Baufinanzierung: Förderungen wieder stärker nachgefragt
Datenanalyse – Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung (DTB) Juni 2023
Lübeck, 13. Juli 2023. Anhand des Dr. Klein Trendindikators Baufinanzierung (DTB) berichtet Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG, über aktuelle Entwicklungen bei Baufinanzierungen in Deutschland.
Beleihungsauslauf steigt
Der durchschnittliche Beleihungsauslauf klettert im Juni auf 84,40 Prozent. Damit liegt er fast ein Prozent über dem Wert des Vormonats (83,47 Prozent) und erreicht ein neues Jahreshoch. Der Beleihungsauslauf bezeichnet das prozentuale Verhältnis zwischen dem Beleihungswert der Immobilie und dem Kreditvolumen. Steigt der Wert, bedeutet dies, dass Darlehensnehmer prozentual weniger Eigenkapital in ihre Finanzierung einbringen. Ein höherer Beleihungsauslauf – und somit ein größerer fremdfinanzierter Anteil – wirkt sich ungünstig auf den individuellen Zinssatz aus, da damit das Finanzierungsrisiko für die Bank steigt. Um dies zu vermeiden, können Käufer neben Eigenkapital auch KfW-Darlehen oder Programme von Landesbanken, die nachrangig im Grundbuch eingetragen werden, in die Finanzierung einbringen. Da einige Banken diese sogenannten Nachrangdarlehen als Eigenkapitalersatz betrachten, lässt sich der Beleihungsauslauf auf diese Weise senken. Folglich erhalten Kreditnehmer günstigere Konditionen für die Hauptfinanzierung.
KfW-Darlehen wieder mehr gefragt
Während der Niedrigzinsphase nahmen Baufinanzierer die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kaum noch in Anspruch. Mit den gestiegenen Zinsen wächst nun jedoch wieder das Interesse an den zinsgünstigen KfW-Darlehen: Die Förderkredite machen im Juni 7,54 Prozent des gesamten Baufinanzierungsvolumens aus. Damit ist der Anteil dieser Darlehen derzeit so hoch wie seit Frühjahr 2021 nicht mehr. Vergleichsweise wenig Bewegung herrscht bei den Annuitätendarlehen. Sie liegen den dritten Monat in Folge im 85-Prozent-Bereich und pendeln sich damit auf einem hohen Niveau ein (Juni: 85,52 Prozent). Der Wert gibt an, wieviel Prozent der Baukredite auf diese Darlehensart entfallen.
Tilgung runter, Standardrate rauf
Bei der Entwicklung des Tilgungssatzes zeigt sich seit einigen Monaten folgendes Szenario: Zugunsten einer geringeren monatlichen Belastung reagieren Darlehensnehmer auf die Zinsentwicklung mit einer niedrigeren anfänglichen Tilgung. Dieser Abwärtstrend setzt sich im Juni fort. Die durchschnittliche Tilgung beträgt 1,84 Prozent – im Mai lag sie bei 1,87 Prozent, im Vorjahresmonat noch bei 2,26 Prozent. Damit tilgen Kreditnehmer aktuell so wenig wie seit elf Jahren nicht mehr (Mai 2012: 1,84 Prozent).
Nach oben hingegen geht es mit der Standardrate, die im Juni 1.513 Euro beträgt – ein neuer Jahrespeak. Der Berechnung liegt eine angenommene Darlehenssumme von 300.000 Euro mit zehnjähriger Zinsbindung, zwei Prozent anfänglicher Tilgung und einem Beleihungsauslauf von 80 Prozent zugrunde. Im Vorjahresmonat betrug die Rate 1.293 Euro. Damit steigt der monatliche Abschlag, den Kreditnehmer an die Bank zurückzahlen, innerhalb eines Jahres um 220 Euro.
Steigende Darlehenshöhe bei sinkender Zinsbindung
Ebenfalls ein neues Jahreshoch markiert die Darlehenssumme, die Käufer und Bauherren im Juni 2023 aufnehmen. Sie beträgt 283.000 Euro und liegt damit 2.000 Euro über dem Wert des Vormonats. Trotz der erneuten Steigerung bleibt die Darlehenshöhe deutlich hinter dem Wert des Vorjahresmonats zurück: Im Juni 2022 erfüllten sich zukünftige Immobilienbesitzer ihren Wohntraum mit durchschnittlich 292.000 Euro.
Der steigenden Darlehenshöhe steht eine kürzere Zinsbindung gegenüber: Nur noch knapp zwölf Jahre legen sich Kreditnehmer derzeit fest – die geringste Zeitspanne der vergangenen neun Jahre. Eine kürzere Festschreibung bringt häufig einen günstigeren Zins mit sich. Somit ist die Verkürzung der Zinsbindung neben der Senkung der Tilgung eine weitere Variable, mit der Kreditnehmer auf die gestiegenen Zinsen reagieren, um ihre Monatsrate beeinflussen zu können.
Pressekontakte
E-Mail: presse@drklein.de
Telefon: 0451 14089676
Gern nehmen wir Sie in unseren Presseverteiler auf. Senden Sie uns dazu einfach eine E-Mail.
Der DTB zeigt die aktuellen Entwicklungen bei Baufinanzierungen in Deutschland auf. Die Kennzahlen ergeben sich aus tatsächlichen Abschlüssen und bieten somit das beste Bild der wichtigsten Parameter der privaten Baufinanzierung für Wohnimmobilien in Deutschland. Alle Daten beruhen auf dem real abgewickelten Geschäft auf der Europace Plattform. Europace ist die führende Transaktionsplattform für Immobilienfinanzierungen und Bausparprodukte in Deutschland. Über 20 Prozent aller Immobilienfinanzierungen für Privatkunden in Deutschland werden über diesen Marktplatz finanziert. Entsprechend umfangreich ist die zugrundeliegende Datenbasis.
Die Dr. Klein Privatkunden AG ist einer der größten Finanzdienstleister Deutschlands und seit über 70 Jahren erfolgreich am Markt etabliert. Mit mehr als 600 Beraterinnen und Beratern sowie 240 Standorten bundesweit bietet das Unternehmen persönliche Beratung in den Bereichen Baufinanzierung, Versicherung und Ratenkredit.
Dr. Klein arbeitet mit rund 600 Bankpartnern zusammen und berät umfassend, neutral und kostenfrei. So erhalten Kundinnen und Kunden maßgeschneiderte Finanzierungslösungen und passende Konditionen. Für seine Beratungsqualität wurde Dr. Klein bereits zwölfmal in Folge mit dem „Deutschen Fairness-Preis“ ausgezeichnet. Die Dr. Klein Privatkunden AG ist eine 100%ige Tochter des technologiebasierten Finanzdienstleisters Hypoport SE.