Interview zum Weltfrauentag mit Anne Ahler

Interview zum Weltfrauentag: „Männer kümmern sich ums Geld, Frauen um den Haushalt“

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Der Finanzsektor ist nach wie vor eine klassische Männerbranche. Warum das so ist, analysierte unter anderem eine Studie der Universität Mannheim („Fearless Girls? Gründe für den geringen Anteil von Frauen in der Finanzindustrie“). Das Ergebnis: Finanzunternehmen werden von den befragten Frauen vor allem als wenig familienfreundlich und männerdominiert wahrgenommen.

Wir haben den Weltfrauentag als Anlass genommen, mit Anne Ahler zu sprechen, eine der wenigen Frauen, die sich bewusst für einen Job in der Finanzbranche entschieden haben. Die 45-jährige zweifache Mutter arbeitet seit 18 Jahren als Spezialistin für Baufinanzierung bei Dr. Klein in Lübeck.

Hausgemacht: Anne, wieso hast Du Dich für die Arbeit als Finanzierungsspezialistin entschieden? 

Anne: Ich bin eigentlich gelernte Rechtsfachwirtin und wollte mich beruflich verändern. Auf Dr. Klein bin ich im Jahr 2001 über eine Stellenanzeige in der Zeitung aufmerksam geworden. Nach dem sympathischen Vorstellungsgespräch war ich sofort begeistert von dem Beruf und dem Unternehmen und habe die Stelle kurzerhand angenommen.  

Hausgemacht: Hattest Du keine Bedenken, als Frau in eine „Männerbranche“ einzusteigen?

Anne: (lacht) Nein, da habe ich nie drüber nachgedacht. Es war zwar am Anfang etwas merkwürdig, dass wir nur so wenige Frauen im Team waren, aber die Arbeit hat mir von Anfang an Spaß gemacht.

Hausgemacht: Woran liegt es Deiner Meinung nach, dass nur so wenige Frauen in der Finanzbranche arbeiten? 

Anne: Ich glaube, dass viele Frauen Finanzthemen allgemein als trocken und langweilig abstempeln. Dabei ist gerade die Baufinanzierungsberatung wahnsinnig vielfältig und spannend. Ich lerne immer wieder neue Menschen kennen und begleite sie auf ihrem Weg ins Eigenheim, das sind oft wirklich schöne Geschichten. Und dadurch, dass jeder Kunde anders ist und andere Wünsche hat, werde ich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Langweilig wird meine Arbeit auf jeden Fall nicht!

Hausgemacht: Merkst Du auch in den Kundengesprächen, dass sich eher Männer mit den Finanzen beschäftigen?

Anne: Das merke ich auf jeden Fall. Es sind meistens Männer, die die Gespräche führen und den Vertrag unterschreiben. Man kann sagen: Männer kümmern sich ums Geld, Frauen um den Haushalt. Das ist leider immer noch die klassische Rollenverteilung. 

Hausgemacht: Hat sich denn in den 17 Jahren, seit Du in der Branche arbeitest, etwas geändert?

Anne: Ja, eine langsame Veränderung kann man schon erkennen. Hier in der Dr. Klein Niederlassung in Lübeck sind mittlerweile fast die Hälfte der Finanzierungsspezialisten weiblich: das ist ein enormer Zuwachs. Und auch bei den Kunden sehen wir, dass sich mehr Frauen für den Bereich Baufinanzierung interessieren. Bei reinen Finanzthemen wie Aktien oder Geldanlage sieht das aber noch anders aus, denke ich. 

Hausgemacht: Wie schaffst Du es, Deine Familie und den Beruf miteinander zu vereinbaren? 

Anne: Das ist auf jeden Fall nicht immer einfach. Ich arbeite 75 Prozent, mein Mann hat eine Vollzeitstelle. Gerade dadurch, dass ich sowohl für meine Familie als auch für meine Kunden zu 100 Prozent da sein möchte, setze ich mich oft selbst unter Druck. Die Flexibilität von Dr. Klein als Arbeitgeber hilft hier aber auf jeden Fall: Ich kann problemlos und auch spontan zu Hause bleiben, wenn ein Kind krank ist. Für Arzttermine muss ich keinen Urlaub nehmen, sondern kann sie einfach zwischendurch erledigen oder einmal etwas später zur Arbeit kommen. 

Hausgemacht: Hast Du neben Job und Familie denn überhaupt noch Zeit für Hobbies? 

Anne: Ja, die nehme ich mir. Ich gehe leidenschaftlich gern laufen und mache auch regelmäßig bei Wettbewerben mit. Für einen Marathon fehlt mir zwar tatsächlich die Zeit, aber ich nehme häufig an Fünf- oder Zehn-Kilometer-Läufen teil. 


Weitere Infos zu Anne findet ihr hier.


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