Neue Heizung 2026: Vorschriften, Kosten, Planung und Förderungen
- Seit 2026 sind alle Heizungstypen erlaubt.
- Für neue Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen gilt ab 2029 die Biotreppe.
- Eine neue Heizung kann zwischen 7.000 € und 45.000 € kosten.
- Die Bundesförderung für Effiziente Gebäude (BEG) fördert den Heizungsaustausch.
- Ein Energieberater kann Sie bei der Heizungswahl fachkundig beraten.
Was ändert sich mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz 2026?
Mit dem neuen Gesetz ändern sich 3 zentrale Punkte grundlegend:
- Technologieoffener Ansatz: Durch das neue Gesetz dürfen unter anderem Wärmepumpen, Fernwärme, Biomasseheizungen, Hybridheizungen sowie neue Gas- und Ölheizungen eingebaut werden (§ 42 GModG). Unter der alten Regelung wäre ein Einbau von rein fossil betriebenen Heizungen nicht mehr möglich gewesen. Die Bundesregierung überlässt es den Verbrauchern, welchen Heizungstyp sie in der eigenen Immobilie einbauen wollen.
- 65 % Regelung fällt weg: Bisher mussten neue Heizungen zu 65 % mit erneuerbaren Energiequellen gespeist werden (GEG §71 und §71b-p). Diese Regelung fällt weg.
- Biotreppe: An die Stelle der 65 % Regelung tritt die sogenannte Biotreppe (§ 43 GModG). Diese sieht vor, dass der Anteil klimafreundlicher Brennstoffe bei einer fossilen Heizung ab 2029 stufenweise ansteigen muss. So soll bis 2040 Heizungen mit einem Mindestanteil von 60 % an erneuerbaren Energien beheizt werden.
Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz 2026 entfällt die bisherige 65-%-Pflicht für neue Heizungen. Eigentümer können wieder frei zwischen Wärmepumpe, Fernwärme, Biomasse sowie neuen Gas- und Ölheizungen wählen. Für neue fossile Heizungen gilt jedoch ab 2029 die sogenannte Biotreppe mit schrittweise steigenden Anteilen klimafreundlicher Brennstoffe.
Sie können durch das neue Gesetz auch nach 2026 noch reine Gas- oder Ölheizungen einbauen. Beachten Sie aber, dass das Gesetz einen stufenweisen Anstieg der erneuerbaren Energien am Brennstoffmix vorsieht und eine steigende CO2-Abgabe fällig wird. Heizen mit fossilen Brennstoffen wird also teurer.
Eine Pflicht zum Einbau einer Wärmepumpe besteht nicht. Tatsächlich gab es eine solche Verpflichtung auch bislang nicht. Viele Medien bezeichneten das Gebäudeenergiegesetz (GEG) zwar umgangssprachlich als "Wärmepumpenpflicht", das Gesetz schrieb jedoch nie eine bestimmte Heiztechnik vor. Das ehemalige Gebäudeenergiegesetz sah lediglich vor, dass eine neue Heizung mit 65 % erneuerbaren Energien gespeist werden sollte. Dies konnte durch verschiedene Heizungstypen erreicht werden.
Neue Heizung: Was bedeutet die Biotreppe?
Die sogenannte Biotreppe schreibt vor, dass der Anteil erneuerbarer Energien im Brennstoffmix einer fossil betriebenen Heizung schrittweise über mehrere Jahre erhöht werden muss. Diese Vorgabe gilt ausschließlich für neu eingebaute fossile Heizungen. Bestehende Heizungen sind davon ausgenommen. Ziel ist es laut Gesetzesbegründung, Eigentümern weiterhin die Wahl einer Gas- oder Ölheizung zu ermöglichen und gleichzeitig den Anteil klimafreundlicher Energieträger kontinuierlich zu erhöhen. Die Stufen der Biotreppe sind wie folgt gestaffelt:
| Jahr | Anteil erneuerbare Energien |
|---|---|
| ab 1. Januar 2029 | 10 % |
| ab 1. Januar 2030 | 15 % |
| ab 1. Januar 2035 | 30% |
| ab 1. Januar 2040 | 60 % |
Als klimafreundliche Brennstoffe gelten nach dem neuen Gesetz nunmehr:
- Biomethan
- Bioöl
- biogenes Flüssiggas
- grüner Wasserstoff
- blauer Wasserstoff
- oranger Wasserstoff
- türkiser Wasserstoff
- jeweils einschließlich daraus hergestellter Verarbeitungsprodukte
Die Nutzung einer Gas- oder Ölheizung in Kombination mit einer Wärmepumpe oder Solarthermieanlage nutzt, kann unter Umständen von der Biotreppe ausgenommen werden (es gelten die Voraussetzungen aus § 43 GModG). Diese Ausnahme gilt zunächst für den Zeitraum vom 1. Januar 2029 bis. 31. Dezember 2034. Wenn die Wärmepumpe oder die Solarthermieanlage mehr als 15 % der Wärme erzeugt, entfällt die Biotreppe auch für den Zeitraum danach. Ob dies der Fall ist, muss eine fachkundige Person (§88 GModG) feststellen.
Welche Kosten kommen durch Biobrennstoffe auf mich zu?
Brennstoffe mit Bioanteil kosten laut Berechnungen der aktuellen Bundesregierung (2026) im Durchschnitt 16 € (Biogas) beziehungsweise 23 € (Bioöl) mehr im Monat. Auf das Jahr gerechnet sind das Mehrkosten von 192 € beziehungsweise 276 €. Grund für diesen Preisunterschied ist das geringe Angebot von Biogas und Bioöl am Energiemarkt, was wiederum die Preise nach oben treibt.
Die langfristige Verfügbarkeit von Biomethan und anderen grünen Gasen gilt als begrenzt. Die Deutsche Energie Agentur (dena) geht davon aus, dass die Nachfrage durch die Biotreppe deutlich steigt und der Bedarf die inländischen Biomethanpotenziale langfristig übersteigen kann. Eigentümer sollten deshalb bei einer Investitionsentscheidung nicht nur die heutigen, sondern auch die künftigen Brennstoffkosten berücksichtigen.
Welche Kosten entstehen für eine neue Heizung?
Eine Heizungsmodernisierung kann zwischen 7.000 € und 45.000 € kosten. Doch auch im Anschluss können weitere Kosten durch Wartung und Energieverbrauch entstehen. Zudem werden nachhaltige Heizungssysteme gefördert. So sind Gasheizungen meist günstiger in der Anschaffung, haben aber höhere Betriebskosten als Wärmepumpen - diese sind dagegen in der Anschaffung teurer. Die nachfolgende Tabelle verschafft Ihnen einen ersten Überblick:
| Heizungsart | Anschaffungskosten | Wartungskosten p.a. | Heizkosten kWh | Zuschüsse | Gesamtkosten nach 20 Jahren (Anschaffung, Wartungskosten, Heizkosten, abzgl. Förderung) |
|---|---|---|---|---|---|
| Gas-Brennwertkessel | ca. 7.000 € - 13.000 € | 100 € - 200 € | 0,10 €/kWh | keine Förderung | 47.220 € - 55.220 € |
| Öl-Brennwertkessel | ca. 9.000 € - 15.000 € | 120 € - 250 € | 0,15 €/kWh | keine Förderung | 49.620 € - 60.620 € |
| Wärmepumpe | ca. 15.000 € - 40.000 € | 100 € | 0,07 €/kWh | BEG-Zuschuss: bis zu 22.400 € | 19.820 € - 44.820 € |
| Pelletheizung | ca. 15.000 € - 45.000 € | 300 € | 0,05 €/kWh | BEG-Zuschuss: bis zu 22.400 € | 21.480 € - 51.480 € |
In unserem Beispiel kosten die fossilen Heizungen rund halb so viel wie eine Wärmepumpe oder eine Pelletheizung. Doch: Bei der Nutzung von den günstigeren erneuerbaren Energieträgern wie Solar oder Erdwärme sparen Sie beim Heizen langfristig Geld. Zudem fördert die KfW einen Teil der hohen Anschaffungskosten für die Anlagen durch Zuschüsse oder günstige Kredite. Auf lange Sicht gesehen haben Sie so mit einer Wärmpumpe oder Pelletheizung weniger Kosten als mit einer fossilen Heizung.
Berücksichtigen Sie auch, dass in unserem Beispiel die kontinuierliche Teuerungsrate durch die CO₂-Abgabe oder einen höheren Anteil nachhaltiger Flüssigbrennstoffe aufgrund der Biotreppe nicht berücksichtigt wurde. Somit wird Heizen mit fossilen Brennstoffen langfristig teurer.
Wie finanziere ich eine neue Heizung?
Generell reicht ein Wohnkredit, um die Anschaffung einer neuen Heizung zu finanzieren. Sollten die Kosten mehr als 50.000 € betragen, weil Sie zum Beispiel im Rahmen eines Hauskaufs oder einer generellen Modernisierung die Heizung erneuern, können Sie die Kosten über eine Baufinanzierung oder einen Modernisierungskredit abdecken. Unabhängig davon, welche Summe Sie finanzieren möchten: Unsere Spezialisten für Baufinanzierung finden den passenden Kredit für Sie. Füllen Sie einfach unsere Finanzierungsanfrage aus. Wir melden uns umgehend bei Ihnen.
Neue Heizung: Welche Förderung gibt es?
Trägt Ihre neue Heizung zur Steigerung der Energieeffizienz Ihres Hauses bei, können Sie auf Unterstützung von staatlicher Seite setzen.
Sie erhalten hier einmalige Zuschüsse für den Austausch Ihrer vorhandenen Öl- oder Gasheizung und den Einbau von Heizungen, die mit regenerativer Energie arbeiten. Das ist zum Beispiel bei Wärmepumpen, Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen und Pelletheizungen der Fall. Der Staat bezuschusst den Heizungsaustausch mit bis zu 80 % der förderfähigen Kosten. Diese liegen bei maximal 28.000 € und sinkt halbjährlich um 750 €. Die Förderung setzt sich dabei aus folgenden Punkten zusammen, von denen Sie auch mehrere in Anspruch nehmen können:
- 30 % für den Austausch einer fossilen Heizung gegen eine klimafreundliche
- 40 % wenn Ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen 30.000 € nicht übersteigt
- 30 % wenn Ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen 40.000 € nicht übersteigt
- 10 % wenn Ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen 50.000 € nicht übersteigt
- 16 % Geschwindigkeitsbonus, wenn Sie Ihre Heizung frühzeitig austauschen. Dieser Bonus gilt bis Februar 2027 und sinkt danach alle 6 Monate um jeweils 4 %.
- Ab Anfang 2027: Stammt die Wärmepumpe aus der EU, gibt es einen Wertschöpfungsbonus von 15 %. Tut sie das nicht, sinkt die Grundförderung auf 15 %.
- Familienzuschlag: Haben Sie ein minderjähriges Kind, reduziert sich das angesetzte Jahreshaushaltseinkommen um 10.000 €.
Der maximale Zuschuss ist auf 80 % der förderfähigen Summe gedeckelt. Je nach Vorhaben und Art der Anlage kann die Höhe des Zuschusses somit bis zu 22.400 € betragen. Die Förderung gilt nur beim Wechsel von einer mit fossilen Energieträgern betriebenen Heizung zu einer Heizung, die erneuerbare Energien nutzt. Der Austausch einer vorhandenen Wärmepumpe gegen eine neue wird nicht gefördert.
Welche Heizung lohnt sich 2026?
Welche Heizung sich 2026 lohnt, hängt vom Gebäude und der Nutzung ab. Für viele Ein- und Zweifamilienhäuser ist die Wärmepumpe aufgrund niedriger Betriebskosten und bestehender Förderung wirtschaftlich. Gas- und Ölheizungen bleiben erlaubt, unterliegen künftig aber der Biotreppe und können von steigenden Brennstoffkosten betroffen sein.
Um herauszufinden, welche Heizung sich für Sie lohnt, sollten Sie die Gesamtkosten und die Lebensdauer der Heizung betrachtet werden. Achten Sie deshalb insbesondere auf folgende Punkte:
- Investitionskosten
- Fördermittel
- Energiekosten
- Wartungskosten
- CO₂-Kosten
- gesetzliche Anforderungen wie die Biotreppe
| Heizsystem | Anschaffung | Betriebskosten | Zukunftssicherheit | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| Wärmepumpe | Hoch | Niedrig | Hoch | Viele Ein- und Zweifamilienhäuser |
| Gasheizung | Niedrig | Mittel bis hoch | Mittel | Gebäude mit bestehendem Gasanschluss |
| Ölheizung | Mittel | Mittel bis hoch | Eher gering | Regionen ohne Gasnetz |
| Fernwärme | Mittel | Mittel | Hoch | Gebiete mit Wärmenetz |
| Biomasse | Mittel bis hoch | Mittel | Hoch | Ländliche Regionen |
| Hybridheizung | Hoch | Mittel | Hoch | Sanierte Bestandsgebäude |
Die Wärmepumpe
- Sehr energieeffizient, da sie Umweltwärme nutzt.
- Keine Anforderungen durch die Biotreppe oder erneuerbare Brennstoffquoten.
- Niedrige CO₂-Emissionen – insbesondere bei Ökostrom.
- Weiterhin durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig.
- Geringe Wartungskosten im Vergleich zu Verbrennungsheizungen.
- Höhere Investitionskosten als bei vielen fossilen Heizsystemen.
- Effizienz hängt von der Gebäudesubstanz und der Heizflächenauslegung ab.
- Nicht jedes Gebäude eignet sich ohne Anpassungen (z. B. Heizkörper oder hydraulischer Abgleich).
Die Wärmepumpenheizung erobert seit einigen Jahren den Energiemarkt. Sie zählt zu den Systemen, die für die Wärmegewinnung auf regenerative Energiequellen wie Erdwärme, Luft oder Grundwasser zurückgreifen. Wärmepumpen arbeiten damit nahezu unabhängig von teuren fossilen Brennstoffen (lediglich für den Antrieb benötigen sie Strom), sind besonders umweltfreundlich und kostengünstig in der Nutzung.
Viele Vorteile, doch günstig ist die Heizungsinstallation nicht: Bei einer Erdwärmepumpe müssen Teile der Anlage tief im Erdreich versenkt werden – und die Bohrarbeiten sind teuer. Sie erhöhen die Baukosten bei einem Einfamilienhaus um rund 6.000 €. Die Wärmepumpe selbst schlägt noch einmal mit mindestens 6.000 € bis 22.000 € zu Buche. Die Anschaffung der umwelt- und ressourcenschonenden Anlage wird jedoch durch öffentliche Fördergelder unterstützt.
Eine Studie des Fraunhofer-Instituts aus dem Jahr 2025 ergab, dass Wärmepumpen auch in vielen Bestandsgebäuden effizient betrieben werden können. Entscheidend sind die richtige Planung und Systemauslegung – nicht allein das Baujahr des Hauses.
Gasheizungen
- Günstig in der Anschaffung
- Platzsparend
- Häufig ohne größere Umbauten installierbar
- Besonders interessant, wenn bereits ein Gasanschluss vorhanden ist
- Steigende Betriebskosten
- Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen
- Nicht umweltfreundlich
- Keine staatliche Förderung
Eine Gastherme ist deutlich kompakter als ihr ölverbrennendes Pendant mitsamt Tank. Sie kann problemlos auf dem Dachboden, in einer versteckten Nische oder im Keller installiert werden. Die Anschaffungskosten einer Gastherme liegen zwischen 7.000 € und 13.000 €. Allerdings sind diese Heizanlagen ebenfalls abhängig von fossilen Brennstoffen und damit von anziehenden Lieferpreisen. Ab 2029 müssen neu installierte Gasheizungen entsprechend den Vorgaben der Biotreppe den Gasmix durch einen umweltfreundlichen Brennstoff ergänzen.
Ölheizung
- Kann sinnvoll sein, wenn kein Gas- oder Fernwärmeanschluss vorhanden ist
- Bestehende Infrastruktur (Öltank) lässt sich häufig weiter nutzen
- Sind günstig in der Anschaffung
- Steigende Betriebskosten
- Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen
- Nicht umweltfreundlich
- Ölheizungen benötigen zusätzlichen Platz für einen Öltank
- Keine staatliche Förderung
Die modernen Ölwertthermen arbeiten sehr sparsam und effizient. Allerdings verbrennen Sie zur Wärmeenergiegewinnung Öl – und damit nicht erneuerbare Energiequellen. Sowohl der Abbau der fossilen Energieträger als auch ihr Transport und die Verbrennung belasten die Umwelt – und den Geldbeutel. Die Ressourcen werden knapper und das treibt den Lieferpreis in die Höhe. Zudem dürfen Sie ab 2029 bei neuen Ölheizungen nicht mehr ausschließlich mir Öl heizen.
Wenn Sie die Heizungsinstallation einer erdölbetriebenen Brennwertheizung planen, sollten Sie auch die Größe des Tanks berücksichtigen. Mit einem Fassungsvermögen zwischen 2.500 und 5.000 Litern benötigt dieser reichlich Platz.
Und noch etwas müssen Sie bei der Heizungsinstallation bedenken: Wannen, die mehr als 5.000 Liter Öl aufnehmen, müssen in einem separaten Raum im Haus untergebracht werden. Kleinere dürfen mit einem Mindestabstand im selben Raum wie die Heizungsanlage stehen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.
Doch aufgepasst: Einen kleinen Tank zu wählen, um diesen häufiger nachzufüllen, ist nicht immer die richtige Entscheidung. Wenn Sie Ihre Heizungsanlage planen, sollten Sie bedenken, dass Sie nur dann Preisschwankungen auf dem Energiemarkt ausnutzen und so bares Geld sparen, wenn Sie über ausreichend Öl-Reserve im Keller verfügen. Dafür sind die Kosten verglichen mit einer Wärmepumpe günstiger. Ein doppelwandiger 3.000-Liter-Tank aus Kunststoff kostet in Kombination mit einem Brennwertkessel etwa 5.000 € bis 6.500 €.
Fernwärme
- Kein eigener Wärmeerzeuger im Gebäude erforderlich
- Geringer Wartungsaufwand
- Kann je nach Wärmenetz einen hohen Anteil erneuerbarer Energien oder Abwärme nutzen
- Nur dort verfügbar, wo ein Wärmenetz vorhanden oder geplant ist
- Eigentümer sind an den lokalen Anbieter und dessen Preisstruktur gebunden
- Anschlusskosten können je nach Region variieren
Bei Fernwärme wird die Wärmeenergie nicht im eigenen Haus erzeugt, sondern in einem nahegelegenen Kraftwerk oder einer Energieanlage. Die Energie gelangt dann in Form von heißem Wasser oder Dampf in die einzelnen Gebäude. Der große Vorteil ist, dass Sie dadurch keine eigene Heizungsanlage brauchen. Dadurch sparen Sie Anschaffungskosten für eine Heizung, brauchen keinen Platz für die Heizungsanlage und müssen sich nicht um die Wartung kümmern.
Jedoch sind Sie bei der Fernwärme an einen Netzbetreiber gebunden und könne nicht einfach so wechseln. Zudem laufen die Verträge oft über viele Jahre. Ein weiterer Nachteil ist der Preis. Dieser kann bei Fernwärme je nach Region unterschiedlich ausfallen. Laut einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Bundesverband liegen die Kosten im Median bei 0,19 €/kWh und kann sich zwischen mindestens 0,08 €/kWh und 0,33 €/kWh bewegen. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 15.000 kWh, läge der Medienverbrauch bei 2.850 €.
| Niedrigste Kosten | Mediankosten | Höchste Kosten | |
|---|---|---|---|
| €/kWh | 0,08 €/kWh | 0,19 €/kWh | 0,33 €/kWh |
| Kosten pro Jahr | 1.200 € | 2.850 € | 4.950 € |
Die Biomasseheizung
- Nachwachsende Rohstoffe als Brennstoff
- Keine Biotreppe wie bei den fossilen Brennstoffen
- Staatliche Förderung
- Teure Anschaffungskosten
- Benötigt Lagerraum
- Höherer Wartungs- und Reinigungsaufwand
- Brennstoffpreise können regional unterschiedlich ausfallen
Eine Biomassenheizung erzeugt – wie ein kleines Kraftwerk – durch die Verbrennung von pflanzlichen Naturprodukten Heizwärme und Warmwasser. Am häufigsten werden hierfür Holzabfallprodukte wie Hackschnitzel, vor allem aber gepresste Sägespäne, die sogenannten „Pellets“, verwendet. Auch spezielle Getreidearten wie Stroh oder Mais dienen der Biomassenheizung als verwertbarer Brennstoff. Was alle Stoffe verbindet: Sie wachsen nach und benötigen ausreichend Raum für die Lagerung.
Biomassenheizungen gewinnen umweltschonend und CO₂-neutral Energie; zudem sind Brennstoffe aus Holz im Vergleich zu Erdöl und Gas deutlich günstiger. In der Anschaffung können Sie für die Heizungsinstallation mit 10.000 € und 15.000 € rechnen. Diese werden durch Gelder der KfW, aber auch der BAFA gefördert.
Hybridheizungen
- Kombination aus zwei Heizsystemen (z. B. Wärmepumpe + Gas)
- Hohe Versorgungssicherheit
- Erneuerbare Wärme kann Anforderungen des Gesetzes teilweise erfüllen
- Höhere Investitionskosten
- Komplexere Planung und Regelungstechnik
- Wirtschaftlichkeit hängt stark vom individuellen Nutzungsprofil ab
Solarthermie- oder auch Photovoltaik-Anlagen schleusen mit Hilfe von Kollektoren, die auf dem Hausdach montiert werden, Sonnenenergie in einen Wärmespeicher. Diese Energiequelle stellt in vielen Fällen jedoch zu wenig Leistung zur Verfügung, um ein Einfamilienhaus im Alleingang mit Heizwärme zu versorgen. Bei klassischen Gebäuden übernimmt eine Solarthermie etwa 20 % der Energiebeschaffung, in Energiesparhäusern kann eine Solarthermie-Anlage auch einen größeren Energieanteil liefern.
Wenn Sie Ihre Heizungsanlage planen, können Sie eine Solarthermie-Anlage jedoch mit anderen Heizsystemen, beispielsweise einer Biomassen- oder Brennwertheizung, kombinieren. Die Kosten dafür sind überschaubar: Flachkollektoren für das Gebäudedach kosten etwa 300 €/m², für einen 300 Liter fassenden Speicher sowie Pumpen werden zusätzlich etwa 2.700 € fällig.
Wann rentiert sich eine neue Heizung?
Je nach Alter und Einbau Ihrer alten Heizungsanlage kann es sich bereits nach 10 Jahren lohnen, Ihre Heizung zu modernisieren. Am besten konsultieren Sie in dieser Frage eine Fachfirma. Der Bezirksschornsteinfeger kann Ihnen beispielsweise mehr darüber sagen, ob die Verbrauchswerte Ihrer jetzigen Heizung noch in einem vertretbaren Bereich liegen. Aufschlussreich ist auch eine Energieberatung. Die Verbraucherzentrale bietet hierzu besonders kostengünstige Brennwertkessel-Check-Ups an. Sie erhalten dabei Antwort auf die Frage, ob Ihr vorhandenes Heizsystem noch optimal eingestellt ist, und bekommen eine entsprechende Handlungsempfehlung mit auf den Weg. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie über die Energieberatung der Verbraucherzentrale.
Welche Heizung passt zu meiner Immobilie?
Damit Sie wissen, welche Heizung am besten zu Ihrer Immobilie passt, haben wir Ihnen hier eine kleine Übersicht zusammengestellt. Es handelt sich dabei um eine grobe Orientierung. Für eine genauere Einschätzung empfehlen wir Ihnen eine Energieberatung.
Neubau und Passivhaus
Wer einen Neubau plant, muss sich an die Vorgaben des Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) halten. Das bedeutet, dass Neubauten einen niedrigen Energieverbrauch haben müssen. Wegen Ihrer effizienten Arbeitsweise eignen sich Wärmepumpen in Kombination mit einer Fußbodenheizung im Neubau am besten. Dank guter Isolierung des Gebäudes reicht die niedrige Vorlauftemperatur der Wärmepumpe aus, um für wohlige Wärme in den eigenen vier Wänden zu sorgen. Dadurch lassen sich die Energiekosten reduzieren und Geld sparen.
Bestandsimmobilie
In der Regel verfügt ein Altbau über eine schlechte Dämmung. Der Wärmebedarf ist deshalb höher. Heizsysteme wie moderne Gas-Brennwertkessel arbeiten effizient und erreichen höhere Wirkungsgrade als zum Beispiel ältere Öl- oder Gaskessel. Zudem können Sie die neuen Gasheizungen mit Biogas speisen oder durch Solarthermie ergänzen. So können Sie für den nötigen Anteil an erneuerbaren Energien sorgen, um der Biotreppe gerecht zu werden und zukünftigen gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen.
Wenn Sie über ausreichend Lagerfläche – beispielsweise im Keller oder im Garten – verfügen, können Sie auch über eine Heizung für Pellets, Hackschnitzel oder Stückholz nachdenken.
Planen Sie im Rahmen einer Altbausanierung die Dämmung vor dem Austausch der Heizung. So können Energieberater den tatsächlichen Energieverbrauch berechnen und die passende Heizung empfehlen.
Ferienimmobilie
In wenig genutzten Immobilien, wie zum Beispiel Ferienhäusern, kann es sich lohnen, Elektroheizungen zu verwenden. Sie sind platzsparender und günstiger in der Anschaffung als andere Heizsysteme. Jedoch ist der Betrieb wegen der hohen Stromkosten teurer. Da Sie die Immobilie aber nur ein paar Mal im Jahr nutzen, können die Betriebskosten überschaubar bleiben.
Welche Gütesiegel bei einer neuen Heizung?
CE-Kennzeichen
Das Siegel gibt an, ob die Anlage bezüglich Sicherheit und Gesundheit den geltenden, europäischen Standards entspricht. Hat das CE-Zeichen keine eigene Kennnummer, übernimmt der Hersteller die Fertigungskontrollen selbst. Bei CE-Zeichen mit Kennnummer begleitet eine von Behördenseite anerkannte Prüfstelle die Produktion.
RAL-Gütesiegel für Heizkörper
Bei Heizkörpern hat das RAL-Kennzeichen des Deutschen Instituts für Gütesicherung eine beachtenswerte Aussagekraft. Vor der Vergabe wird unter anderem geprüft, ob die höchste Materialqualität verwendet wurde, ob der Heizkörper exakt geschweißt wurde und ob er der Druckprüfung standgehalten hat. Zudem garantiert das RAL-Zeichen eine regelmäßige Überwachung der Herstellungsprozesse.
ENplus-Gütesiegel für Pellets
Für die Herstellung von Holzpellets existiert ein eigenes Zertifikat, die ENplus-Zertifizierung. Sie stellt sicher, dass die Vorschriften der EU-Norm prEN 14961-2 eingehalten wurden, welche die Betriebssicherheit von Pelletheizungen unterstützen sollen.
EHPA-Gütesiegel für Wärmepumpen
Das Siegel der EHPA (European Heatpump Association) setzt gewisse technische Anforderungen an den Mindestwirkungsgrad des Heizsystems. Es definiert die Einsatzgrenzen einer Wärmepumpe, stellt darüber hinaus aber auch sicher, dass ein flächendeckender Kundendienst zur Verfügung steht und die Lieferung von Ersatzteilen seitens des Herstellers garantiert wird.
Podcast: HAUSgefragt von Dr. Klein
Thorsten Schippmann, Energieberater aus Bad Schwartau, spricht in der Podcast-Folge (26:54) über das Thema „Heizung modernisieren: Wie fange ich an“. Er erläutert die wichtigsten Heizsysteme und gibt Tipps für eine erfolgreiche Antragsstellung von Fördermitteln.
FAQ: Neue Heizung
- Wärmepumpe
- Gasheizung
- Ölheizung
- Fernwärmeanschluss
- Biomasseheizung (z. B. Pelletheizung)
- Wärmepumpen-Hybridheizung
- Solarthermie-Hybridheizung
- Stromdirektheizung (unter bestimmten Voraussetzungen)
- andere innovative Heizsysteme.
- Sonden oder Brunnen, die für eine Wärmepumpe erforderlich sein können, dürfen nicht in das Erdreich versenkt werden, wenn Ihr Grundstück in einem Wasserschutz- oder Naturschutzgebiet liegt.
- Arbeitet eine Wärmepumpe mit Erdwärmekollektoren, benötigen diese ausreichend Platz im Garten und eine spezielle Erdbeschaffenheit.
- Wärmepumpen arbeiten besonders effizient in Kombination mit guter Wärmedämmung und großflächigen Heizkörpern, beispielsweise der Heizspirale einer Fußbodenheizung.
- Wählen Sie ein System, das Ihren Lebensstil und die Höhe Ihres Warmwasser- und Heizwärmeverbrauchs unterstützt. Wer viel zu Hause ist und ein großes Haus besitzt, benötigt mehr Wärme als jemand, der weniger zu Hause ist. Wärmepumpen eignen sich ideal für Gebäude mit niedrigem Wärmebedarf. Brennstoffzellenbetriebene Heizanlagen liefern zuverlässig Wärme für Gebäude mit hoher Heizbedarf.
- Konvektoren können in Kombination mit Brennwertanlagen, Solarheizungen und Wärmepumpen nicht betrieben werden. Für alle Anlagen gilt jedoch: Planen Sie eine neue Heizungsanlage, muss diese den Vorgaben des Gebäudemodernisierungsgesetzes entsprechen.
- Planen Sie eine neue Heizungsanlage, muss diese den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes entsprechen. Es gibt unter anderem vor, welcher Anteil der Heizungswärme bei einem Neubau aus regenerativen Quellen stammen muss. Planen Sie die Nutzung einer Brennwertheizung, müssen Sie diese also mit einer Heizanlage aufstocken, die sich aus regenerativen Quellen speist.
Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz gelten für Neubauten und Bestandsgebäude grundsätzlich dieselben Regeln beim Heizungstausch: Eigentümer können frei zwischen verschiedenen Heizsystemen wählen – eine allgemeine 65-%-Pflicht gibt es nicht mehr. Neue Gas- und Ölheizungen bleiben erlaubt, müssen jedoch ab 2029 schrittweise mit klimafreundlichen Brennstoffen betrieben werden (Biotreppe).
Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz können Eigentümer ihre Heizungsart wieder grundsätzlich frei wählen. Diese Heizsysteme nennt das Gebäudemodernisierungsgesetz ausdrücklich als zulässige Optionen:
Am besten platzieren Sie die Heizkörper jedoch immer unverstellt vor eine Fensterfront. So gleichen diese kühle Luftströmungen aus, die durch Kältebrücken hereinkriechen können und verhindern die Entstehung von Zugluft.
Je kompakter der Heizkörper, desto weniger Wärme kann dieser an die Umgebungsluft abgeben. Achten Sie daher darauf, dass die Heizleistung der Heizkörper den Wärmeverlust Ihres Gebäudes so exakt wie möglich ausgleicht.
Für Energieeffizienzhäuser, die nur wenig Wärme nach außen abgeben, reichen in der Regel die kleineren Ausführungen. Diese können Sie waagerecht oder senkrecht anbringen.
Ein Heizkörper, auch als Radiator bezeichnet, kann die Umgebungsluft auf zwei unterschiedliche Weisen erwärmen. Erhitzt er sich selbst, weil heißes Wasser durch seinen Körper strömt, und gibt diese Wärme durch elektromagnetische Wellen nach außen hin ab, spricht man von „Strahlungswärme“. Diese Erwärmung ähnelt der von Sonneneinstrahlung und wird als besonders behaglich wahrgenommen. Erwärmt er hingegen ausschließlich die kalte Luft, die sich in der direkten Umgebung befindet, dann handelt es sich dabei um sogenannte „Konvektoren“.
Konvektoren eignen sich jedoch nicht für alle Räume in einem Privathaushalt. Genauer gesagt nur für einen Raum: das Badezimmer. Konvektoren sind besonders kompakt und heizen einen Raum in kürzester Zeit über Konvektion – also vertikal ausgestoßene Luftströme – auf. Sie erwärmen die Luft sofort, ohne eine Vorlaufzeit zu benötigen. Die Umwirbelung der Luft begünstigt jedoch Zugluft, verursacht ein Warm-Kalt-Temperaturgefälle und zieht Staubpartikel mit sich – und das geht zulasten der Luftqualität. Für einen Allergiker-Haushalt sind Konvektoren daher nicht geeignet.
Platten-, Röhren- und Gliederheizkörper bedienen sich sowohl der Konvektions- als auch der Strahlungswärme. Sie verursachen kaum nennenswerte Luftumwirbelungen und verbrauchen deutlich weniger Energie als Konvektoren.
Alternativ können Sie sich statt für klassische Heizkörper auch für eine moderne Flächenheizung mit Infrarot-Heizpaneelen entscheiden, wenn Sie Ihre Heizungsanlage planen. Diese werden unsichtbar unter Wand-, Fußboden- oder Deckenbelag installiert und geben Strahlungswärme ab.
Damit Sie aus der Masse der Firmen die geeignete für Ihr Projekt herausfischen, achten Sie am besten darauf, dass diese die richtige Expertise und reichlich Erfahrung mitbringt. Liebäugeln Sie beispielsweise mit dem Einbau eines neueren Heizsystems wie die Wärmepumpentechnik, sollte das Heizungsunternehmen auf diesen Bereich spezialisiert sein. Und: Bildet das Unternehmen aus, spricht das für ein hohes Know-how der Angestellten.
Ein Eintrag des Betriebs in der sogenannten „Handwerksrolle“ zeugt davon, dass es sich dabei um seriöse Kandidaten handelt. Die Handwerksrolle können Sie online bei der Handwerkskammer der Region einsehen, in dem das betreffende Unternehmen seinen Standort hat.
Bei der Berechnung der Anfahrtskosten sparen Sie einiges Geld, wenn sich der Standort des Unternehmens in der näheren Umgebung Ihres Bauprojektes befindet. Einige Unternehmen lassen sich bei größeren Aufträgen jedoch auch darauf ein, die Anfahrtskosten in den Gesamtbaukosten des Heizsystems einzuschließen.
Nicht jedes Heizsystem eignet sich für alle Gebäude-Typen. Wenn Sie Ihre Heizanlage planen, sollten Sie daher einige Voraussetzungen kennen, um die ideale Besetzung für Ihren Heizungskeller zu finden.