Zinskommentar in 120 Sekunden – Bauzinsen steigen, Tempo gedrosselt

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Lesezeit: 3 Minuten

Die Zinsen für Baufinanzierungen sind zuletzt extrem schnell gestiegen. Wer eine Immobilie kaufen will, beobachtet die Entwicklung wahrscheinlich mit Sorge, denn es wird immer teurer: Wann  ist ein Ende in Sicht? Die gute Nachricht: Die Zinsen steigen nicht mehr so schnell. Die weniger gute: es ist noch Luft nach oben. Michael Neumann, Vorstand von Dr. Klein, über die aktuelle Entwicklung, Prognosen, Herausforderungen und Tipps.

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Im Video beantwortet Michael Neumann diese Fragen:

  1. Was sind zurzeit die größten Sorgen und Herausforderungen für Finanzierende?
  2. Nachdem die Zinsen in den ersten 4 Monaten schon so extrem gestiegen sind – setzt sich die Entwicklung fort?
  3. Gerade in Zeiten steigender Zinsen muss man schnell sein. Was können Käufer tun?

Bauzinsen steigen, aber Tempo gedrosselt

„Zuletzt hat die Dynamik des Zinsanstiegs ein bisschen nachgelassen“, beobachtet Michael Neumann beim aktuellen Blick auf die Zinskurve. Aber: Auch wenn die Bauzinsen aktuell nicht mehr so schnell in die Höhe schnellen wie in den vergangenen Monaten und zum Teil auch leichte Rücksetzer zu sehen sind – tendenziell setzt sich der Aufwärtstrend fort. Der Grund ist vor allem die rekordhohe Inflation von zurzeit 7,4 Prozent, die voraussichtlich auch in der nächsten Zeit nicht sonderlich nachgeben wird. Zur Erinnerung: Die Zielmarke, die für die Geldwertstabilität gilt, ist zwei Prozent. Und so wächst der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), die Nullzinspolitik zu beenden und den Leitzins anzuheben.

Was passiert, wenn der Leitzins steigt?  

Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG
Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender von Dr. Klein

Demnächst könnte es so weit sein: Die Signale, dass die EZB den Leitzins im Sommer anhebt, mehren sich. In diesem Zuge zeichnet sich auch für Verbraucher ein Ende der Minuszinsen ab: Wenn die Ankündigung der ING auf breiter Front Schule macht, müssen sie demnächst dann wohl weniger hohe Verwahrentgelte zahlen, also Strafzinsen für Guthaben ab einem gewissen Betrag. Bis die Zinsen auf Erspartes die Inflation ausgleichen oder sogar noch höher liegen werden – darauf kann man aber wohl noch lange warten. Bis dahin verliert klassisch gespartes Geld an Wert.

Was bedeutet das für die Baufinanzierungen? Michael Neumann schätzt, dass die Märkte diese Anhebung schon eingepreist haben, deswegen geht er nicht davon aus, dass die  Bauzinsen in der Folge sprunghaft steigen. Aber: Es werden noch weitere Zinsschritte erwartet, deswegen könnte es weiter bergauf gehen: „Tendenziell gehen die Baufinanzierungszinsen weiter hoch, denn es werden für dieses Jahr noch weitere Zinsanhebungen erwartet – und auch die Drei-Prozent-Marke dürfte demnächst erreicht werden. Aber die Dynamik, mit der die Zinsen in den letzten Monaten gestiegen sind – die werden wir nicht mehr sehen“, so seine Einschätzung.

Herausforderungen für Käufer und Bauherren

Für Kaufinteressenten sind das keine guten Perspektiven, denn noch deutet nichts darauf hin, dass die Immobilienpreise im Gegenzug nachgeben. „Die Erschwinglichkeit von Wohneigentum hat deutlich abgenommen“, bestätigt auch Michael Neumann: „Zurzeit müssen immer wieder Menschen von ihrem Vorhaben, Wohneigentum zu kaufen, zurücktreten oder ihre Wünsche an die eigene Immobilie runterschrauben.“ Vor allem Bauherren, die sich erst in der Planungsphase befinden, sind in einer unguten Situation: Sie werden mit extrem stark gestiegenen Kosten für Baumaterial konfrontiert und müssen mit massiv verlängerten Lieferzeiten zurechtkommen.

“Die Erschwinglichkeit von Wohneigentum hat deutlich abgenommen.”

Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender von Dr. Klein

Aber vielen gelingt es dennoch, eine passende Immobilie zu finden und sie auch zu finanzieren. Zu langes Zögern kann aber von Nachteil sein – denn dann könnte der Zinsanstieg schon weiter fortgeschritten sein. Anschlussfinanzierenden rät Michael Neumann daher, alle Unterlagen zusammenzustellen und sich ausrechnen zu lassen, ob es sich jetzt lohnt, die Bank zu wechseln.

Für Erstfinanzierende ist der Faktor Zeit noch kritischer, denn hierbei braucht die Bank länger, um die Kreditanfrage zu prüfen – zumal sie zurzeit extrem viele Kreditanfragen bearbeiten müssen. Aber je nach Institut gibt es hier deutliche Unterschiede. Wer eine schnelle Zusage braucht, findet über Dr. Klein Banken mit kurzen Bearbeitungszeiten. Mit „OneClick“ und angeschlossenen Partnerinstituten bietet der Vermittler neuerdings sogar eine Kreditentscheidung innerhalb von Minuten.


Wie lange dauert die Kreditzusage in meinem Fall?


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