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Baukindergeld (KfW 424): Jetzt die neue Eigenheimzulage beantragen!

1.200 Euro pro Kind und Jahr über 10 Jahre hinweg – so sieht das Baukindergeld 2018 aus. Erst einziehen, dann den Antrag zur Kreditanstalt für Wiederaufbau senden: Anleitung und Überblick bekommen Sie in diesem Artikel!

  • Inhaltsverzeichnis
    • Baukindergeld aktuell: Alle Infos zu KfW 424

      Seit dem 18. September 2018 können Anträge für das neue Baukindergeld bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eingereicht werden. Das dazugehörende Programm trägt den Namen "KfW 424".

      Beim Baukindergeld handelt es sich um eine staatliche Förderung. Die Details:

      • Familien mit mindestens einem Kind,
      • deren neues Zuhause zum Stichtag ihre einzige Wohnimmobilie ist,
      • deren zu versteuerndes Einkommen 90.000 Euro (bei 1 Kind) im Jahr nicht übersteigt,
      • erhalten 10 Jahre lang pro Kind 1.200 Euro im Jahr.
      • Bei Familien mit einem Kind sind das insgesamt 12.000 Euro, mit zwei Kindern 24.000 Euro.
      • Die Immobilie muss nach dem 01.01.2018 gekauft worden sein.
      • Bei Neubauten muss die Baugenehmigung nach dem 01.01.2018 erteilt worden sein.
      • Die Beantragung erfolgt über das Zuschuss-Portal der KfW.

      Das Gute daran: Das Baukindergeld müssen Sie nicht zurück bezahlen. Weil Sie das Baukindergeld jährlich erhalten, können Sie es zu Beginn nicht als Eigenkapital in Ihre Finanzierung einbringen, dazu bräuchten Sie den vollen Betrag direkt zum Immobilienkauf. Dafür lässt sich das Baukindergeld jährlich in die Tilgung Ihrer Baufinanzierung investieren.

      Wir haben die wichtigsten Informationen hier für Sie im Überblick zusammengestellt.

      Überblick über das Baukindergeld

      FrageAntwort
      Wie viel gibt's?Pro Kind und Jahr 1.200 € über 10 Jahre hinweg, also 12.000 € bei einem Kind
      Wer bekommt's?Familien und Alleinerziehende mit Kindern
      Welche Einkommensgrenzen gibt's?Max. 75.000 € zu versteuerndes Einkommen plus 15.000 € pro Kind
      Wie wird es ausbezahlt?Jährlich
      Wann erfolgt die erste Auszahlung?Der erste Auszahlungstermin wird nach Beantragung im Zuschussportal in einer Antragsbestätigung bekannt gegeben. Da die dazu gehörenden Unterlagen erst ab März 2019 über das Zuschuss-Portal an die KfW übermittelt werden können, dürfte die erste Auszahlung erst danach erfolgen.
      Ab wann beantragbar?18.09.2018-31.12.2023 (Immobilie muss aber dennoch bis 31.12.2020 gekauft worden sein, ferner besteht kein Rechtsanspruch auf Baukindergeld, es wird nur so lange ausbezahlt, wie Mittel vorhanden sind)
      Wann muss man die Immobilie erwerben?01.01.2018-31.12.2020
      Welche Grundvoraussetzungen?Kaufvertrag/Baugenehmigung wurde ab dem 01.01.2018 unterzeichnet/erteilt, nur für Familien mit mind. 1 Kind unter 18, das neue Zuhause muss zum Stichtag die einzige Wohnimmobilie der Antragsteller sein, nur für Immobilien in Deutschland, die ab Erwerb mindestens 10 Jahre lang ununterbrochen selbst genutzt werden, und der Antragsteller darf zum Zeitpunkt des Antrags keine weitere Immobilie besitzen.
      Welche Kinder zählen?Am Tag der Beantragung müssen Kinder bereits geboren sein, dürfen aber noch nicht volljährig sein, müssen im selben Haushalt leben, der Antragsteller muss für das Kind kindergeldberechtigt sein.
      Wie viele Kinder maximal?Hier sind bisher keine Einschränkungen vorgegeben.
      Welche maximale Wohnfläche?Es ist keine Einschränkung der Wohnfläche vorgegeben.
      Wie Baukindergeld beantragen?Das Baukindergeld des Bundes wird über das KfW-Zuschussportal beantragt. Der Zuschuss kann erst nach dem Einzug in die neue Immobilie beantragt werden. Der Antrag muss spätestens drei Monate nach dem Einzug bei der KfW vorliegen (Datum der Meldebestätigung ist ausschlaggebend hierfür). Wer vor dem 18.09.2018 bereits in die Immobilie eingezogen ist, hat bis 31.12.2018 Zeit, den Antrag zu stellen.
      Welche Unterlagen sind erforderlich?Einkommensteuerbescheide des vorletzten und vorvorletzten Jahres vor Antragstellung (bei 2018 von 2015 & 2016), Meldebestätigungen und Grundbuchauszug
      Tabelle: Einzelheiten zum Baukindergeld 2018, Quelle: KfW, alle Angaben ohne Gewähr

      Welche Fristen sind wichtig bei der Beantragung?

      FristWas muss geschehen sein?
      18.09.2018Seit diesem Tag ist die Beantragung bei der KfW möglich.
      01.01.2018-31.12.2020Die Immobilie muss in diesem Zeitraum gekauft werden (ausschlaggebend: Datum des Kaufvertrags bzw. Datum der Baugenehmigung bei Neubauten).
      3 Monate nach EinzugDer Antrag muss spätestens drei Monate nach Einzug in die Immobilie bei der KfW vorliegen.
      3 Monate nach BeantragungNach der Beantragung haben Sie maximal 3 Monate Zeit, um die erforderlichen Unterlagen ins Zuschuss-Portal hochzuladen (allerdings wird dies vermutlich erst ab März 2019 überhaupt technisch möglich sein, dann haben Sie bis zum 30. Juni 2019 Schonfrist).
      31.12.2023Letztmöglicher Tag der Beantragung, aber auch dann muss die Immobilie bis 31.12.2020 gekauft worden sein (diese Konstellation kann sich beispielsweise bei Neubauten ergeben, deren Bau sich verzögert und die dementsprechend erst später bezogen werden können).
      Tabelle: Wichtige Fristen beim Baukindergeld, alle Angaben ohne Gewähr

      Somit ist es also möglich, Anträge auf Baukindergeld vom 18. September 2018 bis 31. Dezember 2023 einzureichen. Beachten Sie aber: Die vom Bund zur Verfügung gestellten Finanzmittel für das Baukindergeld sind begrenzt. Es kann also nur so lange genehmigt werden, wie auch genügend Fördermittel zur Verfügung stehen. Ein Rechtsanspruch auf Baukindergeld besteht nicht.

      Eine Verlängerung des Beantragungszeitraumes ist zwar denkbar, aber bislang nicht vorgesehen. Im Jahr 2021 findet die nächste Bundestagswahl statt. Ob dann neue Fördermittel zur Verfügung gestellt werden und ob das Baukindergeld auch über 2023 hinaus beantragbar sein wird, hängt dann auch davon ab, ob die neue Regierung die Förderung fortsetzen möchte.

      Wie viel Baukindergeld gibt es?

      Pro Jahr und Kind sind 1.200 Euro vorgesehen, und gezahlt wird das Baukindergeld über 10 Jahre hinweg. Somit ergibt sich pro Kind eine Förderung von 12.000 Euro, bei zwei Kindern wären es 24.000 Euro. Unsere nachfolgende Tabelle zeigt, welche Einkommensgrenzen und Fördersummen pro Kind gelten.

      Anzahl KinderMaximales, zu versteuerndes EinkommenHöhe Baukindergeld gesamt
      Familien mit 1 Kind90.000 €12.000 €
      Familien mit 2 Kindern105.000 €24.000 €
      Familien mit 3 Kindern120.000 €36.000 €
      Familien mit 4 Kindern135.000 €48.000 €
      Für jedes weitere Kind+ 15.000 €+ 12.000 €
      Tabelle: Staffelung Baukindergeld nach Anzahl der Kinder, alle Angaben ohne Gewähr

      Wie ermittelt man das zu versteuernde Einkommen fürs Baukindergeld?

      Ihr zu versteuerndes Einkommen finden Sie als Angabe in Ihrem Steuerbescheid. Der Steuerbescheid geht Ihnen etwa fünf Wochen nach der Steuererklärung zu. Das zu versteuernde Einkommen ist weder mit dem Brutto- noch mit dem Nettoeinkommen identisch. Es leitet sich aus dem Bruttoeinkommen ab. Um das zu versteuernde Einkommen zu ermitteln, werden aber zum Bruttoeinkommen alle weiteren Einkünfte hinzugerechnet. Das können beispielsweise Mieteinnahmen oder Unterhaltszahlungen sein. Davon werden dann bestimmte Freibeträge, zum Beispiel für Kinder, abgezogen. Das Ergebnis aus dieser Rechnung bildet das Einkommen, das Sie zu versteuern haben.

      Wer bekommt das Baukindergeld aus KfW 424?

      Die Förderung erhalten Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem Kind. Das zu versteuernde Einkommen der Familie darf 75.000 Euro pro Jahr nicht übersteigen. Pro Kind kommt noch mal ein Freibetrag von 15.000 Euro hinzu. 

      Somit dürfen Familien mit einem Kind ein zu versteuerndes Einkommen von maximal 90.000 Euro pro Jahr haben, mit zwei Kindern maximal 105.000 Euro. Liegt das zu versteuernde Einkommen darüber, erhält die Familie kein Baukindergeld. Entscheidend dafür ist das Einkommen des vorletzten und vorvorletzten Kalenderjahres. Somit darf das Einkommen bei allen in 2018 gestellten Anträgen die vorgegebenen Grenzen in 2015 und 2016 nicht überschritten haben.

      Zudem darf der Antragsteller zum Zeitpunkt des Kaufs / der Baugenehmigung keine weitere Wohnimmobilie besitzen, und der notarielle Kaufvertrag muss nach dem 1. Januar 2018 unterzeichnet worden sein.

      Dabei ist unerheblich, um welche Art von Immobilie es sich handelt: Gefördert wird sowohl der Kauf von Bestandsimmobilien als auch von Neubauten. Wird der Neubau nach dem Erwerb erst noch erbaut, gilt: Die Baugenehmigung muss nach dem 1. Januar 2018 erteilt worden sein.

      Um im Vorfeld schon mal zu testen, ob Sie für Baukindergeld infrage kommen, stellt die KfW auf ihrer Seite ein praktisches Tool zur Verfügung: den Vorab-Check.

      Wann wird das Baukindergeld ausbezahlt?

      Die Auszahlung des Baukindergeldes erfolgt jährlich, also nach und nach in Teilbeträgen. Das läuft folgendermaßen ab: Sie stellen den Antrag über das Zuschuss-Portal der KfW. Die KfW prüft den Antrag und die eingereichten Unterlagen. Falls Sie förderberechtigt sind, erhalten Sie über das Portal Bescheid, die KfW übermittelt Ihnen eine Auszahlungsbestätigung. Darin kündigt sie auch das erste Datum der Auszahlung an. Von nun an wird das Kindergeld immer jährlich am gleichen Tag ausbezahlt, weitere neun Jahre lang. 

      Wann Sie zum allerersten Mal Baukindergeld erhalten werden, lässt sich aktuell noch nicht sagen. Das hat folgenden Hintergrund: Den Antrag auf Baukindergeld können Sie ausschließlich über das Zuschuss-Portal der KfW stellen. Zum Antrag müssen Sie bestimmte Unterlagen bei der KfW einreichen (siehe: Baukindergeld beantragen: So geht's), und das muss ebenfalls online geschehen. Ein Übersenden der Unterlagen per Post ist nicht vorgesehen. Die KfW konnte die Möglichkeit, Unterlagen hochzuladen, bisher aber technisch nicht zur Verfügung stellen. Auf der Website der KfW ist zu lesen, dass dies erst ab März 2019 möglich sein wird. Ohne Ohne vorliegende Unterlagen (beispielsweise Ihre Steuerbescheide) kann die KfW Ihren Antrag aber nicht prüfen, und wenn sie ihn nicht prüfen kann, kann auch noch keine Bestätigung ausgestellt und keine Auszahlung getätigt werden. Antragsteller müssen sich also noch ein wenig gedulden.

      Wofür kann man das Baukindergeld verwenden?

      Weil das Baukindergeld jährlich und nicht zu Anfang mit einem Mal ausbezahlt wird, kann es nicht als Eigenkapital eingesetzt werden. Dadurch stellt sich die Frage, welche anderen Wege es gibt, um das Baukindergeld sinnvoll einzubringen. Die Antwort lautet: Sie können es nach und nach in die Tilgung Ihrer Baufinanzierung investieren.

      Wir stellen Ihnen hier drei Methoden vor:

      1. Das Baukindergeld als Sondertilgung nutzen.
      2. Das Baukindergeld zwecks Zinssicherung in einen Bausparvertrag stecken.
      3. Mit dem Baukindergeld ein Eigenkapital-Ersatzdarlehen schneller tilgen.

      1. Baukindergeld zur Sondertilgung nutzen

      Durch die jährliche Auszahlungsweise bietet es sich an, die 1.200 Euro (bei einem Kind) oder 2.400 Euro (bei zwei Kindern) Jahr für Jahr immer direkt in die Finanzierung stecken. Dadurch sinkt die Restschuld schneller, und Sie sparen auf diese Weise über die Jahre hinweg ein hohes Maß an Zinskosten ein. Sondertilgungen sind bei vielen Kreditverträgen möglich – aber Achtung: nicht immer kostenlos. Oftmals gewähren Banken Ihnen Sondereinzahlungen von bis zu 5 Prozent der Restschuld im Jahr ohne Zusatzkosten. Achten Sie also darauf, ob das auch bei Ihrer Bank der Fall ist und prüfen Sie genau, ob dieser Rahmen Ihnen ausreicht. Die Option zur Sondertilgung muss im Kreditvertrag verankert sein.

      Mit der nachfolgenden Grafik zeigen wir Ihnen, welche Effekte das Baukindergeld hat, wenn es regelmäßig als Sondertilgung in die Baufinanzierung eingebracht wird – und zwar je nachdem, wie viele Kinder Sie haben.

      Diesen Vorteil bringt Baukindergeld als Sondertilgung

      2. Baukindergeld zwecks Zinssicherung in einen Bausparvertrag stecken

      Nach ein paar Jahren läuft Ihre erste Baufinanzierung aus, nämlich dann, wenn die Sollzinsbindung endet. Viele Immobilienkäufer entscheiden sich für Zinsbindungen von 10 Jahren. Nach Ablauf dieser Zeit haben Sie die Immobilie aber vermutlich noch nicht abbezahlt, eine Anschlussfinanzierung muss her. Es gilt als sicher, dass die Bauzinsen im Laufe der nächsten Jahre weiter ansteigen werden. Die nächste Finanzierungsrunde kann also ins Geld gehen. Was Sie dann konkret erwartet, sind eine höhere Monatsrate und mehr Zinskosten. Das Baukindergeld kann bereits heute zur Zinssicherung eingesetzt werden. Das heißt, parallel zu Ihrer ersten Baufinanzierung können Sie das Baukindergeld in einen Bausparvertrag investieren, mit dessen Bausparsumme Sie die Restschuld dann später ganz oder teilweise ablösen.

      Eine besonders lohnenswerte Variante: Viele Immobilienkäufer nutzen das Darlehen KfW 124 - Wohneigentumsprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau mit einer Kreditsumme von bis zu 50.000 Euro für den Start ihrer Baufinanzierung. Doch auch dieser Kredit läuft nach spätestens zehn Jahren aus und hat dann noch eine Restschuld über, die weiterfinanziert werden muss. Wenn Sie parallel zu KfW 124 einen Bausparvertrag eröffnen und das Baukindergeld für ein Kind jährlich in diesen Bausparvertrag einzahlen, dann kommen Sie nach 10 Jahren auf eine Bausparsumme von etwa 33.000 Euro. Das entspricht ziemlich genau der Restschuld, die dann bei KfW 124 noch übrig ist. Mit der Bausparsumme lässt sich der KfW-124-Kredit also problemlos anschlussfinanzieren.

      Der größte Vorteil daran, das Baukindergeld in einen Bausparvertrag zu investieren, lautet also: Sie sichern sich die heutigen Zinsen für Ihre Anschlussfinanzierung und senken auf diesem Weg das Zinsänderungsrisiko.

      Baukindergeld in einen Bausparvertrag stecken

      3. Mit dem Baukindergeld ein Eigenkapital-Ersatz-Darlehen schneller tilgen

      Die Bauzinsen sind niedrig, deshalb möchten viele zurzeit ein Eigenheim finanzieren. Doch nicht bei allen Immobilienkäufern ist genügend Erspartes für die Finanzierung vorhanden. Wer also eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital abgeschlossen hat, muss in der Regel neben der normalen Hauptfinanzierung auch noch einen Ratenkredit abbezahlen, mit dem er die Nebenkosten des Hauskaufs gestemmt hat.

      Diesen Ratenkredit nennt man auch Eigenkapital-Ersatz-Darlehen. Bei diesem Eigenkapital-Ersatz-Darlehen tragen Sie eine verhältnismäßig hohe Monatsrate und höhere Zinsen. Es ist also sinnvoll, solche Zusatzkredite möglichst schnell wieder loszuwerden. Das Baukindergeld kann Ihnen dabei helfen. Lassen Sie es einfach als regelmäßige Sondertilgung in den Ratenkredit einfließen. Damit zahlen Sie den Kredit schneller ab, die Rate für diesen Kredit fällt eher weg, Sie sparen Zinskosten ein. Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie viel schneller Sie durch das Baukindergeld mit dem Ratenkredit fertig werden können:

      Darlehenshöhe / Monatliche Rate20.000 €/ 206,33 €30.000 € / 309,50 €40.000 € / 412,63 €
      1 Kind / 1.200 € p.a.6 Jahre und 4 Monate 7 Jahre und 2 Monate 7 Jahre und 7 Monate
      2 Kinder / 2.400 € p.a.4 Jahre und 5 Monat5 Jahre und 5 Monat6 Jahre und 4 Monate
      3 Kinder / 3.600 € p.a.3 Jahre und 5 Monat 4 Jahre und 5 Monat5 Jahre und 5 Monate
      Tabelle: Beispiel zur Tilgung eines Eigenkapital-Ersatz-Darlehens, Annahmen: 120 Monate Laufzeit, Sollzins 4,40 %, Effektivzins 4,49 % (bei 1 % Provision)

      Wichtig bei dieser Variante: Prüfen Sie Ihren Kreditvertrag hinsichtlich seiner Sondertilgungskonditionen. Einige Banken gewähren ein kostenloses Sondertilgungsrecht von 5 Prozent pro Jahr. Bei anderen Banken sind Sondertilgungen zwar möglich, aber nicht kostenlos. Grundsätzlich gilt aber: Die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung darf bei diesen Krediten maximal 1 Prozent des Sondertilgungsbetrags betragen. Bei 1.200 Euro Sondertilgung fallen also maximal 12 Euro Entschädigung an.

      Und Sie können von dieser Variante doppelt profitieren: Indem Sie das Eigenkapital-Ersatz-Darlehen schneller abzahlen, werden Sie dessen Rate eher los, Ihre gesamte, monatliche Belastung sinkt. Es ist eine Überlegung wert, die Differenz in die Tilgung Ihrer Hauptfinanzierung zu stecken. Dann bleibt die monatliche Belastung zwar dieselbe, Sie tilgen Ihre große Baufinanzierung aber schneller und sparen auch hier noch mal Zinskosten ein.

      Welche Kinder zählen fürs Baukindergeld?

      Beim Baukindergeld ist Kind nicht gleich Kind. Die Frage lautet: Welches Kind zählt? Familien bekommen nur für solche Kinder Baukindergeld, die zum Zeitpunkt der Antragstellung

      • bereits geboren wurden,
      • noch nicht volljährig sind (also unter 18 Jahre alt),
      • für die Kindergeld bezogen wird,
      • für die der Antragsteller kindergeldberechtigt ist
      • und die im selben Haushalt wohnen.

      Das heißt: Baukindergeld beziehen Sie für jedes Kind, das bei der Antragstellung jünger als 18 ist und für das Sie als Antragsteller kindergeldberechtigt sind, und Sie erhalten das Baukindergeld, so lange Sie für dieses Kind auch Kindergeld bekommen. Grundsätzlich besteht eine Berechtigung, Kindergeld bis zum vollendeten 25. Lebensjahr zu beziehen, so lange das Kind sich in diesem Zeitraum noch in Ausbildung befindet. Ist das Kind bereits erwerbstätig, kann der Kindergeldanspruch wegfallen und mit ihm der Anspruch auf Baukindergeld. Aller Voraussicht nach wird das Baukindergeld dann nicht über die vollen 10 Jahre hinweg ausbezahlt.

      Für welche Kinder gibt es kein Baukindergeld?

      Für Kinder, die zum Zeitpunkt der Antragstellung

      • bereits volljährig oder älter sind,
      • die kein Kindergeld mehr bekommen und
      • die erst nach der Antragstellung in den Haushalt einziehen.

      Baukindergeld rückwirkend: Welche Voraussetzungen müssen Immobilien erfüllen?

      Die Art der Immobilie spielt keine Rolle, ein Wohnungskauf ist mit dem Baukindergeld ebenso möglich wie ein Hauskauf, und auch dabei sind Ihnen keine Grenzen gesetzt: Ob es sich um eine Doppelhaushälfte, ein alleinstehendes Haus, ein Reihenhaus, einen Neubau oder eine bestehende Immobilie handelt, ist egal. Auch die die Größe des Wohnraums spielt keine Rolle. Folgendes ist aber wichtig:

      • Stichtag Baukindergeld 1. Januar 2018: Sie dürfen die Immobilie nicht vor diesem Datum erworben haben. Somit wird das Baukindergeld aber auch rückwirkend für nach diesem Datum erworbene Immobilien gezahlt.
      • Erstkauf: Es muss sich um Ihren ersten Immobilienerwerb handeln.
      • Einzige Immobilie: Der Antragsteller darf zum Stichtag (= Datum des Kaufs / der Baugenehmigung) nur diese eine Immobilie besitzen.
      • Eigennutzung: Sie müssen die Immobilie selbst privat nutzen. Für eine vermietete Immobilie oder Gewerbeimmobilien gibt es kein Baukindergeld.

      Baukindergeld Plus: Extra-Förderung in Bayern

      In Bayern haben Familien doppelt Grund zur Freude: Hier gibt's noch mal extra bayerisches Baukindergeld und Eigenheimzulage

      Das sogenannte Baukindergeld Plus umfasst 300 Euro pro Kind und Jahr zusätzlich und setzt dieselben Bedingungen voraus wie das bundesweite Baukindergeld. Um das bayerische Baukindergeld zu erhalten, benötigen Sie nämlich die Auszahlungsbestätigung des Baukindergeldes vom Bund.

      Über die bayerische Eigenheimzulage erhalten Sie dann auch noch einmalig 10.000 Euro dazu, aber auch hierbei sind gewisse Einkommensgrenzen einzuhalten. Im Unterschied zum Baukindergeld ist die Eigenheimzulage auch für Kinderlose vorgesehen, die eine Immobilie erwerben möchten.

      Diese beiden, bayerischen Extra-Förderungen werden nicht über die KfW abgewickelt, sondern über die Bayerische Landesbodenkreditanstalt (BayernLabo). Das bayerische Baukindergeld ist gemeinsam mit dem bundesweiten Baukindergeld gestartet, die Eigenheimzulage kann bereits seit Anfang September 2018 beantragt werden. 

      Weitere FAQs zum Baukindergeld

      Rund um das neue Baukindergeld entstehen bei Familien viele weitere, wichtige Fragen, die wir an dieser Stelle einmal sammeln und beantworten wollen.

      • Zählt das Baukindergeld zum Eigenkapital?

        Nein, das Baukindergeld lässt sich nicht als Eigenkapital nutzen. Der Grund: Eigenkapital bringen Sie immer zu Beginn als größere Summe in Ihre Finanzierung ein. Das Baukindergeld erhalten Sie aber nicht auf einmal, sondern jährlich. Somit ist es nicht möglich, das Baukindergeld am Anfang in Gänze als Eigenkapital zu nutzen.

      • Baukindergeld und Finanzierung: Bekomme ich durch das Baukindergeld bessere Zinsen?

        Nein, am Zinssatz, den die Bank Ihnen gibt, wird das Baukindergeld wenig ändern. Es hätte nur dann Einfluss auf Ihren Bauzins, wenn es in Gänze ausgezahlt würde und als Eigenkapital eingebracht werden könnte. Das wird aber nicht der Fall sein, die Auszahlung wird jährlich geschehen. Allerdings erweitert das Baukindergeld Ihren finanziellen Spielraum. Bei einem Kind haben Sie 1.200 Euro jährlich mehr zur Verfügung, das werden Banken auch anerkennen und in Ihre Budgetplanung mit einrechnen. Letztlich kann sich dadurch der Kreditrahmen erhöhen, bei einem Kind und 1.200 Euro allerdings auch nur minimal.

      • Baukindergeld und die Anschlussfinanzierung, was gibt es da zu bedenken?

        Das Baukindergeld wird über zehn Jahre hinweg gezahlt. Dies ist auch die am häufigsten gewählte Länge für die erste Sollzinsbindung der Hauptfinanzierung. Das heißt: Baukindergeld und Baufinanzierung laufen dann gleichzeitig aus, und es bleibt eine Restschuld über, die weiterfinanziert werden will. Sie benötigen dann eine Anschlussfinanzierung, dabei können finanzielle Engpässe entstehen. Zum Einen, weil nun die Baukindergeldzahlung wegfällt, und zum Anderen durch das sogenannte Zinsänderungsrisiko. Da die Zinsen in den kommenden Jahren vermutlich steigen werden, wird es die Anschlussfinanzierung nur zu höheren Zinsen geben. Das steigert die Monatsrate. Durch den Wegfall des Baukindergeldes wird die Weiterfinanzierung unter Umständen schwierig. Dieses Risiko sollte von vorneherein mit eingeplant und zum Beispiel von einem Forward Darlehen oder parallel laufenden Bausparverträgen abgefedert werden.

      • Was passiert mit dem Baukindergeld, wenn ich ausziehe, vermiete oder verkaufe?

        Sie sind verpflichtet, die KfW über alle Änderungen, die sich auf Ihre Förderberechtigung auswirken, umgehend zu informieren. Wenn Sie die Immobilie nicht mehr selbst nutzen und vermieten wollen, wenn eines der Kinder aus Ihrem Haushalt auszieht, wenn Sie das Eigenheim verkaufen, müssen Sie die KfW also benachrichtigen. 

      • Wie unterscheidet sich das neue Baukindergeld von der früheren Eigenheimzulage?

        Das Prinzip des Baukindergeldes erinnert viele an die Eigenheimzulage, die von 1996 bis 2005 gewährt wurde. Es gibt aber doch einige Unterschiede: Die Eigenheimzulage fiel geringer aus und wurde aber über einen kürzeren Zeitraum hinweg gezahlt. Acht Jahre lang bekam man einen jährlichen Zuschuss von bis zu 800 Euro pro Kind. Die Voraussetzungen für die Eigenheimzulage waren denen des Baukindergeldes ähnlich: Bezuschusst wurde, wer sein Eigenheim von mindestens 25 Quadratmetern selbst bewohnte, ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von 70.000 Euro sowie den Bezug von Kindergeld für seine Kinder nachweisen konnte. Wer sich nach dem 31. Dezember 2015 zu einem Hauskauf entschieden hatte, bekam keine staatliche Förderung in Form der Eigenheimzulage mehr. Der Grund: Die Bundesregierung hatte ihr Subventionsziel längst erreicht, sodass sie den Steuerzahler nicht länger belasten wollte. 

      Baukindergeld beantragen: So geht's!

      1. Eigenheim kaufen und einziehen

        Richtig gelesen: Beim Baukindergeld stellen Sie den Antrag erst, wenn Sie die Immobilie bereits Ihr Eigentum nennen und eingezogen sind. Sie benötigen für den Antrag nämlich die Meldebestätigung vom zuständigen Einwohneramt, und die erhalten Sie erst nach dem Einzug.

      2. Zuschuss im Zuschuss-Portal beantragen

        Die KfW stellt für alle Zuschüsse, die sie bietet, ein eigenes Zuschuss-Portal bereit. Auch das Baukindergeld ist hierüber erhältlich. Sie müssen sich, falls noch nicht geschehen, registrieren und haben anschließend die Möglichkeit, Ihren Antrag direkt online abzusenden. Dabei geben Sie unter anderem auch Ihr Bankkonto an, auf welches das Baukindergeld künftig überwiesen werden soll.

        Achtung: Unbedingt die Antragsfristen einhalten! Die hängen von Ihrem Einzugsdatum ab:

        01.01.2018-17.09.2018: Sind Sie in diesem Zeitraum bereits in Ihre Immobilie eingezogen? Dann haben Sie für die Antragstellung Zeit bis zum 31.12.2018

        Seit 18.09.2018: Sie ziehen erst jetzt ins neue Eigenheim? Dann muss der Antrag spätestens drei Monate nach dem Einzugsdatum bei der KfW vorliegen. Maßgeblich hierfür ist das Datum der Meldebescheinigung.

      3. Identitätsnachweis liefern

        Im Zuge der Online-Beantragung über das Zuschuss-Portal müssen Sie noch Ihre Identität unter Beweis stellen. Das geschieht mithilfe des sogenannten PostIdent- oder VideoIdent-Verfahrens. Über das genaue Verfahren werden Sie im Log-In-Bereich des Portals informiert.

      4. Unterlagen einreichen

        Die KfW benötigt verschiedene Unterlagen von Ihnen, um Ihre Förderberechtigung zu überprüfen.

        1. Steuerbescheide:
          Zur Überprüfung der Einkommensgrenzen werden Ihre Steuerbescheide des vorletzten und vorvorletzten Kalenderjahres benötigt. Stellen Sie den Antrag in 2018, benötigen Sie also die Nachweise aus den Jahren 2015 und 2016. Gibt es im Haushalt weitere Personen mit Einkommen, Ihren Partner beispielsweise, werden auch dessen Bescheide benötigt. Grund: Die Einkommensgrenzen beziehen sich auf das gesamte Einkommen aller Personen eines Haushalts.
        2. Meldebescheinigungen:
          Zur Überprüfung, dass Sie ins Eigenheim eingezogen sind und dass die förderfähigen Kinder bei Ihnen im Haushalt wohnen: Hierzu benötigt die KfW alle Meldebescheinigungen, aus der neben dem Meldedatum auch erkenntlich sein muss, dass es sich für alle Personen um ihren Hauptwohnsitz handelt.
        3. Grundbuchauszug:
          Zur Überprüfung, dass Ihnen das Eigenheim tatsächlich gehört: Um diesen Nachweis zu erbringen, reichen Sie den aktualisierten Grundbuchauszug ein, der Sie als neue Eigentümer ausweist. Das Grundbuch wird im Zuge des Kaufs aktualisiert, und den neuen Auszug erhalten Sie anschließend beim Grundbuchamt.

        Die Unterlagen lassen sich dann im Zuschuss-Portal hochladen. Allerdings wird die KfW diese Möglichkeit technisch voraussichtlich erst ab März 2019 zur Verfügung stellen können. Alle Antragsteller haben dann bis Ende Juni 2019 Zeit, die Unterlagen hochzuladen.

      5. Baukindergeld bekommen

        Nachdem die KfW Ihre Unterlagen geprüft hat, erhalten Sie über das Zuschuss-Portal Bescheid, ob Sie förderberechtigt sind oder nicht. Falls ja, teilt die KfW Ihnen außerdem das Auszahlungsdatum der ersten Teilzahlung mit. Anschließend erhalten Sie weitere neun Jahre lang denselben Betrag jährlich auf Ihr Konto.

      Wie unsere Spezialisten beim Baukindergeld helfen

      Bei einem Immobilienkauf möchten Sie alle Fördermöglichkeiten ausschöpfen, das ist vollkommen richtig und verständlich. Bei Kaufsummen von mehreren hunderttausend Euro ist jede Finanzhilfe hoch willkommen. Aber wohin mit dem Baukindergeld? Unsere Spezialisten für Baufinanzierung zeigen Ihnen verschiedene Wege, wie Sie die Finanzspritze vom Staat in Ihre Baufinanzierung integrieren können.

      Gleichzeitig haben Sie auch noch die Möglichkeit, passende KfW-Darlehen zu kombinieren. Darüber erhalten Sie nicht nur zinsgünstige Kredite, sondern auch einmalige Zuschüsse, falls Ihre Immobilie bestimmte Energieeffizienz-Standards erfüllt. In den verschiedenen Bundesländern (nicht nur in Bayern!) gibt es außerdem zusätzliche Maßnahmen im Bereich der Wohnungsbauförderung, die Ihnen ebenfalls zugute kommen. Lassen Sie sich alle Möglichkeiten zeigen, unsere Spezialisten für Baufinanzierung helfen Ihnen dabei, Finanzierung und Förderung in Einklang zu bringen.

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