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Das Coronavirus und die Bauzinsen: Ist die Zinswende jetzt abgesagt?

Lübeck, 21. Februar 2020. Das Coronavirus belastet die ohnehin schwächelnde Konjunktur weiter und Notenbanken weltweit beobachten die Entwicklung mit Sorge. Die von vielen erhoffte Zinswende könnte in noch weitere Ferne rücken. Wir erklären, wie hoch das Risiko durch das neue Virus tatsächlich ist und was es für die Baufinanzierungszinsen bedeutet. 

  • Inhaltsverzeichnis
    • Coronavirus verschiebt Zinswende in weitere Ferne

      Zugegeben: Besonders wahrscheinlich war eine Zinswende im Jahr 2020 nie, denn die europäische Wirtschaft kommt nach wie vor kaum vom Fleck. Das Coronavirus könnte der schwachen Konjunktur nun allerdings einen weiteren Dämpfer versetzen. An den Folgen des in China ausgebrochenen Virus sind bisher mehr als 2.000 Menschen gestorben. Die Zahl der bestätigten Infektionen liegt bei über 75.000 (Stand: 20.02.2020) und die chinesische Wirtschaft leidet massiv unter den Folgen der Krankheit: „Die chinesische Zentralbank hat bereits interveniert und mehr als 270 Milliarden Euro in die Wirtschaft gepumpt“, erklärt Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG. „Ich erwarte dennoch einen Wachstumseinbruch der chinesischen Wirtschaft im 1. Quartal. Den offiziellen Zahlen der chinesischen Regierung traue ich nicht.“ 

      Unmittelbar bekommt das vor allem die weltweite Tourismusbranche zu spüren, etwa Reiseveranstalter oder Fluggesellschaften. Aber auch Firmen, die in und mit China Geschäfte betreiben, sind betroffen. Wie sich die Ausbreitung des Virus entwickelt und wie stark es die globale Konjunktur bremsen wird, ist aktuell ungewiss. Doch allein die potenziellen Risiken führen zu einer gewissen Unsicherheit auf den Märkten und sind damit ein weiterer Grund, der die Zinsen vorerst niedrig hält. Mehrere Notenbanken – darunter Japans Zentralbank, die amerikanische Fed und die europäische EZB – gaben bereits an, das Coronavirus und dessen Auswirkungen genau zu beobachten und gegebenenfalls zu reagieren. „Wenn sich das Virus nicht nennenswert über China hinaus ausbreitet, wird es allerdings keinen nachhaltigen Effekt auf die Weltwirtschaft haben“, so die Einschätzung Neumanns. 

      Nicht nur das Coronavirus, auch altbekannte Risiken belasten die Konjunktur

      Neben dem neuen Risiko Coronavirus begleiten uns auch die wesentlichen Unsicherheitsfaktoren des vergangenen Jahres – vor allem Trump und der Brexit – im laufenden Jahr. Obwohl Großbritannien nun endgültig aus der EU ausgetreten ist, dürften die weiteren Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien schwierig werden: „Ich rechne damit, dass bis Ende 2020 maximal eine Teileinigung erreicht wird und die Verhandlungen auch 2021 weitergehen werden“, meint Michael Neumann, schränkt allerdings ein, dass das Thema den Markt über die Zeit immer weniger belasten werde. Auch Donald Trump ist und bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Trotz des Teilabkommens zwischen den USA und China macht seine protektionistische Haltung der Weltwirtschaft weiter zu schaffen. Ob er im November durch einen demokratischen Kandidaten abgelöst werden kann, ist mehr als ungewiss. 

      Welchen Kandidaten die Demokraten dazu ins Rennen schicken, dürfte sich in zwei Wochen – am sogenannten Super Tuesday – entscheiden. Am 3. März wählen zahlreiche Staaten gleichzeitig, unter anderem Kalifornien, Minnesota und Texas. Michael Neumann geht davon aus, dass der Milliardär Michael Bloomberg die besten Chancen gegen Donald Trump hätte: „Bernie Sanders gehört sicher zu den aussichtsreicheren Demokraten und hat extreme Gegenpositionen zu Trump. Bloomberg ist dagegen deutlich gemäßigter und hat bessere Chancen, Trump-Wähler für sich zu gewinnen. Für Europa wäre Bloomberg damit wohl der Wunschkandidat. Grundsätzlich müssen sich Europa und der Rest der Welt aber meines Erachtens darauf einstellen, dass auch ein anderer US-Präsident die zunehmend protektionistische Ausrichtung der USA nicht völlig zurückdrehen wird.“ Das Wachstum im Jahr 2020 bleibt also gedämpft und anfällig für neue Unsicherheiten. Und den Notenbanken bleibt damit nichts anderes übrig, als die Märkte weiter mit niedrigen Zinsen zu unterstützen. 

      Die EZB und die Politik: Wie die Zinswende trotzdem noch kommen könnte

      Bereits auf der geldpolitischen Dezember-Sitzung des vergangenen Jahres kündigte EZB-Präsidentin Christine Lagarde eine umfassende Strategieprüfung an. Laut der neuen Präsidentin werde kein Stein auf dem anderen bleiben. Auch eine Anpassung des Inflationsziels ist möglich. Tatsächlich wäre eine solche Neuausrichtung dringend notwendig. Nach acht Jahren der expansiven Geldpolitik unter Mario Draghi hat die EZB nahezu ihren gesamten Instrumentenkasten geplündert: Der Leitzins liegt seit vier Jahren bei null Prozent, der „Strafzins“ für Banken seit mehreren Monaten bei -0,5 Prozent. Darüber hinaus hält die Zentralbank mittlerweile Staatsanleihen und weitere Wertpapiere im Volumen von fast 3 Billionen Euro. Sollte es jetzt zu einer Rezession kommen, hätten die Notenbanker daher nur noch beschränkte Möglichkeiten, der Konjunktur geldpolitisch unter die Arme zu greifen. 

      Während Draghi dennoch bis zuletzt die Handlungsfähigkeit der EZB verteidigte, betont Christine Lagarde auch die negativen Folgen der lockeren Geldpolitik. Und diese Folgen sind enorm: Sparer erhalten keine Zinsen mehr, sondern müssen zusehen, wie die Inflation ihr Geld schleichend entwertet. Versicherungen haben Probleme sich zu refinanzieren. Immobilien werden dank der niedrigen Bauzinsen und mangelnden Alternativen immer beliebter und die Preise gehen in vielen Regionen durch die Decke. Christine Lagarde erhöht daher den Druck auf die Politik. Die nationalen Regierungen müssten die niedrigen Zinsen nutzen und mit konsequenten Reformen in die Zukunftsfähigkeit der Euro-Staaten investieren. Erst dann werden eine nachhaltige Stabilisierung und damit auch eine Zinswende möglich. 

      Coronavirus drückt die Bauzinsen: keine Zinswende in Sicht

      Dass die Zinswende auf sich warten lässt, hat zumindest auch eine positive Auswirkung: Die Bauzinsen werden im laufenden Jahr nicht wesentlich steigen. Die Unsicherheit durch das Coronavirus sorgt sogar vorübergehend für sinkende Renditen der zehnjährigen Bundesanleihe und damit auch für sinkende Bauzinsen, da diese sich an der Bundesanleihen-Rendite orientieren. Der Bestzins für ein Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung fiel auf 0,51 Prozent und ist damit nicht mehr allzu weit vom absoluten Tiefstand (0,42 Prozent) entfernt. 

      Michael Neumann geht nicht davon aus, dass sich die Bauzinsen in den kommenden Monaten viel bewegen werden: „Solange sich die Konjunktur nicht nachhaltig positiv entwickelt, wird sich an der aktuellen Zinssituation nichts ändern. Das erneute Absinken der Bauzinsen ist allerdings nicht nur in der Konjunkturschwäche, sondern auch im aktuell starken Wettbewerb zwischen den Banken begründet. Ein neues Rekordtief ist in diesem Jahr nicht auszuschließen.“ Damit dürften allerdings auch die Immobilienpreise weiter steigen. Wer aktuell auf der Suche nach einem Haus oder einer Wohnung ist, braucht daher Geduld und starke Nerven und sollte in jedem Fall den Rat von Spezialisten einholen.  

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