Elektroauto zuhause laden

Elektroauto zu Hause laden: Tipps und Kosten

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Elektroautos sind auf dem Vormarsch – jedenfalls hat es den Anschein beim Blick auf Deutschlands Straßen. Auch unsere Redakteurin Betti hat Zuwachs bekommen. Ein Plug-in-Hybrid Auto ist eingezogen. Jetzt überlegt sie: Lohnt sich eine Ladestation zu Hause? Erfahrt in diesem Beitrag mehr über Voraussetzungen für eine Ladestation, Kosten und Möglichkeiten der Förderung.

Kann ich das Elektroauto nicht einfach zu Hause an der Steckdose laden?

Diese Frage stellte ich meinem Mann, als wir zum dritten Mal um den Block fuhren auf der Suche nach einer freien Ladestation für unser Elektroauto. Die Blicke könnt ihr euch vorstellen. Als hätte ich soeben verkündet, mich für die Wahl des Bundeskanzleramtes aufstellen zu lassen. Mit der Suche nach einer freien Ladestation verhält es sich aber, wie im Urlaub mit den Sonnenliegen: Sie sind grundsätzlich besetzt. Zwar gibt es Apps, die verfügbare Ladestationen anzeigen. Vor Ort kann es jedoch sein, dass ein Tesla noch schnell an dir vorbeizieht und dir den Platz vor der Nase wegschnappt. Tatsächlich passiert.

Warum das Elektroauto also nicht zu Hause laden? Gut, inzwischen habe ich herausgefunden, dass die Idee mit der Steckdose nicht meine schlauste war. Je nach Batterieleistung kann eine Aufladung schon mal 10 Stunden dauern. Und wer lässt schon seinen Toaster 10 Stunden im Dauerbetrieb. Das endet im schlimmsten Fall mit einem Kabelbrand. Ob das die Versicherung für das E-Auto abdeckt? Eine Dauerlösung muss her.

Ladestation für das Elektroauto: 5 Tipps zur Vorbereitung

Als nächstes habe ich mich eingehend informiert, was es alles braucht und worauf zu achten ist, bevor eine Ladestation bei uns einzieht. Die 5 wichtigsten Punkte:

  1. Standort der Ladestation: Am besten steht die Ladestation natürlich neben dem Elektroauto. Ist eine Hauswand in der Nähe, reicht eine Ladebox, die an der Wand montiert ist. Wenn nicht, ist eine Ladestation mit Standfuß sinnvoll. Das Ladekabel darf nicht zur Stolperfalle werden, sodass die Parkrichtung bei der Standortwahl einbezogen werden sollte.
  2. Entfernung zum Sicherungskasten: Das Kabel der Ladestation wird an das hauseigene Netzwerk angeschlossen. Dafür sind eventuell Bohrungen nötig, umes fachgerecht zu verlegen. Auch die Länge des Kabels muss natürlich angemessen sein.
  3. Ladeleistung der Ladestation: Die Ladeleistung einer Ladestation liegt zwischen 3,7 und 22 Kilowatt. Dabei gilt: Je höher die Leistung, desto schneller geladen. Letzten Endes ist es aber auch vom Elektroauto abhängig.
  4. Ladekabel für die Ladestation: Ladestationen gibt es mit und ohne integriertem Ladekabel. Welche es sein soll, ist jedem selbst überlassen. Ist das  Kabel in der  Ladestation integriert, ist der Vorteil, dass es nicht immer mühsam aus dem Kofferraum herausgeholt werden muss.
  5. Vorausschauend denken: Die Ladestation sollte nicht nur für das aktuelle Elektroauto geplant werden. Die Entwicklungen in diesem Bereich schreiten voran, sodass unter anderem die Batterien der Autos leistungsfähiger werden. Eine Ladestation mit der niedrigsten Ladeleistung reicht aktuell vielleicht aus und spart Geld. Sobald die Autos jedoch leistungsstärker sind, braucht es dann auch eine leistungsstärkere Ladestation.

Diese Tipps helfen ungemein, eine passende Ladestation aus dem vielfältigen Angebot zu finden. Und was ich wichtig finde: Mit einer vorausschauenden Planung liegt die Konzentration nicht nur auf dem aktuellen Elektroauto. Es werden bereits die Bedingungen für zukünftige E-Autos geschaffen. Das spart zusätzlichen Aufwand und Geld.

Kosten für die Ladestation im Überblick

Wer hätte das gedacht: Die Auswahl an Ladestationen, um das Elektroauto zu Hause laden zu können, ist bereits jetzt sehr vielfältig. Demzufolge fallen die Kosten unterschiedlich aus. Es gibt Ladestationen

  • Mit und ohne integriertem Kabel
  • Mit und ohne smarte Steuerung
  • Mit und ohne integrierten Schutzvorrichtungen (FI-Schalter und DC-Fehlerstromsensor, Leistungsschutzschalter)
  • Mit ein-, zwei oder dreiphasigem Anschluss
  • Mit und ohne Standfuß
  • Mit einer Ladeleistung von 3,7 kW, 11 kW oder 22 kW

Es kommen die Kosten für eine fachgerechte Installation hinzu. Damit ich mir ein Bild machen kann, rechne ich das an einem Beispiel durch. Da ich vorausschauend plane, entscheide ich mich für eine Ladestation mit 22 kW, integriertem Ladekabel, smarter Steuerung, einem Standfuß und allen nötigen, integrierten Schutzmechanismen.

Leistung/ ProduktKosten
Copper SB (Hersteller: Wallbox Chargers)973,82 €
Elektroinstallationetwa 1.000 €
Gesamt1.973,82 €
Tabelle: Kosten Ladestation

Die Kosten liegen mit allem drum und dran bei etwa 2.000 €. Dieser Preis ist nur eine Orientierung. Je nach Auswahl der Ladestation für das Elektroauto kann der Preis niedriger oder höher ausfallen. Zudem fallen die Kosten für die Elektroinstallation bei neueren Häusern geringer aus als bei älteren Häusern. Auf der sicheren Seite seid ihr natürlich, wenn ihr euch einen Kostenvoranschlag unterschiedlicher Betriebe anfordert. So erhaltet ihr einen guten Überblick.

Förderung für die Ladestation

Ich bin ein Sparfuchs und bin nicht bereit, diese 2.000 € einfach so zu akzeptieren. Schauen wir doch mal, was es bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für Förderungen gibt. Siehe da, Programm 440 passt perfekt: Ladestationen für Elektroautos – Wohngebäude. Die KfW bezuschusst eine Ladestation mit 900 € pro Ladepunkt. Verfügt die Ladestation über einen Stecker, sodass nur ein Elektroauto geladen werden kann, gibt es 900 € Zuschuss. Können zwei Autos gleichzeitig geladen werden, wird die Ladestation mit 1.800 € gefördert. Weitere Details zur Förderung einer Ladestation durch die KfW hier im Überblick:

  • Gefördert wird der Kauf und die Installation von Ladestationen für den privaten Gebrauch
  • Die Ladestation hat eine maximale Ladeleistung von 11 kW und eine intelligente Steuerung
  • Kosten eines Energiemanagement-Systems zur Steuerung der Ladestation werden gefördert
  • Voraussetzung: Strom aus erneuerbaren Energien (Photovoltaikanlage oder Energieversorger)
  • Gesamtkosten müssen mindestens 900 € betragen
  • 9 Monate nach Antragsbestätigung muss die Umsetzung erfolgen

Die Ladestation darf auch eine höhere Ladeleistung aufweisen, beispielsweise 22 kW. Sie muss dann allerdings auf 11 kW gedrosselt werden. Die intelligente Steuerung muss nicht zwangsläufig genutzt werden, die Ladestation sollte jedoch wenigstens über die Fähigkeit verfügen. Zudem müssen Nachweise eingereicht werden, dass der Strom zu 100 % aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Reicht der Strom über die hauseigene Photovoltaikanlage nicht aus, muss ein Vertrag mit einem Energieversorger vorgelegt werden, der zu 100 % auf Nachhaltigkeit setzt. Der Antrag für die KfW-Förderung muss übrigens zwingend VOR der Installation der Ladestation erfolgen.

Einige Bundesländer bieten regionale Förderungen zur Elektromobilität an. Erkundigt euch dazu am besten in eurem Bundesland.

Ladestation für Elektroautos: Alles auf einen Blick

Lasst mich die wichtigsten Punkte zusammenfassen:

  • Eine genaue Planung, vor allem mit Blick in die Zukunft, schützt vor Folgekosten.
  • Die Art der Ladestation sollte den eigenen Bedürfnissen entsprechen und mit dem Auto kompatibel sein.
  • Die Elektroinstallation unbedingt von einem Fachmann durchführen lassen.
  • Die KfW fördert eine Ladestation für den privaten Gebrauch. Der Antrag muss vorher gestellt werden.
  • Für eine Ladestation mit allem Drum und Dran zahlt ihr um die 700 €. Die Beispielladestation kostet sogar über 900 €. Günstiger geht, ist aber mit Abstrichen verbunden, wie beispielsweise einer fehlenden WLAN-Funktion.

Das Projekt, das Elektroauto zu Hause zu laden, ist in vollem Gang. Solange genieße ich noch die Spaziergänge. Denn trotz neuem Auto gehen wir sehr viel zu Fuß. Mein Mann parkt jetzt dort, wo es eine Ladestation gibt und nimmt dafür sogar längere Gehstrecken in Kauf.


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