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Populismus und Provokationen: Unruhiges Fahrwasser für die Geldpolitik 2019

Zinskommentar der Dr. Klein Privatkunden AG

Lübeck, 13. Dezember 2018 +++ Populismus in Italien, chaotische Brexit-Verhandlungen, Ausschreitungen in Frankreich: Politische Unsicherheiten in Europa nehmen zu +++ EZB bleibt auf Kurs: Ausstieg aus Anleihekäufen zum Jahresende bestätigt +++ Erste Dellen in der US-Konjunktur, Zinserhöhung im Dezember dennoch wahrscheinlich +++ Bestzins für zehnjährige Hypothekendarlehen: 0,96 Prozent (Stand: 11.12.2018) +++

Kerninflation, Bauzinsen und Rendite der Bundesanleihe
Grafik: Zinskommentar Dezember 2018

Geldpolitik zwischen Gelbwesten, Brexit und Haushaltsstreit: Schwierige Zeiten für die EZB

Die Wirtschaftsaussichten für 2019 trüben sich zunehmend ein: Zum Auftakt des Weltwirtschaftsforums in Davos senkte der Internationale Währungsfonds (IWF) zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate seine Wachstumsvorhersage. Angesichts ungelöster Handelskonflikte und des drohenden Brexit-Chaos könnte die weltweite Wirtschaftsleistung 2019 nur noch um 3,5 Prozent steigen. Für Deutschland korrigierte der IWF die Prognose sogar um ganze 0,6 Prozent nach unten und rechnet mit gerade einmal 1,3 Prozent im laufenden Jahr. Vor allem die Probleme der Autoindustrie und eine geringere Export-Nachfrage belasten die deutsche Wirtschaft. 

Bisher war die Europäische Zentralbank (EZB) zuversichtlich, dass die Konjunktur nur eine kleine Verschnaufpause einlegt. Auf ihrer Sitzung im Dezember 2018 stellten die Notenbänker noch fest, dass sich Chancen und Risiken weitestgehend die Waage halten. In der heutigen Sitzung räumte Draghi jedoch ein, dass die Risiken für den Euroraum zunehmen. Die schwächelnde Wirtschaft und der nachlassende Preisdruck erschweren es der EZB, eine zinspolitische Normalisierung einzuleiten. Ursprünglich waren die meisten Beobachter davon ausgegangen, dass die EZB bereits im Herbst dieses Jahres die Zinsen anheben könnte. Die aktuellen Entwicklungen deuten allerdings eher auf eine Verschiebung der Zinserhöhung in das Jahr 2020 hin. Dieser Meinung schließt sich auch Michael Neumann an: „Aus heutiger Sicht rechne ich nicht mit einer Zinserhöhung im Jahr 2019. Die Inflation erzeugt keinen Handlungsdruck auf die EZB, die schwächeren Konjunkturdaten und Prognosen ebenfalls nicht. Das politische Umfeld mit der Brexit-Hängepartie, der Verschuldung Italiens und den Folgen des Handelskonfliktes dämpfen die Stimmung zusätzlich. Insofern erwarte ich einen ersten Zinsschritt frühestens 2020.“

Leichte Abschwächung der US-Konjunktur: Trump verstärkt Druck auf die Fed

Schwächere Arbeitsmarktdaten, eine leicht rückläufige Inflation sowie die Angst vor einer weiteren Eskalation des Handelskonfliktes mit China bereiten Anlegern in den USA Sorgen. „Die Zukunftserwartungen der Marktteilnehmer spiegeln sich in den Renditen der Staatsanleihen wider“, erklärt Michael Neumann. In den USA kam es Ende November erstmals seit 2007 zu einer sogenannten inversen Zinskurve: Zweijährige Anleihen erzielten eine höhere Rendite als fünfjährige Anleihen. Ein Anzeichen dafür, dass einige Investoren eine Rezession erwarten. „In der Vergangenheit kam es nach inversen Zinskurven immer zu einer Rezession. Die aktuelle Ausgangslage, in der die Märkte massiv von den Notenbanken beeinflusst wurden, ist allerdings historisch einmalig. Ich würde daher nicht allzu viel aus vergangenen Entwicklungen ableiten“, so der Zinsexperte weiter. 

Trump bezeichnet derweil die Fed als seine „größte Bedrohung“ und fürchtet eine Abkühlung der Konjunktur. Fed-Chef Jerome Powell zeigt sich unbeeindruckt von Trumps verbalen Attacken und betont die politische Unabhängigkeit der US-Notenbank. Es gilt weiterhin als nahezu sicher, dass er auf der letzten Fed-Sitzung am 18. und 19. Dezember einen erneuten Zinsschritt verkünden wird. Unsicher ist, ob die Fed für 2019 eine langsamere Gangart als bisher geplant einlegen könnte. „Bisher werden drei Zinsschritte im Jahr 2019 erwartet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Fed bereits im Dezember deutlich anders positioniert“, meint Michael Neumann. Allerdings: „Die Geldpolitik für 2019 ist noch nicht in Stein gemeißelt. Die Notenbanker werden die wirtschaftliche Entwicklung weiter beobachten und ihren Kurs gegebenenfalls anpassen.“ 

Die größte Bedrohung für die US-Wirtschaft dürfte aktuell Donald Trump selbst darstellen. Nachdem er sich mit Xi Jinping in Argentinien auf eine Art Waffenstillstand geeinigt hatte, schien sich der Zollstreit zu entspannen. Die Festnahme der Huawei-Managerin Meng Wanzhou in Kanada und die jüngste Meldung aus China zu Rekord-Handelsüberschüssen im Geschäft mit den USA dämpften diese Hoffnung allerdings nur wenige Tage später. „Das Thema Handelsstreit wird auch im Jahr 2019 ein Dauerbrenner bleiben. Ich glaube nicht daran, dass Trump Interesse an einer Deeskalation hat“, resümiert Neumann. 

Rendite der Bundesanleihen und Bauzinsen erreichen tiefsten Stand des Jahres

Bereits im letzten Monat sank die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe leicht. Im Dezember erreicht sie nun mit nur noch 0,25 Prozent (Stand: 10.12.2018) den bisher tiefsten Stand des Jahres. Gleiches gilt für die Baufinanzierungszinsen: Sie sinken zum ersten Mal in diesem Jahr unter die Ein-Prozent-Grenze. Die Turbulenzen am Finanzmarkt sorgen erneut dafür, dass sich Anleger in den sicheren Hafen der deutschen Staatsanleihen flüchten. „Aktuell gibt es viele Unsicherheiten an den Märkten und die Nachfrage nach Bundesanleihen wird vorerst nicht abreißen“, so die Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden von Dr. Klein. „Damit ist auch das Aufwärtspotenzial der Baufinanzierungszinsen begrenzt. Ich erwarte – wenn überhaupt – nur einen geringen Anstieg im ersten Quartal 2019.“

Tendenz

Kurzfristig: schwankend seitwärts
Langfristig: steigend

Kim Runge
Pressekontakt

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Zitate

Hier finden Sie freigegebene Zitate von Vorstand Michael Neumann und weiteren Spezialisten von Dr. Klein.

Über die Dr. Klein Privatkunden AG

Die Dr. Klein Privatkunden AG ist einer der größten Finanzdienstleister Deutschlands und seit über 65 Jahren erfolgreich am Markt etabliert. Angefangen in der Vermittlung von Finanzierungen in der kommunalen Wohnungswirtschaft in Lübeck baut Dr. Klein seine Expertise kontinuierlich aus und ist mittlerweile deutschlandweit mit rund 550 Beratern vor Ort an über 200 Standorten bundesweit vertreten. Die Spezialisten von Dr. Klein beraten nachhaltig, allumfassend und verständlich in den Bereichen Baufinanzierung, Versicherung, Ratenkredit und Geldanlage.

Dank kundenorientierter Beratungskompetenz und vertrauensvollen Beziehungen zu rund 400 Kredit- und Versicherungsinstituten sichert Dr. Klein seinen Kunden stets den einfachsten Zugang zu individuellen Finanzlösungen. Dafür wird das Unternehmen immer wieder ausgezeichnet. Zuletzt als „vorbildlicher Finanzvertrieb“ und zum fünften Mal in Folge mit dem „Deutschen Fairness-Preis“. Dr. Klein ist eine 100%ige Tochter des an der Frankfurter Börse im SDAX gelisteten technologiebasierten Finanzdienstleisters Hypoport AG.

 

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