Dachausbau: Kosten im Erfahrungsbericht

Dachausbau: Kosten, wie sie (nicht) im Buche stehen

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Lesezeit: 3 Minuten

Ihr erinnert euch vielleicht: Vor einiger Zeit hat unsere Redakteurin Betti über ihren Dachgeschossausbau berichtet. Besser gesagt: über die Planung. Knapp 60 Quadratmeter gilt es auszuschmücken. Die Raumaufteilung steht, das Ziel hat sie vor Augen, nun steht die Umsetzung an. Werden die einkalkulierten Kosten für den Dachausbau ausreichen?

Auf der Suche nach einem Handwerker für den Dachausbau

Nachdem die Planung stand und ich mich mit meinem Mann auf eine Raumaufteilung geeinigt hatten, ging es darum, Angebote der einzelnen Gewerke einzuholen. Zunächst gingen wir dabei die einzelnen Zimmereien durch, die wir aus der näheren Umgebung kannten. Am besten ist es natürlich immer, wenn man aus dem Bekanntenkreis bereits Gutes von dem ein oder anderen Handwerker gehört hat. So war es auch bei uns.

Während eines Gesprächs mit Freunden, die um unser Vorhaben wussten, bekamen wir einen heißen Tipp. Nur leider war ziemlich schnell klar: Er hat alle Hände voll zu tun und ist Monate im Voraus ausgebucht. Daher wollte er uns nicht einmal ein Angebot machen. Nach langer Suche fanden wir doch noch Fachleute, die uns jeweils ein Angebot für den Trockenbau sowie ein Angebot für den Sanitärbereich unterbreiten wollten. Schließlich mussten wir wissen, ob die vorkalkulierten Kosten auch der Realität entsprechen.

Vor den Kosten für den Dachausbau wird erst einmal Maß genommen

Beide kamen persönlich vorbei, bewaffnet mit Zollstock und Bleistift, um sich die Maße zu notieren. Dabei kann man übrigens wunderbar prüfen, ob die Chemie stimmt. Mir ist es tatsächlich auch wichtig, dass man sich versteht und die Wünsche berücksichtigt werden oder aber aus guten, nachvollziehbaren Gründen nicht realisiert werden können. Die Zeit nutzte ich auch, um die ersten Fragen loszuwerden:

  • Wann könnt ihr anfangen?
  • Könnt ihr sagen, ob ich mich dem finanziellen Ruin hingebe?
  • Was eignet sich für eine Dämmung?
  • Wie viele Fenster würdet ihr für die Größe empfehlen?
  • Macht ihr auch Treppen?

Dann die erste Ernüchterung: Die Trockenbauer würden gerne erst im Dezember anfangen, da sie wetterbedingt aktuell die Arbeiten draußen vorziehen. Dummerweise liegt unser Dachboden innen. Nichtsdestotrotz können die neuen Fenster irgendwann zwischendurch schon mal eingebaut werden. Das nimmt etwa einen Tag in Anspruch. Damit die Räume nicht zu dunkel werden, haben wir uns jetzt auf insgesamt drei Fenster geeinigt. Die Treppe machen sie übrigens nicht. Wenn sich der Treppenbauer das jedoch nicht zutraut, können sie das Treppenloch vorbereiten.

Der Fachmann für Sanitäranlagen würde die Fußbodenheizung mitmachen. Mit dem Bad kann er jedoch erst loslegen, wenn die Trockenbauer durch sind, klar. Wir haben uns jetzt darauf verständigt, dass sie uns Angebote zukommen lassen, die alle nötigen Posten enthalten. So bekommen auch wir einen finanziellen Überblick. Beide wollten sich nicht ins Blaue hinein auf Kosten festlegen. Das sei zu ungenau und bei jedem Bauprojekt anders.

Wenn dich die Kosten für den Dachausbau erschlagen…

Und dann kamen die Angebote ins Haus geflattert. Zur Erinnerung: Wir haben mit den Gewerken vereinbart, dass sie zunächst alle Posten notieren. Dennoch stand ich kurz vor einem Herzinfakt. Sagen wir es so: Mit der Kalkulation für den Trockenbau legte ich eine Punktlandung hin. Ziemlich genau 20.000 Euro sollte uns der Dachausbau kosten – das war ein Teil der Rechnung.

Um euch nicht mit den Details und Miniposten zu langweilen, führe ich hier nur die wichtigsten Posten auf:

LeistungPreis
Trockenbauknapp 12.000 Euro
Trockenbau Wände2.500 Euro
Fenster (inkl. Verdunkelung, Rolläden)2.500 Euro

Die aufgeführten Preise sind Nettopreise. Mit der Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent ergeben sich Kosten von etwa 20.000 Euro.

Der Sanitärbereich inklusive Fußbodenheizung kommt aber noch obendrauf. Diesen Posten hatte ich bei der Planung für den Dachausbau großzügig vernachlässigt, aus gutem Grund, wie sich herausstellen sollte. Mit Heizung und vollständigem Bad kommen noch einmal etwa *Schnappatmung an* 30.000 Euro auf uns zu *Schnappatmung ende*.

Das Angebot vom Heizungs- und Sanitärinstallateur ist mehrere Seiten lang, sodass ich nur einige Posten aufführen werde.

LeistungPreis
Rohbauarbeiten1.600 Euro
Maurer- und Fliesenarbeiten3.500 Euro
Fliesenmaterial2.000 Euro
Sanitäranlagen (inkl. Dusche)4.000 Euro
Heizkörper1.000 Euro
Fußbodenheizung (auf dem gesamten Dachboden)13.000 Euro
Gesamt25.000 Euro

Natürlich sind auch das wieder Nettopreise. Mit der Umsatzsteuer komme ich auf knapp 30.000 Euro.

Der Wahrheit ins Auge geschaut sind das insgesamt 50.000 Euro – ohne Treppe.

Mit den Kosten in die Feinplanung für den Dachausbau

Da hatten wir es Schwarz auf Weiß: Aus 20.000 Euro sind mehr als 50.000 Euro geworden. Das ist ein ordentlicher Batzen, der sich nicht mal eben so stemmen lässt. Daher überlegen mein Mann und ich gerade, den Dachausbau doch nach und nach zu gestalten. Wahrscheinlich starten wir mit der Fußbodenheizung und dem Trockenbau. Das Bad muss dann warten, bis wir wieder flüssiger sind. Außerdem werden wir uns die Angebote noch einmal ganz genau anschauen. Einige Posten wie die Dämmung können wir vermutlich auch selbst übernehmen, in Eigenleistung quasi. Und sicher findet sich noch der ein oder andere begabte Handwerker im Familien- und Freundeskreis.


Alle Teile dieser Reihe
Teil 1: Unsere Planung für den Dachgeschossausbau
Teil 3: Dachflächenfenster einbauen – so geht’s


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