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Baukindergeld: Wie lange reicht es noch? Der aktuelle Stand der Dinge

Seit Antragsstart im September 2018 sind 112.265 Anträge auf Baukindergeld bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eingegangen. Wir haben weitere, aktuelle Zahlen bei der KfW erfragt und zeigen damit: Das Baukindergeld ist noch lange nicht aufgebraucht.

  • Inhaltsverzeichnis
    • Wie viel Baukindergeld ist bereits aufgebraucht?

      (Stand: Ende Juni 2019) Das Baukindergeld wird nach dem Windhundverfahren vergeben: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst, und sind die Gelder aufgebraucht, wird die Bundesregierung keine neuen Mittel freigeben. Deshalb fragen sich viele: Wie lange wird das Baukindergeld noch reichen? Unseren Berechnungen zufolge noch sehr lange, und zwar vermutlich sogar noch über die aktuelle Legislaturperiode, die im Oktober 2021 endet, hinaus. Im Folgenden erläutern wir, wie wir zu dieser Schlussfolgerung kommen.

      Wir haben Ende Juni einen neuen Zwischenstand in Sachen Baukindergeld bei der KfW erfragt und folgende Informationen erhalten:

       Anzahl gestellte Anträge (für X Kinder)Anzahl bewilligte Anträge (für X Kinder)Anzahl AblehnungenWie viel Prozent des 10-Milliarden-Topfes sind damit beantragt (und tatsächlich bewilligt)?
      Stand Ende Juni 2019112.265 Anträge (für 191.666 Kinder)43.297 Anträge (für 74.402 Kinder)keine aktuelle Angabe22,9 % (8,93 %)
      Stand Ende April 201993.000 Anträge (für 160.000 Kinder)20.000 Anträge (für 34.000 Kinder)keine aktuelle Angabe19,2 %(4,08 %)
      Stand Ende März 201983.000 Anträge (für 143.000 Kinder)8.000 Anträge (für 14.000 Kinder)50017,16 %(1,68 %)

      Bisher wurden 112.265 Anträge auf Baukindergeld für 191.666 Kinder gestellt. Es wurden aber erst 43.297 dieser Anträge für 74.402 Kinder bewilligt. Die Anzahl der pro Woche hinzu kommenden Anträge ist leicht gesunken: Bis Ende März 2019 waren es 3.000 Anträge pro Woche, im April waren es noch ca. 2.500 Anträge pro Woche, im Zeitraum Mai-Juni sank der Schnitt leicht weiter auf 2.400 Anträge pro Woche.

      Die Bundesregierung hat insgesamt 10 Milliarden Euro für das Baukindergeld eingeplant, davon 3 Milliarden Euro bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode im Oktober 2021. Aus all diesen Angaben lassen sich nun Rückschlüsse darauf ziehen, wie viel Baukindergeld bereits verbraucht ist: 

      • Wären alle 191.666 Kinder berechtigt, Baukindergeld zu beziehen, wäre bereits ein Volumen von rund 2,29 Milliarden Euro an Baukindergeld aufgebraucht (191.666 x 12.000), also 22,9 Prozent des Gesamttopfes. 
      • Dass tatsächlich alle 191.666 Kinder Baukindergeld bekommen, ist aber unwahrscheinllich. Fest steht das erst bei 74.402 Kindern, allerdings soll es bisher auch erst sehr wenige Ablehnungen gegeben haben (Stand Ende März: 500).
      • Für diese 74.402 Kinder sind erst 892.824.000, also knapp 893 Millionen Euro des Baukindergeldes wirklich verplant (74.402 Kinder x 12.000 Euro), das entspricht 8,93 Prozent des Gesamttopfes.
      • Rund 68.468 Anträge (112.265 gestellte Anträge - 43.297 bewilligte Anträge - 500 abgelehnte Anträge) liegen demnach noch bei der KfW in der Pipeline und warten auf Überprüfung.

      Die Antwort auf die Frage "Wie viel Baukindergeld ist bereits aufgebraucht?" lautet also:

      Es sind erst knapp 893 Millionen Euro und damit erst 8,93 Prozent des 10-Milliarden-Topfes verbraucht. Es kann insgesamt für 833.333 Kinder Baukindergeld vergeben werden, es wurde aber erst 191.666 Kinder beantragt und erst für 74.402 Kinder bewilligt.

      Kann das Baukindergeld 2019 wirklich knapp werden?

      Nein. Zwar war in den Medien in der letzten Zeit öfter zu lesen, die Hälfte des Baukindergeld-Topfes sei bereits aufgebraucht und das Baukindergeld könne bereits 2019 knapp werden. Aus unserer Sicht ist das aber eine Fehlannahme. Oft wird dabei vom 3-Milliarden-Topf der aktuellen Legislaturperiode ausgegangen und behauptet: Weil durch 112.265 Anträge und 191.666 Kinder schon 1,92 Milliarden Euro an Mitteln gebunden sind (191.666 Kinder x 12.000 Euro = 2,29 Milliarden), würde das Baukindergeld von 3 Milliarden Euro bereits 2019 langsam zur Neige gehen. Zwei Dinge sprechen aber deutlich gegen diese These:

      1. Es sind bei Weitem noch nicht alle Anträge geprüft:
        Bei den aktuell 112.265 Anträgen und 191.666 Kindern, die hinter diesen 2,29 Milliarden Euro stehen, ist größtenteils noch gar nicht klar, ob auch alle die Förderung erhalten. Die KfW hat erst Ende März 2019 damit begonnen, die Anträge zu prüfen und ist noch gar nicht so weit, das überblicken zu können (allerdings wird davon ausgegangen, dass eine hohe Anzahl der Anträge bewilligt werden kann). Aktuell steht das nur bei 43.297 Anträgen und 74.402 Kindern fest, und es wurden erst 500 Ablehnungen erteilt. Wie viele der restlichen 68.468 Anträge ebenfalls bewilligt werden können, wird sich erst im Laufe der nächsten Zeit zeigen.
      2. Für das Baukindergeld stehen nicht nur 3 Milliarden, sondern insgesamt 10 Milliarden zur Verfügung:
        Selbst wenn alle 112.265 Anträge eine Bewilligung bekämen, wäre trotzdem noch nicht die Hälfte des Baukindergeldes aufgebraucht. Weil nämlich nicht nur 3 Milliarden, sondern insgesamt 10 Milliarden für das Baukindergeld zur Verfügung stehen. Die 3 Milliarden sind lediglich eine von der Bundesregierung festgelegte Obergrenze für die aktuelle Legislaturperiode: Bis Oktober 2021 dürfen nicht mehr als 3 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt ins Baukindergeld fließen. Sprich: Es dürfen bis zu diesem Datum nicht mehr als 3 Milliarden Euro an die Baukindergeld-Empfänger ausgezahlt worden sein, danach stehen aber trotzdem noch weitere 7 Milliarden zur Verfügung. Diesen Zusammenhang wollen wir im nachfolgenden Abschnitt nochmal verdeutlichen.

      Wie viele Kinder Baukindergeld bekommen können

      Das Baukindergeld-Budget von 3 Milliarden bzw. 10 Milliarden Euro wird erst gesprengt, sobald Baukindergeld für mehr als 833.333 Kinder beantragt und bewilligt wurde. Wie wir zu dieser Schlussfolgerung kommen?

      Ganz einfach: Bei 10 Milliarden Euro Gesamtbudget können maximal 833.333,33 Kinder Baukindergeld bekommen (10 Milliarden : 12.000 Euro pro Kind = 833.333,33 Kinder). Vom Start des Baukindergeldes an bis zum Ende der Legislaturperiode (Oktober 2018 bis September 2021) kann der Bund also an maximal 833.333 Kinder pro Jahr jeweils 1.200 Euro Baukindergeld auszahlen: 

      • 1. Jahr (Oktober 2018 bis September 2019): 833.333 Kinder x 1.200 Euro = 999.999.600 = ca. 1 Milliarde Euro.
      • 2. Jahr (Oktober 2019 bis September 2020): 833.333 Kinder x 1.200 Euro = 999.999.600 = ca. 1 Milliarde Euro.
      • 3. Jahr (Oktober 2020 bis September 2021): 833.333 Kinder x 1.200 Euro = 999.999.600 = ca. 1 Milliarde Euro.

      Bis zum Ende der Legislaturperiode im Oktober 2021 sind also genau genommen 2.999.998.800 Euro, also knapp 3 Milliarden für das Baukindergeld verbraucht. In den sieben Folgejahren stehen dann weitere sieben Milliarden zur Verfügung, aus denen die 833.333 Kinder weiterhin je 1.200 Euro pro Jahr erhalten. Nach zehn Jahren sind auf diese Weise 10 Milliarden Euro aufgebraucht. Fazit: Erst ab dem 833.334-sten Kind würde der Bundeshaushalt bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode mehr als 3 Milliarden Euro ins Baukindergeld investieren und damit das geplante Budget überschreiten.

      Der Stand der Dinge lautet dementsprechend: Die maximale Anzahl an Kindern, die Baukindergeld bekommen könnten, liegt bei 833.333, und derzeit wurde erst für 74.402 Kinder Baukindergeld bewilligt. Auch das zeigt, der Baukindergeld-Topf ist noch lange nicht leer. Doch wann leert er sich tatsächlich? Dies lässt sich inzwischen ebenfalls grob hochrechnen.

      Hochrechnung: Das Baukindergeld reicht bis 2021

      Geht es mit dem Antragstempo so weiter wie bisher, reicht das Baukindergeld noch bis über das Ende der Legislaturperiode im Oktober 2021 hinaus:  Bleibt es bei einem Durchschnitt von 1,7 Kindern pro Antrag, könnten maximal zirka 490.195 Anträge für 833.333 Kinder bewilligt werden. Gehen auch in Zukunft 2.400 neue Anträgen pro Woche bei der KfW ein, dann würden bis Ende 2019 insgesamt erst 169.865 Anträge vorliegen, bis Ende 2020 erst 285.065 und bis Oktober 2021 erst 400.265 Anträge. Und auch diese Anträge müssten erst noch geprüft werden. Es zeigt sich: Wer sich für das Baukindergeld interessiert, muss nicht in Hektik verfallen.

      Wichtiger ist, dass man alle Fristen einhält, zum Beispiel:

      • Sie müssen die Immobilie zwischen dem 01.01.2018 und 31.12.2020 gekauft haben
      • Sie können den Antrag erst nach dem Einzug in die Immobilie stellen.
      • Nach dem Einzug dürfen Sie sich aber nicht länger als 6 Monate für die Antragstellung Zeit lassen.

      Der letztmögliche Tag für die Beantragung des Baukindergeldes ist – sofern der Baukindergeld-Topf bis dahin nicht leer ist – der 31.12.2023, also zwei Jahre nach dem Ende der Legislaturperiode.

      Wir werden den Stand der Dinge in Sachen "Wie lange reicht das Baukindergeld noch?" ab sofort beobachten, regelmäßig bei der KfW abfragen und an dieser Stelle kommunizieren. Wenn Sie in Ihrem Browser die Push-Benachrichtigungen von Dr. Klein abonniert haben, erhalten Sie darüber automatisch Bescheid, sobald sich etwas ändert.

      Die wichtigsten Infos zum Baukindergeld im Video

      Das Video fasst noch mal kurz und bündig zusammen, wie Sie das Baukindergeld beantragen und welche Voraussetzungen dafür gelten.

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      Haftungsausschluss: Die Informationen rund um das Baukindergeld basieren auf sorgfältiger Recherche. Dennoch können wir Fehler in diesem Beitrag nicht ausschließen und übernehmen daher auch keine Haftung. Für rechtssichere Auskünfte zu diesem Thema wenden Sie sich bitte an einen Rechtsanwalt. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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