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Lange Zinsbindungen weiterhin im Trend

Zinskommentar der Dr. Klein & Co. AG

Lübeck, 21. Januar 2014. In Summe war das Jahr 2013 bis auf eine Ausnahme von einer impulslosen Entwicklung der Baufinanzierungszinsen gekennzeichnet. Von Januar bis Mai fielen sie leicht, aber stetig auf ein neues Allzeittief. Im Mai stiegen die Zinsen deutlich und kurbelten bis September mit einem Plus von knapp 0,80%-Punkten den Baufinanzierungsmarkt an. Danach waren Schwankungen auf niedrigem Niveau zu verzeichnen. Auf Jahressicht erhöhten sich die Zinsen um 0,40%-Punkte. 

Infografik: Zinskommentar Januar 2014
Infografik: Zinskommentar Januar 2014

Bei vielen Immobilienbesitzern, bei denen in diesem Jahr eine Anschlussfinanzierung ansteht, oder bei Interessenten, die Wohneigentum erwerben bzw. bauen wollen, stellt sich die Frage, wie sich die Baufinanzierungszinsen in Deutschland 2014 weiter entwickeln werden. Ausschlaggebend hierfür wird sein, wie sich die europäische Staatsschuldenkrise weiter entwickelt, und welche Maßnahmen die amerikanische Notenbank FED und die EZB ergreifen werden.

Europäische Staatsschuldenkrise

Aufgrund der Staatsschuldenkrise sind seit 2011 viele Anleger in den „sicheren Hafen“ deutscher Staatsanleihen geflüchtet. Das hat dazu geführt, dass die Renditen der Staatsanleihen gesunken sind. Die Zinssätze auf dem Pfandbriefmarkt, die sich an den Renditen deutscher Staatsanleihen orientieren, sanken ebenfalls, so dass Banken günstigere Baufinanzierungszinsen anbieten konnten. Kommt es in 2014 zu einer erneuten Zuspitzung der Krise, dürften die Baufinanzierungszinsen noch einmal sinken. Sollte sich die Krise weiter beruhigen – und danach sieht es im Moment leicht aus – ist zu erwarten, dass Anleger deutsche Staatsanleihen verkaufen und damit letztendlich die Baufinanzierungszinsen wieder ansteigen. In Krisenländern wie Griechenland oder Spanien sind geringe Fortschritte erkennbar. So geht zum Beispiel erstmals seit langem die Arbeitslosenzahl in Spanien zurück. Die EU-Kommission erwartet für beide Länder in 2014 ein leichtes Wirtschaftswachstum von 0,5 bis 0,6%. Viele strukturelle Probleme wie Reformen der Arbeitsmärkte und der Sozialsysteme sind durch die Regierungen der jeweiligen Eurostaaten aber noch nicht konsequent genug angegangen worden. Dies betrifft u. a. auch wirtschaftlich stärkere Länder wie Italien und Frankreich.

FED und EZB

Des Weiteren bleibt abzuwarten, wie sich die amerikanische Notenbank Fed und die EZB in 2014 verhalten werden. Beide können die Entwicklung der langfristigen Zinsen – und damit auch die Baufinanzierungszinsen – nur indirekt beeinflussen. Die FED hat bereits angekündigt, bei einer weiteren Belebung der amerikanischen Wirtschaft die Ankäufe von Staatsanleihen zu reduzieren, was tendenziell zu einem Anstieg der langfristigen Zinsen führen kann. Die EZB steht 2014 vor der Herausforderung, einen angemessenen Leitzins vor dem Hintergrund einer derzeit geringen Inflation (0,8% in der Eurozone; 1,5% in Deutschland) und einem prognostizierten leichten Wirtschaftswachstum in der Eurozone zu setzen.

Die größte Herausforderung der EZB ist der Umstand, dass nach wie vor die Kreditvergabe im Euro-Raum schrumpft. Unternehmen und Privatpersonen steht somit weniger Geld zur Verfügung, was das Wirtschaftswachstum negativ beeinflusst und es somit schwieriger macht, die Staatschuldenkrise schnell zu überwinden. Weiterhin wird die EZB die Bankenunion weiter vorantreiben: So werden Anfang des Jahres die Bilanzen der Banken geprüft und darauf aufbauend im Herbst Simulationen durchgeführt, um die Belastung der Banken – beispielsweise im Rahmen einer wirtschaftlichen Krise – abschätzen und Bankpleiten zukünftig verhindern zu können. Letzteres soll mehr Vertrauen bei anderen Banken und Anlegern aufbauen, so dass Euro-Staaten nicht zusätzlich noch durch Bankpleiten belastet werden. 

Empfehlungen für 2014

Aufgrund des derzeit sehr niedrigen Zinsniveaus empfehlen wir weiterhin lange Zinsbindungen von 15 bis zu 30 Jahren in Kombination mit höheren Tilgungen von mindestens zwei Prozent. Hierdurch erhalten Kunden langfristige Planungssicherheit: Sie sind spätestens nach 30 bis 35 Jahren schuldenfrei oder haben bei einer kürzeren Zinsbindung in Verbindung mit einer höheren Tilgung ein vermindertes Zinsänderungsrisiko bei einer Anschlussfinanzierung. Ein beispielsweise um 2%- bis 3%-Punkte gestiegenes Zinsniveau führt dann im Vergleich zur vorherigen Finanzierung nicht zu einer finanziellen Schieflage. Dass Zinsen in einem relativ kurzen Zeitraum erheblich steigen können, hat das Jahr 2013 gezeigt. Kunden, die Planungssicherheit bevorzugen, können diese durch den Abschluss eines Forwarddarlehens bis zu 60 Monate vor dem regulären Anschlussfinanzierungstermin erreichen. Ebenso kann es sich lohnen, den Abschluss eines Bausparvertrages in Betracht zu ziehen. So haben mehrere Bausparkassen ihre Tarife Anfang 2014 an das gesunkene Zinsniveau angepasst.

Tendenz

Kurzfristig: schwankend seitwärts
Langfristig: steigend

Über die Dr. Klein Privatkunden AG

Die Dr. Klein Privatkunden AG ist einer der größten Finanzdienstleister Deutschlands und seit über 60 Jahren erfolgreich am Markt etabliert. Angefangen in der Vermittlung von Finanzierungen in der kommunalen Wohnungswirtschaft in Lübeck baut Dr. Klein seine Expertise kontinuierlich aus und ist mittlerweile deutschlandweit mit rund 550 Beratern vor Ort an über 200 Standorten bundesweit vertreten. Die Spezialisten von Dr. Klein beraten nachhaltig, allumfassend und verständlich in den Bereichen Baufinanzierung, Versicherung, Ratenkredit und Geldanlage.

Dank kundenorientierter Beratungskompetenz und vertrauensvollen Beziehungen zu rund 400 Kredit- und Versicherungsinstituten sichert Dr. Klein seinen Kunden stets den einfachsten Zugang zu individuellen Finanzlösungen. Dafür wird das Unternehmen immer wieder ausgezeichnet. Zuletzt als „vorbildlicher Finanzvertrieb“ und zum vierten Mal in Folge mit dem „Deutschen Fairness-Preis“. Dr. Klein ist eine 100%-ige Tochter des an der Frankfurter Börse im SDAX gelisteten technologiebasierten Finanzdienstleisters Hypoport AG.

 

 

 

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