Der Zinskommentar in 120 Sekunden – November: Was tun bei steigenden Zinsen?

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Treffen jetzt steigende Zinsen für Baufinanzierung auf ohnehin hohe Immobilienpreise? Michael Neumann, Vorstand von Dr. Klein, ordnet die aktuelle Zinsentwicklung ein und gibt praktische Tipps in 120 Sekunden:

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Im Video beantwortet Michael Neumann diese Fragen:

  • Wie kann man trotz steigender Zinsen doch noch eine Immobilie finanzieren?
  • Mit den Immobilienpreisen steigen auch die Kaufnebenkosten. Welche Tipps gibt es, die zu drücken?
  • Angenommen, die Zinsen steigen um 0,5 Prozentpunkte – was wären die Folgen für den Immobilienmarkt und für Kaufinteressenten?

Kurzfristige Zinsanstiege möglich

Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG

Wer gerade eine Immobilie sucht, hat es bei dem überschaubaren Angebot nicht gerade leicht: wenig Auswahl, viele Mitsuchende und Preise, die nicht immer nachvollziehbar – geschweige denn bezahlbar – sind. Jetzt ist auch immer häufiger von steigenden Zinsen zu lesen. Auf welche Zinsentwicklung muss man sich einstellen? Laut Michael Neumann können die momentanen Inflationssorgen auch in den nächsten Wochen immer wieder zu kurzfristigen Anstiegen führen. Aber die Ausschläge fallen vermutlich nicht besonders hoch aus und werden nicht lange anhalten, weil die Europäische Zentralbank weiterhin Geld in die Märkte pumpt und das Zinsniveau damit niedrig hält.

Höhere Zinsen machen sich zwar in Vergleichsrechnungen bemerkbar und bedeuten höhere Monatsraten. Aber durch bestimmte Maßnahmen können Darlehensnehmer dem entgegensteuern: Eine etwas niedrigere anfängliche Tilgung zum Beispiel senkt die monatliche Rate und wenn doch noch mehr Eigenkapital eingebracht werden kann, senkt das die Kosten des gesamten Darlehens.

Ist die Inflation Anlass zur Sorge?

Eigenkapital ist oft die Krux

Eigenkapital ist überhaupt das Stichwort. Denn meistens sind nicht die Monatsraten die größte Hürde bei Finanzierungen, sondern das Eigenkapital, das mindestens die Nebenkosten beim Hauskauf abdecken sollte. Als größter Posten gehört dazu die Grunderwerbssteuer –  je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent. Muss dann noch ein Makler bezahlt werden, summiert sich das schnell auf ein Plus von zehn oder sogar zwanzig Prozent. Wenn das Haus also 500.000 Euro kostet, fallen zusätzlich 50.000 bis 75.000 Euro an. Wer bisher noch nicht von einem Erbe profitiert, hat es schwer, das aus eigener Kraft zu zahlen. Eine gute Alternative ist, das Haus mit den Eltern zu finanzieren oder im Verwandtenkreis zu fragen, ob zum Beispiel zinslose Darlehen möglich sind.

Tipps für die jetzige Situation

Wie verhält man sich angesichts der aktuell schwankenden Zinsen am klügsten? Die Antwort ist eindeutig: besonnen. Selbst wenn es manchen so vorkommt, als wäre dies die letzte Gelegenheit, an eine bezahlbare Immobilie zu guten Konditionen zu kommen, sollte niemand diese Entscheidung vorschnell treffen. Es ist und bleibt eine Investition, die in Ruhe und sicher geplant werden will. Daher lassen sich derzeit auch immer mehr Leute erst einmal beraten, in welcher Preiskategorie sie überhaupt suchen können, bevor sie sich nach einer passenden Immobilie umsehen.

Für alle, deren Anschlussfinanzierung ansteht, könnte jetzt ein guter Zeitpunkt sein, umzuschulden. Das geht übrigens immer schon nach 10 Jahren, auch wenn damals ein 15-jährige Zinsbindung vereinbart war. Eventuell kommt auch ein Forward-Darlehen in Frage, mit dem man die jetzigen Zinsen für eine Anschlussfinanzierung festschreibt, die erst in ein, zwei oder drei Jahren aktuell wird. Berater von Dr. Klein rechnen aus, welche Modelle möglich wären und wie viel sich damit im Vergleich zur jetzigen Rate sparen lässt.


Was bedeuten steigende Zinsen für meine individuelle Finanzierung?

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