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COVID-19-Pandemie: Was machen die Immobilienkreditzinsen?

Lübeck, 19.11.2020: Der erneute Lockdown belastet die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft. Die Immobilienkreditzinsen zeigen sich dagegen sehr robust und bleiben auch im November 2020 weiterhin günstig. Doch wie sieht es mittelfristig aus? Die Antwort finden Sie im Zinstrend.

  • Inhaltsverzeichnis
    • Rückblick: Wo lagen die Immobilienkreditzinsen im Oktober 2020?

      Der Bestzins für ein zehnjähriges Hypothekendarlehen lag im Oktober 2020 bei 0,41 Prozent, bei Darlehen mit 15 Jahren Zinsbindung waren es 0,66 Prozent und bei 20 Jahren 0,79 Prozent (Stand 28.10.2020). Einen Überblick über den Verlauf der Immobilienzinsen finden Sie auf unserer Seite aktuelle Bauzinsen.

      Wo liegen die Immobilienkreditzinsen aktuell?

      Das niedrige Zinsniveau setzt sich auch im November 2020 fort. Aktuell liegt der Bestzins:

      • für ein zehnjähriges Hypothekendarlehen bei 0,44 Prozent
      • bei einem 15-jährigen Hypothekendarlehen bei 0,67 Prozent
      • bei einem 20-jährigen Hypothekendarlehen bei 0,90 Prozent (Stand: 20.11.2020)

      Der Bestzins für die jeweiligen Hypothekendarlehen ist damit im November 2020 leicht gestiegen, doch auf längere Sicht betrachtet, verharren die Immobilienkreditzinsen weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Die langjährige Niedrigzinsphase setzt sich weiter fort und somit ist das Zinsklima weiterhin günstig für Bauherren, Immobilienkäufer und Anschlussfinanzierer. 

      In unserem Zinstrend sprechen wir bewusst vom Bestzins. Das bedeutet Ihre individuellen Immobilienkreditzinsen können vom Bestzins abweichen. Denn um den Bestzins zu erhalten, brauchen Sie unter anderem eine herausragende Kreditwürdigkeit.

      Expertenmeinung: Eine nachhaltige Trendwende ist nicht erkennbar

      Der minimale und zeitlich begrenzte Anstieg der Immobilienkreditzinsen ist kein Signal für eine nachhaltige Trendwende. Vielmehr lässt er sich mit der Euphorie über den Forschungserfolg zum COVID-19-Impfstoff erklären. Lag Anfang November die Rendite für eine zehnjährige Bundesanleihe bei -0,64 Prozent, so stieg sie nach der Impfstoffmeldung kurzfristig auf -0,48 Prozent. Doch wenige Tage später sank sie wieder. 

      Die Rendite der Bundesanleihen ist ein verlässlicher Indikator dafür, wie sich die aktuellen Immobilienkreditzinsen entwickeln. Sinkt die Rendite der Bundesanleihen, ziehen die Immobilienkreditzinsen fast zeitgleich nach. 

      „Der minimale Zinsanstieg nach der BioNTech-Meldung hat sich bereits wieder relativiert“, kommentiert Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG. Der Zinsexperte erwartet mittelfristig keinen nachhaltigen Aufwärtstrend bei den Immobilienkreditzinsen.

      Chart: Bestzins 10-jähriger Hypothekendarlehen & Rendite 10-jähriger Bundesanleihen (November 2018 - November 2020)

      Chart: Bestzins 10-jähriger Hypothekendarlehen & Rendite 10-jähriger Bundesanleihen (November 2018 - November 2020)

      Ausblick: Immobilienkreditzinsen

      ZeithorizontRichtung
      Kurzfristige Entwicklung (1 Monat)Steigende Schwankung
      Mittelfristige Entwicklung (6 Monate)Schwankend seitwärts, auf niedrigem Niveau
      Prognose von Michael Neumann: Die aktuellen Tendenzen der Immobilienkreditzinsen

      Seine Zinsprognose begründet Michael Neumann damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) nicht schnell aus ihrer lockeren Geldpolitik aussteigen kann. „Selbst wenn ein Ende der Pandemie abzusehen ist, bleibt es dabei, dass sich viele Staaten aufgrund ihrer Rekordschuldenstände deutlich höhere Zinsen kaum leisten können.“ Daher werde die EZB auch im kommenden Jahr massiv in die Märkte eingreifen und das Zinsniveau niedrig halten. Kurzfristig geht der Zinsexperte davon aus, dass die Immobilienkreditzinsen leicht steigen können.

      Immobilienkreditzinsen berechnen

      Starten Sie Ihre Suche mit unserem Bauzinsrechner und finden Sie heraus, zu welchen aktuellen Konditionen Sie bei Dr. Klein eine Baufinanzierung erhalten würden.

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      EZB-Chefin Lagarde deutet weitere Corona-Hilfen im Dezember an

      Angesichts der zweiten COVID-19-Welle sind weitere Schritte der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Konjunkturunterstützung wahrscheinlich. "Wir werden die aktuelle Phase der Krise mit demselben Ansatz und derselben Entschlossenheit angehen", kündigte Lagarde vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments an. Michael Neumann erwartet, dass die EZB bereits auf der nächsten EZB-Ratssitzung am 10. Dezember weitere COVID-19-Hilfen zur Verfügung stellt.

      „Die Währungshüter werden alles tun, um sich gegen die Corona-Krise zu stemmen und möglicherweise bereits die Ausweitung des Notfallprogramms PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) beschließen“, so Michael Neumann. Eine Senkung des EZB-Leitzinses ist nach Ansicht vieler EZB-Beobachter eher unwahrscheinlich, da das Niveau bereits sehr niedrig ist und eine weitere Senkung keine spürbaren Auswirkungen hätte.

      Mit dem Leitzins bestimmt die EZB, zu welchen Konditionen Banken sich Geld bei ihr leihen können. Je niedriger der Leitzins, desto günstiger erhalten Banken Kredite von der EZB. Zwar hat der EZB-Leitzins nur indirekte Auswirkungen auf die Immobilienkreditzinsen. Doch er gibt aber das generelle Zinsniveau vor, was sich auch auf die Kosten der Baufinanzierung auswirkt.

      Andere Instrumente kommen dagegen eher Infrage. So ist es beispielsweise denkbar, dass die EZB die Zinsen für langfristige Kredite an die Banken – TLTRO (targeted longer-term refinancing operations) – weiter herabsetzt. „Das wäre eine Art Zinssenkung durch die Hintertür“, meint Holger Schmieding, Chefvolkswirt des Bankhauses Berenberg. Ziel der EZB ist es, dadurch die Kreditvergabe an Unternehmen und Privatkunden durch die Banken der Euro-Zone anzukurbeln.

      So steht es um die Inflation in Deutschland

      Schauen wir uns die Inflationsrate für Deutschland für die letzten vier Monate näher an, sehen wir, dass die Verbraucherpreise stagnieren beziehungsweise leicht fallen im Vergleich zum Vorjahresmonat.

      Inflationsrate Deutschland 2020 // Quelle: Statista

      Inflationsrate in Deutschland – Oktober 2019 bis Oktober 2020 // Quelle: Statistia

      Die Zahlen im Detail:

      • - 0,2 Prozent im Oktober 2020
      • - 0,2 Prozent im September 2020
      • ± 0,0 Prozent im August 2020
      • - 0,1 Prozent im Juli 2020

      Droht also eine Deflation, also eine wirtschaftliche Abwärtsspirale fallender Preise, Konsumzurückhaltung, schrumpfender Wirtschaftsleistung, sinkenden Löhnen und Anstieg der Arbeitslosigkeit, die schwer zu durchbrechen ist?

      Die gute Nachricht lautet: Wohl eher nicht. Denn fallende Preise gehören einfach zu den als Begleitern der COVID-19-Pandemie. Zudem ist die Messmethode des Statistischen Bundesamtes etwas „grob“. Die „normale“ Inflationsrate misst einfach alle im Warenkorb enthaltenen Güter. Darin befinden sich beispielsweise Rohstoffe wie Benzin und Heizöl, deren Preise stark schwanken. Sinken sie, sinkt auch die Inflationsrate – und umgekehrt. Doch die Preisänderungen sind nicht auf die Volkswirtschaft selbst zurückzuführen.

      Kerninflation schrumpft leicht

      Es gibt eine ergänzende Betrachtung – die Kerninflation –, die Preisänderungen bestimmter Güter wie Benzin und Heizöl außen vor lässt. Damit soll eine genauere Preisentwicklung der Verbraucherpreise abgebildet werden.

      Chart: Kerninflation Deutschland // Quelle: Europace AG, investing.com

      Chart: Kerninflation Deutschland und Eurowährungsgebiet

      Schaut man sich diese Kerninflation für Deutschland in den letzten vier Monaten an, kann man etwas durchatmen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag sie bei:

      • + 0,5 Prozent im Oktober 2020
      • + 0,5 Prozent im September 2020
      • + 0,7 Prozent im August 2020
      • + 0,7 Prozent im Juli 2020

      Die Kerninflation schrumpft also in den letzten Monaten nur leicht. Sinken langfristig die Preise für Waren und Dienstleistungen, spricht man von einer Deflation. Sie ist also ein Prozess, bei dem der Wert des Geldes aufgewertet wird.

      Wie wahrscheinlich sind Negativzinsen für Immobiliendarlehen?

      Die Immobilienkreditzinsen sind aktuell sehr günstig. Allerdings glaubt Zinsexperte Micheal Neumann kurzfristig nicht an Negativzinsen für deutsche Immobiliendarlehen. „Kurzfristig halte ich es für unwahrscheinlich, dass Banken in Deutschland Immobiliendarlehen mit negativer Verzinsung anbieten – auch wenn sich Kreditinstitute schon allein aus strategischen Gründen diese Hintertür offenhalten müssen und dafür technische Vorbereitungen treffen.“

      Über den „Umweg“ Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist dies bereits möglich. Neben der hauptfinanzierenden Bank holen Sie die KfW ins Boot. Sie teilen also Ihr Darlehen auf. In bestimmten Fällen erhalten Sie sogar von der KfW einen Tilgungszuschuss, wenn Sie Ihre Immobilie energieeffizient umbauen beziehungsweise kaufen oder bauen wollen. Durch diesen Tilgungszuschuss, den Sie nicht zurückzahlen müssen, wird der Effektivzins des KfW-Darlehens dann negativ.

      Dabei handelt es sich konkret um die folgenden Programme:

      • KfW 151 / 152 – Förderkredit für die komplette Sanierung oder für einzelne energetische Maßnahmen
      • KfW 153 – Förderkredit für den Bau oder Kauf eines KfW-Effizienzhauses

      KfW-Förderung: Programme zur Immobilienfinanzierung

      „Das Angebot der KfW ist sehr breit gefächert und attraktiv für günstige Konditionen. Ihr Bankberater oder Ihr Vermittler übernimmt dabei die Kommunikation und die Abwicklung mit der KfW“, erläutert Michael Neumann. Bauherren und Immobilienkäufer können auch verschiedene KfW-Förderprogramme miteinander kombinieren und so gleich mehrfach von zinsgünstigen Krediten profitieren.
      Quelle: Dr. Klein Podcast "Hausgefragt"

      Welche Voraussetzungen Sie genau für die kostenfreien Tilgungszuschüsse erfüllen müssen, können Sie in unserem Ratgeber KfW-Darlehen nachlesen.

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