Nahost-Konflikt bleibt Zinstreiber

Zinskommentar der Dr. Klein Privatkunden AG

Lübeck, 22. Juli 2026. Kommt sie oder kommt sie nicht? Eine zweite Zinserhöhung in diesem Jahr scheint sicher – allein der Zeitpunkt ist ungewiss. Mit Spannung wird daher die letzte Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) vor der Sommerpause erwartet. Ein wichtiger Faktor für die Entscheidung der Währungshütenden ist dabei die Inflation. Deren Entwicklung hat indirekt auch Einfluss auf die Baufinanzierungszinsen. Florian Pfaffinger, Mitglied im Expertenrat bei Dr. Klein, informiert über die aktuellen Tendenzen der Teuerungsrate sowie über die Zusammenhänge zwischen dem Konflikt in Nahost, der Inflation und den Bauzinsen.

Politischer Funken sorgt für kurzfristige Entspannung

Es war wie ein Dominoeffekt im positiven Sinne: Das im Juni im Nahost-Konflikt geschlossene Abkommen zwischen den USA und dem Iran ließ zunächst den Ölpreis sinken und mit ihm die Sorge vor einer weiter steigenden Teuerungsrate. Die geringere Inflationserwartung wiederum führte dazu, dass sich Investorinnen und Investoren am Finanzmarkt mit niedrigeren Zinsen zufriedengaben. Folglich sanken die Renditen der Bundesanleihe und damit letztlich auch die Bauzinsen. So lag der repräsentative Zins von Dr. Klein für eine 10-jährige Baufinanzierung in den ersten Julitagen bei 3,32 Prozent. „Der Zinsrückgang spiegelte die Hoffnung auf eine baldige Beilegung des Iran-Konflikts wider“, erklärt Florian Pfaffinger. „Zugleich wird deutlich, wie sensibel das Zinsumfeld auf geopolitische Ereignisse reagiert und wie volatil es dadurch ist.“ 

Erneuter Zinsanstieg nach weiterer Nahost-Eskalation

Die Empfindlichkeit, mit der die Zinsen auf die Situation zwischen den USA und dem Iran reagieren, zeigte sich in den vergangenen Tagen erneut. Der Dominoeffekt wiederholte sich – allerdings in umgekehrter Richtung: Die jüngste militärische Zuspitzung ließen den Ölpreis und damit die Inflationssorgen einmal mehr steigen. Folglich zogen die Renditen für die Bundesanleihe und wie gewohnt mit leichter Verzögerung auch die Bauzinsen an. Der repräsentative Zins von Dr. Klein beträgt nun 3,56 Prozent für eine 10-jährige Baufinanzierung (Stand: 20.7.2026). „Die Entspannung am Markt war leider nur von kurzer Dauer“, resümiert Pfaffinger. „Für potenzielle Käuferinnen und Käufer bedeutet das: Eine Drei vor dem Komma ist aktuell definitiv ein attraktives Angebot.“ Der Zinsexperte rechnet in den kommenden Wochen mit einer Seitwärtsbewegung, in der es wechselnd auf und ab geht. Kurzfristige Zins-Dellen ließen sich dann mit guter Vorbereitung nutzen, sollten jedoch keinesfalls die Basis einer Finanzierung darstellen. „Es lohnt sich zudem, in einer so volatilen Zeit wie heute, verschiedene Angebote einzuholen. Kreditinstitute reagieren unterschiedlich schnell auf die geopolitische Nachrichtenlage, so dass die Zinssätze variieren können.“

Zinspause bei der EZB erwartet

Trotz der weltpolitischen Spannungen und ihrer Folgen für die europäische Wirtschaft hat sich die EZB bislang nicht aus der Ruhe bringen lassen. Zwar erhöhte sie im Juni aufgrund der stark gestiegenen Inflation erstmals nach knapp drei Jahren die Leitzinsen. Anders als in der Vergangenheit jedoch haben sich die Währungshütenden dieses Mal nicht auf einen Zinspfad festgelegt. Eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr gilt allerdings als wahrscheinlich. „Die Märkte erwarten eine Anhebung auf 2,5 Prozent“, erklärt Pfaffinger. „Meines Erachtens wird dieser Schritt erst nach der Sommerpause kommen. Zum einen sehen wir noch immer eine schwächelnde Konjunktur, zum anderen geben die jüngsten Inflationsdaten keinen Grund, die Zinsen bereits im Juli zu erhöhen.“ Die Teuerungsraten lagen laut dem Statistikportal Eurostat im Juni 2026 bei 2,8 Prozent im Euro-Währungsraum und bei 2,4 Prozent in Deutschland. Beide Werte waren damit im Vergleich zum Vormonat gesunken. 

Tendenz Baufinanzierungszinsen

Kurzfristig: Seitwärtsbewegung mit Schwankungen
Mittelfristig: Seitwärtsbewegung mit geringer Aufwärtstendenz 

Andrea Martini
Andrea Martini

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Über die Dr. Klein Privatkunden AG

Die Dr. Klein Privatkunden AG ist einer der größten Finanzdienstleister Deutschlands und seit über 70 Jahren erfolgreich am Markt etabliert. Mit mehr als 600 Beraterinnen und Beratern sowie 240 Standorten bundesweit bietet das Unternehmen persönliche Beratung in den Bereichen Baufinanzierung, Versicherung und Ratenkredit.

Dr. Klein arbeitet mit rund 600 Bankpartnern zusammen und berät umfassend, neutral und kostenfrei. So erhalten Kundinnen und Kunden maßgeschneiderte Finanzierungslösungen und passende Konditionen. Für seine Beratungsqualität wurde Dr. Klein bereits zwölfmal in Folge mit dem „Deutschen Fairness-Preis“ ausgezeichnet. Die Dr. Klein Privatkunden AG ist eine 100%ige Tochter des technologiebasierten Finanzdienstleisters Hypoport SE.