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Baudarlehen: Leichter Rückgang bei Kredithöhe und Fremdfinanzierung

Datenanalyse – Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung (DTB) Januar 2020

Lübeck, 13. Februar 2020. Anhand des Dr. Klein Trendindikators Baufinanzierung (DTB) berichtet Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG, über aktuelle Entwicklungen bei Baufinanzierungen in Deutschland.

Grafik: DTB Januar 2020
Grafik: DTB Januar 2020

+++ Darlehenshöhe steigt +++ Tilgung und Zinsbindung sinken leicht +++ Beleihungsauslauf nimmt zu +++ Forwards kaum nachgefragt +++

Kredithöhe sinkt zum ersten Mal nach Monaten, auch fremdfinanzierter Anteil geringer

Nachdem Baukredite im letzten Vierteljahr kontinuierlich gestiegen sind, nehmen Käufer Anfang 2020 etwas weniger Geld für die eigenen vier Wände auf: Im Durchschnitt sinkt die durchschnittliche Darlehenshöhe von 268.000 auf 264.000 Euro. Auch der Beleihungsauslauf – das ist der Teil des Objektwertes, den die Bank finanziert – geht im Januar leicht zurück, auf 84,45 Prozent. Vermutlich läuten diese Rückwärtsbewegungen allerdings keine Trendwende ein: Die Immobilienpreise steigen nach wie vor und mit ihnen auch der Kapitalbedarf für Immobilie sowie Nebenkosten. Zu letzteren gehört unter anderem die Grunderwerbsteuer, die von Bundesland zu Bundesland variiert und bis zu 6,5 Prozent des Kaufpreises beträgt.

Monatsrate stabil niedrig

Dr. Klein ermittelt eine standardisierte Monatsrate für ein Darlehen von 150.000 Euro, zwei Prozent Tilgung, 80 Prozent Beleihungsauslauf und zehn Jahren Zinsbindung – damit ist eine Vergleichbarkeit über einen langen Zeitraum möglich. Im Januar bleibt der Wert mit 389 Euro auf dem niedrigen Niveau des Vormonats. Erst seit Mitte 2019 bewegt er sich unter der 400-Euro-Grenze. Vor zehn Jahren betrug die Standardrate noch mehr als doppelt so viel: 823 Euro.

Tilgung leicht höher, etwas kürzere Zinsbindung

In Zeiten niedriger Zinsen können Käufer und Bauherren besonders darauf achten, ihre Immobilie zügig abzubezahlen: Sie wählen eine hohe anfängliche Tilgung – auch, um mit Renteneintritt möglichst mietfrei im Eigentum zu wohnen. Anfang des Jahres steigt die Anfangstilgung im Vergleich zum Vormonat leicht an: plus 0,02 Prozentpunkte auf 2,84 Prozent, dem Wert vom November letzten Jahres.

Günstige Bauzinsen ermöglichen Finanzierenden außerdem eine größere Flexibilität bei der Wahl der Zinsbindung, da sich die Mehrkosten für eine längere Dauer in einem überschaubaren Rahmen bewegen. Generell gilt: Je länger die Zinsbindung, umso geringer das Zinsänderungsrisiko bei der Anschlussfinanzierung. Bei Volltilgerdarlehen – also wenn die Zinsen für die gesamte Laufzeit des Kredits bis zur vollständigen Tilgung gesichert sind – ist das Risiko, in Zukunft höhere Zinsen zahlen zu müssen, sogar ganz ausgeschlossen. Mit 13 Jahren und acht Monaten ist das Niveau immer noch sehr hoch, seit September sinkt die Zinsbindung allerdings leicht. Damals waren es im Schnitt 14 Jahre und zwei Monate.

Annuitäten- vs. Forward- und KfW-Darlehen

Annuitätendarlehen bleiben ganz klar der unangefochtene Favorit bei Immobilienfinanzierenden. Der Kredit wird dabei in gleichbleibenden Monatsraten, der sogenannten „Annuität“ zurückbezahlt, die sich aus der Tilgung und dem Zins zusammensetzt. Diese Art der Finanzierung sichert die Zinsen und schafft Planungssicherheit ohne Extrakosten und wird in den meisten Fällen kurzfristig für den Kauf oder den Bau der Immobilie genutzt. Der Anteil von Annuitätendarlehen hat im Januar noch einmal zugelegt, auf 84,22 Prozent (plus 0,38 Prozentpunkte).

Forward-Darlehen funktionieren ebenso wie ihre „große Schwester“, aber mit einem Unterschied: Mit dieser Darlehensart können Eigentümer sich der Kredit gegen einen Aufpreis zu den heutigen Konditionen für die Zukunft sichern. Dies ist besonders für Anschlussfinanzierungen interessant, weil die sich langfristig planen lassen. In der Regel steigt die Nachfrage nach Forward-Darlehen, wenn ein Zinsanstieg erwartet wird – ein Szenario, das sich zurzeit nicht abzeichnet. Forwards nehmen im Januar einen Anteil von 5,2 Prozent ein, knapp 0,1 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Damit sind sie weniger beliebt als Kredite der staatlichen FörderbankKfW: Auf sie entfallen 6,47 Prozent.

Susanne Kerstan
Pressekontakt

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Foto: Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG
Zitate

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Über den Dr. Klein-Trendindikator für Baufinanzierung (DTB)

Der DTB zeigt die monatliche Entwicklung der wichtigsten Baufinanzierungs-Parameter. Dazu zählt neben der Darlehenshöhe, dem Tilgungssatz und dem Beleihungsauslauf auch die Verteilung der Darlehensarten. Die Standardrate zeigt zudem an, wie viel ein durchschnittliches Darlehen von 150 Tsd. Euro an monatlicher Rate kostet. Anders als oft schwer vergleichbare Durchschnitts-Zinssätze, ermöglicht die Standardrate dem Privatkunden, die tatsächlichen Kosten für die Finanzierung einer Immobilie zu vergleichen. Die Ergebnisse des DTB werden monatlich aus Daten der EUROPACE-Plattform errechnet. EUROPACE ist der einzige unabhängige Marktplatz für Immobilienfinanzierungen in Deutschland. Der DTB basiert auf bis zu 35.000 Finanzierungen mit einem monatlichen Finanzierungsvolumen von über 6 Mrd. Euro.

Über die Dr. Klein Privatkunden AG

Die Dr. Klein Privatkunden AG ist einer der größten Finanzdienstleister Deutschlands und bereits seit 1954 am Markt etabliert. Mit mehr als 600 Beratern in deutschlandweit über 200 Büros hat das Unternehmen die meisten Standorte der Branche. Die Spezialisten von Dr. Klein beraten in den Bereichen Baufinanzierung, Versicherung und Ratenkredit.

Dr. Klein arbeitet mit über 400 Kredit- und Versicherungsinstituten zusammen und berät umfassend, anbieterneutral und kostenfrei. So erhalten die Kunden maßgeschneiderte Finanzierungen und günstige Konditionen. Dafür wird das Unternehmen immer wieder ausgezeichnet, zuletzt zum siebten Mal in Folge mit dem „Deutschen Fairness-Preis“. Dr. Klein ist eine 100%ige Tochter des an der Frankfurter Börse im SDAX gelisteten technologiebasierten Finanzdienstleisters Hypoport SE.