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Finanzlexikon

Euribor

Für europäische Banken, Geldanleger und Darlehensnehmer ist die Euro Interbank Offered Rate, kurz Euribor, ein wichtiger Referenzzinssatz. Dabei handelt es sich um einen durchschnittlichen Zinssatz, zu dem sich Banken in Europa kurzfristig untereinander Geld leihen. Dabei gelten verschiedene Laufzeiten: von einer Woche bis 12 Monate.

Bei Sparanlagen wie dem Tagesgeldkonto beeinflusst eine Veränderung des Referenzzinssatzes auch den Zinssatz des Anlageprodukts. Steigt der Referenzzinssatz beispielsweise um 1 Prozentpunkt, steigt in der Regel auch der Zinssatz des Tagesgeldkontos.

Auch für die Kosten von Darlehen, die variabel verzinst sind, spielt der Euribor eine wichtige Rolle. Denn in der Regel passen die Banken den Zinssatz für das variable Darlehen alle drei Monate gemäß dem Euribor an. Auf Darlehen mit langfristiger Zinsfestschreibung hat der Euribor dagegen keinen Einfluss.

Im Rahmen einer Baufinanzierung bietet sich beispielsweise der sogenannte 3-Monats Euribor an, wenn Darlehensnehmer eine kurzfristige und flexible Zwischenfinanzierung benötigen.

Geht es um eine vollständige Baufinanzierung, ist ein Annuitätendarlehen einem variablen Darlehen immer vorzuziehen. Es bietet eine höhere Sicherheit und die Rückzahlung ist planbar.

Wie wird der Referenzzins Euribor ermittelt?

Seit dem 1. Januar 1999 meldet an jedem Bankarbeitstag eine Gruppe von europäischen Banken die hauseigenen Angebotssätze an das European Money Markets Institute (EMMI).

Aus den gemeldeten Angebotssätzen streicht das European Money Markets Institute 15 Prozent der höchsten und niedrigsten Werte. Anschließend ermittelt es die durchschnittlichen Euribor-Zinssätze für die Laufzeiten:

  • 1 Woche
  • 1 Monat
  • 3 Monate
  • 6 Monate
  • 12 Monate

Wie hoch oder niedrig der jeweilige Euribor-Zinssatz ausfällt, wird maßgeblich durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bestimmt. Doch es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Faktoren, die die Euribor-Zinssätze bestimmen. Dazu gehören beispielsweise:

  • die Entwicklung der europäischen Konjunktur 
  • die Höhe der Inflation in Europa 
  • die Kreditwürdigkeit der jeweiligen Bank

Die durchschnittlichen Euribor-Zinssätze werden jedem Bankarbeitstag um 11 Uhr (Brüsseler Zeit) veröffentlicht. 

Was ist der 3-Monats Euribor?

Variable Immobilienkredite nutzen häufig den 3-Monats Euribor als Referenzzinssatz. Dabei wird der Zinssatz des variablen Immobilienkredits quartalsweise gemäß dem 3-Monats Euribors angepasst. Sinkt der Zinssatz des 3-Monats Euribors, sinkt in der Regel auch der Zinssatz und somit auch die Monatsrate des variablen Immobilienkredits. Umgekehrt steigt der Zinssatz und die Monatsrate, wenn sich der 3-Monats Euribor erhöht.

Mitte August 2020 liegt der 3-Monats Euribor bei -0,482 Prozent. Allerdings schlagen Banken zusätzlich eine Marge von etwa 0,5 bis 2,0 Prozentpunkten drauf, um einen Gewinn zu erzielen. Es gilt die Faustregel: Je schlechter die Kreditwürdigkeit des Kunden und je höher der Darlehenssumme, desto größer ist der Zinsaufschlag.

Wie groß ist der Unterschied zwischen den Euribor-Zinssätzen?

Im Spätsommer 2007 platzte die Preisblase am US-Immobilienmarkt. Sie markierte den Anfang der weltweiten Finanzkrise. Die Euribor-Zinssätze lagen damals bei rund fünf Prozentpunkten. Seit der weltweiten Finanzkrise sinken die Euribor-Zinssätze kontinuierlich. Mitte August 2020 sind alle negativ:

  • Euribor 1 Woche: -0,534%
  • Euribor 1 Monat: -0,517%
  • Euribor 3 Monate: -0,483%
  • Euribor 6 Monate: -0,440%
  • Euribor 12 Monate: -0,365%

Der Unterschied zwischen einem 3-Monats Euribor und einem 12-Monats Euribor ist also aktuell sehr gering. Doch hat man als Darlehensnehmer die Wahl zwischen einem 3-Monats Euribor und einem 12-Monats Euribor, empfiehlt sich eine kürzere Laufzeit, um die Monatsrate und Zinskosten zu reduzieren. 

Für wen eignet sich ein Euribor Darlehen?

Aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase sind Euribor-Darlehen derzeit nicht günstiger als Annuitätendarlehen mit 10-jähriger Sollzinsbindung. Da die Höhe der Zinssätze und somit die Höhe der Monatsraten und Zinskosten bei einem Euribor-Darlehen letztlich für den Darlehensnehmer nicht planbar ist, bieten sich andere Baudarlehen für den Weg ins Eigenheim an. 

Ein Euribor-Darlehen ist dagegen eine geeignete Lösung für eine Zwischenfinanzierung. Ein Beispiel: Ein Darlehensnehmer weiß, dass er bald ein großes Erbe erhält, aber er möchte bereits jetzt eine Bestandsimmobilie kaufen. Er nimmt also zunächst ein Euribor-Darlehen auf und löst dieses später durch ein Annuitätendarlehen ab. 

Wer über eine gute Kreditwürdigkeit und in absehbarer Zeit über hohe Geldeinnahmen verfügt, erhält von den Banken einen besonders niedrigen Zinssatz, was sich positiv auf die Monatsrate und die Zinskosten auswirkt.
 

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