10 Dinge, die ihr bei einer seriösen Beratung zur Baufinanzierung nicht hört

10 Dinge, die ein seriöser Baufinanzierer nicht sagt

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Ein Haus ist sowohl finanziell als auch emotional für viele eine einmalige und finanziell große Sache. Umso wichtiger ist es, auf dem Weg ins Eigenheim einen verlässlichen Partner an der Seite zu haben. Woran ihr diesen erkennt, erklärt Redakteurin Caro – mit einem Augenzwinkern.

Bis vor eineinhalb Jahren wusste ich von Baufinanzierungen nur, wie man das Wort schreibt. Mir ging es also genauso wie vermutlichen vielen zukünftigen Eigenheimbesitzern. Mittlerweile kann ich die Grundzüge dieses Darlehens bereits gut durchblicken und kann sagen: Es gibt in der weiten, teils undurchsichtigen Landschaft der Baufinanzierung einige Aspekte, auf die zukünftige Bauherren, vor allem aber ihre Spezialisten für Baufinanzierung, achten sollten.

Meine Aufgabe als Redakteurin ist es, euch dabei helfen, solide ins Abenteuer Eigenheim zu starten und Fehler bei der Baufinanzierung zu vermeiden. Wenn ihr also nun in eine Baufinanzierungsberatung geht und einen der folgenden Sätze hört, dann nehmt die Beine in die Hand und sucht euch einen anderen Anbieter, bevor es zu spät ist.

1. „Ich sehe das sofort: Zu Ihnen passt am besten die 08/15 Baufinanzierung.“

Mensch, das ging jetzt aber schnell. Kaum habe ich im Beratungszimmer Platz genommen und schon weiß der Berater genau, welche Finanzierung ich brauche. So kommt man schnell in die eigenen vier Wände.

Ähm, nein. So sollte das sicherlich nicht laufen. Es gibt nicht die eine Standard-Baufinanzierung, die auf jeden Kunden passt. Immobiliendarlehen sind komplex und bieten für die individuellen Bedürfnisse eines jeden Bauherren passende Lösungen und Stellschrauben. Die Beratung sollte daher ausgiebig sein. Und euer Berater sollte sich Zeit nehmen, euch Fragen zu eurem Haus und eurer privaten, beruflichen und finanziellen Situation stellen.

2. „Also Eigenkapital ist ohnehin total überbewertet.“

Ach was? Das ist ja toll. Dann kann ich mein Erspartes für mich behalten. Oder wenn ich keins habe, brauche ich mir die Frage, ob ich mir eine Baufinanzierung überhaupt leisten kann, gar nicht stellen. Ich packe schon mal die ersten Umzugskisten.

Mooooment! So einfach ist das leider nicht. Es gibt tatsächlich bestimmte Situationen oder besser Einkommensklassen, in denen man nicht unbedingt zusätzlich zum enorm hohen Einkommen noch Eigenkapital braucht. Aber für den typischen Bauherren gilt das nicht. Ihr solltet mindestens das Eigenkapital für die Kauf- oder Baunebenkosten aufbringen können. Diese machen in Summe rund zehn bis 15 Prozent des Bau- beziehungsweise Kaufpreises aus.

Mit Eigenkapital wird die ganze Finanzierung auch günstiger, weil ihr über die Jahre hinweg weniger Zinskosten zahlt. Außerdem sinkt das Risiko, im Falle einer Zahlungsunfähigkeit am Ende auf hohen Schulden sitzen zu bleiben.

3. „Im Prinzip kommt es bei der Baufinanzierung nur auf den Zins an.“

Das ist ja einfach. Da, wo in der Spalte also der Zins steht, muss ich mir nur den niedrigsten aussuchen und dann habe ich die perfekte Finanzierung gefunden.

Klingt zu schön, um wahr zu sein und das ist es auch. Dieser Satz wird nach aller Voraussicht sogar ganz fatale Folgen haben, denn diesen Berater könnt ihr getrost in der Pfeife rauchen. Es kommt nicht nur auf die Bauzinsen an. Selbstverständlich sind sie ein wichtiger Bestandteil einer Finanzierung, aber eigentlich ist der Zinssatz lediglich das Ergebnis aus euren Wünschen, Bedürfnissen und den Voraussetzungen, die ihr mitbringt. Wie hoch ist euer Finanzierungsbedarf? Mit welcher Sollzinsbindung wollt ihr euch den Zins sichern? Wie hoch wollt und könnt ihr tilgen? Wollt ihr regelmäßig Sondertilgungen leisten? Und und und.

4. „Eine kurze Sollzinsbindung senkt die Rate und Sie bleiben flexibel.“

Ich bin flexibel und eine niedrige Rate finde ich klasse. So kann ich also die Banken richtig schön austricksen. Ich lass‘ mir doch von denen nicht mein Leben vorschreiben.

Eieiei… Gut, die Aussage ist prinzipiell richtig. Es kommt aber darauf an, was genau hier „flexibel“ bedeutet. Zurzeit heißt Flexibilität in diesem Zusammenhang, dass ihr euch bei der Gesamtlaufzeit auf flexible Zinsen und auch Raten einstellen müsst. Die Rate kann sich dann nach nur wenigen Jahren Zinsbindung enorm verändern, also auch steigen. Sicherheit ist über die Dauer einer Baufinanzierung von zum Teil mehreren Jahrzehnten jedoch ziemlich wichtig. In der aktuellen Niedrigzinsphase solltet ihr euch den schmalen Zinssatz möglichst lange sichern.

Eine lange Sollzinsbindung von 20 Jahren oder mehr schützt euch vor steigenden Zinsen. Und eins ist überaus wahrscheinlich: In zehn Jahren wird der Bauzins höher sein als heute.

5. „Nein, Sie brauchen keinen monatlichen Puffer.“

Oh, scheinbar kennt der Berater meinen Lebensstil und meine Zukunftspläne besser als ich. Er ist der Fachmann. Man muss also auch mal was riskieren.

Nein! Nein! Nein! Nein! Er kennt euch nicht besser als ihr euch selbst, er weiß nicht, welche unerwarteten Kosten auf euch zukommen oder ob ihr keine, zwei oder fünf Kinder haben wollt. Plant die Höhe der monatlichen Rate niemals zu knapp in euer Budget ein. Es sollte immer einen Puffer für außerplanmäßige Ausgaben wie eine defekte Waschmaschine oder auch ein Puffer für etwas Freizeitspaß außerhalb der Immobilienfinanzierung geben. Es ist genau dieser Puffer, der euch finanziell flexibel hält.

6. „Sie sind Student? Natürlich können Sie sich die Penthouse Wohnung mit direktem Blick auf die Alster leisten.“

Juhu, das Geld aus meinem Studentenjob reicht also tatsächlich für die Rate aus! Ich meine, hier lässt es sich ja auch viel besser lernen und ich werde einen guten Abschluss machen. Zudem ist die Wohnung ideal für die besten, Instgram-mäßigsten Partys im gesamten Stadtgebiet.

Wer hat sich denn da im Schafspelz versteckt? Ein unseriöser Berater! Vermutlich könnt ihr euch in einer solchen Einkommenssituation nicht einmal eine Eigentumswohnung in unserem schönen Lübeck leisten. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen, in denen eigentlich die Eltern ihren Kindern Eigentum kaufen. Aber ein normaler Student hat gar nicht die ausreichende Bonität, um eine Baufinanzierung zu bekommen. Als Student ist es ja bereits schwer bis unmöglich, einen kleinen Ratenkredit zu bekommen, wie sollte man also eine halbe Million Euro finanzieren können? Das macht keine Bank mit.

7. „Moment, ich würfle mal eben schnell Ihre Monatsrate.“

Bitte eine Eins, bitte eine Eins! Schlagt dem Berater an dieser Stelle bitte den Würfelbecher aus der Hand, steht auf und geht. Ihr braucht euch auch nicht verabschieden, das hat keinen Sinn.

Die Monatsrate für eure Immobilienfinanzierung ergibt sich aus dem Zinssatz und der von euch gewählten Tilgung. Mit dem Zins bezahlt ihr so zusagen die Bank dafür, dass sie euch einen Kredit gewährt. Mit dem Tilgungsanteil zahlt ihr das eigentliche Darlehen zurück. Am Zinsanteil der Rate könnt ihr in der Regel nicht viel ändern, der ist fest. Den Tilgungssatz könnt ihr selbst wählen. Ein kleiner Tilgungsanteil sorgt zwar für eine kleine Monatsrate, aber ihr zahlt nur wenig vom Kredit selbst zurück und das über eine sehr lange Zeit. Bei den derzeit niedrigen Zinsen solltet ihr ungefähr drei Prozent im Jahr tilgen. So bleibt die Rate bezahlbar und ihr tilgt das Darlehen in angemessener Höhe und Geschwindigkeit.

8. „Wohngebäudevers… Was? Glauben Sie mir, ein Feuermelder warnt Sie früh genug.“

Stimmt, wenn es brennt, dann piept der Feuermelder los und ich kann rechtzeitig eingreifen und das Feuer löschen. Dann spare ich mir den Beitrag für die Wohngebäudeversicherung.

Ja klar… und was ist, wenn das Feuer ausbricht, während ihr im Urlaub seid? Und was ist, wenn ein Sturm Teile des Dachs wegreißt? Und was ist, wenn eine Wasserleitung bricht und das Haus unter Wasser setzt? Dann hilft euch kein Feuermelder. Versicherungen sind wichtig und sollten immer ein Teil einer umfassenden Baufinanzierungsberatung sein. Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen schützen euch vor den finanziellen Folgen aus Sturm-, Brand- und Wasserschäden sowie von Einbruch. Eine Wohngebäudeversicherung ist mitunter sogar Voraussetzung, um eine Immobilie mit einer Bank finanzieren zu können.

9. „Angebote und Anbieter vergleichen? Wieso? Sie können mir ruhig glauben: Das ist das beste Angebot für Sie.“

Ach, super, dann kann ich mir ja die Wege von Bank zu Bank sparen. Das ist mir eh zu nervig und zu anstrengend.

Faaaalsch! Anbieter zu vergleichen ist essentiell, um die für euch passende Immobilienfinanzierung zu finden. Jeder Anbieter kann seine Produkte anders kalkulieren, hat unterschiedliche Extras zu unterschiedlichen Konditionen im Angebot und das kann sich durchaus auf eure Portemonnaies auswirken. Um nicht selbst von Bank zu Bank laufen zu müssen, könnt ihr einen Beratungstermin bei einem Baufinanzierungsvermittler ausmachen. Vermittler arbeiten mit verschiedenen Anbietern zusammen und können euch so eine deutlich größere Auswahl bieten als eure Hausbank.

10. „ Und bitte bewerten Sie mich gleich noch mit 5 Sternen. “

Ja, wieso auch nicht?! Immerhin war die Beratung super schnell. Und den Aussagen meines Beraters nach habe ich nun eine richtig zinsgünstige Finanzierung, mit kurzer Laufzeit, kleinen Raten und vollkommen ohne Eigenkapital abgeschlossen.

Wartet lieber noch mit eurer Bewertung. Bestenfalls bis nach der Fertigstellung eures Projekts. Erst dann zeigt sich nämlich so richtig, wie gut die Beratung und auch die Betreuung nach dem Gespräch wirklich war. Und lasst euch nicht dazu drängen, eure Baufinanzierungsberatung unbedingt mit 5 Sternen zu bewerten. Wir bei Dr. Klein sind sehr daran interessiert, echte und ehrliche Bewertungen zu erhalten. Nur dadurch können unsere Spezialisten für Baufinanzierung noch besser werden.

Fazit

Eine Baufinanzierung ist für viele ein Mysterium, aber sicherlich keine Zauberei. Das Thema ist komplex und bedarf einer persönlichen und vor allem fachkompetenten Beratung. Ein seriöser Vermittler ist immer daran interessiert, euch das passende Produkt an die Hand zu geben und deshalb stellt er euch viele Fragen. Er beantwortet euch auch eure Fragen und stellt sicher, dass ihr das, was ihr unterschreibt und was euch viele Jahre lang begleiten wird, auch versteht.

Eine umfassende Beratung beinhaltet auch immer die klar formulierten Vor- und Nachteile einzelner Vertragsbestandteile sowie die Aufklärung über die Folgen bestimmter Entscheidungen, die ihr trefft.


Mit dem richtigen Partner ins Abenteuer Eigenheim starten!


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