0800 8833880
Montag bis Freitag: 8.00 – 18.00 Uhr Mehr Infos

Darf sich ein Darlehen automatisch verlängern?

Ja, ein Darlehen darf sich automatisch verlängern, aber nur zu bestimmten Bedingungen. Zum Hintergrund: Läuft die Sollzinsbindung Ihres Immobiliendarlehens ab, muss die Bank Ihnen drei Monate vor diesem Ablauf schriftlich mitteilen, ob sie den Kreditvertrag mit Ihnen verlängern möchte oder nicht. Ist sie dazu bereit, unterbreitet sie Ihnen normalerweise auch direkt ein Angebot und setzt eine Frist, innerhalb der sie dieses Angebot aufrechterhält. Sie können sich dann entscheiden, ob Sie es annehmen oder ablehnen möchten. Nehmen Sie es an, tätigen Sie eine Prolongation. Lehnen Sie es ab, dann benötigen Sie eine Anschlussfinanzierung bei einer anderen Bank.

Doch was passiert, wenn der Kunde überhaupt keine Anschlussfinanzierung abschließt?

Reagieren Sie als Kunde nicht auf das Angebot der Bank und kümmern sich auch nicht anderweitig um eine Anschlussfinanzierung, wird das alte Darlehen bei der Ihrer alten Bank automatisch als variables Darlehen fortgeführt. Das ist gängige Praxis, kann für den Kunden aber teuer werden: Variable Darlehen werden wesentlich höher verzinst als Annuitätendarlehen mit fester Zinsbindung. Banken orientieren sich bei den Zinssätzen für variable Darlehen am Referenzzinssatz Euro Interbank Offered Rate (EURIBOR) und fügen ihm noch etwa 1-2 Prozentpunkte pro Jahr als Marge hinzu.

Läuft die Baufinanzierung also einfach als variables Darlehen weiter, kann sich die Rate alle drei Monate durch einen steigenden oder sinkenden Zinssatz verändern. Hatten Sie in den Jahren zuvor einen sehr viel höheren Zinssatz, macht sich der zurzeit günstige, ans jetzige Marktniveau angepasste Zinssatz des variablen Darlehens im ersten Moment positiv bemerkbar: Ihre Rate sinkt.

Dennoch ist es in diesem Moment immer besser, eine Anschlussfinanzierung mit fester Zinsbindung abzuschließen und die Baufinanzierung nicht einfach weiterlaufen zu lassen, weil Sie damit in der Regel noch günstiger fahren. Rein finanziell betrachtet, liegt es also stark im Interesse des Kunden, das variable Darlehen so schnell wie möglich durch einen günstigeren, sichereren Kredit mit Zinsbindung zu ersetzen.

Dafür können variable Darlehen – wie der Name schon vermuten lässt – jederzeit mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist vollständig abgelöst werden. Diese Ablösung verursacht keine weiteren Kosten. Eine Vorfälligkeitsentschädigung wird bei variablen Darlehen nicht erhoben.

Darf die Bank einfach eines der unterbreiteten Angebote als angenommen werten, wenn sie keine Antwort bekommt?

Nein, das darf sie nicht. Unlängst gab es einen Fall, in dem eine Bank dem Kunden ein Prolongationsangebot gemacht hat, und ihm mitteilte, dass sie das Angebot als angenommen betrachte, falls sich der Kunde in einer bestimmten Frist nicht zurückmelden sollte. Als der Kunde nicht reagierte, führte die Bank dessen Baufinanzierung weiter, als hätte er das Angebot akzeptiert. Dies erwies sich als rechtswidrig: Die Bank hätte das Schweigen des Kunden nicht als Zustimmung werten dürfen, entschied das Oberlandesgericht Hamm (Az.: 4 U 38/16).

Baufinanzierungsrechner

Persönlichen Zinssatz und Rate erfahren?
Wir beraten Sie gern.

Jetzt Finanzierungsvorschläge anfordern unverbindlich und kostenlos
Zins und Rate berechnen

Ermitteln Sie jetzt Ihre Bauzinsen:

190000
500001000000
 

Diese Website verwendet Cookies, um Ihr Nutzungserlebnis zu verbessern. Durch die weitere Nutzung stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Wenn Sie nähere Informationen zu Cookies und deren Deaktivierung wünschen, lesen Sie bitte unsere Datenschutzhinweise .