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Aktueller Dr. Klein Zinskommentar vom 23.09.2010

Notenbanken ringen um den richtigen Kurs

Die Notenbanken stecken momentan in einem Dilemma. Um die Erholung nach der weltweiten Wirtschaftskrise nicht aufs Spiel zu setzten, wollen sie auf der einen Seite nicht zu früh aus der extrem lockeren Geldpolitik aussteigen. Um nicht Inflation und neue Finanzexzesse zu schüren, wollen sie aber andererseits nicht zu lange an ihrem aktuellen Kurs festhalten. Dies führt zu unterschiedlichen Schwerpunkten der Notenbanken. Die amerikanische Notenbank (Fed) kündigte neue Käufe von Staatsanleihen an, um die Wirtschaft zu stützen. Notenbankchef Ben Bernanke begründete dies mit der Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Diese Entscheidung konnte die Fed aber nur gegen großen internen Widerstand treffen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat dagegen einen früheren Ausstieg geplant. Dafür will sie, sobald sich die Märkte normalisieren, die außergewöhnlichen Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft schrittweise zurückfahren. Doch nachdem die schlechten Nachrichten aus Irland die Angst vor Staatsanleihen erneut entfachte, hat die EZB wieder Stützungskäufe im Umfang von 173 Millionen Euro getätigt. Laut Jean-Claude Trichet, EZB-Präsident, normalisieren sich die Märkte aber bereits schrittweise. Die Lage sei zwar weiter unsicher, aber er sehe derzeit weder Inflations- noch Deflationsgefahren in der Eurozone.

Bei der Bank of England (BoE) gehen die Meinungen um den richtigen Kurs weit auseinander. Die Inflationsrate in Großbritannien liegt weit höher als in der Eurozone oder den USA. Es gibt zudem Anzeichen, dass das zuletzt kräftige Wirtschaftswachstum ins Stocken gerät. Doch ein eindeutiger Trend lässt sich aus den jüngsten Zahlen nicht ablesen. Während ein Notenbanker auf der letzten Sitzung der BoE dafür war, den Zins von aktuell 0,5 Prozent sofort anzuheben, sind andere im Zweifelsfall bereit, die Staatsanleihekäufe auszuweiten. Spätestens nach der Veröffentlichung der Wachstumsrate für das dritte Quartal im November dürfte die BoE sich auf einen Kurs festlegen.

Die Organisation der Industriestaaten OECD hat derweil die Notenbanken gewarnt, den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik aufzuschieben. Laut ihrer Zwischenprognose wird sich die Wirtschaft in den Industrieländern stärker abschwächen als bislang erwartet. Diese Verlangsamung ist laut OECD allerdings nur vorübergehend. Doch sie fordert sogar neue geldpolitische Maßnahmen, sollte die Abschwächung länger anhalten. Diese Empfehlungen stützt die OECD auf ihre revidierte Prognose, dass in der zweiten Jahreshälfte auf das Jahr hochgerechnet für die G7-Staaten nur noch anderthalb Prozent Wachstum zu erwarten ist.

Unsere Empfehlung für alle Baugeldinteressenten lautet weiterhin: Jetzt zugreifen und dabei mindestens eine Tilgung von zwei Prozent vereinbaren! Das aktuelle Zinstief wird nicht ewig auf diesem Niveau verharren, daher sollten Sie sich jetzt um die passende Finanzierung bemühen. Um nicht in die Tilgungsfalle zu tappen, sollte die Tilgung möglichst hoch gewählt werden. Wählt man eine Tilgung von einem Prozent, so liegt die Laufzeit des Darlehens bei dem jetzigen Zinsniveau bei über 40 Jahren. Die Laufzeit kann mit einer höheren Tilgung weit verringert werden, bei einer Tilgung von zwei Prozent liegt sie bei etwa 30 Jahren.

Tendenz

Kurzfristig: schwankend
Langfristig: steigend

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