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Finanzlexikon

Tilgungsdarlehen

Ein Tilgungsdarlehen ist eine Kreditform, bei der die Tilgung während der gesamten Laufzeit gleichbleibt. Da die Zinsen jedoch von Rate zu Rate sinken, vermindert sich die Rückzahlungsrate im gleichen Umfang. Dies führt zu einer starken finanziellen monatlichen Belastung zu Beginn der Kreditlaufzeit, die mit der Zeit immer geringer wird. Früher galt das Tilgungsdarlehen als Standardform der Baufinanzierung, wurde jedoch vor allem bei Immobilienkrediten für Eigenheimnutzer heute fast komplett vom Annuitätendarlehen abgelöst.

Wie funktioniert ein Tilgungsdarlehen genau?

Die Konstruktion des Tilgungsdarlehens ist relativ einfach: Wird beispielsweise bei einer Baufinanzierung über 150.000 Euro eine Tilgung von 4 Prozent pro Jahr festgelegt, tilgt der Kreditnehmer bis zum Ende der Laufzeit jeden Monat 625 Euro (7.500 Euro pro Jahr). Bei einem angenommenen Zinssatz von 2 Prozent pro Jahr läge die erste Rückzahlungsrate bei 872,74 Euro. Die letzte Rate des dritten Jahres betrüge hingegen nur noch 836,61 Euro. Dies liegt an der Tatsache, dass jeweils nur auf die Restschuld Zinsen fällig werden, die ja jeden Monat sinkt. Zum Ende der Laufzeit nähern sich die Raten deshalb immer mehr dem reinen Tilgungsbetrag von 625 Euro im Monat an.

Wann ist ein Tilgungsdarlehen sinnvoll?

Ein Tilgungsdarlehen ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Einnahmen des Kreditnehmers schwanken und sich aktuell auf einem sehr guten Niveau befinden. Dies kann bei Selbständigen der Fall sein, die so am Anfang viel tilgen können und später einer sinkenden finanziellen Belastung entgegensehen. Auch Vermieter nutzen das Tilgungsdarlehen mitunter, da sie über die Mieteinnahmen verfügen, um die hohen Tilgungen zu bedienen. Das Tilgungsdarlehen wird heute jedoch von Banken kaum noch für Privatkunden angeboten.

Worin liegen die Unterschiede zwischen einem Tilgungsdarlehen und einem Annuitätendarlehen?

Der größte Unterschied zwischen einem Tilgungsdarlehen und einem Annuitätendarlehen besteht in der konstanten Ratenhöhe. Beim Tilgungsdarlehen mit konstanter Tilgung sinkt die Rückzahlungsrate jeden Monat, da nur Zinsen auf die jeweilige Restschuld fällig werden. Das Annuitätendarlehen bringt hingegen konstante Rückzahlungsraten über die gesamte Laufzeit mit sich. Die sinkenden Zinszahlungen werden hier einfach durch eine höhere Tilgung im gleichen Umfang ausgeglichen. Somit steigt also die Tilgung im Zeitverlauf, ohne dass sich die Rückzahlungsrate dadurch erhöht.

Was ist besser: Annuitätendarlehen oder Tilgungsdarlehen?

Das Tilgungsdarlehen weist den Vorteil auf, dass die hohe Tilgung zu Beginn die Restschuld und die Zinsen schneller sinken lässt. Liegt die Tilgung zu Beginn hoch genug, können auch die effektiven Gesamtkosten der Finanzierung geringer ausfallen als beim Annuitätendarlehen. Dafür ist die finanzielle Belastung zu Beginn auch sehr groß, was für viele Kreditnehmer zu einem Problem werden kann. Zudem werden Tilgungsdarlehen häufig ohne die Option kostenfreier Sondertilgungen ausgegeben, was sie letztlich unflexibler macht. Mit dem Annuitätendarlehen gehen Kreditnehmer einen eleganteren Weg, weil sie zunächst die Belastung im erträglichen Rahmen halten. Spätere Einsparungen durch sinkende Zinszahlungen werden jedoch sofort wieder in eine höhere Tilgung investiert.

In Verbindung mit der besser planbaren monatlichen Rate stellt das Annuitätendarlehen heute in den meisten Fällen die interessantere Variante dar. Wer über ein hohes Einkommen verfügt, kann sich zudem für ein Volltilgerdarlehen entscheiden, bei dem die komplette Darlehenssumme innerhalb der ersten Zinsbindung getilgt wird. Von der Konstruktion funktioniert ein solcher Kredit jedoch genauso wie ein Annuitätendarlehen.

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