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Notarkosten beim Hauskauf – mit welchen Extrakosten Sie rechnen müssen

So haben Sie die Notargebühren im Blick

Planen Sie in Zukunft einen Immobilienkauf oder den Verkauf einer Immobilie? Dann ist laut Gesetz immer ein Notar hinzuzuziehen. Ohne Notar ist der Kaufvertrag nicht rechtskräftig. Für die Arbeit des Notars fallen Notarkosten an, die nicht unerheblich sind und in Ihre Finanzierung einkalkuliert werden müssen.

Wie sind die hohen Notarkosten gerechtfertigt?

Viele Immobilienkäufer ärgern sich über hohe Notarkosten. Die Verpflichtung, bei der Finanzierung einen Notar zu involvieren, hat jedoch seinen Grund: Der Gesetzgeber will so Käufer und Verkäufer schützen. Immobiliengeschäfte sind sehr komplex und können nur vom Notar für beide Parteien rechtssicher abgewickelt werden. Notare sind laut Bundesnotarordnung „unabhängige Träger eines öffentlichen Amtes“. Trotz des Freiberufler-Status und der Berechnung von Notarkosten übt ein Notar also ein öffentliches Amt aus – nicht anders als ein Bürgermeister, Schöffe oder Richter. Dementsprechend ist er beiden Parteien beim Hauskauf zur Neutralität verpflichtet.

Der liest doch nur was vor - warum ist das so teuer?

Das fragt Moderatorin Denise Haarstrick-Rump unseren Spezialisten für Baufinanzierung, Rainer Wilke. Er erklärt in drei Minuten, wie sich die Kosten rechtfertigen und zusammensetzen.

Mit freundlicher Unterstützung von Radio Hannover.

Mit den Notarkosten sind viele Leistungen und Aufgaben abgedeckt: Die erste Amtshandlung des Notars ist normalerweise die Erstellung eines Vertragsentwurfes. Dieser wird von Käufer und Verkäufer überprüft. Sind beide Parteien mit dem Vertragswerk zufrieden, kann ein Notartermin anberaumt werden. Bei diesem Termin wird der Vertrag unterschrieben und der Notar beurkundet den Vorgang. Darüber hinaus sind mit den Notarkosten das Einholen der notwendigen Vorkaufsverzichterklärung der Gemeinde  und die Beantragung der Auflassungsvormerkung im Grundbuch abgedeckt. Diese dokumentiert die Einigung über den Eigentumswechsel der Immobilie zwischen Käufer und Verkäufer.

Der Gebührensatz der Notarkosten umfasst unter anderem die Beratung durch den Notar, die Entwurfsfertigung sowie die Beurkundung im engeren Sinne. Die Notarkosten richten sich dabei nicht nach Schwierigkeitsgrad, Aufwand oder Anzahl der Besprechungstermine, sondern werden pauschal berechnet.

Neben den reinen Notarkosten fallen für die Grundbucheintragung Gebühren an. Diese sind im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) für jeden einzelnen Punkt genau festgelegt und richten sich nach der Höhe des Kaufpreises. Trotzdem ist es für den Käufer häufig schwer nachzuvollziehen, was an zusätzlichen Belastungen in Form von Notarkosten und Gebühren für den Grundbucheintrag auf ihn zukommt. Als Richtwert kann Ihnen folgende Faustregel helfen: Sie sollten für Notarkosten und Grundbuchgebühren mit 2 Prozent des Kaufpreises rechnen. Eine detaillierte Übersicht der Gebühren bei der Grundbucheintragung können Sie weiter unten nachlesen.

Beispielrechnung für die Höhe der Notarkosten

Der Kaufpreis der Immobilie beträgt 250.000 Euro. Die eingetragene Grundschuld beläuft sich auf 200.000 Euro. Der Kauf, die Eintragung der Grundschuld und die notarielle Bestätigung übernimmt der Notar. Die gesamte Abwicklung erfolgt zudem über ein Notaranderkonto.

Anhand dieser Annahmen fallen folgende Notarkosten inklusive Mehrwertsteuer an:

Bezeichnung

Notarkosten

Beurkundungsgebühr Kaufvertrag:

1.070,00 Euro (Notarkosten)

+ Beurkundungsgebühr Grundschuld:

435,00 €  (Notarkosten)

+ Eintragungsgebühr:

435,00 € (Grundbuchamt)

+ Eintragungsgebühr Eigentümerwechsel:

535,00 €  (Grundbuchamt)

+ Vollzugsgebühr Kauf

267,50 € (Notarkosten)

+ Gebühr Notaranderkonto:

267,50 € (Notarkosten)

+ Gebühr Notarbestätigung:

130,50 € (Notarkosten)

+ Betreuungsgebühr:

268,00 € (Notarkosten

+ Unterschriftsbeglaubigung:

268,00 € (Notarkosten)

Notarkosten netto

3.676,50 €

+ MwSt gesamt (Notar):

689,54 € 

= Notarkosten gesamt (brutto):

4.375,04 €

Weitere Berechnungen der Notarkosten für Grundstückskauf, Grundschuldeintragung, Grundschuldabtretung oder Grundschuldlöschung können Sie problemlos mit den Dr. Klein Grundbuchrechner online berechnen.

Notarkosten berechnen

Ermitteln Sie schnell und einfach die anfallenden Kosten für Notar und Grundbuch mit unserem Rechner.

Ausschließlich die offizielle Beantragung des Grundbucheintrags über den Notar ermächtigt Sie zu allen Rechten und Pflichten eines Hauseigentümers. Die in den Notarkosten enthaltenen Gebühren, die an das Grundbuchamt entrichtet werden, sind wie folgt aufgeteilt:

 

Vorgang

Verweis § 34 GNOtKG

Gebühr

Einseitige Erklärungen

21200

1,0 mind. 60 €

Verträge

21100

2,0 mind. 120 €

Vertragsangebot

21100

2,0 mind. 120 €

Vertragsannahme

21101

0,5 

Vollmacht und Widerruf einer Vollmacht

21200

1,0

Anträge auf Eintragung im Grundbuch
sowie Eintragsbewilligungen

14110

1,0

Anträge auf Löschung im Grundbuch
sowie Löschungsbewilligungen

14140

0,5

Auflassung

21101

0,5

Beglaubigung von Unterschriften

25100

0,2, mind. 20 €
max. 70 €

Beglaubigung von Abschriften

25102

je Seite 1,00 €,
mind. 10 €

Hier finden Sie eine genaue Aufschlüsselung der Gebührenordnung.

Die volle Höhe der Notarkosten ist beim Wohnungs- und Hauskauf einer bestehenden Immobilie zu entrichten. Als Grundlage für die Notarkosten werden hier der Gesamtpreis (Immobilienwert + Grundstückswert) herangezogen. Anders verhält es sich dagegen beim Kauf eines Grundstücks. Hier orientieren sich die Notarkosten nur am Kaufpreis des Grundstücks. Spätere Bebauungsmaßnahmen müssen nicht über den Notar abgewickelt werden.

Bevor Sie den Notarvertrag unterzeichnen, sollte Ihnen eine konkrete Finanzierungslösung seitens der Bank vorliegen, am besten in schriftlicher Form. Zudem benötigen Sie spätestens zwei Wochen vor Vertragsunterzeichnung alle notwendigen Unterlagen. Nur so ist es Ihnen möglich aufkommende Fragen zu klären, missverständliche Vertragsklauseln zu notieren und Unklarheiten mit dem Notar zu besprechen.

Platzt die Baufinanzierung im „nachhinein“, so muss derjenige die Notarkosten begleichen, der den Notar beauftragt hat. Mit weiteren Kosten für die Rückabwicklung, wie beispielsweite der Maklergebühr, muss gerechnet werden.

Kann man Notar-Angebote vergleichen?

Notarkosten sind unumgänglich, gibt es einen Weg, günstiger wegzukommen? Unser Spezialist für Baufinanzierung, Rainer Wilke, erklärt im dreiminütigen Gespräch mit Claudia Fyrnihs, wie Notare ihre Gebühren erheben und wie ein Kaufvertrag zustande kommt.

Mit freundlicher Unterstützung von Radio Hannover.

Haben Sie noch weitere Fragen rund um die Notarkosten beim Hauskauf? Dann nutzen Sie unseren kostenlosen und unverbindlichen Service! Unsere Spezialisten für Baufinanzierung geben Ihnen hilfreiche Antworten und beraten Sie gern persönlich und vor Ort.

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