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Zinskommentar Oktober 2019: Abschied von EZB Präsident Mario Draghi

Lübeck, 28. Oktober 2019. Acht Jahre lang hielt Mario Draghi als EZB Präsident die geldpolitischen Fäden Europas in der Hand. Seiner Krisenpolitik verdanken wir, dass der Euro nach wie vor eine stabile Währung ist. Nachfolgerin Christine Lagarde hinterlässt er dennoch zahlreiche Baustellen. 

  • Inhaltsverzeichnis
    • Acht Jahre EZB Präsident Mario Draghi: Was bleibt?

      Am 1. November 2011 übernahm Mario Draghi das Amt des EZB Präsidenten von seinem Vorgänger Jean-Claude Trichet. Ein undankbarer Zeitpunkt: Die Eurokrise war in vollem Gang und in kurzer Zeit musste er zahlreiche schwere Entscheidungen treffen. „Mit seinem „whatever it takes“ hat Mario Draghi Ruhe in einen Markt gebracht, der zu diesem Zeitpunkt sehr instabil und von Spekulanten dominiert war. Er hat der Politik in den hoch verschuldeten Ländern Zeit für strukturelle Reformen erkauft“, erklärt Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender von Dr. Klein. Am 24. Oktober fand für Mario Draghi die letzte Zinssitzung seiner achtjährigen Amtszeit statt. Seiner Nullzinspolitik blieb der scheidende EZB Präsident bis zum Ende treu. Während seiner Präsidentschaft erhöhte die Notenbank kein einziges Mal ihre Zinsen. 

      Draghi führte die europäische Notenbank mit seiner beispiellosen Lockerung der Geldpolitik erfolgreich durch eine turbulente Krisenzeit. Aber: Er versäumte es, eine Normalisierung der Geldpolitik einzuleiten – und muss dafür mittlerweile viel Kritik einstecken. Auch Michael Neumann sieht Versäumnisse: „Mario Draghi hat es nicht geschafft, der Politik ein klares Exit-Szenario aus der ultralockeren Geldpolitik aufzuzeigen und damit den Druck zu erhöhen, nötige Reformen anzugehen. Der Handlungsspielraum der EZB in Krisen ist damit erheblich eingeschränkt und derzeit deutet nichts darauf hin, dass wir in absehbarer Zukunft wieder zur „Normalität“ früherer Jahre zurückkehren.“

      Kein leichter Einstieg für die neue EZB Präsidentin

      Am 1. November 2019 wird die Französin Christine Lagarde das Ruder der europäischen Zentralbank übernehmen – und sie wird genau wie ihr Vorgänger keinen leichten Start haben. „Inzwischen haben sich viele europäische Staaten an das billige Geld gewöhnt und ihre Verschuldung in der Niedrigzinsphase ausgeweitet. Ein höheres Zinsniveau würden einige Länder aktuell nicht verkraften.“ Die EZB ist damit in einer schwierigen Situation: Die Zinsen sind im Keller und sie sitzt auf enormen Beständen an europäischen Staats- und Unternehmensanleihen, die sie im Zuge der Krisenpolitik aufkaufte.

      Einerseits muss die EZB also auf eine Normalisierung der Geldpolitik hinarbeiten, um bei erneuten Krisen überhaupt handlungsfähig zu sein. Andererseits könnte gerade der Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik einige Staaten in eine erneute Krise stürzen. Auf dem wichtigsten Notenbanker-Treffen der Welt stellten zwei kalifornische Ökonomen jüngst den Einfluss der Notenbanken infrage. Sie stellten die These auf, dass Notenbanken keine „Masters of the Universe“, sondern eher „Riders on the Storm“ wären. Viele der aktuellen Probleme seien politischer Natur - Reformstaus, Schuldenprobleme und Handelsstreitigkeiten etwa – und darauf hätten die Notenbanken kaum Einfluss. 

      Draghi-Nachfolgerin Christine Lagarde muss politischer werden

      Gibt es unter der neuen EZB Präsidentin Christine Lagarde einen Ausweg? Michael Neumann hält das für möglich: „Ich hoffe, dass Lagarde ihre guten politischen Kontakte nutzt. Sie muss die Politiker dazu bewegen, fiskalpolitische Maßnahmen zu ergreifen, um in konjunkturell schwierigen Phasen durch staatliche Investitionsprogramme die Wirtschaft zu stimulieren und darüber hinaus Strukturreformen anzugehen.“ 

      In ihrer Anhörung vor dem EU-Parlament identifizierte die angehende EZB Präsidentin eine weitere Herausforderung, die sie in ihrer Amtszeit angehen will. Viele Menschen verstehen nicht, warum die Notenbank bestimmte Dinge tut – und das trifft nicht nur auf den deutschen Sparer zu, der sich über die mageren Guthabenzinsen ärgert. Christine Lagarde ist der Ansicht, dass die Währungshüter die Interessen und Sorgen der Bürger berücksichtigen und ihre Entscheidungen verständlicher kommunizieren müssen. 

      Hoffnungsschimmer für Lagarde: Ein Dauerproblem könnte sich lösen

      Der Brexit und der Handelskonflikt sind wohl die zwei größten Dauerthemen, die seit vielen Monaten politische und wirtschaftliche Unsicherheiten schüren. Wenigstens eines davon könnte bald gelöst werden: Donald Trump hat die nächste Zollerhöhungsrunde gegenüber China ausgesetzt und zumindest eine Teileinigung ist in Sicht. Das Brexit-Chaos dürfte uns dagegen noch länger begleiten. Zwar ist ein No-Deal-Brexit aktuell unwahrscheinlicher geworden. Wie es genau weitergeht, ist allerdings weiterhin offen.

      Dennoch macht sich am Finanzmarkt ein vorsichtiger Optimismus breit: Wenn besonders viele Anleger beunruhigt sind und in die als „sicherer Hafen“ geltende zehnjährige Bundesanleihe investieren, sinkt deren Rendite. In den letzten Wochen ist die Rendite allerdings von ihrem Rekordtief im August (-0,71 Prozent) auf aktuell -0,40 Prozent gestiegen. Damit zahlen Anleger zwar immer noch drauf, wenn sie dem deutschen Staat Geld leihen – aber zumindest nicht mehr ganz so viel. 

      Neue EZB Präsidentin Lagarde: Auswirkung auf die Bauzinsen?

      Der Führungswechsel in der EZB sorgt weder auf den Märkten, noch bei den Bauzinsen für besondere Ausschläge. Im Großen und Ganzen wird auch von Christine Lagarde eine Fortsetzung der Nullzinspolitik erwartet. Der Bestzins für zehnjährige Hypothekendarlehen erreicht in diesem Monat zwar kein neues Rekordtief, verharrt aber seit mehreren Wochen auf dem Tiefstand von 0,46 Prozent. Weiter bergab wird es vorerst nicht gehen, allerdings auch nicht nennenswert nach oben. „Ich sehe die Bauzinsen in den nächsten Monaten in der Spanne, in der sie sich seit Jahresanfang bewegen“, so die Prognose Michael Neumanns.

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