Immobilienpreise Corona

Immobilien im Süden: Lässt Corona die Preise sinken?

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Wegen Corona gibt es doch bestimmt weniger Leute, die jetzt eine Immobilie kaufen wollen und mehr, die verkaufen. Werden die Preise gerade günstiger? Diese Frage – oder eher: Hoffnung – höre ich im Bekanntenkreis im Moment häufiger. Was sagen die Zahlen, und was die Kollegen vor Ort?

Die Daten aus dem ersten Quartal zeigen keine sinkenden Preise – das gilt auch für die Metropolregionen Frankfurt, Stuttgart und München. Wohnungen sind rund 0,6 bis 2,4 Prozent teurer als Ende 2019, für Häuser steigen die Preise zwischen 1,3 und 2,6 Prozent.

Umkämpfter Markt in Frankfurt

Auch die Berater vor Ort stellen nicht fest, dass die Nachfrage sinkt. Eher im Gegenteil: Zum Teil gibt es laut Carsten Engmann, Spezialist von Dr. Klein in Frankfurt, einen regelrechten Kampf um die Immobilien. In der ersten Zeit, unmittelbar nach dem Lockdown, waren die Kaufinteressenten ihm zufolge etwas zurückhaltender. Allerdings nur kurz, denn die Nachfrage ist schnell wieder angestiegen, und zwar extrem: „Gefühlt ist der Run auf Immobilien noch stärker als vor der Corona-Krise, und auch hochpreisige Objekte finden sehr schnell Abnehmer.“

Entsprechend müssen Interessen tiefer in die Tasche greifen: Häuser sind rund 1,7 Prozent teurer, Wohnungen rund 2,4 Prozent. Im Vergleich zum ersten Quartal 2019 bedeutet das ein Plus von über zehn Prozent.

Homeoffice: Mehr Zeit für die Immobiliensuche?

In Frankfurt gibt es mit dem starken Finanzsektor sicherlich eine spezielle Situation und ein kaufkräftiges Publikum, das in der Regel nicht von Kurzarbeit betroffen ist. Aber auch in Stuttgart und München haben viele die Zeit im Homeoffice genutzt, um sich auf dem Immobilienmarkt umzusehen. Hier sind ebenfalls keine Schnäppchen in Sicht: Die Preise steigen weiter. Im ersten Quartal zwar etwas weniger schnell als Ende letzten Jahres – aber sie steigen.

Wieder viel Dynamik in München

In München beobachtet Maximilian Pietsch von Dr. Kein, dass der Immobilienmarkt wieder Fahrt aufgenommen hat. Nachdem Ende letzten und Anfang diesen Jahres nur wenig Bewegung drin war, ist das Angebot zurzeit relativ groß. Aber auch die Nachfrage: „Die Kauf- und Verkaufslust scheint durch Corona angetrieben zu sein“, meint er. „Viele wollen ihr Geld krisensicher anlegen und jetzt Wohneigentum kaufen, und das um fast jeden Preis. Auf der anderen Seite verkaufen viele Besitzer ihre Immobilie, um Gewinne zu realisieren und beispielsweise Liquiditätsengpässe auszugleichen.“

Häuser kosten in und um München 2,6 Prozent mehr als Ende 2019 und sie sind rund 11,5 Prozent teurer als vor einem Jahr. Für Wohnungen müssen Käufer 0,6 Prozent bzw. 9,1 Prozent mehr zahlen.

Keine Entspannung in Stuttgart

Wer in der Stuttgarter Region eine Immobilie sucht, stößt ebenfalls auf Preise, die Corona trotzen. Die Teuerung von rund 2,2 Prozent für Wohnungen bzw. 1,3 Prozent für Häuser ist moderat, aber das Niveau bleibt hoch. Die teuerste Wohnung übertrifft zum ersten Mal die Marke von 10.000 €/qm.


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