Negative Zinsen

Die negativen Bauzinsen sind da

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Das neue Jahr beginnt für alle Bauherren, die sanieren wollen, mit dem versprochenen Paukenschlag: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) senkt ihre Zinssätze unter Null und verschenkt aktuell quasi Geld. Doch ganz so neu sind die negativen Zinsen bei der KfW dann im Prinzip doch nicht, wie Redakteurin Caro herausfand.

Bereits Ende letzten Jahres hat der KfW-Chef verlauten lassen, dass er negative Zinsen bei KfW-Produkten im Jahr 2020 für realistisch halte. Und als ich kürzlich die aktuellen Zinsen der KfW mit denen in unseren Ratgeberartikeln abglich, strahlte es mich an: ein Minuszeichen! Das KfW-Programm 151/152 für energieeffizientes Sanieren gibt es zu einem Effektivzins ab -0,75 Prozent.

Voraussetzungen für die negativen Zinsen

Das bedeutet ganz konkret, dass ihr bei diesem KfW-Darlehen weniger zurückzahlt, als ihr aufnehmt. Die KfW schenkt euch also bares Geld. Diese Minuszinsen sind aber Beispielzinssätze und somit nur unter bestimmten Voraussetzungen zu bekommen.

Auf der KfW-Website steht dazu, dass man die negativen Zinsen bei einer Darlehnshöhe von 100.000 Euro für ein KfW-Effizienzhaus 85 bei 30 Jahren Laufzeit, zehnjähriger Sollzinsbindung, einem tilgungsfreien Anlaufjahr und – das ist jetzt wichtig – unter der Berücksichtigung des Tilgungszuschusses in Höhe von 17.500 Euro erreichen kann.

Tilgungszuschuss macht die Zinsen negativ

Es ist also der Tilgungszuschuss, der den Effektivzinssatz dieses KfW-Programms negativ werden lässt. Der ursprüngliche Sollzins hat sich in den letzten Monaten nicht verändert und liegt nach wie vor bei +0,75 Prozent. Und der Tilgungszuschuss in dem Programm 151/152 für energieeffizientes Sanieren ist ebenfalls nicht neu. Ihr hättet also schon vorher gute Chancen auf negative Zinsen gehabt, denn der Tilgungszuschuss wird euch nach der Fertigstellung der geförderten Maßnahme gut geschrieben und das sorgt am Ende für einen negativen Effektivzinssatz.

Mit dem Tilgungszuschuss der KfW, der übrigens beim KfW-Effizienzhaus 55 bis zu 27.500 Euro beträgt, könnt ihr bei der Baufinanzierung richtig sparen. Mit einem KfW-Effizienzhaus 55 sei dadurch sogar ein zweistelliger negativer Effektivzinssatz möglich, heißt es seitens der KfW. Neu ist das alles aber nicht. Lediglich die Beispielberechnung auf der Website der KfW wurde dahingehend angepasst, dass nun auch der Tilgungszuschuss berücksichtigt wurde. Das ist aber nur eine Übergangslösung, heißt es von der KfW. Aktuell arbeite die staatliche Kreditbank daran, den Sollzinssatz negativ abbilden zu können. Bisher sei das technisch jedoch nicht möglich, deshalb setze man noch auf den Tilgungszuschuss.

Nun könnte man meinen, dass die KfW hier lediglich eine wirksame Idee zum Jahresbeginn hatte. Das mag auch so sein. Andererseits soll der Effektivzinssatz ja die wirklichen Kosten eines Kredits aufzeigen und durch den Tilgungszuschuss, den ihr übrigens nicht zurückzahlen müsst, zahlen Bauherren im KfW-Programm 151/152 effektiv (tatsächlich) weniger Darlehen an die KfW zurück, als sie sich geliehen haben. Es geht also alles einen richtigen Weg – der ist aber in diesem Programm einfach doch nicht so neu, wie es zunächst klingt.


Interesse an einem zinsgünstigen Darlehen der KfW?


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