Dusche, Wanne & Co: So hoch sind die Kosten für ein Badezimmer

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Wie viele angehende Hausbesitzer träumt unsere Gast-Autorin Katharina von einem Bad mit freistehender Badewanne, viel Licht und kuscheliger Fußbodenheizung. Doch bei der Badezimmer-Planung fragt sie sich: Kann ich mir das leisten? Ob Badsanierung, -renovierung oder Badezimmer im Neubau – ihr erfahrt, wie viel Dusche, Waschbecken & Co. kosten, worauf ihr bei der Auswahl achten solltet und wie ihr Geld spart.

Das Badezimmer, in dem sich der Durchschnittsdeutsche morgens die Zähne putzt, ist 8 qm groß. Dafür haben die meisten Hausbesitzer mehr als 20.000 Euro ausgegeben. Doch zwischen einem 8 qm großen Budget-Bad, solidem Mittelklasse-Zimmer und Wellness-Tempel liegen schnell mehrere zehntausend Euro. Denn wie teuer ein neues Badezimmer ist, ist abhängig von der Ausstattung, der Raumgröße und eurem handwerklichen Geschick.

Badsanierung oder neues Bad – wo entstehen Kosten?

Die Kosten für ein neues Badezimmer setzen sich aus zwei großen Posten zusammen: dem Material und dem Handwerk. Rund 40 Prozent der Gesamtkosten fallen in der Regel für das Material wie WC, Fliesen oder Armaturen an. Die restlichen 60 Prozent geben Badgestalter durchschnittlich für Handwerkerleistungen aus. Ihr könnt also eine Menge Geld sparen, wenn ihr einige Arbeiten in Eigenregie durchführt.

Diese Punkte solltet ihr bei eurer Badezimmerkalkulation berücksichtigen:

Material:

  • Armaturen
  • Waschbecken, Dusche, WC und andere Sanitärobjekte
  • Fliesen, Wand- und Bodenbeläge
  • Heizsystem
  • Rohre und Leitungen
  • Möbel wie Spiegel oder Unterschrank
  • Beleuchtung

Handwerkliche Leistungen:

  • Demontage und Entsorgung alter Fliesen und Sanitärobjekte
  • Elektroinstallation
  • Fliesenlegen & Malerarbeiten
  • Installation von Badewanne & Co.
  • Trockenbau (z.B. neue Wand)

So viel kostet ein Badezimmer im Durchschnitt

Mit einem Badezimmer ist das wie mit einem Auto: Auf die Frage „Wie viel kostet es?“ bleibt nur ein „kommt drauf an“. Denn um im Auto-Bild zu bleiben: Ein Bad mit Grundausstattung ist mit wenigen tausend Euro umzusetzen. Fühlt ihr euch eher im edlen Jaguar mit Sonderausstattung zuhause, müsst ihr mehrere zehntausend Euro oben draufschlagen. Sogar, wenn beide Bäder die gleiche Größe haben.

Für ein Mittelklasse-Bad mit 8qm Größe ist eine Preisspanne zwischen 15.000 und 26.000 Euro realistisch. Oft wird auch mit einem Quadratmeter-Preis von 1.000-3.000 Euro gerechnet. Und natürlich macht es einen großen Preisunterschied, ob ihr ein nigelnagelneues Badezimmer in eurem Neubau errichtet, ob ihr ein bestehendes Badezimmer renovieren wollt oder euer altes Bad komplett sanieren müsst.

Kosten für ein Badezimmer im Neubau*
inkl. Handwerkerleistungen

QualitätAusstattungPreis
Budget-Bad
(5-7 qm)
 Stand-WC, Duschkabine, Einfache Keramik-Fliesen, Einfaches Waschbecken  6.000-16.000 EUR
          Mittelklasse Bad
(8-10 qm)
Stand-WC, Doppelwaschbecken, Ebenerdige Dusche, LED-Beleuchtung, Fliesen mit Verzierung, Unter- und Spiegelschrank  15.000-26.000 EUR
       
Premium-Bad
(ab 10 qm)
Wand-WC, Extragroßes Waschbecken, Ebenerdige Dusche, Freistehende Badewanne, Fußbodenheizung, Naturstein-Fliesen

ab 30.000 EUR

* Die Beispiele enthalten Kosten für das Material und die Handwerkerleistungen für ein Badezimmer im Neubau. Sie sind nur Richtwerte. Die Höhe der tatsächlichen Preise hängt von Ausstattung, Eigenleistung, Raumgröße, und -beschaffenheit ab.

Wie teuer sind Dusche, WC & Co.?

Die Ausstattung macht den Unterschied zwischen Jugendherberge-Feeling und Wellness-Tempel. Und gleichzeitig zwischen mehreren hundert oder tausend Euro. Aber egal, welches Budget zur Verfügung steht: An Qualität solltet ihr nicht sparen. Denn mit langlebigen Produkten habt ihr die nächste Badgestaltung erst in 20-25 Jahren auf dem Zettel.

Also jetzt Butter bei die Fische: Was kosten Dusche, Badewanne & Co.?

Kostenübersicht – das kosten Dusche, Waschbecken & Co.*

ProduktPreis
  
Waschtisch-Armatur (1 Loch)25-75 EUR
Fliesen (Naturstein)25-100 EUR / qm
Fliesen (Keramik)10-30 EUR / qm
Waschtisch (einfach)100-500 EUR
Doppel-Waschtisch700-1.200 EUR
Stand-WC90-300 EUR
Wand-WC250-450 EUR
Dusche (mit Kabine)200-800 EUR
Dusche (ebenerdig)1.000-4.000 EUR
Einbau-Badewanne200-1.000 EUR
Freistehende Badewanne800-2.000 EUR
Handtuchhalter25-75 EUR
Badspiegel25-75 EUR
Waschtischunterschrank200 – 450 EUR

* Bei den Preisen handelt es sich um Richtwerte für Produkte in mittlerer Qualität. Die tatsächlichen Preise sind abhängig von Qualität, Hersteller und Ausführung.

Fliesen

Die Zeit des Einheitsbreis, in der Badezimmer vom Boden bis zur Decke in weiße Kachelfliesen gehüllt sind, ist längst vorbei. Materialien wie Glas und Naturstein sind angesagt – als Mosaik, mit Muster oder als Kacheln verlegt.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Und das macht die Kosteneinschätzung so schwierig: Während einfache Bodenfliesen aus Keramik schon ab 10 Euro pro Quadratmeter zu haben sind, schlagen schicke Naturstein-Ausführungen mit 25-100 Euro pro Quadratmeter zubuche. Hinzukommen Kosten für Kleber, Fugenmasse und Eckleisten. Für ein 8 qm großes Bad belaufen sich die Kosten für einfache Keramik-Fliesen auf rund 900 Euro.

Dusche

Die günstigste Variante ist die Duschkabine, die ab 200 Euro zu haben ist. Wer von ausgedehnten Duschsessions in einer ebenerdigen Dusche mit viel Freiraum träumt, sollte für die Anschaffung 1.000-4.000 Euro mitbringen. Extras wie eine Dampfdusche mit Regenwald-Feeling kosten mehrere tausend Euro.

Badewanne

Die eingebaute Eckbadewanne ist der Standard in deutschen Badezimmern – denn sie braucht am wenigsten Platz und Budget. Schon für 200-1.000 Euro ist sie zu haben. Für eine freistehende Badewanne im mittleren Standard plant ihr 800-2.000 Euro ein.

WC

Man unterscheidet zwischen Wand-WC – also einer Toilette, die nur an der Wand angebracht ist – und Stand-WC – also ein Klo, das nur am Boden befestigt ist. Tendenziell sind die Hänge-Ausführungen mit Preisen bis zu 450 Euro teurer als ihre ausschließlich im Boden befestigte Alternative (90-300 Euro).

Kosten für Handwerker

Rund 60 Prozent der Badgestaltung gehen durchschnittlich für Handwerkerkosten drauf – am teuersten sind das Fliesenverlegen und die Installation von Badewanne und anderen Sanitärgegenständen. Je nachdem, ob ihr euer Bad renoviert, saniert oder ein Haus baut, kommen außerdem ein neues Heizsystem, Malerarbeiten, Trockenbau oder Verlegung neuer Leitungen und Rohre dazu. Eine Arbeitsstunde kostet im Schnitt 40-75 Euro, wobei die Preise je nach Region stark variieren.

Ein Rechenbeispiel

Nehmen wir an, ihr wollt euer 8 qm großes Badezimmer mit Waschbecken, Dusche und WC sanieren. Wenn ihr alle Leistungen in Profi-Hände legt, summieren sich die Arbeiten von Installateur, Maler, Fliesenleger und Elektriker auf rund 5.000 – 9.000 EUR.

Dabei entfallen etwa 400-800 Euro für das Entfernen alter Fliesen und weitere 1.500-2.500 Euro für die Fliesenverlegung. Rund 1.500-2.000 Euro kostet die Rohinstallation, rund 1.500 Euro werden für die Montage der Sanitär- und Badmöbel sowie ca. 800 Euro für die Abdichtung fällig. Die Elektro-Installation kostet rund 400-1.000 Euro. Für die Installation einer Fußbodenheizung zahlt ihr etwa 500-1.000 Euro.

Die tatsächlichen Kosten sind vom Aufwand abhängig – also davon, in welchem Zustand Rohre, Leitungen und andere Systeme in eurem Badezimmer sind. Und welche Vorstellungen ihr habt.

Diese Faktoren beeinflussen den Preis

Ärgert so sehr wie eine fehlende Internetverbindung zum Netflix-Release von Suicide Squad: Es gibt sie nicht, DIE Standardkosten für ein neues Badezimmer. Zwischen der Renovierung von zwei Bädern mit 8qm Größe können locker mehr als 10.000 Euro Preisunterschied liegen. Diese vier Faktoren geben den Ausschlag:

Ausstattung

Mit eurem Anspruch an die Ausstattung dreht ihr kräftig an der Preisschraube. Baumarkt-Sonderangebot, Mittelklasse oder Designer-Produkt? Zwischen maßgefertigter Eckdusche mit Natursteinboden oder einer soliden Duschkabine liegen finanziell Welten.

Raumgröße

Je größer der Raum, desto mehr Fliesen oder andere Boden- und Wandbeläge werden benötigt. Und je nachdem, wie viele Fenster vorhanden sind oder es Dachschrägen gibt, verändert sich die benötigte Fliesenmenge und erforderlichen Malerarbeiten weiter. Das ist schnell ein großer Kostenpunkt.

Eigenleistung

Wie viele der Handwerkerleistungen ihr selbst erledigt, kann mehrere tausend Euro Unterschied machen. Denn Profis zu beauftragen, verschlingt mehr als die Hälfte des Budgets der meisten Badprojekte.

Zustand

Bei einer Badsanierung oder -renovierung solltet ihr einen Blick hinter die Kulissen werfen lassen: In welchem Zustand sind Rohre und Leitungen? Sind die Wände trocken? Hier fallen eventuell Kosten für den Austausch oder Trockenbau an.

6 Tipps zum Kosten sparen

Da gibt’s nichts schönzureden: Ein neues Badezimmer ist teuer. Mit diesen fünf Tipps macht ihr euren Traum vom Wellness-Bad trotzdem wahr:

  1. Schlicht statt ausgefallen: Auch bei Duschen und Wannen treibt das Design die Kosten in die Höhe. Wer weniger ausgeben will, ohne Abstriche bei der Qualität zu machen, greift zu schlichteren Modellen. Die bieten die meisten Marken neben ihren Design-Linien an – zum Beispiel in weißer Farbe.
  2. Selbst Hand anlegen: Rund zwei Drittel der Kosten für ein neues Bad fallen für Handwerker an. Wer selbst alte Tapeten oder Fliesen von den Wänden löst, spart mehrere hundert bis tausend Euro. Auch das Anbringen von WC und Waschbecken trauen sich viele Heimwerker mit Video-Anleitung selbst zu.
  3. Effiziente und qualitative Produkte: Entscheidet euch für eine gute Qualität eurer Badewanne, Fliesen & Co. Hochwertige Produkte leben länger – so müsst ihr sie nicht nach fünf Jahren ersetzen. Mit effizienten Lösungen wie sparsamen Wasserhähnen oder modernen Heizsystemen spart ihr außerdem wertvolle Energie und Geld.
  4. Weniger Fliesen: Durchdenkt, wie viel Fliesen ihr wirklich einsetzen wollt. Müssen die Wände wirklich überall bis zur Decke gefliest sein oder reicht auch ein Spritzwasserschutz, etwa bis zur Schulterhöhe? So lässt sich einer der größten Geldfresser abspecken.
  5. Angebote vergleichen: Die Kosten für die Ausstattung und die Handwerksleistungen variieren sehr stark. Holt euch mehrere Angebote ein und vergleicht Produkte online und im Handel. Achtet unbedingt darauf, ob ein Festpreis angeboten wird oder ob die Handwerkerleistungen nach Aufwand berechnet werden.
  6. Standardmaße statt Sondergröße: Eine besonders breite Walk-in Dusche ist besonders schön – aber auch besonders teuer. Spezialgrößen treiben den Preis in die Höhe. Sparfüchse sollten deshalb auf Produkte in Standardmaßen setzen. 

Die passende Finanzierung für euer Bad.


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