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Zinskommentar Juli 2019: Die Angst vor der Rezession ist zurück

Lübeck, 23. Juli 2019. Aus Angst vor einer weltweiten Rezession flüchten sich aktuell besonders viele Anleger in die als sicher geltenden Staatsanleihen. Das drückt nicht nur die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf immer neue Rekordtiefstände, sondern lässt auch die Bauzinsen weiter sinken. Im Zinskommentar schätzen wir die aktuelle Wirtschaftslage ein und fragen uns: Wie wahrscheinlich ist eine globale Rezession?

Was passiert bei einer Rezession? Zinskommentar Juli
  • Inhaltsverzeichnis
    • Schwache Wirtschaft, sinkende Inflation: Ist die Rezession schon da?

      Aktuell vergeht kaum eine Woche, in der nicht eine neue wirtschaftliche Hiobsbotschaft Schlagzeilen macht. Dauer-Probleme wie der Brexit oder die internationalen Handelskonflikte scheinen so gut wie unlösbar. Der unberechenbare Donald Trump versteht sich darin, Finanzmärkte mit nur 280 Zeichen in Aufruhr zu versetzen. Und Europa ist aktuell so uneinig, dass es den zunehmenden populistischen und rechtsextremen Tendenzen im Euroraum kaum Einhalt gebieten kann. Die Liste der ungelösten Probleme ließe sich noch weiter fortsetzen. Das macht deutlich, warum es um das Wirtschaftswachstum – zumindest vorübergehend – nicht gut bestellt ist. Aber sind wir damit schon in einer Rezession? 

      Was passiert bei einer Rezession?

      Von einer Rezession spricht man in der Regel immer dann, wenn in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen ein Wirtschaftsabschwung sichtbar ist. Als Indikatoren für den Wirtschaftsabschwung gelten neben der Entwicklung des Bruttoinlandproduktes (BIP) unter anderem ein Nachfragerückgang, stagnierende Löhne, vermehrte Kurzarbeit, sinkende Börsenkurse oder eine zunehmende Zahl an Unternehmenspleiten. Die deutsche Wirtschaft legte nach einem Rückgang Ende 2018 im ersten Quartal 2019 wieder um 0,4 Prozent zu. Verantwortlich für das Wachstum waren vor allem die Baubranche und konsumfreudige Verbraucher. Da die Rezession zwei schrumpfende Quartale voraussetzt, wird man daher erst nach dem 2. und 3. Quartal 2019 erfahren, ob man von einem Wirtschaftsabschwung sprechen kann. 

      Und jetzt Tacheles: Wie wahrscheinlich ist eine Rezession?

      Es spricht aktuell einiges dafür, dass die kurzfristige positive Entwicklung des deutschen BIP nur ein Ausreißer war. Die jüngsten Wirtschaftsdaten verheißen nichts Gutes und auch in den Stimmen aus der deutschen Wirtschaft schwingt nur noch selten Optimismus mit. Großkonzerne wie Siemens, ThyssenKrupp und die Deutsche Bank kündigten jüngst tausende Entlassungen an. Und der ehemalige Stolz der deutschen Wirtschaft – die Autoindustrie – entwickelt sich gerade zum Problemkind: Die einstige Vorzeigebranche verzeichnet Absatzrückgänge und Rückgänge in der Produktion.

      Ob wir tatsächlich in eine Rezession rutschen, hängt von mehreren internen und externen Faktoren ab. So muss beispielsweise die Autoindustrie zum einen Rückstände bei Digitalisierung und E-Mobilität aufholen, um wieder wettbewerbsfähig zu werden. Zum anderen sind sowohl die Autobranche als auch andere Industriezweige stark vom Weltmarkt abhängig. Falls Donald Trump den Handelsstreit weiter eskalieren lässt, ist ein Wirtschaftsabschwung daher kaum zu verhindern. Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender von Dr. Klein, hält dieses Szenario vor dem Hintergrund der Präsidentschaftswahl im Jahr 2020 allerdings für eher unwahrscheinlich: „Da sich Trump gern als „Deal-Maker“ positioniert, gehe ich davon aus, dass er den Handelskonflikt vor der Wahl Ende 2020 mit einem guten Deal abschließen will, um seine Erfolge im Wahlkampf feiern zu können. Bis dahin rechne ich damit, dass er die Konflikte weiter am Köcheln hält.“

      Geldpolitik der EZB: Rezession hin oder her, die Zeichen stehen auf Zinstief

      Die Nachfolge Mario Draghis ist so gut wie entschieden: Die frühere IWF-Chefin Christine Lagarde wurde als EZB-Präsidentin nominiert und soll beim EU-Gipfel im Oktober endgültig ernannt werden. Die Französin zählt genau wie Draghi zu den geldpolitischen Tauben und dürfte damit die lockere Geldpolitik fortführen. Aufgrund der wirtschaftlichen Probleme könnte sie sogar dazu gezwungen sein, die Geldschleusen noch weiter zu öffnen. Einige Beobachter gehen davon aus, dass die EZB bereits auf der kommenden Juli-Sitzung oder spätestens auf der September-Sitzung weitere geldpolitische Maßnahmen beschließen könnte. 

      Christine Lagarde wird damit keinen einfachen Einstieg haben. Sie muss es früher oder später schaffen, die Geldpolitik wieder zu normalisieren. Damit das gelingen kann, kann sie nur darauf hoffen, dass die nationalen Regierungen die geldpolitischen Maßnahmen der EZB nutzen, um nötige Reformen umzusetzen. Erst dadurch lässt sich die Grundlage für ein stabiles Wachstum und ein Ausstieg aus den Negativzinsen schaffen.
       

      Bauzinsen auf neuem Rekordtief: Warum die Angst vor der Rezession für billiges Baugeld sorgt

      Die Flucht in deutsche Bundesanleihen geht weiter: Die aktuellen politischen Unsicherheiten sorgen dafür, dass Anleger vermehrt in die sichere deutsche Staatsanleihe investieren. In Deutschland sind bereits etwa 90 Prozent aller Staatsschulden negativ verzinst. In ganz Europa sind es immerhin 75 Prozent. Noch nie war es für die europäischen Staaten so leicht, sich zu verschulden, wie aktuell. Für den Staat ist das zwar gut, für die Anleger dagegen ein Problem: Sie leihen dem Staat mehr Geld, als sie später zurückerhalten. 

      Nach einem erneuten Rekordtief von -0,40 Prozent bewegt sich die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe aktuell zwar wieder marginal nach oben, verharrt aber weiterhin im negativen Bereich. Ein Ende dieses Zustandes? Nicht abzusehen. Die Bauzinsen orientieren sich (mit leichter Verzögerung) an der Rendite der Bundesanleihe und sinken ebenfalls auf neue historische Tiefstände. Der Bestzins für zehnjährige Hypothekendarlehen fällt auf 0,61 Prozent. Die ohnehin schon günstigen Immobiliendarlehen sind damit zuletzt noch billiger geworden.
       

      Ausblick: Was bedeutet eine Rezession für die Baufinanzierung?

      Gleichzeitig übersteigt allerdings auch die Nachfrage nach Immobilien vor allem in den Metropolregionen das Angebot deutlich, was zu einem starken Wettbewerb auf dem Immobilienmarkt und weiter steigenden Immobilienpreisen führt. In besonders beliebten Lagen überbieten sich Interessenten teilweise gegenseitig und treiben so den Preis der Wunschimmobilie in die Höhe. Grundstücks- oder Wohnungskäufer sollten sich von diesem Wettbewerb auf keinen Fall unter Druck setzen lassen – weder zeitlich noch finanziell. Wer sich für eine Immobilie interessiert, sollte sich vor allem auf das passende Objekt und einen fairen Preis fokussieren. 

      Wenn das passende Objekt gefunden ist, ist es für Immobilienkäufer ratsam, die weiterhin niedrigen Zinsen für eine möglichst hohe Tilgung nutzen und eine lange Zinsbindung wählen, mit der sie sich das aktuelle Zinsniveau langfristig sichern. Wer die günstigen Konditionen für eine hohe Tilgung nutzt, ist schneller schuldenfrei und zahlt darüber hinaus weniger Zinsleistungen an die Bank. Durch eine lange Zinsfestschreibung lässt sich das Zinsänderungsrisiko minimieren und ein Höchstmaß an Sicherheit vereinbaren. 

      Und wie geht es weiter? „Einen Aufwärtstrend bei den Bauzinsen wird es erst dann geben, wenn die politischen und wirtschaftlichen Probleme gelöst sind, die Wirtschaft deutlich Fahrt aufnimmt und die Inflation sich der Zielmarke der EZB von 2 Prozent annähert. Dieses Szenario ist kurz- und mittelfristig unwahrscheinlich“, so Michael Neumann. 
       

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