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Zinswende in Sicht?

Lübeck, 19. Juni 2013 – Der Zinskommentar von Dr. Klein

Zeit der sinkenden Baufinanzierungszinsen erst mal vorbei

In der Juni-Sitzung beließ die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf seinem niedrigsten Niveau von 0,5%. Die Baufinanzierungszinsen stiegen indes Ende Mai nach dem historischen Tiefstand erstmals deutlich an. Ob damit eine Zinswende eingeläutet ist, bleibt vorerst unklar. Für sicherheitsorientierte Privatkunden ist die Zeit des Abwartens auf weiter sinkende Zinsen aber damit vorerst vorbei. Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher der Dr. Klein & Co. AG rät: „Kunden, die für ihre künftigen Ausgaben Planungssicherheit wollen, sollten sich nun über die Vorteile des Bausparens bzw. des Forward-Darlehens informieren.“

Zinswende: Bauzinsen steigen an

Schlechtere Ergebnisse im Heute, aber bessere Perspektiven im Morgen

Nach der Absenkung des Hauptrefinanzierungssatzes für Geschäftsbanken im Mai entschied sich die Europäische Zentralbank im Juni, den Leitzins auf seinem aktuellen Niveau von 0,5% zu belassen. Hintergrund ist die noch immer deutlich angeschlagene europäische Wirtschaft, deren Leistung sich in den vergangenen sechs Quartalen rückläufig entwickelte. Gegenüber der Prognose vom März hat die EZB ihre Einschätzung zum Wirtschaftswachstum für 2013 nach unten korrigiert, während die Erwartungen für das kommende Jahr leicht optimistischer wurden. Mittelfristig geht die EZB von einer weiterhin niedrigen Inflationsrate leicht unter der Preisstabilitätsgrenze von zwei Prozent aus. Gleichzeitig sei die Funktionsweise des Kreditmarktes noch immer eingeschränkt, wenn es hier auch erste Aktivierungsanzeichen gäbe, sagt EZB-Präsident Mario Draghi. Für das kommende Jahr geht Draghi von einer stärkeren globalen Nachfrage nach europäischen Gütern aus. Gleichzeitig erwartet er – aufgrund seiner Geldpolitik und der real höheren Einkommen wegen des niedrigen Preisniveaus – einen Anstieg der Binnennachfrage. Zudem sollten die strukturellen Reformen bis dahin größtenteils umgesetzt sein und greifen. Die Risiken, dass eine oder mehrere dieser Annahmen nicht eintreffen könnten, bleiben hoch.

Die Reformen in Griechenland

Die griechische Regierung hat vergangene Woche unerwartet die Schließung des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ERT angekündigt. Rund zweitausend Mitarbeiter sollen entlassen werden. Die Begründung, dass der Sender eine schlechte Führung und Verwaltung hatte, ist wahrscheinlich nur ein Teil der Wahrheit. Vielmehr ist dies der Versuch, die von der Troika geforderte Verschlankung des Staatsapparates zu erfüllen. Ob dies gelingt, ist angesichts der aktuellen Demonstrationen fraglich.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wirft der EU indes vor, im Falle Griechenlands nicht früh genug gehandelt – und den Schuldenschnitt zu spät getätigt zu haben. Jean-Claude Junker, ehemaliger Präsident der EZB, räumt heute Fehler und insbesondere zu viel Optimismus bei der Rettung Griechenlands ein. Mario Draghi hingegen betont, dass eine heutige Beurteilung der damaligen Entscheidungen verzerrt sei. Nun möchte der IWF den Hellenen mehr Zeit für die Umsetzung der Reformen geben und ihnen gleichzeitig weitere Schulden erlassen. Die Bundesregierung ist vehement gegen einen weiteren Schuldenschnitt, der laut Medienberichten diesmal hauptsächlich staatliche Institutionen wie z. B. die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) verschmerzen müssten. So kurz vor der Bundestagswahl könnte die Zusage weiterer Steuergelder für Griechenland das Wahlergebnis der Regierungspartei negativ beeinflussen.

Karlsruhe und das erste Interview von Mario Draghi in Deutschland

Während in Griechenland das öffentlich-rechtliche Fernsehen geschlossen wird, entschied sich Mario Draghi erstmals seit Ausbruch der Krise einem deutschen öffentlich-rechtlichen Sender ein Interview zu geben. Hintergrund für seine Gesprächsbereitschaft ist das laufende Verfahren der EZB beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Dieses prüft die Rechtmäßigkeit der Aufkäufe von Staatsanleihen durch die EZB im Rahmen des OMT-Programmes. Mario Draghi betonte mehrfach, dass dieses Programm erfolgreich Stabilität in die unruhigen Märkte gebracht habe. So seien die Finanzierungskosten der Krisenstaaten gesunken, das Investitionsklima hätte sich verbessert und die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen seien gestiegen, was den Sparern in Deutschland, den Versicherern und Pensionskassen zu Gute käme. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, befürchtet, dass eben diese Stabilität zerbrechen könnte, falls das Gericht in Karlsruhe die Auflage des OTM-Programmes für illegal halten würde.

Was ist aus den neuen EZB-Ideen zur Ankurbelung der Kreditvergabe in Europa geworden?

Da die Leitzinssenkungen den Kreditmarkt insbesondere für kleinere Unternehmen nur geringfügig belebten, kündigte die EZB im Mai an, weitere Maßnahmen zur Aktivierung der Kreditvergabe zu prüfen. Unter anderem wurden die Erhebung eines negativen Zinssatzes für die Einlagen der Geschäftsbanken bei der EZB und der Aufkauf von gebündelten Unternehmenskrediten (Asset Backed Securities/ABS) durch die EZB analysiert. Das Instrument für Negativzinsen hat die EZB laut Draghi mittlerweile als „schrankfertige Maßnahme“ zur Hand. Allerdings seien die Konsequenzen einer solchen Maßnahme nicht vollumfänglich abschätzbar. Zudem sei das Instrument aktuell nicht von Nöten, da die Wirtschaftsprognosen eine Erholung andeuten. Die Maßnahme im Bereich der ABS wird weiter geprüft und ist, wenn überhaupt, ein langfristiges Instrument. Denn der Markt für Verbriefungen ist seit Ausbruch der Finanzkrise tot. Um die Idee umsetzen zu können, müsste dieser Markt erst wiederbelebt werden. Zudem müssten die Defizite, die ursprünglich die Finanzkrise mit auslösten,  – insbesondere in Bezug auf die Transparenz der Papiere – beseitigt werden. Um durch diese Maßnahme kleine und mittlere Unternehmen zu finanzieren, müsste man deren höchst heterogenen Kredite verbriefen. Das würde per se aber eher zu intransparenten ABS-Papieren führen.

Auswirkungen auf die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen

Die Baufinanzierungszinsen sind Ende Mai kräftig angestiegen. Einher ging dies mit einem Renditeanstieg der zehnjährigen Bundesanleihen um 0,3%. Auch in den USA sind die Zinsen nach dem historischen Tiefstand Anfang Mai deutlich gestiegen. „Ob mit dem aktuellen Anstieg der Baufinanzierungszinsen in Deutschland eine Zinswende eingeläutet wurde, kann heute noch niemand sagen“, kommentiert Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher der Dr. Klein & Co. AG. „Egal ob die Zinsen nachhaltig steigen oder sich noch eine Zeit lang seitwärts bewegen“, sagt Gawarecki, „wer sein Eigenheim sucht, sollte Objekt und Lage sorgfältig prüfen und vorsorglich Finanzierungsvarianten vergleichen. Dabei kann man sich schon heute für Zinssicherheit entscheiden oder zumindest, sobald sich eine Trendwende der Zinsentwicklung anzeigt, sehr schnell handeln.“

Tendenz:

Kurzfristig: schwankend seitwärts
Langfristig: steigend


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Über den Zinskommentar von Dr. Klein (ZiKo)

Die Dr. Klein-Experten kommentieren regelmäßig die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen in Deutschland. Zusätzlich geben Sie eine eigene Prognose für die in Zukunft erwartete Zinsentwicklung ab.

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Anna Commentz
Leiterin PR & Presse
Tel.: +49 (0) 451/ 1408 - 7245 
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