Nachhaltige Heizung im eigenen Haus

Nachhaltig Heizen — wann lohnt sich eine Wärmepumpe?

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Laut Umweltbundesamt waren 15 Prozent der CO2-Emissionen 2020 auf die Kategorie Gebäude zurückzuführen. Grund dafür ist unter anderem die weiterhin verbreitete Nutzung von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas beim Heizen. Alternative Heizsysteme wie eine Wärmepumpe sind da weitaus umweltschonender, aber in der Anschaffung viel teurer. Ist Umweltschutz beim Heizen also nur etwas für Wohlhabende oder kann sich eine nachhaltige Heizung langfristig auch finanziell lohnen?

Wenn im Sommer die Sonne scheint und die Temperaturen nach oben klettern, haben die Heizkörper Pause. Warum also ans Heizen danken, wenn Mutter Natur im Sommer für wohlige Wärme sorgt? Ganz einfach: Die Sommermonate sind der perfekte Zeitpunkt, um eine Heizungsanlage auszutauschen. Denn wenn die Heizung ein bis zwei Tage nicht läuft, stört das nicht. Im Winter fällt das dann schon eher auf.

Zudem haben einige von euch vielleicht gerade ein älteres Haus gekauft und müssen die Heizung deshalb austauschen. Und vielleicht steht auch ihr vor der Frage: Womit soll ich heizen?

Pro Wärmepumpe: niedrige Betriebs- und Wartungskosten.

Ein umweltschonender Heizungstyp, der sich seit geraumer Zeit immer größerer Beliebtheit erfreut, ist die Wärmepumpenheizung. Im Jahr 2019 lag der Anteil von Wärmepumpen bei Neubauten bei 43 Prozent.

Wärmepumpen funktionieren ausschließlich mit Strom und ohne Verbrennungsprozess. Die Wärme für den Heizkreislauf holen sie sich aus der Luft, dem Boden oder dem Wasser. Dadurch ist die Wartung etwas günstiger als bei Heizungsanlagen mit fossilen Brennstoffen.

Zusätzlich wird Heizen mit fossilen Brennstoffen wegen der seit Anfang 2021 geltenden CO2-Abgabe teurer. Bis 2025 soll die Abgabe von aktuell 25 Euro pro Tonne CO2 auf bis zu 55 Euro pro Tonne CO2 steigen. Umgerechnet können dadurch für das aktuelle Jahr in einem Einfamilienhaus Mehrkosten von rund 100 Euro beim Heizen mit fossilen Brennstoffen entstehen. Die Kosten dafür werden in den kommenden Jahren weiter zunehmen. So rechnet das Berliner Mercator Institut vor, dass bei einem CO2-Preis von 60 Euro pro Tonne die Mehrkosten auf das fast Fünffache steigen.

Wer seine Wärmepumpe mit Öko-Strom betreibt, ist nicht von der Abgabe betroffen und heizt zudem klimaneutral. So lässt sich je nach Tarif mit einer Wärmepumpe bei den Betriebskosten Geld sparen.

Kontra Wärmepumpe: hohe Anschaffungskosten

Bei einer Wärmepumpe fallen also deutlich geringere Betriebs- und Wartungskosten an als bei einer Gas- oder Ölheizung. Das klingt doch schon mal sehr gut. Das hat aber auch seinen Preis. Je nach Modell können die Kosten für eine Wärmepumpe zwischen 12.000 Euro bis 30.000 Euro liegen. Zum Vergleich: Eine neue Gasheizung kostet in der Anschaffung 6.000 Euro bis 10.000 Euro. Da stellt sich die Frage, ob die Wärmepumpe letztendlich mehr kostet, als effektiv durch Betriebskosten eingespart wird.

Förderung vom Staat

Wer jetzt überlegt, ob die Rechnung mit der umweltfreundlichen Wärmepumpe überhaupt aufgehen kann, darf aufatmen: Der Staat unterstützt mit der Bundesförderung für Effiziente Gebäude (BEG) energetische Sanierungsmaßnahmen am eigenen Haus. Energetische Einzelmaßnahmen wie eine umweltschonende Heizung lassen sich vom Staat mit einem Kredit von bis zu 60.000 Euro pro Wohneinheit und Jahr oder einen prozentualen Zuschuss fördern. Bei einer neuen Wärmepumpe sind das zum Beispiel 35 Prozent der geförderten Kosten. Wenn ihr mit der Wärmepumpe eine Ölheizung ersetzt, sind es sogar 45 Prozent.

Konkret bedeutet das: Wer seine Ölheizung mit einer Wärmepumpe für 20.000 Euro ersetzt, bekommt dank BEG-Förderung 45 Prozent der Kosten vom Staat. In diesem Fall sind das 9.000 Euro, die es als Zuschuss für die neue Heizung gibt.

Fazit: Eine Wärmepumpe kann sich auch finanziell lohnen

Eine Wärmepumpe kann den eigenen CO2-Fußabdruck spürbar reduzieren, insbesondere, wenn Öko-Strom zum Einsatz kommt. Allerdings sind die hohen Kosten von teilweise bis zu 30.000 Euro durchaus herausfordernd. Durch die BEG lassen sich die Anschaffungskosten für energetische Sanierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel die Anschaffung einer Wärmepumpe, eher stemmen. Wegen der sinkenden Anschaffungskosten und der steigenden Kosten für Öl und Gas kann sich eine Wärmepumpe langfristig auch für preisbewusste Menschen auszahlen. Ein Vergleich lohnt sich auf alle Fälle.


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