus der eigenen Geldbörse bezahlen. Diese bewegen sich in einer Spanne von 5,5 bis etwa 13 % des Kaufpreises.

Zusätzlich lohnt es sich, weiteres Eigenkapital in die Finanzierung einzubringen. Denn so habt ihr bessere Chancen für eine Kreditzusage − zu günstigeren Konditionen. Zugleich reduziert ihr damit das Finanzierungsrisiko, weil ihr weniger Fremdkapital benötigt.

Eigenkapital für den Hauskauf: Lektüre-Tipps

Ihr wollt mehr rund um das Thema „Eigenkapital für den Hauskauf beziehungsweise Hausbau“ erfahren? Dann empfehlen wir euch diese 5 Ratgeber-Artikel. Sie vermitteln euch das nötige Basiswissen und ihr bekommt praktische Tipps an die Hand, um eure Immobilienfinanzierung solide zu gestalten.

  1. Eigenkapital beim Hauskauf: Wie viel ist nötig?
  2. Nebenkosten beim Hauskauf: Alle Kaufnebenkosten im Überblick
  3. Was kostet ein Haus? Kosten für den Hausbau und Hauskauf im Überblick
  4. Diese Baukosten und Baunebenkosten kommen beim Hausbau auf Sie zu
  5. Baufinanzierung ohne Eigenkapital: Ist das möglich? Wie teuer ist das?

Podcast-Folge: Jetzt anhören

Michael erläutert unter anderem in der Podcast-Folge (9:00), warum der Einsatz von Eigenkapital für den Hauskauf heute wichtiger als noch vor 3 oder 5 Jahren ist. Zudem gibt er Tipps, wie ihr langfristig Eigenkapital ansparen könnt. Hört euch schlau! Wir wünschen euch viel Spaß mit unserer Podcast-Folge

Kapitelmarken: Springt zu einer Frage

Ihr möchtet direkt zu einer Frage springen, dann klickt einfach im Web-Player auf das Icon „Kapitelmarken anzeigen” (das vierte Icon von rechts) und wählt die entsprechende Interviewfrage aus. Der Web-Player springt zur ausgewählten Kapitelmarke und startet dann die Wiedergabe.

+++ Kapitelmarken: Ein Überblick +++

0:00 Begrüßung und Einleitung

0:25 Was ist Eigenkapital im Rahmen einer Baufinanzierung?

0:49 Was gilt als Eigenkapital beim Hauskauf?

2:26 Warum genau ist Eigenkapital für eine Baufinanzierung so wichtig?

3:08 Wenn ich eine Immobilie für 400.000 Euro kaufe, was würdest du empfehlen? Wie viel Eigenkapital soll ich dann einbringen?

4:25 Verstehe ich dich richtig: Ich kann im Prinzip auch ohne Eigenkapital finanzieren. Aber je mehr Eigenkapital ich einbringe, desto attraktiver werden die Zinskonditionen?

4:46 Wie kann ich Eigenkapital langfristig ansparen?

5:51 Steigende Bauzinsen, teure Energiepreise und eine hohe Inflation: In den letzten Monaten haben sich die Rahmenbedingungen für die Baufinanzierung deutlich verschlechtert. Ist in diesem Umfeld der Einsatz von Eigenkapital noch wichtiger als vor 3 oder 5 Jahren?

6:57 Zusammenfassung

8:16 Verabschiedung

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