Immobilienpreise im Süden – wer kann das noch bezahlen?

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Wer in Stuttgart, Frankfurt oder München ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchte, muss bekanntermaßen besonders tief in die Tasche greifen. Für die allermeisten ist das kaum noch machbar – und dennoch steigen die Preise immer weiter. Wer bezahlt diese Summen überhaupt noch?

„Eine Normalverdiener-Familie mit zwei Kindern muss sich in Stuttgart nicht mehr die Frage stellen, ob sie im Eigentum oder zur Miete wohnen wollen – sie können sich schlichtweg beides nicht leisten“, beobachtet Roland Lenz, Spezialist für Baufinanzierung in Stuttgart. 

Stellt sich die Frage, wer diese Summen dann überhaupt noch zahlt, wenn die allermeisten sich das eh nicht mehr leisten können. „Stuttgart ist ein starker Industriestandort. Einige Unternehmen zahlen ihren Führungskräften so hohe Gehälter, dass diese sich die teuren Häuser oder Wohnungen noch kaufen können“, beobachtet der Spezialist von Dr. Klein. Alle anderen müssen ins Umland ausweichen. „Eine Arbeitskultur mit Homeoffice-Regelungen halte ich für irreversibel, da die meisten Eigentümer so weit rausgezogen sind, dass ein tägliches Pendeln eine große Belastung wäre“, meint Roland Lenz.

Der Medianpreis, also der gemittelte tatsächlich gezahlte Preis, für Stuttgarter Wohnungen steigt im Vergleich zum letzten Quartal um 132 €/qm und liegt nun bei 4.304 €/qm. Häuserpreise in der baden-württembergischen Hauptstadt steigen hingegen eher moderat: Hier erhöht sich der Medianpreis pro Quadratmeter um 37 Euro und liegt nun bei 3.978 €/qm.

Was in Stuttgart die Industrie ist, sind in Frankfurt die gut dotierten Stellen bei Banken, Unternehmensberatungen, der EZB und der Börse. Das hohe Gehaltsniveau sorgt dafür, dass große Summen auf den Tisch gelegt werden, wenn es um Wohneigentum geht. Im zweiten Quartal 2021 wurden bis zu 15.260 €/qm für eine Wohnung gezahlt. 

Dass die bayerische Hauptstadt kein günstiges Pflaster ist, ist generell nichts Neues. Nun werden aber noch einmal neue Dimensionen erreicht: Der Preisindex für Münchener Wohnungen überschreitet erstmalig die 300er-Marke und liegt nun bei 307,52 – eine Steigerung von 3,13 Prozent zum letzten Quartal. Der Index spiegelt die tatsächliche Preissteigerung unter Berücksichtigung von Lage und Alter der Immobilie wider. Münchener Häuser zeigen mit einer Teuerung von 3,14 Prozent einen ähnlich starken Anstieg, liegen aber mit einem Index von 242,64 weit unter dem Niveau der Wohnungen. Dennoch hat sich in gerade einmal sechs Jahren der Quadratmeterpreis für Häuser fast verdoppelt. Wurden im zweiten Quartal 2015 noch durchschnittlich 3.199 €/qm gezahlt, zahlen Käufer im zweiten Quartal 2021 6.385 €/qm.


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